Die Entwicklung von MC-Modellen hat in der Schweiz mittlerweile eine über 30jährige
Geschichte. Die Schweizer Gesellschaft für Gesundheitspolitik (SGGP) wurde im Jahre
1976 gegründet. Die SGGP befasste sich erstmals im Rahmen einer Studiengruppe mit
amerikanischen HMO. Die Gründungen dieser HMO’s und Hausarztmodelle vor 1996
wurden als Modellversuche gestartet. Seit 1996 besteht der rechtliche Rahmen des
Gesetzgebers mit dem neuen Krankenversicherungsgesetz (KVG) für MC-Modelle. Von
besonderer Bedeutung sind die Artikel 41 und 62 KVG, welche den Versicherungen die
Erlaubnis erteilten, Versicherungsprodukte mit eingeschränkter Leistungserbringerwahl
anzubieten, sowie der Artikel 43 KVG, der die Möglichkeit zur Abkehr von der
Einzelleistungshonorierung der „Capitation“ eröffnet. Heute sind rund 1,3 Millionen
Versicherte in 73 MC-Modellen versichert, ebenso mehr als die Hälfte aller
Hausärzte. Gesamtschweizerisch profitiert somit jeder sechste Versicherte von
durchschnittlich 25% Prämienrabatt. Im Gegenzug gehen sie die Verpflichtung ein, sich im
Krankheitsfall immer an einen ausgewählten Arzt zu wenden, innerhalb des HAM oder
HMO.
Welche Kostenersparnisse sind zu erwarten? Diese liegen im Rahmen von 10 bis 40
Prozent, je nach MC-Modell. In den Studien wurden im wesentlichen die MC-Versicherten
mit den Ausgaben für Versicherte ohne Netzwerk verglichen. Die Kostenvergleichsstudie
OKP versus ärztliche Versorgung im Budgetnetzwerk zeigt über 4 Jahre im Mittel eine
Kosteneinsparung von 11.9 bis 13 Prozent. Bei den ausgewiesenen Einsparungen wird der
Effekt der Risikoselektion diskutiert. Das diese Einsparungen aber nur durch den
Einschluss gesunder Patienten zustande kam, lässt sich nicht beweisen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
A. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
B. Verzeichnis der Abkürzungen
1. Summary
2. Definition Managed Care
3. Managed Care Modelle
3.1 Hausarztmodelle (HAM)
3.1.1 Definition
3.1.2 Synthese und Fazit
3.2 Health Maintenance Organization (HMO)
3.2.1 Definition
3.2.2 Synthese und Fazit
4. Schweizerische Lösung der Managed Care Modelle
4.1 Die Perspektiven des schweizerischen Managed Care
5. Finanzierung Managed Care Modelle
6. Empirische Befunde der Forschungsfrage
6.1 Einsparungen durch Managed Care
6.1.2 Bisherige Wertung der Einsparungen
6.2 Kostenvergleichsstudie OKP und Ärztenetzwerke
6.2.1 Methodik
6.2.2 Resultate
6.2.3 Fazit
7. Die zwei Hauptargumente für Managed Care
7.1 Mit Managed Care Gesundheitskosten sparen
7.2 Verbesserung der Qualität durch Managed Care
8. Schlussfolgerungen
C. Quellen- und Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist Managed Care in der Schweiz?
Managed Care bezeichnet Versicherungsmodelle, bei denen die medizinische Versorgung koordiniert wird (z. B. durch Hausarzt-Netzwerke), um die Qualität zu steigern und Kosten zu senken.
Wie viel Prämienrabatt erhält man in MC-Modellen?
Versicherte in Managed-Care-Modellen profitieren in der Schweiz von durchschnittlich etwa 25 % Prämienrabatt gegenüber der Standard-Grundversicherung.
Was ist der Unterschied zwischen einem Hausarztmodell (HAM) und einer HMO?
Im Hausarztmodell verpflichtet sich der Patient, immer zuerst seinen gewählten Hausarzt aufzusuchen. Eine HMO (Health Maintenance Organization) ist ein Gesundheitszentrum, in dem Ärzte verschiedener Fachrichtungen angestellt sind und die Versorgung koordinieren.
Können durch Managed Care wirklich Kosten gespart werden?
Studien zeigen Kosteneinsparungen zwischen 10 % und 40 %, unter anderem durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen und eine effizientere Steuerung des Patientenpfads.
Was bedeutet 'Eingeschränkte Leistungserbringerwahl'?
Versicherte verzichten im Gegenzug für Rabatte darauf, jeden beliebigen Arzt direkt aufzusuchen, und halten sich stattdessen an ein definiertes Netzwerk oder ihren Gatekeeper (Hausarzt).
- Quote paper
- Stefan Wiedemann (Author), 2012, Einsparungen von Gesundheitskosten durch „Managed Care“ in der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214526