Bedingt durch diverse Veröffentlichungen in der einschlägigen Presse über das Für und Wider von neugegründeten, privaten Universitäten in Deutschland, stellte ich mir bereits seid längerem die Frage: „Kann man eigentlich charakteristische und wesentliche Merkmale dieser Universitäten auch auf die Ebene der allgemeinbildenden Schulen projizieren?“.
Ich musste mir eingestehen, dass mein Wissenstand, besonders über den Schulzweig Privatschulen, mehr als dürftig war. Dabei kann es doch ohne weiteres sein, dass ich nach Beendigung meines Studiums vor der Wahl stehe, ob ich in einer Staatsschule oder einer Privatschule unterrichten werde.
Um dieses Wissensdefizit aufzuarbeiten, wählte ich für meine Ausarbeitung das Thema: „Freie Schulen- Privatschulen- Staatsschulen“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Freie Schule
2.1. Die Entwicklung
2.2. Artikel 7 GG und seine Auswirkungen auf die Schulen in freier Trägerschaft
2.3. Finanzierung
2.4. Arten von freien Schulen
2.4.1. Aufgaben und Stand des Lehrers
2.4.2. Unterrichtsmethoden und Lehrpläne der einzelnen Schulen
2.5. Gründe für den Besuch der Freien Schulen
4. Unterschied zwischen Freier Schule und staatlicher Schule
5. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen, rechtlichen und pädagogischen Differenzen zwischen staatlichen Bildungseinrichtungen und Freien Schulen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, das Wissensdefizit bezüglich privater Schulformen aufzuarbeiten und die Herausforderungen sowie die Bedeutung der freien Trägerschaft im Kontext des staatlichen Bildungsmonopols zu beleuchten.
- Historische Entwicklung des Privatschulwesens und verfassungsrechtliche Grundlagen (Art. 7 GG).
- Finanzierungssituation und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Freier Schulen.
- Aufgaben, Qualifikation und Rolle der Lehrkräfte in freien Trägerschaften.
- Pädagogische Profile und Unterrichtsmethoden (Waldorf, Montessori, konfessionelle Schulen).
- Abgrenzung der Freien Schule gegenüber dem staatlichen Schulsystem.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Aufgaben und Stand des Lehrers:
Das oft junge Lehrerkollegium an einer Freien Schule ordnet, bestimmt und gestaltet das pädagogische Leben und verwirklichen die Gestaltungsfreiheit der Schulen in Unterricht und Erziehung. Jeder Lehrer muss das, was er in der Klasse tut, selbst verantworten. Sie tragen mit ihrem Engagement den Ruf der Schule. Der Gestaltungsfreiheit der Schulen entspricht, dass nicht nur Lehrer mit beiden Staatsexamina beschäftigt werden können, sondern auch solche mit Erfahrungen aus anderen Berufen und mit anderen gleichwertigen Vorbildungen, auch aus dem Ausland.
Um eine Genehmigung der Ersatzschule sicherzustellen, muss also die Ausbildung der Lehrer mit denen der Lehrer an öffentlichen Schulen gleichwertig sein. Die Ausbildung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen in Deutschland ein Studium an einer Hochschule von mindestens zwei Fächern, einen erziehungswissenschaftlichen Teil, eine pädagogisch- praktische Ausbildung sowie das Ablegen einer ersten und zweiten Staatsprüfung. Schulen in freier Trägerschaft können ( mit Ausnahmen im kirchlichen Bereich) keine Beamtenverhältnisse begründen; die Lehrer sind Angestellte sodass ein schriftlicher Anstellungsvertrag eingereicht werden muss, der die Anwartschaft auf Altersversorgung regelt und den Lehrern an Freien Schulen ein Einkommen gewährt, welches nicht erheblich hinter denen der übrigen Lehrerschaft steht.
Soweit ein Lehrer alle beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllt und ein Bedarf gegeben ist, ist ein Wechsel von der privaten an die öffentliche Schule möglich. Der Lehrer an einer Schule in freier Trägerschaft muss ständig eine fachlich und pädagogische Qualifikation aufweisen. Der Lehrer darf die Übersicht und Kontrolle über die sich vielseitig anlassenden Lernvorgänge nicht verlieren. Er muss eine Art Buchhaltung über die gelernten Bereiche, Lerninhalte und Lernfortschritte der einzelnen Kinder sowie der Gesamtgruppe führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den begrenzten Rahmen des Referats und legt den Fokus auf eine faktische Darstellung der Schulformen sowie die Analyse der Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Schulen.
2. Freie Schule: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss sowie eine rechtliche und finanzielle Einordnung des Freien Schulwesens und differenziert zwischen Ersatz- und Ergänzungsschulen.
2.1. Die Entwicklung: Dieser Abschnitt beleuchtet den historischen Werdegang von kirchlichen Klosterschulen bis hin zur modernen Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
2.2. Artikel 7 GG und seine Auswirkungen auf die Schulen in freier Trägerschaft: Hier werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen analysiert, die den staatlichen Bildungsanspruch festschreiben und den Handlungsspielraum privater Akteure definieren.
2.3. Finanzierung: Dieser Teil befasst sich mit den Kostenstrukturen und den finanziellen Hürden der freien Träger, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Schulgeldfreiheit und staatlicher Förderung.
2.4. Arten von freien Schulen: Hier werden die wichtigsten Schultypen wie Waldorf, Montessori sowie konfessionelle Schulen in ihren wesentlichen Merkmalen vorgestellt.
2.4.1. Aufgaben und Stand des Lehrers: Dieser Abschnitt beschreibt die Anstellungsbedingungen und das pädagogische Selbstverständnis der Lehrkräfte an Freien Schulen.
2.4.2. Unterrichtsmethoden und Lehrpläne der einzelnen Schulen: Hier werden die spezifischen pädagogischen Konzepte der Waldorf-, Montessori- und konfessionellen Schulen detailliert gegenübergestellt.
2.5. Gründe für den Besuch der Freien Schulen: Die Argumente von Eltern für die Wahl einer Freien Schule, wie Wunsch nach ganzheitlicher Erziehung oder Sorge vor staatlichen Missständen, stehen hier im Fokus.
4. Unterschied zwischen Freier Schule und staatlicher Schule: Dieser Abschnitt arbeitet die prinzipiellen Divergenzen in den pädagogischen Zielsetzungen und dem Verhältnis von Lehrer zu Schüler heraus.
5. Fazit: Das Fazit bewertet das aktuelle Bildungssystem und plädiert für die Einführung von Bildungsgutscheinen, um mehr Wettbewerb und Pluralität zu ermöglichen.
7. Literaturverzeichnis: Dokumentation der verwendeten Gesprächsnotizen, Internetquellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Freie Schulen, Privatschulen, Staatsschulen, Artikel 7 GG, Waldorfpädagogik, Montessori-Pädagogik, Ersatzschulen, Schulfinanzierung, Lehrerausbildung, Reformpädagogik, Bildungsgutschein, Erziehungswissenschaften, Schulverfassung, freie Trägerschaft, soziale Auslese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und dem Wesen von Freien Schulen in Deutschland im Vergleich zu staatlichen Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Genese, die rechtliche Verankerung durch das Grundgesetz, Finanzierungsfragen, unterschiedliche pädagogische Konzepte und die Rolle der Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist die Aufarbeitung des Wissensstandes über den Bereich der Privatschulen und die Untersuchung der Frage, inwiefern sich diese signifikant vom staatlichen Schulwesen unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf Experteninterviews, um einen Überblick über den aktuellen Stand und die Debatten im Bildungswesen zu geben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Schulformen (Waldorf, Montessori, konfessionell) detailliert porträtiert und die spezifischen Unterschiede zur Regelschule, etwa hinsichtlich der Pädagogik und des Lehrerverhältnisses, herausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Freie Trägerschaft, Bildungsvielfalt, Autonomie, reformpädagogische Ansätze und verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen sind die bestimmenden Begriffe.
Wie unterscheidet sich laut Autorin die Pädagogik von Freien Schulen?
Die Autorin hebt hervor, dass Freie Schulen die Individualität des Kindes ins Zentrum stellen, während staatliche Schulen eher auf Formalismus und Objektivität ausgerichtet sind.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur Finanzierungsproblematik?
Die Arbeit schlägt die Einführung von Bildungsgutscheinen vor, um den Eltern eine echte Wahlfreiheit zu garantieren und einen fairen Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Schulen zu fördern.
- Quote paper
- Wiebke Boden (Author), 2003, Freie Schulen, Staatsschulen, Privatschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21457