Zeitliche Gebrauchshäufigkeiten und Beständigkeiten von englischsprachigen Neologismen in deutschen Tageszeitungen


Hausarbeit, 2013
11 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 UNTERSUCHUNG
2.1 ZEITLICHE GEBRAUCHSHÄUFIGKEITEN
2.2 BESTÄNDIGKEIT

3 GENAUERE BETRACHTUNG DES BEISPIELS SEITENAIRBAG

4 ERGEBNIS

5 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

Über die letzten Jahre hinweg ist eine quantitative Zunahme an Entlehnungen aus dem Englischen zu beobachten, belegt wird dies durch das Neologismenwörterbuch. 40 Prozent der neu aufgekommenen Lexeme und Bedeutungen der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts sind hier bereits als Übernahme aus dem Englischen registriert, hinzu treten noch 20 Prozent hybride Bildungen. Unter diesen versteht man „komplexe Bildungen mit einer indigenen und einer aus dem Englischen entlehnten Konstituente“ (Barz 2008: 39). Täglich treten neue Entlehnungen aus dem Englischen hinzu, dennoch ist nachgewiesen, dass nicht alle spontanen Entlehnungen auch auf Dauer im Deutschen bestehen bleiben (vgl. ebd.: 39f.).

In dieser Arbeit sollen englischsprachige Neologismen hinsichtlich ihrer zeitlichen Gebrauchshäufigkeiten in deutschen Tageszeitungen und ebenfalls unter dem Gesichtspunkt ihrer Beständigkeit untersucht werden. Da sich in der deutschen Sprache immer mehr englischsprachige Wörter wie Anglizismen und auch hybride Wortneubildungen einfinden, ist es interessant, zu untersuchen, ob sich diese Art der Wörter nur für einen gewissen kürzeren Zeitraum präsent zeigt, um anschließend wieder komplett von der Bildfläche des deutschen Sprachwortschatzes zu verschwinden, oder ob sie dazu in der Lage ist, sich in der deutschen Sprachgemeinschaft dauerhaft zu manifestieren. Die in dieser Untersuchung verfolgte Hauptthese ist, dass die zeitlichen Gebrauchshäufigkeiten der folgenden Neologismen zwar nicht einheitlich sind - sie vielmehr gewissen Schwankungen unterliegen - sich die hybriden Neulexeme andererseits jedoch als so beständig zeigen, dass sie es vermehrt schaffen, seitens der deutschen Sprache dauerhaft integriert zu werden und so sogar nach relativ kurzen zeitlichen Gebrauchsperioden erfolgreich in den deutschen Sprachwortschatz aufgenommen zu werden.

Im Rahmen dieser Arbeit wurden sechs - aus sowohl dem englischen als auch dem deutschen Sprachwortschatz entlehnte - hybrid gebildete Neologismen für meine Untersuchung herangezogen. Alle verwendeten Neulexeme stammen aus dem Neologismenwörterbuch. Bei den herangezogenen Wörtern wurden hier drei wesentliche Auswahlkriterien berücksichtigt. Sie mussten neu für die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts sein, der Allgemeinsprache angehören und dem deutschen Sprachgebrauch entsprechen. Nach der Anwendung dieser Selektionskriterien wurden schließlich knapp 700 Neologismen herausgefiltert. Etwa 40 Prozent dieses bemerkenswert hohen Anteils entfällt auf lexikalische Einheiten, die aus dem Englischen entlehnt sind und als Angloneologismen bezeichnet werden. Wiederum 60 Prozent der Wörter wurden im Deutschen gebildet, darunter sind Hybridbildungen, also lexikalische Einheiten, deren eine Konstituente ein Angloneologismus ist (vgl. OWID: http://www.owid.de/wb/neo /konzept/ Konzept24. html).

2 UNTERSUCHUNG

2.1 ZEITLICHE GEBRAUCHSHÄUFIGKEITEN

Im Folgenden werden die zeitlichen Gebrauchshäufigkeiten der sechs hybrid gebildeten Neologismen Mailadresse, Genfood, Prepaidkarte, Outdoorjacke, Seitenairbag und Pop-up-Buch untersucht. Mein Auswahlkriterium hierbei war, die Neologismen aus möglichst unterschiedlichen Fach- bzw. Sachgebieten auszuwählen, um zu veranschaulichen, dass sich der beobachtbare Trend nicht nur beispielsweise im Bereich Internet bzw. Computer oder Medien, sondern in komplett unterschiedlichen Bereichen beobachten lässt. Alle für die Untersuchung herangezogenen Zeitverlaufsgraphiken entstammen ebenfalls dem Neologismenwörterbuch. Ihnen

„liegt ein virtuelles Korpus zugrunde, das alle Zeitungskorpora im Deutschen Referenzkorpus (DEREKO)[...] seit 1990 umfasst. […] Die in den Zeitverlaufsgrafiken dargestellte zeitliche Verteilung der Gebrauchshäufigkeit des jeweiligen Wortes ist das Ergebnis einer entsprechenden Suchanfrage via COSMAS II an das o.g. Korpus“ (OWID: http://www.ids-mannheim.de/kl/neoplots/daten_methoden. html).

Alle Säulendiagramme zeigen die relative Häufigkeit bezüglich der Verteilungen. Diese gibt an, welchen Anteil das Wort an dem gesamten Korpus ausmacht, der verwendete Wert liegt hierfür zwischen 0 und 1. Die X-Achse jeder Zeitverlaufsgraphik zeigt den Wert der relativen Mittelfrequenz (die Instanzen pro Millionen Wörter) und die Y-Achse das Jahr des jeweiligen Auftretens von 1990 bis einschließlich 2011. Des weiteren werden alle Neologismen mit einer Häufigkeitsklasse von 0 bis 30 versehen, womit die Gesamthäufigkeit des jeweiligen Wortes im gesamten Korpus kategorisiert werden soll. Je niedriger dieser Wert der jeweiligen Häufigkeitsklasse ist, desto häufiger kommt das Wort insgesamt vor (vgl. ebd.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der hybride Neologismus Mailadresse (Häufigkeitsklasse 18) setzt sich aus den Nomen Mail und Adresse zusammen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Zeitliche Gebrauchshäufigkeiten und Beständigkeiten von englischsprachigen Neologismen in deutschen Tageszeitungen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für deutsche Philologie)
Veranstaltung
Lexikologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V214756
ISBN (eBook)
9783656429180
ISBN (Buch)
9783656434450
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tageszeitungen, gebtauchshäufigkeit, beständigkeit, neologismen, anglizismen, angloneologismen, neologismenwörterbuch
Arbeit zitieren
Julia Steinbichl (Autor), 2013, Zeitliche Gebrauchshäufigkeiten und Beständigkeiten von englischsprachigen Neologismen in deutschen Tageszeitungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214756

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