Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht der Aufbau des Schulsystems im Dritten Reich
und die damit verbundenen Erziehungsziele. Beispielhaft für dieses System ist folgendes
Zitat : „Wir wollen in unserer Schule keine theoretischen, sondern politische Menschen
bilden , wir wollen Tatmenschen.( ) Geschichte nationalsozialistisch gesehen, Märchen
nationalsozialistisch verstanden, Erdkunde nationalsozialistisch betrieben, Lebenskunde
nationalsozialistisch gedacht( )“ (Huber 1944, zit. N.: Nyssen 1979, S.31)
Da das Schulsystem im Nationalsozialismus ein sehr umfangreiches Thema ist, habe ich
den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten gesetzt.
Um jedoch die Unterschiede zu anderen Schulen im Dritten Reich deutlich zu machen, betrachte ich zuerst in groben Zügen die Volksschule, die Mittlere und Höhere Schule und wende mich dannach der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt zu. Abschließend gehe ich auf die Hilfsschule ein. Diese wissenschaft liche Arbeit soll aufzeigen, was die einzelnen Schulformen zur Bildung des nationalsozialistischen Menschen beigetragen haben und welche Bedeutung die Schule bei der Verinnerlichung und Festigung der nationalsozialistischen Ideologie einnahm.
Ich widmete mich diesem Thema, da Interesse aus Gesprächen mit zeitgenössischen Verwandten entstand und sich dabei immer wieder neue Fragen für mich aufworfen, die ich mir durch Recherche beantwortete und im folgenden ein wenig darstellen möchte.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Erziehungsziele und ihre Umsetzung
3. Das Schulsystem im Dritten Reich
3.1. Die Volksschule/Grundschule
3.2. Die Mittlere Schule
3.3 Die Höhere Schule
3.4. Die NS-Ausleseschulen am Beispiel der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt
3.5. Die Hilfsschule
4. Resümee
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Struktur des Schulwesens im Nationalsozialismus und analysiert die eingesetzten Erziehungsziele zur Formung des „nationalsozialistischen Menschen“ mit einem besonderen Fokus auf die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napola).
- Struktur und Gliederung des NS-Schulsystems
- Nationalsozialistische Erziehungsziele und deren Vermittlung
- Die Funktion von Ausleseschulen und Elitebildung
- Die rassenhygienische Funktion der Hilfsschulen
- Ideologische Beeinflussung im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.4. Die NS-Ausleseschulen am Beispiel der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt
Die wohl wichtigste Rolle im Schulsystem des Dritten Reiches nahmen die nationalsozialistischen Ausleseschulen ein. „Meine Pädagogik ist hart. Das schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen (Eliteschulen für Männer zwischen 25 und 30; S. H.) wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen.
Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibeserziehungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das Erste und Wichtigste. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend. Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem natürlichem Spieltriebe folgend sich freiwillig aneignen. Aber Beherrschung müssen sie lernen. Sie sollen mir in den schwierigsten Problemen die Todesfurcht besiegen lernen. Das ist die Stufe der heroischen Jugend. Aus ihr wächst die Stufe des Freien, des Menschen, der Maß und Mitte der Welt ist, des schaffenden Menschen, des Gottmenschen. In meinen Ordensburgen wird der schöne, sich selbst gebietende Gottmensch als kultisches Bild stehen und die Jugend auf die kommende Stufe der männlichen Reife vorbereiten. So kann ich das Neue schaffen!“
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Einführung in die Thematik der schulischen Indoktrination im Dritten Reich und Vorstellung des Arbeitsschwerpunkts auf die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten.
2.Erziehungsziele und ihre Umsetzung: Analyse der funktionalen Gliederung des Schulwesens und der inhaltlichen Ausrichtung auf rassistische und militärische Erziehungsziele.
3. Das Schulsystem im Dritten Reich: Überblick über die verschiedenen Schulformen und deren spezifische Funktion innerhalb des nationalsozialistischen Staates.
3.1. Die Volksschule/Grundschule: Beschreibung der Volksschule als Instrument zur frühen Heranführung an die politische Volks- und Wehrgemeinschaft.
3.2. Die Mittlere Schule: Untersuchung der Mittelschule hinsichtlich ihrer Aufgabe, Arbeitskräfte für Verwaltung, Wirtschaft und Wehr vorzubereiten.
3.3 Die Höhere Schule: Darstellung der Höheren Schule als Institution zur Ausbildung einer Führungselite unter besonderer Betonung der Charakterschulung.
3.4. Die NS-Ausleseschulen am Beispiel der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt: Detaillierte Betrachtung der Napola als Eliteeinrichtungen zur Züchtung politischer Kämpfer des Regimes.
3.5. Die Hilfsschule: Erörterung der rassenhygienischen Selektionsfunktion von Hilfsschulen im Nationalsozialismus.
4. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Schule als zentralem Ort der Ideologievermittlung und Ausgrenzung.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Dokumente zur NS-Pädagogik.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Schule, Erziehung, Napola, Elitebildung, Rassenideologie, Volksgemeinschaft, Indoktrination, Hilfsschule, Auslese, Charaktererziehung, Drittes Reich, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie das Schulsystem im Nationalsozialismus genutzt wurde, um die Ideologie des Regimes in die Erziehung zu integrieren und eine ideologisch gefestigte Jugend zu formen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf den Erziehungszielen, der Struktur des Schulwesens, der Funktionsweise der Ausleseschulen sowie der ideologischen Instrumentalisierung einzelner Schulfächer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie verschiedene Schulformen zur Verinnerlichung nationalsozialistischer Ideale beitrugen und welche Rolle Schulen bei der Elitebildung spielten.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse von Zeitdokumenten und pädagogischen Richtlinien, um die nationalsozialistische Ausrichtung des Bildungswesens darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Volksschule, Mittlere Schule, Höhere Schule sowie die spezielle Rolle der Napola-Ausleseschulen und der Hilfsschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind „Nationalsozialismus“, „Elitebildung“, „Auslese“ und „Rassenideologie“.
Warum widmet sich die Arbeit so ausführlich den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten?
Die Napola gelten als beispielhaft für den Versuch des Regimes, eine neue Führungsschicht zu schaffen, die den politischen Zielen des Staates fanatisch ergeben war.
Welche Funktion hatten Hilfsschulen in diesem Kontext?
Über ihre pädagogische Rolle hinaus dienten Hilfsschulen laut Arbeit vor allem rassenhygienischen Zwecken, indem sie zur Erfassung und Aussonderung vermeintlich erbkranker Kinder genutzt wurden.
- Citation du texte
- Oliver Zachert (Auteur), 2002, Schule im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21470