Marshall McLuhan „Das Medium ist die Botschaft“ und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft


Hausarbeit, 2007

11 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. McLuhans Medientheorie
2.1. Das Medium ist die Botschaft
2.2. Medien als Ausweitungen des menschlichen Körpers

3. Kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen
durch die Medien
3.1. Schrift und Buchdruck
3.2. Radio und Computer

4. Kritik

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Marshall McLuhans bekannteste These „The media is the message“ ist zwar allgemein geläufig und wird häufig phrasenartig verwendet, ihre theoretische Basis ist jedoch weitgehend unbekannt. Auch mit dem Namen McLuhan verbindet außerhalb der USA und Kanada kaum jemand etwas. Und das, obwohl sich auch heute noch ein großer Teil der Medientheoretiker zumindest teilweise auf seine Thesen bezieht.

Der geringe Bekanntheitsgrad des Inhalts seiner Thesen ist vermutlich zum einen darauf zurück zu führen, dass McLuhan die in seinen Werken vorgestellten Theorien nicht kausal beschreibt,sondern „die Form der Linearität durch die Figur eines Mosaiks“[1] ersetzt, was es einigermaßen schwierig macht, seine Werke und Thesen linear darzustellen sowie zu veranschaulichen. Denn seine Bücher sind „absichtlich unlogisch: Sie bewegen sich im Kreise, enthalten häufige Wiederholungen, sind unqualifiziert, gnomisch, zügellos.“[2] Einerseits finden sich dadurch Ausschnitte aus seinen Werken bruchstückartig in vielen Medientheorien wieder, allerdings wurde er aufgrund dieser Darstellungsweise auch oft als „Wirrkopf“ betrachtet und abgelehnt.

Seine Anfang der 60er Jahre erschienenen Werke „The Gutenberg Galaxy“ und „Understanding Media“ trafen sowohl in den USA als auch in Kanada den Nerv der Zeit, und seine These von der Entstehung einer neuen Ära der Elektronik wurde von den Vertretern der Pop-Art und der Protest-Jugendkultur begrüßend aufgenommen. In akademischen Kreisen wurde heftig diskutiert, in Deutschland jedoch fanden seine Ideen kaum Akzeptanz, was großenteils auch auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die politisch Linken ihn als ideologischen Gegner einstuften.[3]

Während McLuhans Thesen damals provozierten und die Öffentlichkeit spalteten, werden sie heute eher auf einer sachlichen Ebene diskutiert, was aber nicht heißt, dass nicht noch immer eine breite Für-und-Wider-Fraktion existiert.

Die Tatsache aber, dass sich noch immer mit diesen Thesen auseinander gesetzt wird und sie folglich auch nach 50 Jahren ihre Aktualität nicht eingebüßt haben, lässt sich wohl darauf zurückführen, dass die großflächige und in alle Lebensbereiche hereinragende Mediatisierung der westlichen Welt, mit deren Wesen sich McLuhan zentral beschäftigt, erst heute realisiert und tatsächlich präsent ist. Dadurch können seine Werke – heute besser als zum Zeitpunkt ihrer Entstehung – Denkanstöße zur Macht der Medien liefern und zumindest teilweise erläutern, warum und wodurch ein Medium bzw. die Mediatisierung in die Gesellschaft eingreift und sie mit ihrem Einfluss zu verändern vermag.

Ausgehend von einer Erläuterung der Kernaussagen McLuhans sowie seiner Hauptthesen, möchte ich auf die Frage der Anwendbarkeit seiner Theorien in der heutigen Zeit eingehen und dabei auch Kritikpunkte mit einbeziehen.

2. McLuhans Medientheorie

Marshall McLuhan wird häufig als Vater der Medienwissenschaft bezeichnet, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass er der erste war, der die Medien losgelöst von ihrem Inhalt betrachtete und davon ausging, dass, egal welchen Inhalt die Medien transportieren, sie auch immer selbst noch etwas dazu sagen.

2.1. „Das Medium ist die Botschaft“

McLuhans Buch „Understanding Media“ beginnt mit der zunächst unverständlichen These „The media is the message“, welche sich im Kern auf die psychischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Medien auf den Menschen bezieht. Grundlegender Ausgangspunkt dieser These ist McLuhans Ansicht, dass der Inhalt eines Mediums, wenn man dessen Einflüsse auf Kultur und Gesellschaft betrachten will, von keinerlei Relevanz ist. McLuhan versteht unter Medien all die Dinge, mit denen der Mensch in die Welt eingreift. Er betrachtet die Medien als eine Art Ausweitung des Menschen und verwendet den Begriff Medium synonym mit Werkzeug und Technik. Anstatt die kommunizierten Medieninhalte zu analysieren, wollte McLuhan zeigen, dass ein Massenmedium als Medium selbst einen Effekt hat, und nicht die Inhalte, die vermittelt werden. Für McLuhan ist das Medium selbst die Botschaft. Und erst nach McLuhan begann die Medienwissenschaft damit, das unter der Botschaft liegende Medium genauer zu betrachten.

Dadurch, dass nach McLuhan der Inhalt eines jeden Mediums wiederum nur ein anderes Medium ist, verschleiert die Ineinanderverflechtung verschiedener Medien einen analytischen Blick auf das jeweilige untersuchte Medium selbst. Dies versucht er, am Beispiel eines kubistischen Bildes zu verdeutlichen. Im Kubismus wird vorgeführt, wie das Medium selbst in einem Kunstwerk thematisiert wird. Der Kubismus lässt in seinen Werken die Illusion der Perspektive fallen, um ein unmittelbares Erfassen des Ganzen zu ermöglichen, und verkündet somit, dass das Medium die Botschaft ist. Statt eines Aufeinanderfolgens der Perspektiven werden sie alle gleichzeitig gezeigt. So hat beispielsweise ein kubistisches Bild, auf dem Bruchstücke und Ansichten eines Stuhl zu sehen sind, nicht die Botschaft, einen Stuhl zu zeigen, sondern es macht deutlich, dass unabhängig von Perspektive auf verschiedenste Arten wahrgenommen werden kann. Der Inhalt des Mediums Bild ist also wieder ein Medium, das Bild zeigt das Sehen an sich aus verschiedenen Blickwinkeln.

[...]


[1] Kloock/Spahr: „Medientheorien“, 1997, S. 41

[2] Stearn: McLuhan Für und Wider“, 1969, S. 69

[3] Kloock/Spahr: „Medientheorien“, S. 39 f.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Marshall McLuhan „Das Medium ist die Botschaft“ und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Einführung in die Medientheorie
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V214794
ISBN (eBook)
9783656428961
ISBN (Buch)
9783656444497
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
McLuhan, Das Medium ist die Botschaft, The media is the message, Medientheorie, Bildtheorie
Arbeit zitieren
Janine Knodel (Autor), 2007, Marshall McLuhan „Das Medium ist die Botschaft“ und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214794

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