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Einflüsse der Poetik auf Schillers "Wallenstein"

Titel: Einflüsse der Poetik auf Schillers "Wallenstein"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Johannes Key (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Während Schillers historischer Beschäftigung, dem Dozieren in Universalgeschichte, der Abhandlung der Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs kommt ihm der Wallenstein-Stoff unter. Es wird einige Jahre dauern bis er die Arbeit an der Tragödie aufnimmt. Er beschäftigt sich zuvor theoretisch mit der Tragödie, indem er dem Vergnügen am Tragischen näherzukommen versucht und das erhabene Gefühl, das die Tragödie erzeugen kann, untersucht. Diese Beschäftigungen und sein bisheriges Werk lassen ihn für den Wallenstein resümieren: „Mit einem Wort, es ist fast alles abgeschnitten, wodurch ich diesem Stoffe nach meiner gewohnten Art beikommen könnte“ Er beginnt dennoch die Arbeit, die nicht so recht glücken will – aus verschiedensten Gründen. Es ist ein Brief von Goethe, der ihn auf die Poetik des Aristoteles hinweist. Welche Einflüsse die intensive Lektüre auf den Wallenstein hatte, soll in der Arbeit beleuchtet werden. Dazu sollen zunächst die aristotelischen „Empfehlungen“ dargestellt und Schillers Positionierung dazu skizziert werden. Den größeren Teil wird die Untersuchung des Wallensteins auf die Hauptmerkmale darstellen. Interessant sind diese Einflüsse auch vor dem Hintergrund der lessingschen Aristoteles-Rezeption, ebenso vor dem Eingeständnis Schillers, seine vorherige Lesart beruhe auf einem Missverständnis. Es wird sich auch zeigen, dass es Schiller so gelingt, den unpoetisch historischen Stoff des Wallensteins zu einer Tragödie, die Jammer und Schaudern erzeugt, „zu veredeln“. Welche aristotelischen Hinweise im Speziellen dafür bedeutend werden, welche Schwierigkeiten diese in der Aktualisierung für ein „modernes“ Drama hinsichtlich Stoff und Handlung/ Mythos verursachten, sollen in der Arbeit aufgezeigt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tragödientheoretische Aspekte

2.1 Schillers Verständnis vor der Poetik-Lektüre

2.2 Tragödienmerkmale in der Poetik

3. Einfluss der Poetik auf Schillers Wallenstein

3.1 Handeln – zwischen Handlung und Charakteren

3.1.1 Verknüpfung der Geschehnisse Peripetie und die Verkennung

3.1.2 Mythos – Auslösemoment, Orakel, Liebe

3.2 Die tragische Wirkung – Dramatische Elemente und epischer Anteil

4. Zusammenfassung und weitere Aspekte

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der aristotelischen Poetik auf Friedrich Schillers Dramenwerk Wallenstein. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie Schiller seine ursprüngliche Auffassung von Tragödie durch die intensive Auseinandersetzung mit Aristoteles modifizierte und welche dramaturgischen Konsequenzen dies für die Struktur und Wirkung seines Wallenstein-Dramas hatte.

  • Rezeption der aristotelischen Tragödientheorie durch Schiller
  • Die Bedeutung der Fabel (Mythos) und der Handlungskonzeption
  • Untersuchung der "Verkennung" als tragisches Element
  • Dramatische versus epische Elemente im Wallenstein
  • Integration von Schicksalsmomenten (Orakel, Sterne) in die moderne Dramatik

Auszug aus dem Buch

3.1 Handeln – zwischen Handlung und Charakteren

„Der Begriff 'Handlung' ist von Aristoteles dreifach gebraucht: als 'Fabel' [Mythos oder als 'Kunde eines von Göttern über Menschen verhängten Schicksals, als das dem Menschen aufgegebene Werk'], als 'Handeln' im Sinne von menschlicher Tätigkeit ['der logos-bestimmte Lebensvollzug, der in der Möglichkeit des Irrtums steht'] und als 'Verknüpfung der Begebenheiten' ['als dramatische Komposition, die die einzelnen Geschehnisse so anordnen, dass ihr Zusammenhang tragisch zu wirken vermag'].“33 Dieser Gliederung soll grob gefolgt werden, um die aristotelischen Momente zu beschreiben. Dabei sollen jedoch die ersten beiden Bestimmungen zusammengefasst werden. Der Mythos wird gesondert behandelt, gefolgt von der Untersuchung des Verhältnisses dramatischer und epischer Elemente.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, den Einfluss der Lektüre der aristotelischen Poetik auf die Gestaltung und Konzeption von Schillers Wallenstein zu untersuchen.

2. Tragödientheorie Aspekte: Dieses Kapitel behandelt Schillers theoretische Vorüberlegungen zur Tragödie sowie die wesentlichen, von Aristoteles definierten Merkmale des Gattungsbegriffs.

3. Einfluss der Poetik auf Schillers Wallenstein: Der Hauptteil analysiert die konkrete Umsetzung und Adaptation aristotelischer Kategorien – wie Handlung, Verkennung und den Einsatz des Mythos – im Wallenstein-Drama.

4. Zusammenfassung und weitere Aspekte: Abschließend werden die Ergebnisse zur tragischen Wirkung und zur Synthese aus dramatischen und epischen Elementen in Schillers Werk reflektiert.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Wallenstein, Aristoteles, Poetik, Tragödie, Dramentheorie, Handlungsbegriff, Peripetie, Verkennung, Mimesis, Schicksal, Katharsis, Epik, Mythos, Dramaturgie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss der Lektüre der aristotelischen Poetik auf Schillers dramatisches Werk Wallenstein und seine tragödientheoretische Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der dramatischen Handlung, die Rolle der Verkennung, die Funktion des Mythos sowie das Spannungsfeld zwischen aristotelischen Vorgaben und der schillerschen Dramenpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schiller seine Auffassung von Tragödie durch die Auseinandersetzung mit Aristoteles veränderte und wie er diese Erkenntnisse auf den Wallenstein-Stoff anwandte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Schillers Briefe und theoretische Schriften mit dem dramatischen Text des Wallenstein unter Rückgriff auf die aristotelische Poetik kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Handlungsbegriffs, der Bedeutung von Peripetie und Verkennung sowie der spezifischen Anwendung tragischer Elemente wie Orakel und Sterne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Schiller, Wallenstein, Aristoteles, Tragödie, Handlungskonzeption, Peripetie, Verkennung und das Verhältnis von dramatischen zu epischen Elementen.

Wie spielt der Zufall in Schillers Wallenstein im Vergleich zur aristotelischen Theorie eine Rolle?

Die Arbeit legt dar, dass Schiller „Zufälle“ durch die Konstruktion einer schicksalhaften Notwendigkeit ersetzt, um die tragische Wirkung des Werkes zu steuern.

Welche Bedeutung kommt der „Verkennung“ bei Wallenstein zu?

Die Verkennung dient bei Wallenstein als zentraler Mechanismus der Katastrophe, bei dem der Held durch ein Handeln aus Unwissenheit in eine ausweglose Situation gerät.

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Details

Titel
Einflüsse der Poetik auf Schillers "Wallenstein"
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Philosophische Fakultät II, Germanistisches Institut, Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Die Kunst zu spielen – Drama und Dramentheorie
Note
1,0
Autor
Johannes Key (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V214593
ISBN (eBook)
9783656429814
ISBN (Buch)
9783656434887
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einflüsse poetik schillers wallenstein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Key (Autor:in), 2011, Einflüsse der Poetik auf Schillers "Wallenstein", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214593
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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