Winfrid Bonifatius und Köln


Bachelorarbeit, 2013
64 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Allgemeines zur Quellenlage und Überlieferungssituation
2.1 Willibalds Leben des Bonifatius
2.2 Die Briefe des Bonifatius
2.3 Akten und Dokumente

3. Winfrid ein Mönch westsächsischer Provenienz – Prägung eines Charakters
3.1 Winfrid aus den Quellen erschlossen
3.2 Winfrids Heimat aus weltlichem und kirchlichem Blickwinkel
3.3 Winfrid: Der Versuch eines Bildes

4. Aus Winfrid wird Bonifatius – Der Angelsachse und seine Bindung an Rom

5. Der fränkische Kosmos als Grundlage der Handlungsperspektiven von Bonifatius und den fränkischen Hausmeiern
5.1 Der Tod Karl Martells – Konsequenzen für den fränkischen Bereich und für Bonifatius
5.2 Pippin und Karlmann – oder Bonifatius „stürmische Erfolge“ und „schleichende Krise“
5.3 Die Reformkonzilien

6. Die Gegnerschaft der bonifatianischen Reform
6.1 Die fränkische Kirche
6.2 Bonifatius und der unterstützende wie gegnerische fränkische Adel
6.3 „Milo et eiusmodi similes“

7. Die Kulmination des Reformstreites – Köln als beschlossener Metropolitansitz des Bonifatius und das Scheitern des Planes
7.1 Das Bistum Köln zur Zeit des Bonifatius
7.2 Bonifatius und Köln aus den Quellen erschlossen
7.2.1 Die Vita des Bonifatius und die Geschehnisse von 745
7.2.2 Der Brief Nr. 60
7.3 Abschließende Betrachtungen zum Scheitern des Metropolitanplanes

Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einführung

Drei Leben im Dienst der Kirche. Die Heimat verlassend, doch was ist Heimat für einen Menschen, dessen Überzeugungen diesen Begriff in ein anderes Licht tauchen? Entbehrungen auf sich nehmend, um einem Ziel zu folgen, das aus heutiger Sicht oft so schwierig zu verstehen ist. Gekommen aus der Fremde um jenen das Heil zu bringen, das ihm Kraft und Hoffnung schenkt und ihnen bisher meist verborgen geblieben ist, und um in anderen eine neue Treue zur Kirche zu entfachen. Dem Steuermann eines Schiffes gleich die Richtung weisend, Kraft, Halt und Zuversicht schenkend, aber auch den Stürmen des Meeres trotzend, Widerständen die Stirn bietend, zuweilen in den Wirren der Zeit auch zu resignieren drohend bleiben aber diese drei Leben, die das eine Leben dieses Menschen ausfüllen, gar durchtränken. Die Leben als Mönch, Missionar und als Reformer wirken nach. Für alle drei Aspekte scheint die Beziehung zum Herrenwort im Evangelium beim Gleichnis von den bösen Winzern nicht zu weit hergeholt: „‘Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden‘. Jeder, der auf diesen Stein fällt wird zerschmettert werden; und auf wen er fällt, den wird er zermalmen.“[1] Winfrid[2] -Bonifatius.

Winfrid-Bonifatius und Köln als Thema spiegelt somit auch einen Dreiklang wieder. Der Name Winfrid verweist auf die angelsächsische Herkunft, seine Abstammung, Prägung, Heimat, die ersten vierzig Jahre dieses so ausgefüllten Lebens. Auf jene Weichenstellungen die den Menschen Winfrid geformt haben. Seinen festen Glauben, seine früh erworbenen Fähigkeiten in vielschichtigen Gebieten, sein ganzes mönchisches Dasein, aber auch auf den Aufbruch, den Willen in die Fremde zu gehen und zu den Fremden, das zu tragen, wodurch er getragen wird: Den Glauben. Er lässt sein bisheriges Leben zurück, um in der peregrinatio[3] seine Erfüllung zu suchen. […], coeperat ad alia multa sollicitudinis cura adtentius properare et parentum adfiniumque suorum consortia devitare et peregrina magis quam paternae hereditatis terrarum loca desiderare.[4] Auch hierfür steht sein Name Winfrid, der sowohl den ersten Lebensabschnitt des Mönches, als auch den Übergang hin zum Missionar charakterisiert. Sein Aufbruch in die Fremde und das Verlassen der Heimat darf jedoch nicht verwechselt werden mit einer Abkehr von dieser. Seine angelsächsische Herkunft und sein ganzer Lebensweg bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr bleiben der Anker seiner Biographie. Zeitlebens bleibt er im Austausch, sucht Hilfe in schwierigen Situationen, vertraut auf angelsächsischen Rat und Hilfe, webt gar ein Netz auf dem Kontinent, das ihn mit Menschen seiner Herkunft, seiner Familie, verbindet und umgibt.[5]

Bereits bei seinem ersten, kurzen Missionsversuch bei den Friesen im Jahr 716 muss Winfrid feststellen, dass für den Erfolg der Mission seine eigene Überzeugungskraft nicht das ausschließliche Kriterium ist, sondern dass die politische Lage, ja das Kräfteverhältnis rivalisierender Völker ein wesentliches Moment darstellt.[6] Diese Lektion lässt die Berufung zur peregrinatio aber nicht geringer werden, sondern reifen. Als er im Jahre 719 zu seiner ersten Romreise aufbricht, hat er die Unterstützung seines befreundeten Bischofs aus der Heimat, Daniel von Winchester, im Gepäck.[7] Winfrid, in Rom angekommen, wird zu Papst Gregor II. vorgelassen. Ausgestattet mit der Empfehlungsurkunde Bischof Daniels, verläuft die Audienz zur vollen Zufriedenheit des Bonifatius. Am 15. Mai 719 ernennt ihn „der Papst zum Missionar bei den Heiden.“[8] Verbunden mit dieser Missionsvollmacht ist der Namenswechsel von Winfrid zu Bonifatius. „Wie einst Willibrord (695) und schon vorher der Westsachsenkönig Cædwalla, der sich in Rom auf den Namen Petrus hatte taufen lassen (688/89), so wird auch Winfrid jetzt durch einen Namenswechsel in die engste Gemeinschaft der römischen Kirche aufgenommen, […]“[9]. Von diesem Zeitpunkt an ist eine geistige Verwandtschaft begründet, die Bonifatius weiteres Leben prägt und trägt. Er erfährt Unterstützung und schenkt bedingungslose Loyalität. Das zweite Leben, das Leben des Missionars hat begonnen und wird ihn bis zu seinem Tode nicht nur begleiten, sondern immer wieder zu Taten anstacheln und beflügeln. Auch wenn es in den folgenden Jahrzehnten Erfolge und Rückschläge bei der Missionierung, vor allem aber Veränderungen seiner Aufgaben geben wird, so bleibt doch die Mission für Bonifatius der eigentliche Antrieb und geistiger Handlungsauftrag.[10]

Das Leben als Organisator und Reformer beginnt im Jahre 736 in Baiern, wo Herzog Odilo mit der Hilfe des Erzbischofs Bonifatius plant, die Landeskirche zu reformieren. Bonifatius, 722 in Rom zum Bischof geweiht und 732 vom Papst mit dem Pallium ausgezeichnet, bricht 738 zur dritten und letzten Romreise auf und wird vom Papst zum Legaten für Germanien ernannt. Nach seiner Rückkehr setzt er das geplante Werk mit der Tatkraft des Missionars und dem Auftrag des Nachfolgers Petri in Bayern um. Die Mission, in seinem Herzen verwurzelt, wandelt sich durch die Tat der Hände und die Kraft der Worte in eine Organisation und Reform der christlich durchdrungenen germanischen Gebiete. In der Wahrnehmung wandelt sich Bonifatius nun immer mehr zu einem Reformer. Gerade durch das Wendejahr 741[11] tritt dieser Weg immer offener zutage. Nach dem Tod Karl Martells setzen sich in den Teilreichen Neustrien und Austrasien seine Söhne Pippin und Karlmann in der Nachfolge durch.[12] Sie können im Prinzip als kirchliche Reformer angesehen werden, und unterstützen die Thesen und Ansätze des großen Angelsachsen nach Kräften,[13] auch wenn sie hierdurch in ein großes Spannungsverhältnis zum altfränkischen Adel gelangen, die ein Lavieren bis zur Königskrönung Pippins im Jahre 751 nötig machen. Der Sog dieses Spannungsverhältnisses lässt Bonifatius bis in ungeahnte Höhen der Bedeutung emporwirbeln, und zieht ihn schließlich mit der Problematik um seinen nicht verwirklichten Metropolitansitz Köln gegen Ende seines Wirkens in die Tiefe der Macht- und Einflusslosigkeit,[14] auch wenn er noch den festen Bischofssitz Mainz erhält.

Winfrid der Mönch und Bonifatius der Missionar und Reformer, was haben sie mit dem Scheitern des Kölner Metropolitanplanes zu tun? Welche Gründe kamen von außen hinzu, welche zeitgeschichtlichen Gegebenheiten und Erfordernisse? Wie steht es um die Verbindung des Winfrid-Bonifatius zu den weltlichen Großen und welche Pläne verfolgten sie? Welchen Einfluss hatten die lokalen Großen, seien sie weltlicher oder geistlicher Couleur? Kurz: Was ist der Grund dafür, dass Köln nicht Erzbistum und Bonifatius nicht dessen Erzbischof wurde? Dies zu ergründen, abzuwägen und zu beleuchten ist Aufgabe dieser Arbeit.

2. Allgemeines zur Quellenlage und Überlieferungssituation

Zu kaum einer Persönlichkeit dieser Epoche liegt eine so außergewöhnliche Quellenlage vor. Zum einen haben wir die Vita des Bonifatius geschrieben vom Biographen Willibald,[15] zum anderen ist ein Briefcorpus von beeindruckender Vielschichtigkeit erhalten, der so für das Frühmittelalter eine gewisse Einzigartigkeit beanspruchen kann.[16] Beide zusammen, die Vita und die Briefe, bilden das Kernfundament jeder Auseinandersetzung mit der Person des Winfrid-Bonifatius. Hinzu kommt, für das behandelte Thema, noch eine kleinere Anzahl von Dokumenten der sogenannten Reformkonzilien.[17]

2.1 Willibalds Leben des Bonifatius

Schon kurz nach dem Tod des Bonifatius und seiner Gefährten entsteht der allgemeine Wunsch einer „Darstellung vom Leben und Sterben des Märtyrers“[18]. Dieser Wunsch ist durchaus als allgemein deshalb zu charakterisieren, weil er nicht nur vom geografischen Wirkungskreis seiner letzten Aufgabenbereiche, sondern vor allem von seiner angelsächsischen Heimat getragen und beflügelt wird. Insbesondere Bischof Milret von Worcester bittet Bonifatius Nachfolger in Mainz, Lul, um eine solche Lebensgeschichte.[19] Erzbischof Cuthbert von Canterbury setzt ihn ferner darüber in Kenntnis, dass bereits eine Generalsynode beschlossen hat, den Todestag des Bonifatius und seiner Gefährten feierlich zu begehen.[20] Lul überträgt diese Aufgabe dem angelsächsischen Priester Willibald,[21] der ebenfalls in Mainz wirkt. Von Anfang an konzipiert Willibald diese Lebensgeschichte nicht nur für einen kleinen geografischen Rahmen, sondern ist sich bewusst, „dass auch in anderen Ländern der Christenheit ein Interesse an einer solchen Biographie vorhanden sei“[22].

Willibald beginnt mit der Abfassung möglicherweise schon kurz nach dem Tod des Bonifatius, auf jeden Fall noch zu Lebzeiten Pippins[23] und vor dem Tod Bischof Megingoz von Würzburg.[24] Somit ergibt sich ein Zeitfenster, welches auch die Korrespondenz mit dem angelsächsischen Raum berücksichtigt, vom Jahr 755 bis 769, in dem die erste Vita, die des Priesters Willibald, verfasst sein dürfte. Die älteste erhaltene Abschrift ist am Beginn des neunten Jahrhunderts geschrieben worden und dient als Grundlage für Levisons Ausgabe.[25]

Unverkennbar ist die Tatsache, dass Viten im Allgemeinen wie in Bezug auf die vorliegende Vita des Bonifatius, immer einen gewissen Zweck verfolgen. Lul hat dabei sicher einen anderen Hintergrund als die angelsächsischen Bischöfe und wahrscheinlich ist Luls Intention auch nicht deckungsgleich mit der des Megingoz. „‘Welcher Bonifatius soll es sein?‘ […] Welchen Bonifatius brauchen wir – Auftraggeber, Autor, Rezipienten – aktuell? Das ist immer wieder neu die Frage – und deshalb ist die Entstehungszeit der Viten mindestens so wichtig wie die Zeit, auf welche die Autoren beschreibend zurückblicken.“[26] Diese Tatsache wird dadurch im Besonderen unterstrichen, dass im Laufe der Geschichte sechs unterschiedliche Bonifatiusviten entstanden sind,[27] von denen die „ Vita prima des Priesters Willibald“[28] nicht nur die erste, und die dieser Betrachtung zugrunde liegende ist, sondern auch jene, die alle späteren Autoren „gekannt und benutzt“[29] haben.

Willibald hat Bonifatius wohl nicht persönlich gekannt. Alle Informationen für seine Arbeit erhält er „aus dem Kreis der Freunde des Bonifatius“[30], „ Transcursis iam ex parte sancti viri virtutibus subsequentia eius, quemadmodum rem rumigerulis referentibus gestam conperimus, patenter proferimus, ut apertior in perpetuum vitae morumque eius ad normam sanctae conversationis illius tendentibus pateat callis.“[31] und aus den Briefen, „deren Sammlung […] schon veranlaßt (gewesen ist)“[32]. Sein Schreibstil vereinigt Komponenten der aldhelmischen Tradition und der aus der Spätantike überkommenen Kirchengeschichtsschreibung[33], womit eine Klammer zwischen jüngerer angelsächsischer und älterer kontinentaler Tradition geknüpft wird.

An dieser Stelle schließt sich nahtlos die Betrachtung der Skizzierung der Person des Bonifatius wie auch dessen Lebensleistungen, ja seine Biographie an. Was steht hierzu in der Vita Willibalds? Es fällt zunächst auf, dass Willibald eine chronologische Herangehensweise wählt und Bonifatius Lebensgeschichte von Beginn an erzählt. Bemerkenswert ist, dass sich Willibald „ganz in die Reihe der Kirchengeschichtsschreiber (stellt und) gleichsam eine Fortsetzung der Apostelgeschichte (schreibt). Das zeigen allein schon die vielen Zitate aus den Paulusbriefen: Bonifatius erscheint hier als ein neuer Völkerapostel“[34]. Zweifelsohne ist dieses Motiv wiederzufinden in den „Evangelienhomilien Gregors des Großen“[35]. Ob sich Willibald hieran als Vorlage bedient hat mag dahinstehen. Zurückkehrend zur chronologischen Abfolge, fällt deutlich auf, dass nicht allen Lebensabschnitten ein gleich ausführlicher Raum gegeben wird. Die Vita gliedert sich in neun Kapitel, denen eine Einleitung vorangestellt ist. Die Länge der einzelnen Kapitel ist sehr unterschiedlich. Die ersten fünf Kapitel beschäftigen sich mit der Kindheit und Jugend, der Ausbildung in den westsächsischen Klöstern Exeter und Nursling, seiner aufsteigenden Gelehrtheit und Bildung, ersten vermittelnden Aufgaben, ja der Bildung des gesamten Charakters, der ausführlich beschrieben wird. Im Zentrum des vierten Kapitels steht dann jene Wendung im Leben Winfrids, die eingangs schon kurz beschrieben ist, die Sehnsucht nach der Mission in der Fremde: die peregrinatio[36]. Die daraus resultierende erste Missionsreise zu den Friesen und deren Scheitern, wird genauso festgehalten wie die Rückkehr, seine Abtwahl in Nursling und die daraus resultierenden inneren Konflikte im Widerstreit mit der Sehnsucht zur Pilgerschaft und Missionsarbeit in der Fremde.[37] Dies alles erweckt den Anschein, dass der Autor der Vita, dessen Auftraggeber und Helfer oder Informanten auf „Vollständigkeit bedacht sind“[38]. Auch die erste Romreise und die hieraus entstehenden neuen Aufgaben, der Namenswechsel, alles wird aufgeführt. Doch dann ändert sich die Dichte der Informationen. Zwar werden die Kapitel länger, doch wandeln sich die gegebenen Inhalte immer mehr von einer auf Vollständigkeit bedachten Geschichtsschreibung hin zu einer selektiven, potentiell politisch opportun motivierten Lebensbeschreibung. Stephanie Haarländer liegt mit ihrer Analyse somit richtig wenn sie schreibt: „Bonifatius reorganisiert Bistümer in Bayern und gründet selbst Eichstätt und Würzburg; aber es fehlt jede Spur von Büraburg und Erfurt, erst recht von der Option auf Köln. Er hat mit Ketzern und falschen Priestern zu kämpfen – aber über die Spannungen mit dem einheimischen Episkopat, etwa mit Gewilieb und Milo, verliert der Autor kein einziges Wort“[39]. Es ist somit augenscheinlich, je mehr die Vita der Gegenwart näher kommt umso mehr greift sie ein in ein politisches Kräftespiel, welches mit dem Tode des Bonifatius keinesfalls beendet ist. Vor allem der Auftraggeber Lul, der Schüler und der von Bonifatius selbst ausgewählte Nachfolger ist an einer Interpretationsmöglichkeit der Vita interessiert, nicht auf ein direktes, vollständiges, unauslegbares Werk. Zu greifbar sind die Problematiken die noch offen sind. Lul benötigt diesen Interpretationsspielraum für ein gewisses Maß an Handlungsfreiheit.[40] Auch die später entstandenen anderen Bonifatiusviten greifen immer wieder Themen auf, lassen Themen fallen oder vernebeln sie, ganz nach den momentanen Erfordernissen vor allem der Auftraggeber oder Autoren.[41]

Die Bonifatiusvita Willibalds ist somit ein Quellenzeugnis, welches für die ersten Lebensjahrzehnte voller Gewinn angewendet werden kann, aber im Hinblick auf seine kontinentalen Verstrickungen immer wieder der Analyse, der kritischen Hinterfragung und Einordnung bedarf. So fragt denn auch Stephanie Haarländer völlig richtig: „Bonifatius als Apostel der Hessen und Thüringer oder als zweiter Apostel der Friesen; Bonifatius als Legitimationsstifter für den Nachfolger Lul; Bonifatius als Märtyrer und nicht als Wundertäter; Bonifatius als Sachwalter Mainzer Metropolitaninteressen; Bonifatius als Fuldaer Klosterpatron gegen Mainz – welcher Bonifatius soll es sein?“[42]

2.2 Die Briefe des Bonifatius

Zur Überlieferungssituation der Briefe des Bonifatius bedürfte es einer umfassenden Arbeit oder einer kleinen, den Fragenhorizont im Hinterkopf behaltenden Zusammenfassung, die darauf abzielt die Zusammenhänge zu verstehen, aber auch im Hinblick auf das Thema Winfrid-Bonifatius und Köln zu ordnen.

Zunächst als bedeutend festzuhalten ist, dass Bischof Lul, der Auftraggeber der Vita auch die Sammlung der Briefe angeregt und veranlasst hat, zumal er als ehemaliger „Sekretär“[43], Nachfolger und Erbe in geistlich-geistiger Hinsicht im Besitz einiger Briefe gewesen sein dürfte.[44] Der eigentliche Sammler der Briefe bleibt im Dunkeln, obwohl in der Literatur ebenfalls über Willibald als Urheber des Briefcorpus spekuliert wird.[45] Von Beginn an wird bei der Zusammenstellung der Schriftstücke nach zwei Arten unterschieden, den Briefwechsel mit Rom und den übrigen Briefwechsel.[46] Für den gesamten Austausch mit der römischen Kurie besteht von Anfang an ein gesteigertes Interesse, aber Lul ist sehr daran gelegen den Menschen und Schriftsteller ins Zentrum zu rücken; wohl nicht ohne Eigeninteresse, „weil er sich selbst ein musterhafter Briefschreiber zu sein dünkte“[47].

Für den Zusammensteller der Sammlung besteht nach der Trennung in zwei Gruppen immer noch ein wesentliches Hemmnis in der Ordnung. Zwar lässt sich der Briefwechsel mit Rom in Teilen chronologisch rekonstruieren,[48] auch wenn dies nicht kategorisch durchzuhalten ist, aber generell scheidet eine rein zeitliche Abfolgenauflistung aus, da die privaten Briefe „im allgemeinen kein Datum tragen“[49]. Aus dem vorliegenden Material ergibt sich eine weitere Problematik. Zwar sind die Briefe aus Rom, die Antworten des Papstes wie auch die der Kurienmitarbeiter zahlreich, „das Gegenstück, das die Briefe des Bonifatius (umfasst), fehlt“[50] jedoch. Eine erste Erklärung hierfür liefert Tangl,[51] der davon ausgeht, dass es ursprünglich ein von Bonifatius mitgeführtes Register mit den an die Kurie abgegangenen Briefen gegeben hat. Warum sollte mit diesen Briefen auch anders verfahren worden sein, als mit den Briefen privaten Charakters an seine angelsächsischen Freunde, die in wesentlich größerer Zahl erhalten sind? Nach Tangl müsste das erwähnte Register aber im Zuge des Märtyrertodes in Friesland oder auf anderem Wege zum Ende des 8. Jahrhunderts[52] verlorengegangen, und nicht nachträglich, wie andere Schriften, wiedergefunden worden sein.[53] Dies wird dadurch bestätigt, dass bereits in der ältesten Handschrift der Briefsammlung diese Lücke offen zutage tritt. Rau schränkt die Überlegungen Tangls deutlich ein und verwirft die These eines Registers der nach Rom abgeschickten Briefe des Bonifatius.[54] Die Erklärung Raus berücksichtigt zwei Theorien für den Verlust der Briefe. Zum einen lässt er die Überlegung zu, dass es kein Register mit Kopien oder Entwürfen gegeben haben könnte, jedoch mutet diese Theorie wenig einleuchtend an, da beispielsweise die überlieferten Briefe an den angelsächsischen Kreis gerade auf Kopien und Entwürfe zurückgehen und eben nicht „auf Abschriften, die beim Empfänger angefertigt worden sind.“[55] Raus zweite Annahme, dass etwa Unterlagen schon früh in Mainz verlorengegangen sein könnten, ist dagegen schlüssig. Er stützt sich hierbei auf die Tatsache, „dass der Biograph Willibald einen Brief des Bonifatius an den Papst zitiert, den [unsere] (die) Briefsammlung nicht kennt.“[56] Die Hypothese, dass Briefe, insbesondere von Bonifatius an den Papst verlorengegangen sind oder absichtlich keine Berücksichtigung gefunden haben oder gar gezielt vernichtet wurden, kann zwar nicht belegt werden, aber es spricht zumindest einiges dafür, dass dies so gewesen sein könnte. Augenscheinlich wird dies durch die unsichere Stellung Luls als Nachfolger des Bonifatius. Ähnlich der Lücken in der Vita, so können gerade auch hier politische Umstände zu opportunen Auslassungen geführt haben.

Um vom Feld der Hypothese zurück zu den Fakten zu kommen, bietet sich hier allerdings noch die Einschränkung an, dass sich einiges vom Inhalt der Bonifatiusbriefe aus den entsprechenden Antworten aus Rom ableiten lässt, somit scheidet ein sehr weitreichender, die Wirklichkeit verändernder Charakter eines potentiellen Eingriffs des Lul aus, noch zumal er fürchten muss, dass dies durch Sammlungen etwa in Rom offenkundig zu werden droht. Fest steht, dass zum Zeitpunkt der Übertragung einzelner Abschriften der Briefe in einen eigenständigen, zusammenhängenden Codex, die von Bonifatius an den Papst gerichteten Briefe bereits bis auf die Briefe Nr. 50 und 86 fehlen, zumindest aber nicht berücksichtigt werden.[57] Dieser erste Teil der Korrespondenz wird noch durch vier Briefe und das „Capitulare Karlmanns“[58] erweitert und dann verbunden mit den weiteren 39 Briefen von und an Bonifatius.[59]

In dieser Art und Weise, mit allen vorsichtigen Einschränkungen, die gemacht werden müssen, ist die „(erste) Sammlung der Bonifatiusbriefe in Mainz unter den Augen des Bischofs Lul in einen Codex übertragen worden.“[60] Damit ist die Genese eines gesamten bonifatianischen Briefcorpus allerdings keineswegs beendet. Ähnlich wie bei der Vita kommen im Laufe der Zeit einzelne Teile dazu, andere fallen weg und einiges wird durch neuerliche Abschriften verändert oder sogar entstellt.[61] Die vorliegende Sammlung und Edierung der Bonifatiusbriefe, wie Tangl sie angegangen ist, basiert im Wesentlichen auf der Ursprungsfassung, wenn auch die Bevorzugung dieser von Rau in der Rigorosität Tangls abgelehnt wird.[62] Lediglich einige Änderungen kleinerer Natur werden hier von Rau vorgenommen, die in Bezug auf das zu erörternde Thema aber von untergeordneter Natur sind.

Zentral für das Thema Winfrid-Bonifatius und Köln ist sicherlich Brief Nr. 60. Nicht vergessen werden dürfen aber jene Briefe, die die Charakterzüge des Bonifatius zeigen; diese gilt es ebenfalls herauszuarbeiten, da sich hieraus einiges zu seinen Handlungsweisen ableiten lässt. Hierfür sind insbesondere die Briefe von und an seine Freunde von herausragender Bedeutung. Zusammen mit der Vita, die Problematiken die mit dieser verbunden sind berücksichtigend, zeichnet sich somit ein Gesamtbild. Was ist Winfrid-Bonifatius für ein Mensch, von welchen Prinzipien lässt er sich leiten, was gibt ihm Kraft und Hoffnung, was lässt ihn resignieren? Wie geht er mit seinen Freunden, und noch wichtiger, wie mit seinen Widersachern um? Aber auch, wie sein Umfeld mit ihm umgeht. Dies alles kulminiert in der Behandlung der Frage, warum der Metropolitanplan mit Köln als fester Erzbischofssitz für Bonifatius scheitert? Dies gilt es im Folgenden, Schritt für Schritt zu behandeln.

2.3 Akten und Dokumente

Als Akten und Dokumente sind noch die Beschlüsse der sogenannten[63] Reformkonzilien[64] der 740er Jahre als Quelle aufzuführen, die deutliche Rückschlüsse auf die jeweilige Position des Bonifatius und seiner Reformbemühungen zulassen und das Spannungsfeld gegenüber seinen Gegenspielern, aber auch das Taktieren können und müssen der Hausmeier Pippin und Karlmann offenbaren.[65] Somit bleiben als Ausgangsbasis die Vita und die Briefe angereichert mit den Beschlüssen der Reformkonzilien.

3. Winfrid ein Mönch westsächsischer Provenienz – Prägung eines Charakters

Was sind die Faktoren, die den Menschen Winfrid-Bonifatius zu dem haben werden lassen, der er geworden ist: Mönch – Missionar – Reformer und in der kirchlichen und historischen Bewertung daraus noch den „Apostel der Deutschen“[66] ? Oder anders gesagt: Was ist „the Insular Backround to Boniface´s Continental Career“[67] ? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, bedarf es einer Analyse der einschlägigen Stellen seiner Vita, aber auch die Berücksichtigung äußerer Faktoren, wie der kirchlichen und politischen Situation seiner Heimat während seiner ersten Lebensjahrzehnte. Innere wie äußere Faktoren formen das Bild des Charakters und sind damit unersetzlich für den Blick auf Winfrid und das Verständnis der Grundlagen seines späteren Handelns.

[...]


[1] Vgl. Lk 20, 17-18 (Einheitsübersetzung).

[2] Zu der Schreibweise des Namens Winfrid gibt es in der Literatur zahlreiche Alternativen. Hier wird, wie im Folgenden die Schreibweise adaptiert, die Theodor Schieffer in seinem Grundlagenwerk Winfrid-Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas, Freiburg, 1954 verwendet. An dieser Stelle ist ausdrücklich auf die erste Auflage deshalb verwiesen, da sie die Schreibweise erstmalig benützt. Um einen Eindruck zum Werk Schieffers zu bekommen, lohnt ein Blick in eine zeitgenössische Außendarstellung seines Werkes in Form der Buchvorstellung von W. Neuss, Neuss, Wilhelm: Theodor Schieffer, Winfrid-Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas. Bespr. von W. Neuss, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 157, 1955, S. 210-212. Hier wird auch ein großer Abschnitt der Problematik um Köln gewidmet. Im Folgenden wird jedoch auf Schieffer, Theodor: Winfrid-Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas, zweite Auflage, Freiburg, 1972 zurückgegriffen, da sich in dieser Auflage auch ein Nachwort des Autors befindet, welches für diese Darstellung einen gewissen Wert aufweist.

[3] Zum Thema peregrinatio sei an dieser Stelle verwiesen auf Schieffer: Winfrid-Bonifatius, 1972, S. 109 und aus der neueren Literatur von Padberg, Lutz E.: Bonifatius – Missionar und Reformer, München, 2003, S. 26 und 32. Beide beziehen sich inhaltlich auf die Aussagen aus Willibalds Bonifatiusvita: Levison, Wilhelm: Vita e Sancti Bonifatii Archiepiscopi Moguntini, in: Monumenta Germaniae Historica. Scriptores Rerum Germanicarum, Band 57, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Hannover/Leipzig 1905, Hannover, 2003. Zum direkten Zugang sei aber auf die Ausgaben der Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe verwiesen, die eine sehr gute Übersetzung beinhalten: Buchner, Rudolf (Hg.): Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius nebst einigen zeitgenössischen Dokumenten, in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters, Band 4b, erste Auflage, neu bearbeitet von Rau, Reinhold, Darmstadt, 1968. Oder noch besser in der erst kürzlich erschienenen Neuauflage. In dieser ist eine sehr hilfreiche Auswahlbibliographie zum Gesamtthema von Lutz E. von Padberg enthalten die es lohnt betrachtet und berücksichtigt zu werden: Buchner, Rudolf (Hg.): Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius nebst einigen zeitgenössischen Dokumenten, in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters, Band 4b, dritte, bibliographisch aktualisierte Auflage, Darmstadt, 2011. Zum asketischen Ideal der peregrinatio und einem umfassenden Einblick in die Thematik sei besonders empfohlen Semmler, Josef: Kloster, Mission und Seelsorge im Frühmittelalter, in Felten, Franz J. / Jarnut, Jörg / von Padberg, Lutz E. (Hg.): Bonifatius – Leben und Nachwirken. Die Gestaltung des christlichen Europas im Frühmittelalter, Mainz, 2007, S. 303-326 (In diesem Kontext S. 309ff.).

[4] Vgl. Levison: Vitae Sancti Bonifatii S. 15 Z. 9-13. Und zur Übersetzung: Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 474/475. Hier wird der Gedanke der peregrinatio in der Quelle beschrieben und dargelegt. Es spiegelt sich hierin auch die Form einer Art zweiten Berufung wieder.

[5] Zu beachten sind hier insbesondere die kontinentalen Frauengestalten angelsächsischer Herkunft, denen zum Teil die Führung von Klöstern anvertraut ist und der Kreis der unmittelbaren Helfer. Vgl. hierzu besonders Yorke, Barbara: The Insular Background to Boniface´s Continental Career, in Felten, Franz J. / Jarnut, Jörg / von Padberg, Lutz E. (Hg.): Bonifatius – Leben und Nachwirken. Die Gestaltung des christlichen Europas im Frühmittelalter, Mainz, 2007, S. 23-38. Einschlägig sind in diesem Zusammenhang die Seiten 27-34.

[6] Vgl. Levison: Vitae Sancti Bonifatii, S. 16-17.

[7] Durch Vermittlung Bischof Daniels von Winchester wird, wegen des starken Wunsches Winfrids zur Mission in die Fremde zu gehen, anstelle von ihm, Stephan zum Abt des Klosters Nursling. Winfrids Weg ist nun frei. Zur Empfehlungsurkunde sei gleichfalls auf die Vita verwiesen S. 21. Z. 14-21.

[8] Padberg: Bonifatius – Missionar und Reformer, S. 29.

[9] Schieffer: Winfrid-Bonifatius, 1972, S. 113. Zur Rezeption des Namens sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Winfrid mit dem Namenswechsel zu Bonifatius fast ausschließlich den neuen Namen verwendet hat. Dies wird unterstrichen durch die Tatsache, dass innerhalb kürzester Zeit der neue Name auch seinen Briefpartnern bekannt und geläufig gewesen ist. Vgl. hierzu den Brief der Äbtissin Eangyth und ihrer Tochter Heaburg genannt Bugga, in: Tangl, Michael (Hg.): Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus, in: Monumenta Germaniae Historica. Epistolae Selectae, Band 1, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Berlin 1916, München, 1989, S. 21. In Brief 14, der auf die Jahre 719-722 datiert wird, heißt es schon: „ Benedicto in Deo in fide ac dilectione venerabili Uuynfrido cognomento Bonifacio […] “. Für die Übersetzung siehe auch die Entsprechung im oben erwähnten Band der Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe. Die interessante Frage warum sich dieser neue Name bei Bonifatius durchsetzte, bei Willibrord aber nicht, soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden, aber zum weiteren Nachvollziehen der Thematik sei noch verwiesen auf: Flaskamp, Franz: Wilbrord-Clemens und Wynfrith-Bonifatius, in: Sankt Bonifatius Gedenkgabe zum zwölfhundertsten Todestag, Fulda/Mainz, 1954, S. 157-172. Hier besonders S. 163.

[10] Selbst als Bonifatius auf der Höhe seiner reformerischen Arbeit steckt und auch als er scheinbar resigniert, bleibt das Ziel und die Sehnsucht hin zur Mission immer auch treibende Kraft, was nicht zuletzt auch in seiner letzten Frieslandreise zum Ausdruck kommt, aber vor allem auch in dem Wunsch der Mission bei seinem „Brudervolk“ den Sachsen. Vgl. hierzu Schieffer: Winfrid-Bonifatius, 1972, S. 270. Er bezieht sich auf die Briefe 87/88 Tangl: Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus. Aber auch die Briefe 46 und 47 geben hiervon Zeugnis.

[11] Im Jahr 741 sterben nacheinander der oströmische Kaiser, Karl Martell und Papst Gregor III. Für Bonifatius waren zumindest die letztgenannten Todesfälle eine starke Zäsur, die seine Aufgaben aber auch Chancen wandeln sollten.

[12] Die Problematik um Grifo soll an dieser Stelle der Einführung zunächst übergangen werden, wird aber an späterer, geeigneter Stelle von Bedeutung sein (Abschnitt 5.1).

[13] Auch hier nur ein Hinweis, der durch die speziellen Details im späteren Teil beleuchtet werden.

[14] Vgl. hierzu insbesondere die Trostbriefe aus der angelsächsischen Heimat und die gesamte Korrespondenz des Bonifatius auch mit seinen römischen „Brieffreunden“ gegen Mitte bis Ende der 740er Jahre und bis 751. Besonders anschaulich sind hierzu die Briefe 63, 64, (65), 90 in Tangl: Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus.

[15] Vgl. Levison: Vitae Sancti Bonifatii.

[16] Vgl. Tangl: Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus.

[17] Aufgelistet und zusammengetragen in der Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011. Hier wird auch verwiesen auf die anderen Quellen, die Bonifatius am Rande tangieren, die aber in einer eigenen Analyse den Rahmen sprengen würden und somit erst einmal aussortiert bleiben (z. B. Hinkmar von Reims Briefwechsel und die Beschlüsse von L´Estinnes MG Epist. Bd. 8 Nr. 115 v. J. 858 S. 57 und Nr. 136 v. J. 860 S. 97 oder die Vita Willibrords von Alkuin, die Vita Pirmins oder die des Liudger für den friesischen Kontext). Der Fokus liegt somit auf den erwähnten Quellen und ihre Analyse in Bezug auf den vorliegenden Themenhorizont.

[18] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 452. Auf die allgemeinen Charakteristika einer Heiligenvita kann an dieser Stelle nicht gesondert eingegangen werden.

[19] Ebd.

[20] Ebd. S. 452. Um diesen Hintergrund weiter zu vertiefen empfiehlt sich, Tangl: Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus. Hier besonders Brief 111.

[21] Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem zeitgleich amtierenden Bischof von Eichstätt.

[22] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 452.

[23] Vgl. Haarländer, Stephanie: Welcher Bonifatius soll es sein? Bemerkungen zu den Vitae Bonifacii, in Felten, Franz J. / Jarnut, Jörg / von Padberg, Lutz E. (Hg.): Bonifatius – Leben und Nachwirken. Die Gestaltung des christlichen Europas im Frühmittelalter, Mainz, 2007, S. 353-362. Hier S. 354.

[24] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 455, Fußnote 2 und vor allem in der Einleitung und Widmung der Vita: „Dominis sanctis et vere in Christo carissimis Lullo et Megingozo coepiscopis Willibaldus licet indignus in Domino presbiter.“

[25] Vgl. Levison: Vitae Sancti Bonifatii. Ferner dient sie auch als Grundlage für die Wiederholung in der Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011.

[26] Haarländer: Welcher Bonifatius soll es sein, S. 354.

[27] Ebd. S. 354f. Auf die anderen Bonifatiusviten wird im Detail an dieser Stelle nicht eingegangen, da dies vom eigentlichen Thema wegführt. Es gibt aber eine gewisse Nähe auch zu den Handschriftenklassen der Briefsammlung des Bonifatius, wenn die Autoren in den Ausführungen bei Haarländer mit den Anmerkungen zu den Handschriftenklassen in Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, S. 9-22 verglichen werden. Eine weiterführende Betrachtung zu diesem Kontext und den Intentionen könnte lohnen und wird von Haarländer bereits angestoßen.

[28] Ebd. S. 354.

[29] Ebd.

[30] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 452.

[31] Levison: Vitae Sancti Bonifatii, S. 18.

[32] Ebd.

[33] Ebd. und Haarländer: Welcher Bonifatius soll es sein, S. 355. Auch dies wird im Einzelnen hier nicht vertiefender Analyse unterzogen.

[34] Haarländer: Welcher Bonifatius soll es sein, S. 355. Bemerkenswert ist das Zitat in Fußnote 16.

[35] Ebd. S. 355.

[36] Vgl. Levison: Vitae Sancti Bonifatii, S. 16.

[37] Ebd. S. 19.

[38] Haarländer: Welcher Bonifatius soll es sein, S. 355.

[39] Ebd. S. 355f.

[40] Vgl. ebd. S. 356.

[41] Vgl. ebd S. 356-360.

[42] Ebd. S. 361.

[43] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 9.

[44] Vgl. Bernt, G.: Bonifatius (Winfrid) II. Literarische Werke, in: Lexikon des Mittelalters, Band 2, Spalte 420. Und auch für die gesamten Hintergründe zur Überlieferungssituation, Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 9-22. Eine Einschränkung einiger Punkte dieser Ausführung nimmt vor, Schieffer: Winfrid-Bonifatius, 1972, S. 330f. (in seinem neuen Nachwort dieser Ausgabe). Diese Einschränkungen scheinen sehr fundiert und nachvollziehbar, sollen aber für die vorliegende Arbeit von untergeordneter Bedeutung bleiben.

[45] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 9.

[46] Ebd.

[47] Ebd.

[48] Auch dies funktioniert nicht ohne einige Probleme, etwa das Auseinanderhalten der beiden Gregor-Päpste. Zumindest ist hiervon Rau überzeugt, Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 10. Schieffer beurteilt die ganze Situation in seinem Nachwort anders und verwirft Rau in Teilen, Schieffer: Winfrid-Bonifatius, 1972, S. 330f.

[49] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 9.

[50] Ebd. S. 10f.

[51] Vgl. Tangl: Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus, (Einleitung XXII und XXIII). Dies wird von Rau übernommen, Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 10f.

[52] Vgl. Tangl: Die Briefe des heiligen Bonifatius und Lullus, (Einleitung XXIII).

[53] Ebd.

[54] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 10.

[55] Ebd. S. 11.

[56] Ebd. Dagegen leuchtet diesbezüglich Schieffers Einwand mit Bischoffs Datierung weniger ein, vgl. hierzu Schieffer: Winfrid-Bonifatius, 1972, S. 330.

[57] Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 11.

[58] Ebd.

[59] Ebd.

[60] Ebd.

[61] Vgl. hierzu die Analyse von Rau, auch wenn diese in einigen Punkten von Schieffer kritisiert wird so liefert sie dennoch wesentliches Hintergrundwissen zur Genese der Briefsammlung des Bonifatius und kann nicht übergangen werden. Deshalb sei aufs eindringlichste empfohlen, Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 9-22. Alles an dieser Stelle zu erörtern wäre für die vorliegende Arbeit jedoch wenig zielführend.

[62] Ebd. S. 20f.

[63] Die Bezeichnung dieses Punktes wird von Rau übernommen. Vgl. dazu Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Buchner: Briefe des Bonifatius – Willibalds Leben des Bonifatius, 2011, S. 375.

[64] Vgl. zum Terminus auch den Titel folgenden Aufsatzes: Nonn, Ulrich: Castitas et vitae et fidei et doctrinae – Bonifatius und die Reformkonzilien, in Felten, Franz J. / Jarnut, Jörg / von Padberg, Lutz E. (Hg.): Bonifatius – Leben und Nachwirken. Die Gestaltung des christlichen Europas im Frühmittelalter, Mainz, 2007, S. 271-280.

[65] Rau benutzt in diesem Zusammenhang nicht die Fassung Tangls, sondern greift zurück auf Werminghoff MG Concilia II S. 1 ff. 33ff.

[66] Vgl. nur schon den Titel, Abeln, Reinhard (Hg.): Bonifatius – Apostel der Deutschen, Kevelaer, 2009. Oder auch , Felten, Franz J.: Zur Einführung in die Vortragsreihe: Bonifatius – Apostel der Deutschen. Mission und Christianisierung vom 8. Bis ins 20. Jahrhundert, in Felten, Franz J.: Bonifatius – Apostel der Deutschen. Mission und Christianisierung vom 8. Bis ins 20. Jahrhundert, Stuttgart, 2004, S. 11-32.

[67] Vgl. Yorke: The Insular Background to Boniface´s Continental Career, 2007, S. 23-38.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Winfrid Bonifatius und Köln
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Institut für Gechichtswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
64
Katalognummer
V214430
ISBN (eBook)
9783656427230
ISBN (Buch)
9783656434429
Dateigröße
872 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalterliche Geschichte, Kirchengeschichte
Arbeit zitieren
Lukas Pröpper (Autor), 2013, Winfrid Bonifatius und Köln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214430

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