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Der weise Narr. Die Signifikanz der Rolle des Narren in William Shakespeares ‚King Lear‘

Titel: Der weise Narr. Die Signifikanz der Rolle des Narren in William Shakespeares ‚King Lear‘

Seminararbeit , 2013 , 30 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susanne Hahn (Autor:in)

Anglistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung:
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Die Figur des Narren ist in vielen Werken William Shakespeares zu finden, darunter in seinen bekannten Publikationen ‚Twelfth Night: Or, as you like it‘, ‚Love’s Labour’s Lost‘ oder ‚All’s well that ends well‘. Aber in keinem seiner Werke ist der Narr als Figur so herausstechend und so besonders auf seine eigene abgrenzende Art und Weise wie der namenlose Narr in Shakespeares ‚King Lear‘. Als Schatten seines großen Herrschers bleibt der Narr stets an der Seite Lears und versucht ihn durch seine Weisheit zur Vernunft zu bringen, um eine Katastrophe zu verhindern. Dabei zeichnet er sich aber nicht, wie man es als Rezipient erwartet, dadurch aus, dass er närrisch und unterhaltsam ist. Er ist deshalb besonders, weil er anders ist, d.h. er nicht nur die Funktion der Belustigung innehat, sondern vordergründig seinem Herrscher mit weisen Ratschlägen und Warnungen beiseite stehen will.
In wie fern der Narr versucht seinen Herrscher zu beschützen, welche Sprache und welche literarischen Mittel er hierzu benutzt, um seine versteckten Botschaften zu verbreiten, sollen im Vordergrund der nun folgenden wissenschaftlichen Arbeit stehen.
Doch zunächst muss der historische Hintergrund betrachtet werden, d.h. in welchem zeitlichen Rahmen die Handlung der Tragödie einzuordnen ist, um anschließend die Historie des Narren zu der spezifischen Zeit zu betrachten. Welche Rolle der Hofnarr besaß, ebenso wie seine soziale Stellung und sein Aussehen sind signifikante Punkte, die beleuchtet werden müssen, um sie anschließend mit dem Narren Shakespeares zu vergleichen, um festzustellen, ob der literarische Narr dem historischen Hofnarren nahe kommt oder sich deutlich von ihm abgrenzt. Im Anschluss werden die bedeutsamsten Aussagen des Narren ausgewählt, um sie im Detail zu betrachten. Wie sich seine Liebe zu seinem König äußert, wie er durch verschiedenste Techniken versucht Lear durch Sprache auf den richtigen Weg zu führen, und wieso er dennoch scheitern musste, ist ebenso signifikant. Weiterhin ist sein Betreten sowie sein Verlassen der Bühne von großer Bedeutung, da sie im direkten Zusammenhang mit seiner zentralen Aufgabe als Hofnarr steht.
Doch zunächst folgt der historische Rahmen der Tragödie sowie sein geschichtlicher Hintergrund.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der weise Narr. Über die Signifikanz der Rolle des Narren in William Shakespeares ‚King Lear‘

2.1 Historischer Rahmen der Tragödie

2.2 Der Hofnarr im Mittel- und Hochmittelalter

2.2.1 Das Leben und die soziale Position des Narren

2.2.2 Auftreten und Erscheinung des Narren

2.2.3. Funktion des Narren am Hof

2.3 Der weise Narr am Hofe King Lears

2.3.1 Akt 1

2.3.1.1 Szene 1: Der fehlende Narr

2.3.1.2 Szene 4: Weise Botschaften

2.3.1.3 Szene 5: Lehrer und Clown

2.3.2 Akt 2, Szene 4

2.3.3 Akt 3

2.3.3.1 Szene 2: Sexuelle Anspielungen und die Prophezeiung

2.3.3.2 Szene 4: Treuer Freund

2.3.3.3 Szene 6: Der letzte Auftritt

2.3.4 Akt 5, Szene 3

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die signifikante Rolle und Funktion des namenlosen Narren in William Shakespeares Tragödie "King Lear". Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie der Narr durch seinen speziellen Status als sozialer Außenseiter, seine Sprache und seine "Narrenfreiheit" versucht, seinen Herrscher vor fatalen Fehlentscheidungen zu bewahren und ihm als treuer, wenn auch provokanter Gefährte beizustehen.

  • Die historische Entwicklung und Funktion des Hofnarrentums im Mittelalter.
  • Die Analyse des Narren als "weiser Narr" in Abgrenzung zur reinen Belustigungsfunktion.
  • Die Untersuchung der sprachlichen und literarischen Mittel (Metaphern, Lieder, Prophezeiungen) des Narren.
  • Die chronologische Betrachtung der Auftritte und des Verhaltens des Narren in ausgewählten Schlüsselszenen von "King Lear".
  • Die Untersuchung der Beziehung zwischen Lear und dem Narren sowie deren Wandlung im Verlauf der Tragödie.

Auszug aus dem Buch

2.3.1.2 Szene 4: Weise Botschaften

Nachdem das Reich aufgeteilt und Cordelia verbannt wurde, tritt der Narr zum ersten Mal in der vierten Szene des ersten Aktes auf. In dieser Szene wird er zur Unterhaltung während einer Mahlzeit gerufen. Er tritt demnach für Lear als Nebenfigur im Raum auf und nicht als zentraler Punkt. Kent hat sich nach seiner Verbannung durch Lear mithilfe einer Kostümierung wieder zurück in die Dienste des Königs gestellt. Unerkannt von allen anderen will er nah bei Lear bleiben, um diesen durch Rat beizustehen und ihn wieder auf den richtigen Weg zu führen. Im Moment der Zusage Lears, taucht der Narr auf und spricht seine ersten Worte im Stück: „Let me hire him too: here’s my coxcomb. […] Sirrah, you were best take my coxcomb.“ Der Narr bietet Kent für seine Dienste seine Narrenkappe an. Mit dieser Geste spielt er auf den Vergleich mit dem König an, der seine Krone abgegeben hat. Ebenso wie die Krone den Rang des Königs symbolisiert, verdeutlicht die Narrenkappe die des Narren. Beide haben ihre Häupter, die sie ausmachen. Mit der Übergabe der Narrenkappe an Kent legt der Narr nicht nur seine Erkennung nieder, sondern überträgt sie an Kent. Ohne ein Wort zu äußern, sondern schlichtweg durch diese Geste, äußert sich der Narr dem König und Kent gegenüber. Warum Kent seine Position als Narren übernehmen soll, begründet er mit den Worten „for taking one’s part that’s out of favour.“ Er verdeutlicht, dass Kent der Narr ist und nicht er selbst, da er während des Testes des Königs anwesend war und Kent ihn nicht vor dem Test und der Verbannung Cordelias hinderte. Weiterhin verurteilt der Narr ihn, weil Kent trotz der fatalen Handlungen des Königs dennoch ohne zu tadeln weiterhin an dessen Seite steht. Er äußert sich im Gegensatz zum Narren nicht und akzeptiert die Handlungen seines Herrschers. Sollte Kent nicht zur Erleuchtung gelangen, dass Lear einen Fehler gemacht hat, auf den aufmerksam gemacht werden muss, „[he] must needs [sic!] wear [his] coxcomb.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Narrenfigur bei Shakespeare ein und stellt die Forschungsfrage nach der Signifikanz und den rhetorischen Mitteln des Narren in "King Lear".

2. Der weise Narr. Über die Signifikanz der Rolle des Narren in William Shakespeares ‚King Lear‘: Dieses Kapitel bildet den analytischen Hauptteil, der den historischen Kontext sowie die spezifischen Auftritte und Funktionen des Narren in chronologischer Reihenfolge der Akte untersucht.

2.1 Historischer Rahmen der Tragödie: Das Kapitel verortet das Stück historisch und beleuchtet die Sagenvorlagen sowie den Entstehungskontext von "King Lear".

2.2 Der Hofnarr im Mittel- und Hochmittelalter: Hier werden die Ursprünge, die soziale Position sowie das Erscheinungsbild des historischen Hofnarren als Grundlage für den Vergleich zur literarischen Figur erarbeitet.

2.2.1 Das Leben und die soziale Position des Narren: Diese Sektion beschreibt die gesellschaftliche Stellung des Narren außerhalb der Klassenstruktur und seine Funktion als Außenseiter.

2.2.2 Auftreten und Erscheinung des Narren: Dieser Abschnitt erläutert die äußeren Merkmale wie Narrenkappe, bunte Kleidung und Marotte, die zur Identifikation und Abgrenzung des Narren dienten.

2.2.3. Funktion des Narren am Hof: Hier wird zwischen der primären Aufgabe der Belustigung und der tiefergehenden Funktion als Kritiker und weiser Ratgeber des Herrschers unterschieden.

2.3 Der weise Narr am Hofe King Lears: Dieses Kapitel leitet die detaillierte Szenenanalyse ein und begründet die zentrale Bedeutung des trotz seiner Passivität wichtigen Narren für die Tragödie.

2.3.1 Akt 1: Dieser Abschnitt analysiert die Einleitung der Narrenfigur und ihr erstes Erscheinen in der Exposition des Stückes.

2.3.1.1 Szene 1: Der fehlende Narr: Die Sektion untersucht, warum der Narr in der entscheidenden ersten Szene abwesend bleibt und welche Bedeutung dieses Fehlen für den tragischen Verlauf hat.

2.3.1.2 Szene 4: Weise Botschaften: Hier wird der erste Auftritt des Narren analysiert, insbesondere die symbolische Übergabe seiner Narrenkappe an Kent.

2.3.1.3 Szene 5: Lehrer und Clown: Dieses Kapitel betrachtet das private Gespräch zwischen Lear und dem Narren, in dem dieser erneut versucht, dem König durch Gleichnisse seine Fehler aufzuzeigen.

2.3.2 Akt 2, Szene 4: Der Abschnitt behandelt die Veränderung im Zusammenspiel zwischen Lear und dem Narren, da der König beginnt, den Narren zu ignorieren.

2.3.3 Akt 3: Dieses Kapitel fokussiert auf die Veränderung der rhetorischen Strategie des Narren, der nun vermehrt sexuelle Anspielungen und düstere Prophezeiungen nutzt.

2.3.3.1 Szene 2: Sexuelle Anspielungen und die Prophezeiung: Die Analyse konzentriert sich auf die Bedeutung von Sexualität in den Kommentaren des Narren und seine düsteren Ausblicke auf die Zukunft.

2.3.3.2 Szene 4: Treuer Freund: Dieser Abschnitt beleuchtet die fortbestehende tiefe Verbundenheit des Narren zu seinem König trotz der wachsenden Isolierung Lears.

2.3.3.3 Szene 6: Der letzte Auftritt: Das Kapitel analysiert den letzten aktiven Auftritt des Narren und seine Rolle als Kommentator im imaginären Gerichtsszenario Lears.

2.3.4 Akt 5, Szene 3: Hier wird das Ende des Narren reflektiert, dessen Tod durch Lear nur beiläufig erwähnt wird und symbolisch für den Verlust der letzten Hoffnung des Königs steht.

3. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Einzigartigkeit des Narren als "weiser Narr" und bekräftigt seine tragende, wenn auch unscheinbare Rolle für Lear.

Schlüsselwörter

King Lear, William Shakespeare, Hofnarr, Narrenfreiheit, Tragödie, weiser Narr, Symbolik, Metaphern, soziale Stellung, Identität, Wahnsinn, Machtverlust, treuer Gefährte, Rolle des Narren, literarische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Figur des namenlosen Narren in William Shakespeares "King Lear" und analysiert dessen Funktion, Sprache und Bedeutung für den tragischen Fall des Königs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die historische Einordnung des Hofnarrentums, die rhetorischen Mittel der Narrenfigur, die Beziehung zwischen Lear und seinem Narren sowie die symbolische Bedeutung seiner Ratschläge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Narr durch seine Weisheit und spezielle Ausdrucksweise versucht, den König vor seinem Untergang zu bewahren und welche Rolle er als Spiegelbild und Kritiker innerhalb der Tragödie einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, basierend auf der chronologischen Betrachtung der Szenen im Stück, unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zur Narrentradition.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Auftritte des Narren von Akt 1 bis Akt 3, seine rhetorischen Strategien und seine Interaktionen mit anderen Charakteren wie Kent oder Lear.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem King Lear, Hofnarr, Narrenfreiheit, tragische Entwicklung, symbolische Sprache und die philosophische Komponente der Narrenrolle.

Warum spielt der Narr in der ersten Szene des ersten Aktes keine Rolle?

Die Abwesenheit wird als strategisch wichtig interpretiert; der Narr tritt erst auf, wenn seine Funktion als Mahner und Kritiker durch den beginnenden Fall des Königs notwendig wird.

Welche Bedeutung hat das "Nothing", das der Narr häufig verwendet?

Der Begriff nimmt Bezug auf Cordelias Antwort an den König und verdeutlicht Lear seinen Machtverlust und seine schwindende Identität, da er alles an seine anderen Töchter abgegeben hat.

Wie deutet der Autor das Ende des Narren in Akt 5?

Der Tod des Narren wird als symbolischer Verlust der letzten treuen Verbindung Lears zur Vernunft und zur Wahrheit interpretiert; sein Verschwinden markiert das endgültige Scheitern Lears.

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Details

Titel
Der weise Narr. Die Signifikanz der Rolle des Narren in William Shakespeares ‚King Lear‘
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Susanne Hahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
30
Katalognummer
V214400
ISBN (eBook)
9783656426646
ISBN (Buch)
9783656437819
Sprache
Deutsch
Schlagworte
narr signifikanz rolle narren william shakespeares lear‘
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Hahn (Autor:in), 2013, Der weise Narr. Die Signifikanz der Rolle des Narren in William Shakespeares ‚King Lear‘, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214400
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Leseprobe aus  30  Seiten
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