Im Rahmen dieser Seminararbeit werden Möglichkeiten diskutiert, wie das aktuelle Strommarktdesign an die zukünftigen Herausforderungen angepasst werden kann. Die Grundlage dieser Arbeit ist der Artikel „Market Designs for a Completely Renewable Power Sector“ von den Autoren Jenny Winkler und Matthias Altmann. Nach der Einleitung werden das Vorgehen, die gewählte Methodik, getroffene Annahmen und die Ergebnisse von WINKLER UND ALTMANN (2012) in Kapitel 2 thematisiert. In Kapitel 3 wird zum Artikel anschließend kritisch Stellung bezogen und es erfolgt eine Einordnung in die Literatur und in politische Überlegungen. Ein abschließendes Fazit und ein Ausblick der Arbeit finden sich in Kapitel 4.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Arbeit zu Marktdesignoptionen für ein rein regeneratives Energiesystem von WINKLER UND ALTMANN
2.1 Untersuchungsziel und Aufbau des Artikels
2.2 Untersuchungsansatz
2.2.1 Deutsches Stromsystem 2050
2.2.2 Relevanz wesentlicher Systemmerkmale für das Marktdesign
2.2.3 Probleme eines komplett erneuerbaren Stromsystems
2.3 Möglichkeiten zukünftiger Strommarktdesigns
2.3.1 Anpassung des Erneuerbaren an das konventionelle Stromsystem
2.3.2 Anpassungen am aktuellen Marktdesign
2.3.3 Erweiterungen des aktuellen Marktdesigns
2.3.4 Ansätze für grundlegende Änderungen des Marktdesigns
2.4 Ergebnisse des Artikels
3 Kritische Einschätzung
3.1 Methodik
3.2 Vergleich mit alternativen Forschungsansätzen
3.3 Politische Einordnung
4 Schlussfolgerung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert Möglichkeiten zur Anpassung des Strommarktdesigns an die Herausforderungen eines vollständig auf erneuerbare Energien umgestellten Stromsystems, basierend auf dem Forschungsartikel von Winkler und Altmann (2012).
- Identifikation der Herausforderungen im deutschen Stromsystem bis 2050.
- Analyse verschiedener Optionen zur Marktdesignanpassung oder -erweiterung.
- Kritische Bewertung der methodischen Ansätze von Winkler und Altmann.
- Einordnung der Forschungsergebnisse in den aktuellen wissenschaftlichen und politischen Diskurs.
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Probleme eines komplett erneuerbaren Stromsystems
Aus den im vorherigen Kapitel festgestellten Unterschieden, zwischen dem aktuellen und einem zukünftigen Stromsystem, entwickeln WINKLER UND ALTMANN (2012) im Anschluss die daraus resultierenden Probleme für das zukünftige Stromsystem. Dazu zählen fehlende Kostendeckung und fehlende Investitionsanreize, ein erhöhter Bedarf an Regelenergie und untertägigem Handel, zunehmende Netzengpässe, Notwendigkeit der Integration einer größeren Anzahl von Marktakteuren und die Möglichkeiten zur Ausübung von Marktmacht.
Fehlende Kostendeckung und Investitionsanreize entstehen unter anderem durch eine erwartete Reduktion des durchschnittlichen Strompreises, volatilere Preise und veränderte Lastprofile für nicht-variable Kraftwerke. Hinzu kommen die geringere Vorhersagbarkeit der Stromproduktion und eine geringere Regelbarkeit der Kraftwerke. Dargebotsabhängige Erzeugungskapazitäten mit Grenzkosten nahe null, wie Windenergieanlagen, sind beispielsweise davon betroffen. Das Problem der Windenergie ist, dass zu Zeiten hoher Windstromproduktion der Strommarktpreis sinkt und der Wert der Windenergie unter dem Durchschnittspreis am Strommarkt liegt. Dadurch wird die Fixkostendeckung deutlich erschwert und Investitionsanreize fehlen. Diese Probleme bestehen nicht, wenn die Windenergie weiter über eine ausreichende Einspeisevergütung finanziert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel der deutschen Stromversorgung hin zu erneuerbaren Energien und die daraus resultierenden Herausforderungen für das bestehende Marktdesign.
2 Die Arbeit zu Marktdesignoptionen für ein rein regeneratives Energiesystem von WINKLER UND ALTMANN: In diesem Kapitel werden der Untersuchungsansatz, die analysierten Probleme und die vorgeschlagenen Marktdesign-Optionen der Autoren Winkler und Altmann detailliert dargelegt.
3 Kritische Einschätzung: Hier erfolgt eine kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise sowie eine Einordnung des untersuchten Artikels in den breiteren wissenschaftlichen Kontext.
4 Schlussfolgerung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung für eine fundierte politische Entscheidungsfindung bei der Marktdesigngestaltung.
Schlüsselwörter
Strommarktdesign, Erneuerbare Energien, Energiewende, Versorgungssicherheit, Kostendeckung, Investitionsanreize, Regelenergie, Netzengpässe, Marktmechanismen, Klimawandel, Stromerzeugung, Marktmacht, Windenergie, Einspeisevergütung, Energiekonzept
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anpassung des deutschen Strommarktdesigns, um eine sichere Stromversorgung in einem zukünftigen, vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden System zu gewährleisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Analyse der Kostenstrukturen, Investitionssicherheit, die Integration von dargebotsabhängigen Erzeugern und die Bewältigung technischer Herausforderungen im Netzbetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse und Bewertung verschiedener Marktdesign-Optionen, die in der Literatur (speziell bei Winkler und Altmann) diskutiert werden, hinsichtlich ihrer Eignung für ein komplett erneuerbares Stromsystem.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Ansatz durch die Literaturanalyse, den Vergleich von Prognosestudien und die kritische Auseinandersetzung mit Forschungsansätzen zur Marktdesigngestaltung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Winkler-Altmann-Studie, eine systematische Untersuchung möglicher Marktdesigns und eine kritische methodische Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Marktdesign, Erneuerbare Energien, Investitionsanreize und Versorgungssicherheit fassen den Kern der Untersuchung am besten zusammen.
Warum ist das aktuelle Marktdesign laut der Arbeit problematisch?
Es ist auf konventionelle Großkraftwerke ausgelegt; bei einem hohen Anteil volatiler erneuerbarer Energien fehlen durch sinkende Preise die Anreize für notwendige Investitionen und Fixkostendeckung.
Welche Lösungsansätze werden für das Marktdesign diskutiert?
Diskutiert werden unter anderem Kapazitätsmechanismen, langfristige Einspeisevergütungen, technologiespezifische Auktionen sowie Anpassungen am bestehenden Spot- und Regelenergiemarkt.
Wie bewertet der Autor die Methodik der analysierten Studie?
Die Methodik wird als sehr umfassend gelobt, jedoch wird kritisiert, dass die Breite der Studie zu Lasten der Tiefe bei einzelnen Themen geht und offene Fragen bezüglich der Begründung einiger Bewertungen bleiben.
Gibt es eine endgültige Empfehlung für ein Marktdesign?
Nein, die Arbeit stellt keine fertige Lösung dar, sondern betont, dass aufgrund der hohen Komplexität weitere Forschung notwendig ist, bevor eine endgültige politische Entscheidung getroffen werden kann.
- Arbeit zitieren
- Philipp Wenning (Autor:in), 2013, Energiemärkte und Integration von Windenergie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214923