Nicht selten gelten die peripheren Gebiete, vorrangig im Osten der Republik, als sozioökonomische Problembereiche. Der ökonomische Strukturwandel und der demografische Wandel lassen sich als zentrale Faktoren für die Abwärtsentwicklung im ländlichen Raum nennen. Als Folge dieser Entwicklung können grundlegende Funktionen der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht mehr wahrgenommen werden, da keine wirtschaftliche Tragfähigkeit gewährleistet ist. Die Prozesse verstärken sich gegenseitig und führen zu einer Abwärtsspirale, welche die Chancen den Entwicklungen entgegen zu wirken zunehmend verkleinert.
Ein frühzeitiges Erkennen von Problemregionen und damit einhergehendes Handeln ist aufgrund der vorherrschenden Lage unabdingbar. Bund, Länder und Kommunen stehen in der Pflicht mit geeigneten politischen Instrumenten entgegen zu lenken. Ob die aktuellen Instrumente ausreichen und welche zusätzlichen Möglichkeiten es für eine nachhaltige Regionalentwicklung im peripheren Raum gibt, wird in vorliegender Arbeit einführend untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ländlich – Definition von Ländlichkeit
3. Ländliche Regionen in Deutschland – Die aktuelle Situation
4. Politische Instrumente und Ansätze für den ländlichen Raum in Deutschland
4.1. Maßnahmen der Strukturpolitik
4.2. Lokale und regionale Ansätze
5. Gründe für Verbesserungen und Verbesserungspotential für die ländliche Politik in Deutschland
6. Schlussbemerkung
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation ländlicher Räume in Deutschland im Kontext des demografischen Wandels und struktureller Herausforderungen. Das primäre Ziel ist es, die bestehenden politischen Instrumente der Strukturförderung kritisch zu beleuchten und Potenziale für eine Optimierung der ländlichen Politik aufzuzeigen.
- Definition und Typisierung von Ländlichkeit
- Analyse der demografischen und wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung
- Bewertung von Strukturpolitik-Instrumenten (GAK und GRW)
- Untersuchung lokaler Ansätze am Beispiel des LEADER-Programms
- Ableitung von Verbesserungsvorschlägen für die Regionalpolitik
Auszug aus dem Buch
4. Politische Instrumente und Ansätze für den ländlichen Raum in Deutschland
In Deutschland existieren zwei zentrale Leitbilder für die Raumordnung und Raumplanung. Laut Artikel 72 Grundgesetz, einerseits das Leitbild „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und laut Paragraph 1 Absatz 2 Raumordnungsgesetz, andererseits das Leitbild „Nachhaltige Raumentwicklung“. Auch die Politik für den ländlichen Raum orientiert sich an diesen beiden Prinzipien.
Laut Tröger-Weiss bedeutet Gleichwertigkeit für den Raum das Vorhandensein von gleichwertigen Startchancen, vergleichbare Entwicklungsmöglichkeiten für die Regionen, vergleichbarer Zugang zu öffentlichen und privaten Einrichtungen der Daseinsvorsorge, vergleichbarer Zugang zu Fördermöglichkeiten der EU, des Bundes und der Länder, vergleichbare Möglichkeiten zur Gestaltung des Strukturwandels, vergleichbare Lebensqualitäten, vergleichbare Qualifikationschancen für Arbeitnehmer und vergleichbare Innovationsmöglichkeiten für Unternehmen. (Tröger-Weiss 2011)
Das Postulat der Nachhaltigen Raumentwicklung wird im ROG wie folgt konkretisiert: „Leitvorstellung bei der Erfüllung der Aufgabe nach Absatz 1 ist eine nachhaltige Raumentwicklung, die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang bringt und zu einer dauerhaften, großräumig ausgewogenen Ordnung mit gleichwertigen Lebensverhältnissen in den Teilräumen führt.“ (§ 1 Abs. 2 ROG).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik peripherer Räume ein, die unter demografischem und wirtschaftlichem Strukturwandel leiden, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Was ist ländlich – Definition von Ländlichkeit: Das Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition von Ländlichkeit und stellt die Typisierungen des BBR sowie der OECD gegenüber.
3. Ländliche Regionen in Deutschland – Die aktuelle Situation: Hier wird die ausgeprägte Heterogenität ländlicher Gebiete beleuchtet und Faktoren wie Demografie, Wirtschaft und Infrastruktur analysiert.
4. Politische Instrumente und Ansätze für den ländlichen Raum in Deutschland: Dieser Abschnitt beschreibt die zentralen Leitbilder der Raumordnung und bewertet die Instrumente der Strukturpolitik (GAK, GRW) sowie lokale Ansätze wie LEADER.
5. Gründe für Verbesserungen und Verbesserungspotential für die ländliche Politik in Deutschland: Das Kapitel identifiziert die Diskrepanz zwischen traditionellen Förderansätzen und modernen Herausforderungen und leitet daraus Reformvorschläge ab.
6. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass aufgrund der Komplexität ländlicher Räume ein hoher Anpassungsbedarf für zukünftige politische Strategien besteht.
7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur, Rechtsquellen und Internetquellen zur Seminararbeit.
Schlüsselwörter
Ländlicher Raum, Strukturpolitik, demografischer Wandel, Daseinsvorsorge, Regionalentwicklung, GAK, GRW, LEADER, Nachhaltigkeit, Gleichwertige Lebensverhältnisse, Regionalförderung, Schrumpfungsregionen, Land Management, Raumordnung, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation und die politischen Steuerungsinstrumente für ländliche Räume in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung strukturschwacher Regionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Ländlichkeit, die Auswirkungen des demografischen Wandels sowie die Bewertung staatlicher Fördermaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Effektivität bestehender politischer Instrumente wie der GAK und GRW zu hinterfragen und Potenziale für eine zukunftsorientierte ländliche Politik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen, Raumordnungsberichte sowie der Auswertung von Typisierungen und Förderprogrammen der EU und des Bundes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Ländlichkeit, der aktuellen Lage ländlicher Räume, der Analyse politischer Instrumente der Strukturpolitik und der Vorstellung lokaler Ansätze wie LEADER.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Regionalentwicklung, demografischer Wandel, Strukturpolitik und Daseinsvorsorge geprägt.
Wie unterscheidet sich die BBR-Definition von der OECD-Definition?
Die BBR-Typisierung konzentriert sich speziell auf die deutsche Raumstruktur (Siedlungsdichte/Flächenanteil), während die OECD-Definition EU-weit operiert und eine breitere Datengrundlage für territoriale Ebenen nutzt.
Warum wird das LEADER-Programm als Beispiel für lokale Ansätze hervorgehoben?
LEADER wird beispielhaft gewählt, weil es als etablierter methodischer Ansatz die lokalen Akteure aktiv einbindet und somit das „Bottom-up“-Prinzip in der Regionalentwicklung verkörpert.
- Quote paper
- Daniel Reißmann (Author), 2012, Ökonomischer Strukturwandel im ländlichen Raume in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214812