Der unzuverlässige Wissenschaftler

Erzählerfiguren im Neuen Historischen Roman


Bachelorarbeit, 2010

52 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman
2.1 Die Geschichte des historischen Romans
2.2 Das postmoderne Verständnis von Geschichte
2.2.1 Verhältnis von Historiographie und Literatur
2.2.2 Einschränkungen durch die Sprache
2.2.3 Die Aufwertung der Rolle des Historikers
2.3 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman in Lateinamerika
2.3.1 Kategorisierungsversuche des Neuen Historischen Romans
2.3.2 Das Spiel mit der Realität im Neuen Historischen Roman

3 Die Erzählerfigur der Postmoderne
3.1 Entwicklung der Erzählerfigur in der Postmoderne
3.2 Distanz zum historischen Geschehen

4 Santa Evita
4.1 Autor und Inhalt des Werkes
4.2 Handelt es sich bei Santa Evita um einen historischen Roman?
4.3 Aufbau und Erzählerfigur
4.4 Analyse der Erzählerfigur
4.4.1 Parallelen zwischen Autor und Erzähler
4.4.2 Zeitzeugen
4.4.3 Schriftliche Quellen
4.4.4 Wissenschaftliche Arbeitsweise
4.4.5 Identifikation des Erzählers mit der Geschichte
4.4.6 Metafiktion und Offenlegung des Konstruktcharakters des Romans
4.5 Ergebnis

5 No me alcanzará la vida
5.1 Über Autor und Inhalt des Werkes
5.2 Handelt es sich bei No me alcanzarála vida um einen historischen Roman?
5.3 Aufbau und Erzählerfigur
5.4 Analyse der Erzählerfigur
5.4.1 Wissenschaftliches Arbeiten
5.4.2 Quellen
5.4.3 Einblicke in das Privatleben der Erzählerfigur
5.4.4 Darstellung und Interpretation der historischen Figuren durch die Erzählerin.
5.4.4.1 Miguel de Cruz-Aedo
5.4.4.2 Darstellung der Figur Sofias
5.4.5 Eine Selbstprojektion in die Geschichte?
5.4.6 Metafiktive Elemente: Reflexion über die Geschichte
5.5 Ergebnis

6 Fazit

7 Bibliographie

8 Anhang

1 Einleitung

Jede Geschichte hat zwei Seiten. Mindestens. Je nachdem, aus welchem Grund jemand etwas erzählt, lässt er einige Details weg, fügt andere hinzu und interpretiert das Geschehen nach eigenen Interessen anders. Diese einfache Formel, die im Alltag für jede Art von Kommunikation selbstverständlich erscheint, galt für die Historiographie lange nicht: In der Geschichtsschreibung und auch in Historischen Romanen galt bis zum Einzug der Postmoderne die Prämisse, dass die Geschichte eine kohärente, sinnstiftende Kette von Ereignissen sei, die sich durch das Studium von Quellen erschließen ließ. Somit spielte der Historiker oder Autor allenfalls eine zweitrangige Rolle: Seine Rolle war es, Fakten zu historischen Ereignissen zu sammeln und zu ordnen, um später eine vollständige, objektive und wahre Rekonstruktion dieser Ereignisse niederzuschreiben.

Seit der Übernahme des postmodernen Geschichtsbildes gewinnt der Autor -und somit auch die Erzählerfigur historischer Romane- durch die Einsicht, dass Geschichte sich nicht ‚von selbst schreibt’, an Bedeutung: Diese neue Sichtweise stößt gerade in Lateinamerika auf großes Interesse. Dort entwickelt sich in den 70er Jahren ein regelrechter Boom Neuer Historische Romane, der bis heute eine der wichtigsten Strömungen der lateinamerikanischen Literatur darstellt. Diese Romane versuchen aufzuzeigen, dass die offizielle Geschichtsschreibung keineswegs eine natürliche Ordnung der historischen Ereignisse, sondern ein vom Menschen mit einer bestimmten Intention geschaffenes Konstrukt ist. Der Historiker nimmt somit eine essentielle Rolle innerhalb dieses Prozesses ein, da er die geschichtlichen Ereignisse ordnet, auswertet und somit auch (mit)entscheidet, was passiert ist - eine Rolle, die in einem historischen Roman dem Autor des Werkes zufällt. Nach dem Wegfall des Wahrheitsanspruchs bei der Rekonstruktion historischer Ereignisse ergibt sich eine Fülle neuer Möglichkeiten, eine eigene Version der Geschichte zu schreiben und metafiktionale Überlegungen über die Historiographie miteinzubeziehen. In diesem Zusammenhang erhält gerade die Erzählerfigur, als der Ort, an dem diese Reflektion stattfindet und an dem die historische Handlung als Konstrukt entlarvt werden kann, eine Aufwertung und tritt in vielen Neuen Historische Romanen in den Vordergrund.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen beispielhaft zwei Romane mit Fokus auf die Gestaltung ihrer Erzählerfigur untersucht werden: Der Roman Santa Evita des argentinischen Autors Tomás Eloy Martínez aus dem Jahr 1995 und der Roman No me alcanazarála vida, der 2008 von der Mexikanerin Celia del Palacio veröffentlicht wurde. In beiden Fällen handelt es sich um Neue Historische Romane, die eine ähnliche Struktur vorweisen: Es gibt jeweils eine Rahmenhandlung, in der eine Erzählerfigur ein Ereignis aus der argentinischen bzw. mexikanischen Geschichte beleuchtet und in einer Art

Binnenhandlung rekonstruiert. Da die Erzählerfigur somit zum Autor dieser Binnenhandlung wird, lässt sich an dieser Figur anaylisieren, inwieweit Erfahrungen und Stimmungen eines Historikers/ Autors Einfluss auf die (Re)Konstruktion der Vergangenheit nehmen. Der Nachweis dieser Einflüsse auf historische Romane würde die beweisen, dass die Geschichte immer subjektiv dargestellt wird. Um die beiden zu untersuchenden Romane besser einordnen zu können, wird im zweiten Kapitel zunächst skizziert, wie sich historische Romane und das Verständnis der Historiographie seit dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart gewandelt haben. Des Weiteren werden in diesem Kapitel Gründe für den Boom Neuer Historischen Romane in Lateinamerika aufgezeigt und verschiedene Definitions- und Kategorisierungsversuche vorgestellt.

Im dritten Kapitel werden der Analyse der Erzählerfiguren einige grundsätzliche Überlegungen über die Aufgabe eines Erzählers in einem Roman und den Wandel seiner Rolle im Laufe der Zeit voranstellt. Im vierten und fünften Teil der Arbeit sollen dann die Erzählerfiguren von Santa Evita und No me alcanzarála vida auf ihr Verhältnis zur historischen Ebene und ihre Forschungstätigkeit hin untersucht werden, um abschließend einschätzen zu können, welchen Einfluss sie auf die von ihnen rekonstruierte historische Ebene ausüben.

2 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman

2.1 Die Geschichte des historischen Romans

Zur besseren Einordnung des Neuen Historischen Romans ist es hilfreich, zunächst die Geschichte des historischen Romans selbst nachzuzeichnen, da „cada época ha forjado su concepto de novela histórica y ha abordado el género de diferentes maneras” (Corral Peña 1997: 14).

Die strikte Trennung von Geschichte und Literatur ist ein Resultat des positivistischen Geschichtsverständnisses und existiert in dieser Form erst seit dem 19. Jahrhundert, als man versuchte, die Historiographie als eine exakte Wissenschaft zu etablieren. Es entstand eine „obsesión por mostrar las cosas ‚tal y como sucedieron’” (Viu Bottini 2007: 35): Es wurde davon ausgegangen, dass es auch in der Geschichtswissenschaft eine Wahrheit gibt, die man objektiv und wissenschaftlich darstellen kann. Dieser Maßstab galt auch für historische Romane, da davon ausgegangen wurde, dass es „una verdad anterior al texto, independiente del observador“ gab (ebd: 37). Ein Historiker konnte durch das genaue Studium von Dokumenten zur dieser Wahrheit gelangen: „[La] investigación a través de documentos [es] la única garantía de la verdad“ (ebd.: 34).

Dieses positivistische Verständnis von historischer Wahrheit steht in Kontrast zu der schon seit dem 4. Jahrhundert vor Christus geltenden Maxime des griechischen Geschichtsschreibers Thukydides, das als wahr anzusehen, was man selbst gesehen und miterlebt habe (s. ebd.: 34). Im 19. Jahrhundert entstand dadurch eine „funktionelle Differenzierung zwischen Historiographie und Literatur“ (Nünning 2008: 288), bis dato „considered as branches of the same tree“ (Hutcheon 1988: 105). Der historische Roman wird zunehmend in den Dienst einer Nationalgeschichtsschreibung gestellt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entstehung nationaler Identitäten und Mythen (s. Elmore 1997: 13). So entsteht die ‚offizielle Geschichtsschreibung’, „la historia de reyes y gobernantes, la suma de batallas y fundaciones” (Grinberg Pla: 2001: 5), die von den Geschichtsschreibern als „hechos narrados que ‚se cuentan por sí mismos’“ (Viu Bottini 2007: 52) im Sinne des Nationalstaats als natürliche Entwicklung dargestellt wird.

2.2 Das postmoderne Verständnis von Geschichte

Das positivistisch-fortschrittliche Verständnis von Wissenschaft wird mit Beginn der Moderne, die einen „Bruch mit dem aufklärerischen Projekt einer umfassenden Erfassung und Erklärung der Welt“ darstellt, in Frage gestellt (Mayer 2008: 590). Dieser Bruch mündet in eine „Erkenntnisskepsis und Repräsentationskrise“ (ebd.: 590): Der Wegfall totalitärer Erklärungsmuster führt zu einem Orientierungsverlust, der sich in der Postmoderne noch potenziert. Die Postmoderne zeichnet sich im Allgemeinen durch ein Denken im Plural aus und lehnt absolute Wahrheitsansprüche ab (s. Strosetzki 2003: 56). Dies hat vor allem in der Historiographie große Auswirkungen und führt zu der Einsicht, dass es die eine, objektive Geschichtsschreibung nicht gibt (s. Aínsa 2003: 49) und die Rekonstruktion der Vergangenheit immer im Dienst einer Ideologie, Politik oder Kultur steht (s. Hutcheon 1988: 120). Während diese Einsicht oft als ‚Ende der Geschichte’ interpretiert wurde, stellt sich Linda Hutcheon in A poetics of Postmodernism dagegen, indem sie deutlich macht, dass auch im postmodernen Denken „History is not made obsolete: it is, however, being rethought - as a human construct“ (Hutcheon 1988: 16).

Nach postmodernem Verständnis besitzt jedes historische Ereignis zunächst den gleichen Wert (s. Viu Bottini 2007: 45-46) und erhält seine Bedeutung erst durch die retrospektive Beleuchtung der Historiographie, deren Aufgabe es ist, „revestirla de significado, hacer que los acontecimientos del pasado revelen su sentido para el hombre contemporáneo” (Viu Bottini 2007: 41). Die offizielle Geschichtsschreibung ist demnach das Resultat eines Selektions- und Interpretationsprozesses, der immer von der Gegenwart, in der er stattfindet, geprägt ist. Dies bedeutet auf der einen Seite, dass die Gegenwart zur entscheidenden Komponente der Interpretation wird und ein Ereignis auf der anderen Seite nur dann als sinnstiftend und bedeutungsvoll angesehen wird, wenn es einen überzeitlichen Bezug gibt (s. Viu Bottini 2007: 41).

Es ergibt sich aber ein Problem dadurch, dass „siendo el presente necesariamente inconcluso, cambiante y travesado por incertidumbres, el conocimiento histórico sólo puede ser intuitivo y subjetivo”, wodurch „la práctica historiográfica debería estar abier- ta a variaciones y modificaciones” (Perkowska 2008: 41). Das bedeutet, dass eine überzeitliche Interpretation der Geschichte nicht möglich ist und die Historiographie selbst sich als ein Diskurs herausstellt. Da die Geschichte immer im Sinne der Gegenwart mit einer bestimmten Intention interpretiert wird, kann sie demnach auch nicht nach den Kriterien richtig oder falsch bewertet werden (s. Grinberg Pla: 4).

2.2.1 Verhältnis von Historiographie und Literatur

Durch dieses neue Verständnis von Geschichte wird auch das Verhältnis von Historiographie und Literatur neu bewertet:

What the postmodern writing of both history and literature has taught us is that both history and fiction are discourses, that both constitute systems of signification by which we make sense of the past (Hutcheon 1988: 89).

Die Historiographie verliert somit ihren festen, identitätsstiftenden Charakter, während die Literatur eine Aufwertung erhält: Mit der Erkenntnis, dass es die eine, objektive Geschichte, die es zu erzählen gilt, nicht existiert, ist die Einsicht verbunden, dass sich auch die Historiographie fiktiver Elemente bedient und somit eine literarische Dimension enthält (s. Nünning 2008: 288). Im Umkehrschluss bedeutet dies für literarische Werke, dass auch diese plötzlich für die Historiographie als neue Quellen interessant werden (s. ebd.: 289).

2.2.2 Einschränkungen durch die Sprache

Sowohl der literarische als auch der historiographische Diskurs versucht, über das Medium Text die Realität zu rekonstruieren und zu organisieren (s. Aínsa 2003: 24), wobei beide aber durch die „sprachliche Bedingtheit, Zeichenvermitteltheit und Konstrukthaftigkeit jeglicher Form von Wirklichkeitserfahrung und Erkenntnis“ an ihre Grenzen stoßen (Nünning 2008: 288).

Die Abbildung der Realität in einem Text wird somit nicht nur durch die vom Autor verfolgte Intention, sondern auch durch die Eigenheiten des Systems Sprache an sich eingeschränkt: Neben der Geschichte ist auch die Sprache selbst ein Konstrukt (s. Kolmer/Rob-Santer 2006: 46), ein Zeichensystem, das auf kulturellen Konventionen beruht und ebenso wie die Geschichte dem Wandel unterworfen ist:

Si el significado es el resultado de un acuerdo social, una conclusión evidente será que dicho significado está en permanente cambio y que se trata de una construcción,. (Viu Bottini 2007: 198)

Historiographie wie Literatur besitzen somit quasi einen doppelten Konstruktcharakter, was die Frage, ob die Vergangenheit mittels eines Texts realistisch und objektiv rekonstruiert werden kann, obsolet erscheinen lässt. Das pluralistische Weltbild der Postmoderne spiegelt sich somit auch im Verständnis der Sprache wieder: Allein durch den Wandel der Sprache wird deutlich, dass die Geschichte nur ein Diskurs und keine dauerhaft gültige Rekonstruktion der Vergangenheit sein kann.

Angesichts der Tatsache, dass die Vergangenheit in der Gegenwart immer nur über Texte zugänglich ist und keine extratextuelle Vergangenheit existiert (s. Hutcheon 1988: 93), ist diese Erkenntnis von besonderer Bedeutung: Quellen werden im Laufe der Zeit anders gelesen und interpretiert. Die Einsicht „que el conocimiento histórico se produce en y por el lenguaje” ist ein große Fortschrift „en definir a la historia como discurso y no como suceder” (Grinberg Pla 3).

Eine objektive Darstellung wird somit allein schon durch die Beschaffenheit der Sprache eingeschränkt. Darüber hinaus wird aber auch der Historiker bzw. Autor zu einer subjektivierenden Komponente.

2.2.3 Die Aufwertung der Rolle des Historikers

Mit dem postmodernen Verständnis von Geschichte ändern sich auch Rolle und Bedeutung des Historikers in der Historiographie:

[El] historiador no es nunca un objeto pasivo a través del cual se podría transmitir la verdad de los hechos, sino más bien un sujeto que interviene las fuentes seleccionando lo que le parece más interesante” (Viu Bottini 2007: 38)

Ihm kommt die Rolle zu, geschichtliche Daten auszuwählen und in einen Sinnzusammenhang zu bringen, womit er eine zentrale Stellung bei der Geschichtsschreibung einnimmt: „How historians suppress, repeat, subordinate, highlight and order those facts, once again, the result is to endow the events of the past with a certain meaning” (Colomina 2003: 256-260). Darüber hinaus ist er kein ‚unbeschriebenes Blatt’, also keine neutrale Person, sondern selbst vielfältig von seiner Lebenswelt geprägt (s. Viu Bottini 2007: 39) und wird durch diesen Erfahrungsschatz bei Auswahl und Bewertung historischer Ereignisse beeinflusst. Zudem ist es einem Historiker trotz guter Quellenkenntnis am Ende unmöglich, sich in die Gedanken einer historischen Person hineinzuversetzen („¿Cómo me voy a meter yo en la cabeza de un conquistador del siglo XVI o XVII?” Jorge Guzmán, zit. nach Viu Bottini 2007: 23). Dadurch ist er gezwungen, seine eigene Vorstellungskraft zu nutzen um Verknüpfungen zwischen einzelnen Ereignissen herzustellen und Entscheidungen historischer Personen zu begründen. Die Person des Historikers beeinflusst somit den Konstruktionsprozess der Geschichte - ob nun gezielt oder unbewusst.

2.3 Die Postmoderne und der Neue Historische Roman in Lateinamerika

Bei der Postmoderne handelt es sich um eine Strömung, die eigentlich in den USA und Europa entstand, aber auch in Lateinamerika großen Anklang fand und dort in vielfältiger Weise diskutiert und adaptiert wurde. Auch wenn einige Kritiker die

Rückkehr einer europäischen Kulturhegemonie befürchteten, entsprach das postmoderne Verständnis von Geschichte dem lateinamerikanischen Wunsch, eine eigene Geschichte zu schreiben bzw. die bestehende zu revidieren. Es wurde die Chance erkannt, dass re-leído y re-rescrito de acuerdo con las condiciones sociales e históricas del subconti- nente, lo posmoderno puede devenir una teoría propia, un nuevo sistema de representa- ción de la relaciones sociales y culturales latinoamericanas a fines del siglo XX y a prin- cipos del XXI. Por eso, el debate posmoderno en América Latina adquiere tanta impor- tancia en toda reflexión acerca del posmodernismo en relación con la literatura latinoa- mericana (Perkowska 2008: 82).

Somit ist es nicht verwunderlich, dass diese Theorie bei vielen lateinamerikanischen Autoren Anklang fand und zu einer Vielzahl Neuer Historischer Romane führte. Darüber hinaus gab es noch weitere Gründe, die für den Boom dieser Romane verantwortlich waren:

Das neue Interesse an der eigenen Geschichte in den 80er Jahren in Lateinamerika steht in Verbindung zur der politischen Situation und dem zeitlichen Kontexts: Zum einen nähert sich Ende des 20. Jahrhunderts der 500. Jahrestag der ‚Entdeckung’ Amerikas. Da es sich bei diesem Jubiläum keineswegs um einen offensichtlichen Anlass zum Feiern handelt, wird dieser Unmut in einer Vielzahl von Neuen Historischen Romanen zum Ausdruck gebracht, die die Figur Kolumbus und die Conquista kritisch beleuchten und eine revidierte Version der Anfänge lateinamerikanischer Geschichte schreiben (s. Menton 1993: 48, Strosetzki 2003: 159). Die kritische Überprüfung der Gründungsmythen offenbart „una mayor consciencia de los lazos históricos compartidos por los países latinoamericanos como un cuestiona- miento de la historia oficial” (Menton 1933: 49) und entspricht dem Wunsch, eine spezi- fisch lateinamerikanische Geschichte „desde el punto de vista de los perdedores y de los marginados“ zu schreiben (Grützmacher 2006: 149).

Darüber hinaus sind die 80er Jahre in Lateinamerika insgesamt eine Zeit, in der die nationalen Gründungsmythen ihre Überzeugungskraft verloren haben und viele Menschen pessimistisch in die Zukunft blicken: Grund dafür ist eine Krise der Demokratie, die sich durch den gesamten Kontinent zieht, von Mexiko, wo „la masacre de Tlatelolco (1968) extiende […] la nube negra de la represión estatal“ (Perkowswka 2008: 25) bis zu den Ländern des Cono Sur, wo nach dem Ende der Militärdiktaturen im Laufe der 80er Jahre Desillusionierung und Authoritätskrise herrschen, die nicht nur die aktuelle politische Lage, sondern auch die literarische Produktion beeinflussen:

[El] crimen institucionalizado y la imposición de la histórica oficial que protege y legitima al Estado criminal definen en gran medida la producción literaria de la época. (ebd.: 26)

Zukunftsängste werden durch die wirtschaftlichen Probleme der 80er Jahre noch zusätzlich geschürt: „La explosión de la crisis económica produce incertidumbre e angustía social” (Perkowska 2008: 31). Es herrscht somit insgesamt eine Stimmung der Unsicherheit. Durch den Vertrauensverlust in Staat und Regierung werden auch die Rechtmäßigkeit und die Überzeugungskraft der Nationalgeschichte in Frage gestellt. Die postmoderne Historiographie bietet in dieser Situation eine passende Grundlage für ein neues Verständnis der Geschichte.

Dies führt dazu, dass sich Autoren in dieser Zeit wieder vermehrt mit historischen Stoffen beschäftigen und die Mythen der Nationalgeschichte hinterfragen. Es ist nicht verwunderlich, dass viele der Neuen Historischen Romane im 19. Jahrhundert und somit gerade im Zeitalter der Nationalstaatsbildung angesiedelt sind (s. Elmore 1997: 12). Auch wenn sich diese Romane mit der Vergangenheit beschäftigen, dienen sie eigentlich einer Orientierungs- und Identitätssuche in der Gegenwart. Sie zielen allerdings nicht darauf ab, Nationalgeschichte revisionistisch darzustellen, sondern wollen diese als ein Konstrukt entlarven und die Mechanismen, mit denen sie produziert wird, offenlegen. Für Neue Historische Romane bedeutet dies, dass diese no deben interpetarse como un intento de rectificar una versión sobre el pasado a fin de legitimarla como la opción verdadera, sino de cuestionar las imágenes existentes para hacer visibles los valores y prejucios de revisten el conocimiento que tenemos sobre el pasado y que condicionan nuestras opciones en el presente. (Viu Bottini 2007: 54)

Statt eine neue, kohärente Geschichte zu schreiben, werden Bruchstellen aufgezeigt und maximal durch eine „historia parcial y desmitifiadora“ ersetzt (Viu Bottini 2007: 24). Der Aufgabe, neue Orientierungspunkte für eine Identitätssuche zu bieten, können Neue Historische Romane daher nicht gerecht werden; stattdessen verfolgen ihre Autoren das Ziel, „[de] desmontar toda imagen como algo inestable y provisorio” (Viu Bottini 2007: 24). Die Unsicherheit in dem historischen Roman ist daher auch eine Allegorie für den Zustand der Gesellschaft,

[…] porque la búsqueda temática y formal de la nueva historia manifiesta una visión heterogéna y conflictiva del presente histórico cuyas transformaciones e incertidumbres afectan no sólo a los historiadores, sino también a sociedadas enteras. (Perkowska 2008:41)

Insgesamt bedeutet der Boom der Neuen Historischen Romane somit nicht nur ein vermehrtes Interesse an der Vergangenheit, sondern vorrangig eine Identitätssuche in der Gegenwart in Lateinamerika.

2.3.1 Kategorisierungsversuche des Neuen Historischen Romans

Interessant ist es nun, der Frage nachzugehen, ob und inwiefern es sich beim Neuen Historischen Roman um eine eigene Literaturgattung handelt, die einen Bruch mit dem traditionellen historischen Roman1 markiert, oder ob diese Romane lediglich eine Aktualisierung der Gattung darstellen. Dieses Thema steht im Mittelpunkt diverser wissenschaftlicher Arbeiten.

Der Begriff Nueva Novela Histórica stammt von dem amerikanischen Literaturwissenschaftler Seymor Menton, der 1993 in dem Werk La nueva novela hist ó rica de la Am é rica Latina anhand einer Studie einer Vielzahl von Werken sechs Charakteristika entwickelte, die seiner Meinung nach besondere Kennzeichen des Neuen Historischen Romans sind. Unabdingbares Kriterium für die Zugehörigkeit zum historischen Roman ist für ihn eine zeitliche Differenz von 40-60 Jahren, die zwischen Autor und historischem Ereignis liegen müssen:

[Hay] que reservar la categoría de la novela histórica para aquellas novelas cuya acción se ubica total o por lo menos predominantemente en el pasado, es decir, un pasado no experimentado directamente por el autor. (Menton 1993: 32)

Daneben schließt Menton auch Romane mit zu starkem Gegenwartsbezug aus:

Más difícil es justificar la exclusión de la categoría de novela histórica de aquellas novelas cuyos narradores o personajes están anclados en el presente o en el pasado reciente pero cuyo tema principal es la re-creación de la vida y los tiempos de un personaje histórico lejano. (Menton 1993: 34)

Seine sechs Charakteristika Neuer Historischer Romane müssen sich allerdings nicht in allen Romanen wiederfinden. Wichtig sind für Menton das Vorkommen geschichtsphilosophischer Ideen, die sich auf verschiedene Zeitebenen beziehen lassen, die Verzerrung des historischen Ereignisses, die Fiktionalisierung historischer Figuren sowie metafiktionale Elemente (wie Kommentare des Erzählers über den Entstehungsprozess der Geschichte), intertextuelle Bezüge und Dialogizität (s. Menton 1993: 42-44).

Menton ist zwar ein vielzitierter Experte auf dem Gebiet des Neuen Historischen Romans, seine Kategorisierung stößt aber häufig auf Kritik. Besonders die Exklusion von Werken mit zu hohem Gegenwartsbezug wirkt für ein Genre, das gerade im Spannungsverhältnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart steht, recht starr und mutwillig. Auch andere Charakteristika sind nicht zwingend konstitutiv für die Definition der Neuen Historischen Romane: Lukasz Grützmacher weist beispielsweise darauf hin, dass weder intertextuelle Bezüge, noch Dialogizität, oder die Präsentation philosophischer Ideen eine besondere Neuerung für das Genre des historischen Romans darstellen (s. Grützmacher 2006: 144).

Grützmacher selbst sieht „una actitud crítica a la historiografía oficial” (ebd.: 148) als wichtiges Charakteristikum des Neuen Historischen Romans. Im Unterschied zu Menton sieht er insgesamt keinen so starken Bruch mit dem traditionellen historischen Roman. Er stellt sich auf die Seite Fernando Aísnas (s. ebd.: 148), der seine Definition des Neuen Historischen Romans vor allem auf inhaltliche Aspekte stützt. Diese wären „una relectura del discurso historiográfico oficial” (Asína 1991: 21), die Dekonstruktion nationaler Mythen, die Verwendung (authentischer und fiktiver) Quellen, die Vermischung verschiedener Zeitebenen und ein spezieller Sprachgebrauch zur Nachahmung oder Parodierung der Vergangenheit (s. ebd.: 21). Ziel der Neuen Historischen Romane ist demnach - wie der Titel seines Werks Reescribir el pasado schon andeutet - eine Dekonstruktion historischer Mythen und die Aktualisierung deren Inhalts: „Los héroes inmortalizados en mármol o bronce, descienden de sus pedestrales para recobrar su perdida condición humana” (ebd.: 11).

Linda Hutcheon prägte den Begriff der Historiographischen Metafiktion, der von ihr quasi zum Synonym für die gesamte postmoderne Literatur erhoben wurde, dementsprechend aber auch auf den Neuen Historischen Roman zutrifft (s. Nünning 2008: 289). Diese Bezeichnung deutet schon an, dass die Metafiktion ein konstitutives Merkmal dieses Romantyps ist, indem „contructing, ordering, and selecting processes […] shown to be historically determined acts“ offengelegt werden und geschichtliches Wissen einerseits erläutert und andererseits auf seinen Wahrheitsgehalt hin in Frage gestellt wird (s. Hutcheon 1988: 92). Auch die Verwendung intertextueller Bezüge ist ein wichtiger Bestandteil der Historiographischen Metafiktion, die als „a formal manifestation of both a desire to close the gap between past and present of the reader and a desire to rewrite the past in a new context” verwendet werden (Hutcheon 1988: 118). Weitere wichtige Merkmale sind das Spiel mit Lüge und Wahrheit im geschichtlichen Kontext, detaillierte und ausschmückende Beschreibungen sowie das Auftreten historischer Figuren mit dem Ziel der Authentifizierung der Handlung (s. ebd.: 114).

Gemein ist diesen Charakterisierungen vor allem die bewusste Vermischung historischer Fakten und fiktionaler Elemente, sodass auf eine verzerrte Version der Geschichte dargestellt wird, die zum Beispiel durch historische Quellen authentisch wirken soll. Gerade die häufig explizit genannten intertextuellen Bezüge spiegeln den Wunsch und gleichzeitige das Bewusstsein Unmöglichkeit, die Geschichte wahrheitsgemäß im Roman zu rekonstruieren, wider.

2.3.2 Das Spiel mit der Realität im Neuen Historischen Roman

Durch die Mischung von Geschichte und Fiktion in Neuen Historischen Romanen entsteht häufig eine Art Spiel, das der Autor des historischen Romans mit dem Leser treibt: Ein ungeübter bzw. mit dem Handlungskontext nicht vertrauter Leser könnte leicht dazu geneigt sein, den Roman als historisch wahr anzusehen. So ist es wenig verwunderlich, dass sich viele Neue Historische Romane der Gattung der „ficción de archivo” zuordnen lassen, „un tipo de novela que dialoga con la historia, generalmente ubicada en el periódo colonial” (Viu Bottini 2007: 96). Gerade die Behandlung derart weit zurückliegender Epochen macht es für den Leser schwierig, einzuschätzen, welche Elemente historischen Fakten entsprechen und inwieweit diese vom Autor des

Romans fiktionalisiert wurden. Viele dieser Romane sind im Stil von Tagebüchern oder Biographien geschrieben, die „explora[n] las fronteras entre la historia y la ficción” (Grützmacher 2006: 153) und per se subjektive Darstellungen der Geschichte sind, die nur schwer als wahr oder falsch bewertet werden können. Da Neue Historische Romane aber ja darauf abzielen, sich diesem Bewertungsschema zu entziehen, entspricht die entstehende Unsicherheit dem erklärten Ziel dieser Romane.

Metafiktionale Reflexionen, die ebenfalls häufig Gegenstand Neuer Historischer Romane sind, arbeiten allerdings dagegen und sollten selbst beim leichtgläubigsten Leser Zweifel an dem Wahrheitsgehalt des betreffenden Romans aufkommen lassen:

[Los] procesos de reflexividad y metaficción no sólo ayudan a argumentar a favor del carácter limitado del proceso textual y la imposibilidad del acceso al conocimiento completo de los succesos investigados, sino que también buscan cuestionar el status gen é ri co de los discursos histórico y literario. (Colomina 2003: 260)

Gerade durch diese metafiktionalen Elemente wird deutlich, dass der Neue Historische Roman die Geschichte nicht neu schreibt, sondern aufdeckt, dass es sich bei jeder Form der Rekonstruktion historischer Ereignisse nur um einen Beitrag zum historiographischen Diskurs handeln kann. Dadurch tritt auch das einzelne historische Ereignis hinter allgemeine Überlegungen auf einer Makroebene der Geschichte zurück: Die „nueva percepción del discurso histórico en la literatura latinoamericana ya no [es] una reconstrucción de los hechos pasados, sino una contrucción e interpretación de macroestructuras en las que se encierra una visión global del destino continental” (Perkowska 2008: 21).

Da somit jeder Autor in einem Roman seine eigene Version der Geschichte verarbeitet, könnte man auch von „una subjetivización progresiva de la realidad” sprechen (Cohn 1979: 21, zit. nach Martínez García 2002: 210). Wie in 2.2.3 schon deutlich wurde, handelt es sich bei einem Autor oder Historiker nie um eine neutrale Person; auch er führt den Selektions- und Sinnstiftungsprozess, der hinter einem historischen Roman steht, mit einer bestimmten Zielsetzung durch. Im Mittelpunkt eines Romans steht somit nicht mehr das historische Ereignis, sondern dessen Bedeutung in der Gegenwart (s. Hutcheon 1988: 96). Auch Romane, die in einer weit zurückliegenden Vergangenheit spielen, haben häufig einen Bezug zur Aktualität, dadurch dass „el pasado remoto alude o evoca sentimientos o situaciones cercanas reconocibles para el lector que comparte el contexto del autor“ (Viu Bottini 2007: 27). Auch für die Analyse eines Werkes gilt somit nicht länger, sich auf die Frage zu konzentrieren, welche Elemente historisch oder fiktiv sind, sondern mit Blick nach vorne zu untersuchen, welche Intention der Autor mit seinem Roman verfolgt und welche Aussage über die Gegenwart dahintersteht.

3 Die Erzählerfigur der Postmoderne

Wie in der Einleitung schon angedeutet wurde, erfährt neben dem Autor auch die Erzählerfigur eine Aufwertung im Neuen Historischen Roman. Wie im vorigen Kapitel deutlich wurde, steht im Fokus des Romans nicht mehr die Frage, was erzählt wird (die ‚Geschichte’), sondern die Diskursebene und die Frage, wie die ‚Geschichte’ präsentiert wird.2 Viele charakteristische Eigenschaften des Neuen Historischen Romans wie metafiktionale Überlegungen oder multiperspektivische Darstellungen kommen vor allem durch spezifische Erzählsituationen zum Ausdruck, die damit wesentlich zum innovativen Charakter dieser Gattung beitragen:

La modernización de la serie literaria se manifiesta en la incorporación de técnicas, temas y perspectivas que a menudo entran en conflicto con la visión histórica de la realidad y con las convenciones del discurso histórico tradicional (realista), incluso si se trata de su vertiente ficcional. (Perkowska 2008: 24)

Um die Rolle des Erzählers im Neuen Historischen Roman genauer untersuchen zu können, ist es wichtig, zuvor deutlich zu machen, welche Rolle der Erzählerfigur in einem Erzähltext zukommt. Monika Fludernik identifiziert in Erz ä hltheorie. Eine Einf ü hrung vier Funktionen, die ein Erzähler im Text einnehmen kann: Zum einen präsentiert er die erzählte Welt, bleibt dabei aber meist verdeckt. Darüber hinaus kann er auch eine kommentierende oder erklärende Funktion haben:

Er erklärt, warum Ereignisse eintreten, führt auf politische oder soziale Umstände zurück, deutet die Motivation der Charaktere. […] Solche Bewertungen und Erklärungen zielen primär darauf ab, die Sympathie bzw. Antipathie des Lesers für bestimmte Charaktere zu wecken und ein Normensystem für die erzählte Welt bzw. deren Rezeption zu entwickeln. (Fludernik 2008: 38)

Die Erzählerfigur kann außerdem die Rolle eines Philosophen einnehmen, der generelle Aussagen macht, die auf die erzählte Welt oder auch auf die extratextuelle Welt bezogen sein können. Als viertes nimmt der Erzähler auch eine vermittlungsbezogene Funktion ein: Durch die direkte Anrede des Lesers oder metafiktionale Überlegungen tritt er quasi in Kommunikation mit dem (impliziten) Leser (s. ebd.: 38). Während der Erzähler, der nur die erzählte Welt präsentiert, meistens nicht explizit als homodiegetischer Erzähler in dieser auftritt, steigt der Grad der Involviertheit und Partizipation mit den verschiedenen Funktionen. Damit nimmt auch die Bedeutung dieser Figur für die Interpretation eines Textes zu: Da das Geschehen durch ihn gefiltert wird und er die Interpretation des Textes durch Kommentare und Reflektionen lenkt, ist der Erzähler eine Schlüsselfigur für die Interpretation.

[...]


1 Der Begriff traditioneller historischer Roman bezieht sich hier auf Georg Lukács Untersuchungen zu den historischen Romans Walter Scotts (vgl: Lukács 1955 oder zusammenfassend Aust 1994: 65f).

2 Vgl. zur Unterscheidung von Geschichte und Diskurs: Genette 2010: 181f.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Der unzuverlässige Wissenschaftler
Untertitel
Erzählerfiguren im Neuen Historischen Roman
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Romanistik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
52
Katalognummer
V214904
ISBN (eBook)
9783656445685
ISBN (Buch)
9783656446033
Dateigröße
681 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
No me alcanzará la vida, Celia de Palacios, Tomás Eloy Martínez, Santa Evita, Neuer Historischer Roman, Nueva Novela Histórica, Erzählerfigur, Erzähler
Arbeit zitieren
Neele Meyer (Autor), 2010, Der unzuverlässige Wissenschaftler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214904

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