Die offene Handelsgesellschaft: Rechte und Pflichten der Gesellschafter einer OHG


Hausarbeit, 2013

11 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pflichten der Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft
2.1. Kapitalaufbringung
2.2. Haftung
2.3. Geschäftsführung
2.4. Verlustbeteiligung

3. Rechte der Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft
3.1. Kontrollrecht
3.2. Vertretung
3.3. Ergebnisverteilung
3.4. Kündigungsrecht

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im bestehenden Wirtschaftssystem muss ein Unternehmer, welcher vor einer Gründung seiner Unternehmung steht, nicht nur organisatorische Pläne, finanzielle Mittel und eine Geschäftsidee besitzen, er muss sich auch für eine Rechtsform seiner Unternehmung entscheiden. Auch bestehende Unternehmen können noch vor solch konstitutive Entscheidungen, wie die Wahl einer neuen Rechtsform, gestellt werden. Beispiele hierfür wären Zusammenschlüsse mehrerer Unternehmungen oder aber auch die Übernahme eines Unternehmens durch Erbantritt.1

Auf welche Rechtsform die Entscheidung letztendlich fällt, liegt mehr oder minder an der freien Wahl des Unternehmers und an den gegebenen Umständen, die dem Unternehmer zu seiner Entscheidung begleiten. Zu den genannten Umständen und auch zu den eigentlichen Interessen des Unternehmers selbst, gehören Merkmale wie zum Beispiel die Möglichkeit der Kapitalaufbringung, das Haftungsrisiko, die Geschäftsführungsbefugnisse, die Beteiligungen bei Gewinn oder Verlust und die unterschiedliche steuerliche Belastung. Um all diesen verschiedenen Interessen gerecht zu werden, hat der Gesetzgeber mehrere Rechtsformen erstellt, welche sich in den einzelnen Merkmalen unterscheiden.

Es wurden Unternehmensformen nach der Einzelunternehmung, nach Gesellschaftsunternehmen und nach sonstigen Rechtsformen unterteilt. Diese Arbeit soll Antworten auf Fragen über die Rechte und Pflichten der Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft (OHG) vermitteln. Die OHG ist, wie der Name schon verrät, ein Gesellschaftsunternehmen. Gesellschaftsunternehmen werden vom Gesetzgeber weiterhin in Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterteilt. Dabei findet sich die OHG in dem Bereich der Personengesellschaften wieder.

Im Folgenden, soll diese Arbeit zunächst die Pflichten des Gesellschafters erläutern. Unter anderem wird dabei beschrieben wie die Einbringung von Kapital in das Unternehmen geregelt ist, inwieweit gehaftet werden muss, welche Geschäftsbefugnisse bestehen und wie ein eventueller Verlust behandelt wird. Im darauffolgenden Kapitel werden die Rechte des Gesellschafters, welche sich mit dem Kontrollrecht, der Vertretungsbefugnis, der Verteilung des Jahresgewinns und dem Kündigungsrecht befassen, erläutert. Auf andere Rechtsformen von Unternehmen, wie den oben genannten, wird in dieser Arbeit keine Rücksicht genommen.

2. Pflichten der Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft

Als Unternehmer einer Personengesellschaft, wie der OHG, unterliegt man nicht nur dem gegenseitigen Vertrauen zueinander. Wie auch bei allen anderen Rechtsformen gelten hier gesetzlichen Pflichten, welche im Handelsgesetzbuch (HGB §§ 105-160) niedergeschrieben sind. Welche genau für eine OHG zutreffen, wird in den nächsten Unterkapiteln behandelt.

2.1. Kapitalaufbringung

Die Höhe des Eigenkapitals, welches durch die Gesellschafter in das Unternehmen gebracht wird, unterliegt keinen gesetzlichen Vorschriften. Sie wird von den Gesellschaftern im Gesellschaftsvertrag festgehalten.

Möchten die Gesellschafter ihre Kapitaleinlagen erweitern, so könnten sie theoretisch einen weiteren Gesellschafter in das Unternehmen aufnehmen. Da eine OHG jedoch auf ein gut gepflegtes Vertrauensverhältnis gestützt ist, ist es in der Praxis eher untypisch einen weiteren Gesellschafter zu installieren. Typischer ist hier die Aufnahme von Bankkrediten, wobei die Kreditwürdigkeit der Gesellschafter von großer Bedeutung ist.2

2.2. Haftung

Nach § 128 HGB haften alle Gesellschafter einer OHG für die Verbindlichkeiten mit ihrer Kapitaleinlage und ihrem Privatvermögen. Jeder Gesellschafter haftet hierbei persönlich und unbeschränkt. Des Weiteren sieht das Gesetz die unmittelbare Haftung (§ 128 ff. HGB) vor, was heißt, “dass ein Gläubiger einen Gesellschafter direkt verklagen kann und sich nicht erst an die OHG als Gesellschafter wenden muss.“3 Zudem besteht die solidarische Haftung als Gesamtschuldner.

Die Gesellschafter haben keine Möglichkeit die unbeschränkte Haftung durch eine entgegenstehende Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag zu umgehen. So eine Regelung ist gegenüber den Gläubigern unwirksam. Des Weiteren gilt: “Wegen der unbeschränkten Haftung der Gesellschafter bedarf es keiner gesetzlichen Vorschrift zur Sicherung eines Mindesteigenkapitals.“4

Für den Fall, dass ein neuer Gesellschafter die Unternehmung erweitert, enthält auch hier das Gesetz eine Vorschrift zur Haftung des neuen Gesellschafters. Demnach müsste der eintretende Gesellschafter für alle Verbindlichkeiten der OHG, auch jene Verbindlichkeiten vergangener Tage, haften (§ 130 HGB). Ausscheidende Gesellschafter haften nach § 160 HGB noch fünf Jahre nach ihrem Austritt. Dabei kann für alle Verbindlichkeiten haftbar gemacht werden, wenn diese bis zum Zeitpunkt des Austritts entstanden sind. Sollte der Anspruch gegen die Unternehmung einer kürzeren Verjährung unterliegen, so gilt der jeweils kürzere Verjährungszeitraum anstatt der fünf Jahre (§ 159 Abs. 1 HGB).

[...]


1 Vgl. Wöhe, 2010, S.226

2 Vgl. Wöhe, 2010, S.227

3 May / et al, 2004, S.107

4 Günter Wöhe, 2010, S.226

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die offene Handelsgesellschaft: Rechte und Pflichten der Gesellschafter einer OHG
Hochschule
Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen gGmbH
Note
1
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V214809
ISBN (eBook)
9783656428893
ISBN (Buch)
9783656443292
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Gesamtnote (91,3%)für die Hausarbeit setzt sich aus der Ausarbeitung selbst und einer dazugehörigen Präsentation zusammen.
Schlagworte
handelsgesellschaft, rechte, pflichten, gesellschafter, OHG
Arbeit zitieren
Tobias Schulz (Autor), 2013, Die offene Handelsgesellschaft: Rechte und Pflichten der Gesellschafter einer OHG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214809

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die offene Handelsgesellschaft: Rechte und Pflichten der Gesellschafter einer OHG



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden