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Borderline-Persönlichkeiten in der Gruppenarbeit

Title: Borderline-Persönlichkeiten in der Gruppenarbeit

Diploma Thesis , 2003 , 69 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bianca Streicher (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die Zahl der hilfesuchenden Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist sowohl in psychotherapeutischen als auch in sozialarbeiterischen, sozialpädagogischen, erzieherischen und seelsorgerlichen Bereichen in den letzten Jahren deutlich angestiegen (vgl. Heigl-Evers 2002, S.7). Mit dieser Zunahme erhöhte sich ebenfalls ihr quantitatives Auftreten in unterschiedlichen Gruppen, wie z.B. betreuten Wohngruppen, Therapiegruppen oder Selbsthilfegruppen. So befasst sich die vorliegende Arbeit mit den Auswirkungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung auf das Individuum und die Interdependenz zur Gruppe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Borderline-Persönlichkeitsstörung

2.1 Definitorische Grundlagen

2.2 Symptomatik

2.2.1 Angst

2.2.2 Polyphobien

2.2.3 Zwangssymptome

2.2.4 Konversionssymptome

2.2.5 Dissoziative Reaktionen

2.2.6 Depression

2.2.7 Sexualität

2.2.8 Impulskontrollverlust

2.2.9 Mini-Psychose

2.3 Abwehrmechanismen

2.3.1 Spaltung

2.3.2 Primitive Idealisierung

2.3.3 Projektion und projektive Identifizierung

2.3.4 Verleugnung

2.3.5 Omnipotenzgefühle und Abwertung der Objekte

2.4 Genese

2.5 Objektbeziehungsgestaltung

2.6 Gegenübertragung

3 Gruppen

3.1 Definitionsmerkmale

3.2 Gruppenmodelle

3.3 Meinungsbildung

3.3.1 Konformität

3.3.2 Konfrontation

3.3.3 Konflikte

3.4 Entwicklungsphasen

3.5 Gruppendynamik

3.6 Rollen, Positionen, Normen

4 Chancen und Grenzen des Umgangs mit Borderline-Persönlichkeiten in der Gruppenarbeit

4.1 Impuls-Kontrolle und Struktur

4.2 Gegenübertragung und Belastbarkeit

4.3 Spaltung und Gruppengefühl

4.4 Antisoziale im Sozialen

4.5 Die psychoanalytisch-interaktionelle Methode

5 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung auf das Individuum und die Interdependenz innerhalb von Gruppen, um fundierte Orientierungshilfen für die pädagogische und therapeutische Arbeit zu erarbeiten. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie eine gelingende Integration von Borderline-Patienten in Gruppen möglich ist, ohne dabei den schützenden Rahmen der Einrichtung oder das psychische Wohl der Betroffenen zu gefährden.

  • Psychodynamische Grundlagen und Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Mechanismen der Abwehr, insbesondere Spaltung und Projektion, in sozialen Gefügen
  • Die Bedeutung von Gruppenmodellen und dynamischen Prozessen (Konformität, Konflikte)
  • Herausforderungen im Umgang mit Borderline-Patienten im Kontext von Gruppenstrukturen
  • Die psychoanalytisch-interaktionelle Methode als Interventionsansatz für die Praxis

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Spaltung

Abwehr ist die Grundlage und der Motor der Borderline-Struktur. Die Abwehrstrategien der frühen Entwicklungsstufe (siehe Kapitel 2.4) haben in der Borderline-Persönlichkeit eine vitale Schutzfunktion, deren Erschütterung eine existentielle Bedrohung darstellt. Die Borderline-Persönlichkeit entwickelt sich aufgrund traumatischer Erfahrungen nicht über die paranoid-schizoide Position [nach Melanie Klein], die eine Spaltung von Objekten in `gute` und `böse` Repräsentanzen beinhaltet und einen normalen Abwehrvorgang der ersten Entwicklungsstufen darstellt, hinaus zur depressiven Position, in der dann ein Objekt `gute` und `böse` Eigenschaften repräsentiert (vgl. Rohde-Dachser 1989, S.93). Die Erfahrungen der depressiven Position werden als so schmerzhaft oder bedrohlich erlebt, dass die Spaltung der paranoid-schizoiden Position aufrecht erhalten und dann aktiv zur Vermeidung von Ambivalenzen eingesetzt wird.

Die unter dem Einfluss libidinöser Triebabkömmlinge errichtete und aufgrund einer Integrationsschwäche des frühkindlichen Ich erhaltene Aufteilung verinnerlichter Objektbeziehungen in positive und negative Introjektionen wird vom stärker gewordenen Ich als Schutz vor Konflikten eingesetzt. Es kommt zu einer Abwehr durch Teilung des Ichs, zu einem aktiven Auseinanderhalten konträrer Introjektionen und Identifizierungen. Im Falle einer Spaltung fällt die durch Synthese bzw. Integration konträrer Anteile erreichte Neutralisierung von Aggressionen als wichtige Energiequelle zur Ich-Entwicklung weg. Diese aktive Spaltung ist als zentraler Abwehrmechanismus der Borderline-Persönlichkeitsstörung zu betrachten, der allen anderen Mechanismen zugrunde liegt (vgl. Kernberg 1990, S.49). Um die Spaltung aufrecht zu erhalten, bedarf es einiger anderer Abwehrmechanismen, die ich im folgenden kurz umreißen werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Prävalenz von Menschen mit Borderline-Störung in verschiedenen psychosozialen Arbeitsfeldern und definiert das Ziel, theoretische Spezifika mit praktischen Problemen in Gruppen abzugleichen.

2 Borderline-Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel erläutert die schwierige Definition des Störungsbildes, seine Symptomatik – wie Angst, Dissoziation und Impulskontrollverlust – sowie die zugrundeliegenden Abwehrmechanismen und Ursachen.

3 Gruppen: Es werden soziologische und psychologische Definitionen von Gruppen sowie theoretische Modelle, Dynamiken, Konformität und Konfliktpotenziale im Gruppenkontext dargestellt.

4 Chancen und Grenzen des Umgangs mit Borderline-Persönlichkeiten in der Gruppenarbeit: Das Hauptkapitel analysiert die Herausforderungen der Strukturgebung, Gegenübertragung und der "antisozialen" Verhaltensweisen in Gruppen und stellt die psychoanalytisch-interaktionelle Methode als Lösungsansatz vor.

5 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die soziale Integration von Borderline-Patienten trotz der komplexen Problematiken bedeutsam ist und durch interdisziplinäre Kooperation und eine systemische Sichtweise gefördert werden kann.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsstörung, Gruppenarbeit, Gruppendynamik, Spaltung, Gegenübertragung, Abwehrmechanismen, Psychoanalytisch-interaktionelle Methode, soziale Integration, Impulskontrolle, Objektbeziehung, Identitätsdiffusion, Supervision, interdisziplinäre Kooperation, Persönlichkeitsstruktur, Sozialpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung in Gruppenkontexten professionell zu betreuen und zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen zählen die psychodynamischen Grundlagen der Störung, die Dynamik von Gruppenprozessen sowie die Chancen und Risiken bei deren Zusammentreffen im pädagogischen oder therapeutischen Setting.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Orientierungshilfen für Fachkräfte zu bieten, wie sie mit den komplexen Übertragungsphänomenen und der "Spaltung" durch Borderline-Patienten umgehen können, ohne dabei die Gruppenstruktur zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefenpsychologische und psychoanalytisch orientierte Perspektive, insbesondere die psychoanalytisch-interaktionelle Methode, um Interaktionsmuster zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Frage, wie Grenzsetzungen, der Umgang mit Impulsdurchbrüchen und die Reflexion von Gegenübertragungsgefühlen durch das Fachpersonal professionell gestaltet werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, Gruppendynamik, Spaltung, Gegenübertragung, soziale Integration und psychoanalytisch-interaktionelle Methode.

Warum ist die "Spaltung" für die Gruppenarbeit so relevant?

Die Spaltung führt dazu, dass Borderline-Patienten ihr Umfeld in "gut" und "böse" unterteilen, was häufig zu Spannungen oder Konflikten innerhalb eines Behandlungsteams oder der gesamten Gruppe führt.

Warum ist Supervision für das Personal bei der Arbeit mit Borderline-Patienten so wichtig?

Supervision ist essenziell, da die Arbeit mit diesen Patienten oft extreme Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit oder Wut beim Personal auslöst, die ohne Reflexion zu Fehlentscheidungen oder Abbruch der Betreuung führen können.

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Details

Title
Borderline-Persönlichkeiten in der Gruppenarbeit
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe  (FB Sozialpädagogik)
Grade
2,0
Author
Bianca Streicher (Author)
Publication Year
2003
Pages
69
Catalog Number
V21471
ISBN (eBook)
9783638250856
ISBN (Book)
9783638728317
Language
German
Tags
Borderline-Persönlichkeiten Gruppenarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bianca Streicher (Author), 2003, Borderline-Persönlichkeiten in der Gruppenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21471
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