Max Schmeling. Vorzeigesportler der Nationalsozialisten?


Facharbeit (Schule), 2013
27 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Max Schmeling vor seiner erfolgreichen Karriere als Profiboxer

3. Täuschung der Amerikaner über die Umstände in Deutschland

4. Max Schmeling und sein jüdischer Manager
4.1 Konsequenzen der Generalsäuberung des Boxsports
4.2 Ein „jüdischer“ Hitlergruß und seine Folgen

5. Propaganda für das nationalsozialistische System
5.1 Grußadresse zum Volksentscheid
5.2 Teilnahme an Reichsparteitagen und Staatsempfängen

6. Schmeling als Botschafter für die Olympiade

7. Joe Louis vs. Max Schmeling
7.1 Schmelings Sieg – ein deutscher Sieg
7.2 Gegner werden zu Freunden

8. Max Schmeling als Retter jüdischer Kinder

9. Fallschirmjäger bei der deutschen Wehrmacht

10. Schmelings letzter Propagandaauftrag

11. Schmelings Zeit nach der Kapitulation des Deutschen Reiches
11.1 Max Schmeling angeklagt als Kriegsverbrecher
11.2 Schmelings Leben nach dem Nationalsozialismus

12. Fazit

13. Abkürzungsverzeichnis

14. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Er war einer der ganz Großen in unserem Land, der seinen Platz nicht nur

in der Hall of Fame gefunden hat, sondern auch in den Herzen der Menschen und in den Geschichtsbüchern. Er wird immer ein ganz großer Mann bleiben.“[1]

Die Person, über die Hans Joachim Fuchsberger sprach, war Max Schmeling. Er war ein weltbekannter Profiboxer, der vom deutschen Volk als Stern im Boxgeschäft gefeiert wurde. Unter anderem gewann er den Weltmeistertitel aller Klassen im Boxen. In Abb. 1 ist er als junger Boxer abgelichtet.

Mit der Zeit des Dritten Reiches und der Diktatur Adolf Hitlers wurde er im Ausland zunehmend als Vertreter der Nationalsozialisten angesehen.

In dieser Arbeit soll geklärt werden, ob Max Schmeling der Vorzeigesportler der Nationalsozialisten war und deren Ideologien unterstützte sowie vertrat oder nicht. [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Abb. 1: Max Schmeling

Zunächst wird die Zeit Max Schmelings vor seiner erfolgreichen Karriere als Profiboxer genauer betrachtet und anschließend einzelne Aspekte während der Zeit des Dritten Reiches. Unter anderem werden seine Auftritte im Sinne der Nationalsozialisten in den USA oder auf Reichsparteitagen beleuchtet. Aber auch sein Umgang mit Juden und politisch verfolgten Menschen sowie mit Menschen, die nach der nationalsozialistischen Ideologie verachtet wurden, spielt in dieser Arbeit eine Rolle.

Des Weiteren wird sein Handeln, welches im Zusammenhang mit dem Krieg steht, untersucht. Anschließend wird seine Zeit nach 1945 betrachtet, während der er sich unter anderem als Kriegsverbrecher vor einem Gericht verteidigen musste.

Wie berechtigt diese Anklage war und ob Max Schmeling tatsächlich die Ideologie Hitlers unterstützte, wird letztendlich im Fazit abgewogen.

2. Max Schmeling vor seiner erfolgreichen Karriere als Profiboxer

Max Siegfried Adolf Otto Schmeling wurde am 28. September 1905 in der Stadt Klein-Luckow in der Uckermark als Ältester von insgesamt 3 Kindern geboren. Seine Eltern waren Max Schmeling, ein Steuer- und Bootsmann, und seine Frau Amanda, eine Bauerntochter. Das nebenstehende Bild zeigt die fünfköpfige Familie, als Max Schmeling circa 10 Jahre alt war. Bereits ein Jahr nach Max Geburt zog die Familie nach Hamburg, wo Schmeling nach der Volksschule im Alter von 14 Jahren schließlich eine Lehre im kaufmännischen Bereich bei der Annoncen-Spedition William Wilkens begann.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Familie Schmeling um 1915

Zwei Jahre später entdeckte er durch einen Kinofilm, der sich um den Boxkampf zwischen Jack Dempsey und Georges Carpentier drehte, seine Leidenschaft und sein Interesse am Boxsport.[3] Deshalb begann er Boxunterricht zu nehmen und auf einigen Rummelplätzen in Hamburg zu boxen, was damals noch eine Attraktion war. Doch der Erfolg blieb aus, weshalb er seine Lehre vorzeitig beendete und ins Rheinland zog, wo zu dieser Zeit der Mittelpunkt des Boxgeschehens war.[4] [5]

Er begann in einer Firma für Hoch-und Tiefbau in Düsseldorf zu arbeiten, von der er jedoch bereits im Jahre 1923 nach Köln-Mühlheim versetzt wurde. Dort schloss er sich dem Mühlheimer Boxclub an und gewann bereits mit 18 Jahren „den Amateur-Vizeweltmeistertitel im Halbschwergewicht“[6]. Auf dem Foto (Abb. 3) posierte Schmeling erstmals als Boxer.

Abb. 3: Schmeling als junger Hobbyboxer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurze Zeit darauf machte Schmeling sein Hobby zum Beruf und zog nach Berlin, wo er am 24. August 1926 „Deutscher Meister im Halbschwergewicht“[7] wurde. Den Europameistertitel in dieser Klasse erkämpfte er sich nur ein Jahr darauf am 19. Juni 1927 in Dortmund.[8] [9]

Am 4. April 1928 besiegte er den ehemaligen Schwergewichtsmeister und wurde zum Meister aller Klassen in Deutschland. Somit konnte er an internationalen Boxkämpfen in den Vereinigten Staaten von Amerika teilnehmen. Am 12. Juni 1930 kämpfte er gegen Jack Sharkey und gewann den Weltmeistertitel aller Klassen durch eine Disqualifikation seines Gegners. Einmal verteidigte er seinen Titel erfolgreich, verlor ihn jedoch in einem erneuten Kampf gegen Jack Sharkey am 22. Juni 1932 durch Punktniederlage.[10]

Inzwischen war Max Schmeling eine bekannte Person auf der ganzen Welt geworden. Deshalb wurde er im Auftrag des Reichskanzlers Adolf Hitler oftmals als „Botschafter“ in andere Länder geschickt. So beispielsweise auch nach Amerika, wovon das folgende Kapitel handelt.

3. Täuschung der Amerikaner über die Umstände in Deutschland

Zu Beginn des Dritten Reiches war die Grundlage der neuen Regierung unsicher, weshalb Reichskanzler Adolf Hitler und andere neue Kabinettsmitglieder noch Wert auf die Meinung anderer Länder legten. Zur Unterstützung und zur Verbreitung, dass alles in Deutschland in bester Ordnung sei und Frieden herrsche, benutzte Reichskanzler Hitler Persönlichkeiten, die international bekannt waren. Da Max Schmeling ein weltweit bekannter Boxer war, der zudem von vielen Menschen geschätzt wurde, wurde er ein Idol, das von Hitler als „Waffe im PR-Kampf“[11] benutzt wurde.[12]

Am 7. April sollte er zu einem Boxkampf nach Amerika fliegen. Davor aber wurde er zu einem Gespräch mit Hitler gebeten, bei dem der „Führer“ und andere Regierungsmitglieder ihm Glück für den bevorstehenden Kampf wünschten. Im Verlauf des Gesprächs sagte Hitler zu Schmeling: „Vielleicht fragt man Sie drüben, wie es in Deutschland aussieht. Dann können Sie ja die Schwarzseher beruhigen, wie friedlich hier alles ist.“[13]

Zu dieser Zeit Mitte 1933 kann man allerdings nicht von Frieden sprechen. Es wurden bereits die ersten Menschen in Konzentrationslager gebracht, viele Menschen verließen Deutschland und flohen ins Ausland und ein Boykott jüdischer Geschäfte wurde verordnet, welcher mit Hilfe der SA und Gewalt durchgesetzt wurde. Des Weiteren wurden jüdische Boxer aus Boxverbänden verbannt, Boxern mit jüdischen Wurzeln wurden ihre Titel aberkannt und jüdische Manager sowie jüdische Sponsoren wurden nicht mehr zugelassen.[14]

Da die Gleichschaltung auch im Sport erfolgt war, kann es nicht möglich gewesen sein, dass Max Schmeling diese Veränderungen nicht aufgefallen sind. Hitler versuchte ihn durch Gefälligkeiten wie zum Beispiel „Wenn Sie einmal Sorgen haben, lassen Sie es mich wissen“[15] dazu zu bringen, ihn zu unterstützen. Mit Erfolg, denn als er am 13. April 1933 in New York ankam und von Journalisten interviewt wurde, antwortete Schmeling ganz wie es im Sinne Hitlers war. Er berichtete, dass in Deutschland alles ganz friedlich wäre und es mehr Arbeitsplätze gäbe. So sagte er auch: „Gerade in dem Viertel, in dem ich wohne, gibt es sehr viele Juden, aber weder ich noch sonst jemand von meiner Familie hat etwas von Judenverfolgungen gehört oder gesehen“[16].[17]

Die Worte Schmelings brachten den gewünschten Erfolg für Hitler. Sogar im Dritten Reich wurde mit Schmelings Aussagen Propaganda betrieben. So wurde Max Schmeling in deutschen Zeitungen zitiert, dass jegliche Nachrichten über Unterdrückung von Juden und Gegnern der Nationalsozialisten „lügenhafte Gräuel-Propaganda“[18] sei.

Es wird deutlich, dass Hitler den Profiboxer Schmeling zu einem seiner Werkzeuge, die für ihn handelten, machte und dieser dies mit sich machen ließ, obwohl er von den Verstößen gegen die Menschenrechte des neuen Regimes zumindest teilweise Bescheid wissen musste. In diesem Fall hat Schmeling sich hinter den „Führer“ gestellt und war ein Vorzeigenationalsozialist für ihn.[19] [20]

Als erfolgreicher Boxer hatte Max Schmeling selbstverständlich einen Manager. Obwohl dieser Jude war, setzte er sich für ihn bei Hitler ein. Dies wird im folgenden Kapitel beleuchtet.

4. Max Schmeling und sein jüdischer Manager

4.1 Konsequenzen der Generalsäuberung des Boxsports

Am 2. April 1933 wurden alle jüdischen Mitglieder des DRfAB nicht mehr in diesem Verband zugelassen und am 3. April 1933 wurden letztendlich alle jüdischen Boxer als Mitglieder eines Boxclubs nicht mehr akzeptiert sowie alle Verträge von deutschen Profiboxern mit jüdischen Managern aufgehoben. Auch jüdische Sponsoren für verschiedene Boxveranstaltungen wurden im Bereich des Boxsports untersagt, genauso wie jüdische Ärzte, Zahnärzte und Rechtsanwälte. Zusätzlich wurden auch Ausländer, die keine Juden waren ausgeschlossen, wenn sie „keine nationale Gesinnung nachweisen“[21] konnten. Man kann also von einer regelrechten „Generalsäuberung des Boxsports“[22] sprechen.[23]

Joe Jacobs, ein jüdischer Amerikaner, war der Manager Max Schmelings. Auf dem nebenstehenden Bild sind sie gemeinsam abgelichtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Schmeling und Joe Jacobs

Im Jahre 1933 erhielt Schmeling aufgrund des Ausschlusses aller Juden aus dem Boxgeschäft die Aufforderung sich von seinem Manager zu trennen, begründet durch seine Abstammung.[24] Max Schmeling aber verweigerte dies und bestand darauf, seinen Manager zu behalten. Er selbst sagte bei einem Treffen mit Hitler, dass er nicht daran „dächte [sich] von Joe Jacobs zu trennen“[25].

Aufgrund des Bestehens Schmelings auf seinen Manager sorgte der Reichskanzler Hitler schließlich auch dafür, dass er sich nicht von ihm trennen musste. Dies ist jedoch auf propagandistische Gedanken zurückzuführen, da Jacobs der Manager des erfolgreichsten deutschen Boxers war, welcher wichtig für die ausländische Meinungsbildung war, und Hitler ihn deshalb nicht vergraulen wollte. Des Weiteren wurde er geduldet, weil er in Amerika lebte und auch dort arbeitete.[26]

Von nun an wurde Joe Jacobs von den Nationalsozialisten nicht mehr als Jude sondern als „außergewöhnliche[r] nichtarische[r] Manager“[27] bezeichnet und weiterhin geduldet, jedoch änderte sich diese Situation bereits 2 Jahre später erneut.

4.2 Ein „jüdischer“ Hitlergruß und seine Folgen

Am 10. August 1935 stieg Max Schmeling in Hamburg gegen Steve Hamas in den Ring. Zu diesem Kampf flog auch sein Manager Joe Jacobs nach Deutschland. Als Max Schmeling im Kampf gegen Hamas gewann, hoben alle Zuschauer, inklusive Joe Jacobs, die rechte Hand zum Hitler-Gruß in die Luft. Über dieses Bild war die Reichssportführung unter Hans von Tschammer und Osten empört. Sie duldeten keinen Hitlergruß, der von einem Juden ausgeführt wurde. Ihre Wut wurde durch die Vermutung, dass Joe Jacobs sich über die Nazis lustig mache, verstärkt. Deshalb wurde Max Schmeling erneut dazu aufgefordert, sich von seinem Manager zu trennen.[28]

Schmeling vereinbarte daraufhin einen Termin bei Hitler und trug sein Anliegen vor, dass er sich nicht von seinem Manager trennen wolle und ihn für einen Weltmeisterkampf in den USA brauche. Ohne eine Antwort verließ der „Führer“ Schmeling, doch sein Manager wurde nach diesem Gespräch ohne weitere Vorfälle mit Hilfe einer Ausnahmegenehmigung geduldet. Doch wenn Jacobs eine Ausnahmegenehmigung brauchte, um in Deutschland sein und seine Arbeit verrichten zu können, wusste Schmeling, dass viele anderen Juden diskriminiert wurden.[29]

Wenn man diese Entscheidung Schmelings, in beiden Fällen seinen Manager zu behalten, betrachtet, zeigt sich, dass er sich nicht genauso wie der DRfAB nach dem Boykott der jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 Hitler und Goebbels unterstellte und ihre Anforderungen erfüllte, sondern dass er ihnen in diesem Punkt nicht den gewünschten Gehorsam entgegenbrachte und somit gegen das Handeln des Regimes war und dem auch in gewissem Maße entgegenwirkte.[30] Dennoch akzeptierte er auf der anderen Seite auch die Diskriminierung anderer Juden, weil er den Rückhalt in der Regierung für seinen Beruf brauchte.[31]

Im Gegenzug zur Unterstützung der Regierung verhalf Max Schmeling Hitler zu besserer Propaganda, wovon das nächste Kapitel handelt.

5. Propaganda für das nationalsozialistische System

5.1 Grußadresse zum Volksentscheid

Am 10. April 1938 sollte ein Volksentscheid über den Anschluss Österreichs, also die Vereinigung des Deutschen Reiches mit Österreich, stattfinden, bei dem möglichst alle Österreicher und alle Deutschen für eine Vereinigung der beiden Länder stimmen sollten. Um möglichst viele Stimmen für den Anschluss zu vereinen, brauchte Hitler erneut bekannte Persönlichkeiten, die für ihn warben. An diesem Punkt kam er auf Max Schmeling zurück.

Hitler erwartete für seine Unterstützung Schmelings in verschiedenen Angelegenheiten eine Gegenleistung. Der Boxer zahlte diesen Preis und schickte deshalb eine Grußadresse für diesen Volksentscheid. „Der Führer ist ein Freund des Boxens“ schrieb Schmeling. „Kann es für uns Sportler überhaupt eine Frage geben, ob wir uns hinter ihn stellen, wenn er am 10. April uns braucht? Wie ein Mann geben wir ihm geschlossen unsere Stimme.“[32]

Die Propaganda erzielte den gewünschten Erfolg und bei 99,7% Wahlbeteiligung waren 99,7% der Stimmen für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.[33]

Es lag nahe, dass Hitler nach dem Anschluss in Österreich nach dem gleichen Schema wie in Deutschland vorgehen würde. Trotz dieser Tatsache animierte Schmeling das Volk dazu für Hitlers Vorgehensweisen zu stimmen und seine grausamen Taten dadurch indirekt zu unterstützen, genau wie er selbst dadurch für Hitlers brutale Machenschaften bessere Bedingungen schuf.

Schmeling unterstütze Hitler aber nicht nur durch diese Grußadresse, sondern auch durch Besuche auf Reichsparteitagen und Staatsempfängen, wie im folgenden Kapitel genauer beschrieben wird.

5.2 Teilnahme an Reichsparteitagen und Staatsempfängen

Hitler suchte nicht nur bei Abstimmungen die Unterstützung von prominenten Staatsbürgern, sondern auch bei Staatsempfängen und Reichsparteitagen. Deshalb war unter anderem Max Schmeling oftmals als prominenter Gast bei Propagandaveranstaltungen anzutreffen. So auch im September 1935, als die „Nürnberger Gesetze“, mit welchen den Juden die staatsbürgerlichen Rechte untersagt wurden, verkündet wurden.[34] Durch die Präsenz Schmelings wurde das gewalttätige und menschenverachtende Regime unterstützt und die Propaganda weiter angetrieben.

Im Gegenteil dazu war er jedoch nie ein Parteimitglied der NSDAP, hielt Wahlkämpfe oder Reden ab. Er war lediglich ein politisches Werkzeug für Hitler geworden und verteidigte sich später auch selbst, „dass er als Sportler keinerlei politischen Einfluss hatte“[35].[36]

Genauso wie Max Schmeling die Deutschen beeinflusste, so beeinflusste er die Amerikaner im Sinne Hitlers in einer ihrer Entscheidungen. Dies wird im anschließenden Kapitel beleuchtet.

6. Schmeling als Botschafter für die Olympiade

Im Herbst des Jahres 1935 sollten in Berlin die Olympischen Spiele ausgetragen werden. Aufgrund der Verabschiedung der Nürnberger Gesetze und des starken Antisemitismus in Deutschland, der den Alltag der Menschen bestimmte, kam es in den USA zu Protesten von amerikanischen Juden gegen eine Teilnahme einer amerikanischen Mannschaft an den Spielen.

Sie stellten sich die Frage: „Wie [können] jüdische und schwarze Athleten bei den Olympischen Spielen in Berlin antreten, wenn Menschen derselben ethnischen Herkunft im Gastgeberland geächtet und misshandelt [werden]?“[37]. Deshalb zog das „amerikanische Olympische Komitee“[38] eine selbstständige eigene Disqualifizierung in Betracht.[39]

Die Reichssportführung allerdings wollte eine Disqualifizierung Amerikas verhindern, da ohne eine Teilnahme dieser weltweit größten Sportmacht die Gewinne in den verschiedenen Disziplinen wertlos gewesen wären und die Propaganda der Nationalsozialisten nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätte. Deshalb war es im Sinne der Nationalsozialisten, die Amerikaner durch eine bekannte deutsche Person positiv zu stimmen und zur Teilnahme zu bewegen.[40]

Als Folge dessen bat der Pressereferent des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten Max Schmeling, die Amerikaner von einer Teilnahme zu überzeugen. So sagte er: „Sie kennen doch Amerika gut. Könnten Sie ‘rüberfahren und die entscheidenden Leute positiv beeinflussen?“[41] Max Schmeling stimmte zu und wurde als Botschafter nach New York entsandt. Dort überbrachte er einerseits einen Brief des deutschen Präsidenten des NOK, Theodor Lewald, an den Präsident des US-NOK, Brundage. Dieser Brief sollte das Komitee von einer Teilnahme in einem friedlichen Deutschland überzeugen.[42]

[...]


[1] Knopp, Guido: Hitlers nützliche Idole, München 2007, S. 209; zitiert nach Hans Joachim Fuchsberger.

[2] Knopp, Guido: Hitlers nützliche Idole, München 2007, S.211.

[3] Kluge, Volker: Max Schmeling. Eine Biographie in 15 Runden, Berlin 2004, S. 31.

[4] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.213.

[5] Deutsches Historisches Museum, Berlin: 1905 – 2005. Max Schmeling. Sportler, online unter:http: www.dhm.de/lemo/html/biografien/schmelingmax/index.html (Stand: 21.03.2013).

[6] Münzinger-Archiv GmbH, Ravensburg: Max Schmeling, in: Münzinger Online/Personen – Internationales Biographisches Archiv, online unter:(stand: 15.03.2013, abgerufen von stadtbibliothek

[7] Deutsches Historisches Museum, Berlin: 1905 – 2005. Max Schmeling. Sportler, online unter: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchmelingMax/index.html (Stand: 21.03.2013)

[8] Pfeifer, David: Max Schmeling. Berufsboxer, Propagandafigur, Unternehmer – Die Geschichte eines deutschen Idols, Frankfurt/Main 2005, S. 33-34.

[9] Münzinger-Archiv GmbH, Ravensburg: Max Schmeling, in: Münzinger Online/Personen – Internationales Biographisches Archiv, online unter:http://www.munzinger.de/document/00000000771 (Stand: 15.03.2013, abgerufen von Stadtbibliothek Ulm).

[10] Ebd.

[11] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.230.

[12] Ebd. S. 230.

[13] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.230.

[14] Ebd. S. 230-232.

[15] Ebd. S. 230.

[16] Ebd. S. 231.

[17] Ebd. S. 230f.

[18] Ebd. S.230.

[19] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.230-232.

[20] Pfeifer, Max Schmeling, S. 194.195.

[21] Kluge, Max Schmeling, S. 193.

[22] Ebd. S. 192.

[23] Ebd. S. 192 – 193.

[24] NDR: Schmeling – Stationen einer Weltkarriere, online unter: http://www.ndr.de/sport/legenden/schmeling144.html> (Stand: 21.03.2013).

[25] Phoenix, Hitlers nützliche Idole: Max Schmeling - der Boxer (Doku), online unter: http://www.youtube.com/watch?v=Ird4lSj4jwA> (Stand 20.01.2013).

[26] Pfeifer, Max Schmeling, S. 196.

[27] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.232.

[28] Pfeifer, Max Schmeling, S. 223.

[29] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S. 236.

[30] Pfeifer, Max Schmeling, S. 195.

[31] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.236.

[32] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.238.

[33] Autor unbekannt: Österreich und das Dritte Reich. Anschluss Österreichs, online unter: http://www.hbg.ka.bw.schule.de/publikat/wien97/wien3.htm> (Stand: 18.03.2013).

[34] Pfeifer, Max Schmeling, S. 228.

[35] Ebd. S.228.

[36] Ebd. S. 274.

[37] Pfeifer, Max Schmeling, S.229.

[38] Deutsches Historisches Museum, Berlin: 1905 – 2005. Max Schmeling. Sportler, online unter:<http: www.dhm.de/lemo/html/biografien/schmelingmax/index.html>(Stand: 21.03.2013).

[39] Knopp, Hitlers nützliche Idole, S.238.

[40] Pfeifer, Max Schmeling, S.228.

[41] Kluge, Max Schmeling, S. 235.

[42] Pfeifer, Max Schmeling, S. 228 – 229.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Max Schmeling. Vorzeigesportler der Nationalsozialisten?
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V214721
ISBN (eBook)
9783656432630
ISBN (Buch)
9783656568865
Dateigröße
3176 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schmeling, vorzeigesportler, nationalsozialisten
Arbeit zitieren
Verena Raab (Autor), 2013, Max Schmeling. Vorzeigesportler der Nationalsozialisten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214721

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