Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, durch welche Spezifika sich die seitens Jürgen Habermas´ und Max Webers verwendeten Handlungsbegriffe auf der mikrotheoretischen Ebene jeweils voneinander abgrenzen lassen. Zuerst soll hierfür auf ein paar wenige bezüglich der Theorie kommunikativen Handelns grundlegende Punkte eingegangen werden (2) – es werden Jürgen Habermas´ Wissenschaftsauffassung und seine kritische Theorie näher beleuchtet, was dem weiteren Verständnis seiner Entwicklung der Theorie kommunikativen Handelns und seiner ihm hierbei vertretenen Denkweise dienen soll, bevor der Weg von seiner Universalpragmatik hin zu seiner Theorie kommunikativen Handelns kurz überblicksartig dargestellt wird (3). Daran anschließend wird der bei Habermas verwendete Begriff kommunikativen Handelns Webers Begriff sozialen Handelns gegenübergestellt (4), um die jeweiligen Spezifika der seitens der Autoren verwendeten Handlungsbegriffe näher zu beleuchten und sie systematisch voneinander abzugrenzen. Abschließend sollen dann im Fazit nochmals alle Ergebnisse dieser Arbeit kurz subsumiert werden (5), um der Frage nachzugehen, wo die spezifischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der verschiedenen Handlungsorientierungen von Habermas und Weber liegen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLEGENDES
2.1 HABERMAS´ WISSENSCHAFTSAUFFASSUNG
2.2 DIE ENTSTEHUNG DES BEGRIFFS KOMMUNIKATIVEN HANDELNS AUS DER KRITISCHEN THEORIE
3 VON DER UNIVERSALPRAGMATIK ZUR THEORIE KOMMUNIKATIVEN HANDELNS IM KURZEN ÜBERBLICK
4 HABERMAS´ BEGRIFF KOMMUNIKATIVEN HANDELNS IN ABGRENZUNG ZU WEBERS BEGRIFF SOZIALEN HANDELNS
4.1 HABERMAS´ HANDLUNGSORIENTIERUNGEN
4.1.1 TELEOLOGISCHES HANDELN
4.1.2 NORMENGELEITETES HANDELN
4.1.3 DRAMATURGISCHES HANDELN
4.2 WEBERS HANDLUNGSORIENTIERUNGEN
4.2.1 ZWECKRATIONALES HANDELN
4.2.2 WERTRATIONALES HANDELN
4.2.3 AFFEKTUELLES HANDELN UND TRADITIONALES
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die mikrotheoretische Abgrenzung der Handlungsbegriffe von Jürgen Habermas und Max Weber, um zu klären, wie soziales Handeln möglich ist und welche Spezifika die jeweiligen Handlungsorientierungen auszeichnen.
- Habermas' Wissenschaftsauffassung und Kritische Theorie
- Entwicklung von der Universalpragmatik zur Theorie kommunikativen Handelns
- Systematischer Vergleich der Handlungstypologien von Habermas und Weber
- Analyse der verschiedenen Modi der Handlungskoordinierung
- Untersuchung von Rationalitätsansprüchen im Handeln
Auszug aus dem Buch
4.1 HABERMAS´ HANDLUNGSORIENTIERUNGEN
Kommunikatives Handeln gilt als der Zentralbegriff des Gesamtwerkes von Habermas. Mit ihm bezeichnet er jedoch keinesfalls den Umfang aller Handlungen, die in gewisser Weise Kommunikation erfordern oder aus Sprechhandlungen bestehen (vgl. Brunkenhorst et al. 2009: 332), denn vielmehr ist für ihn das entscheidende Merkmal kommunikativen Handelns, „ dass die daran Beteiligten ihre je eigenen Handlungspläne auf der Grundlage einer kommunikativ erzielten Verständigung aufeinander abzustimmen versuchen“ (Ebd.: 332f.). Der Begriff des kommunikativen Handelns bezieht sich demnach in diesem technischen Sinne lediglich auf diejenigen sprachlich vermittelten Interaktionen, für die der an Verständigung orientierte Gebrauch von Sprache eine handlungskoordinierende Rolle übernimmt.
Weiter ist es wichtig, herauszustellen, aus welche Gründen Jürgen Habermas diese Handlungsart, die innerhalb der Klasse sozialer Handlungen bloß eine unter vielen ist, für so wichtig hält, denn trotz einiger Verfeinerungen, Erläuterungen und auch Verbesserungen, die er an seinem Gesamtwerk vornahm, hat er doch immer wieder am Grundkonzept seiner Theorie festgehalten. Laut dieser besteht die Besonderheit sprachlicher Verständigungsprozesse darin, dass deren Erfolg von den jeweiligen Überzeugungen - diese können aus begrifflichen Gründen nicht durch zum Beispiel Täuschung oder Gewalt erzwungen werden - aller Beteiligten, abhängig ist, denn sie hängen vielmehr von der ungezwungenen, rational motivierten Zustimmung aller ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Handlungs- und Kommunikationstheorie sowie die Zielsetzung des systematischen Vergleichs zwischen Habermas und Weber.
2 GRUNDLEGENDES: Darstellung der philosophischen Grundlagen der Kritischen Theorie und der Entstehung des Konzepts kommunikativen Handelns.
3 VON DER UNIVERSALPRAGMATIK ZUR THEORIE KOMMUNIKATIVEN HANDELNS IM KURZEN ÜBERBLICK: Überblick über die Entwicklung von Habermas' Sprachtheorie und die darin enthaltenen Geltungsansprüche.
4 HABERMAS´ BEGRIFF KOMMUNIKATIVEN HANDELNS IN ABGRENZUNG ZU WEBERS BEGRIFF SOZIALEN HANDELNS: Detaillierte Analyse und Gegenüberstellung der verschiedenen Handlungstypen und ihrer jeweiligen rationalen Ausrichtungen.
5 FAZIT: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Ergebnisse hinsichtlich der Spezifika der Handlungsbegriffe von Habermas und Weber.
Schlüsselwörter
Kommunikatives Handeln, soziales Handeln, Max Weber, Jürgen Habermas, Handlungstheorie, Rationalität, Zweckrationales Handeln, Wertrationales Handeln, Kritische Theorie, Universalpragmatik, Handlungskoordinierung, Lebenswelt, verstehende Soziologie, Selbstrepräsentation, Geltungsansprüche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem systematischen Vergleich der Handlungstheorien von Jürgen Habermas und Max Weber, um deren mikrotheoretische Unterschiede und Spezifika herauszuarbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Handlungsarten, die Rolle der Sprache, rationale Entscheidungsprozesse sowie die grundlegenden Unterschiede in der wissenschaftlichen Zielsetzung der beiden Autoren.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine detaillierte Gegenüberstellung der Begriffe "kommunikatives Handeln" (Habermas) und "soziales Handeln" (Weber) zu klären, wie soziales Handeln koordiniert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um eine begriffsanalytische und theoretische Arbeit, die auf Basis von Primärtexten der beiden Theoretiker sowie ergänzender Sekundärliteratur eine vergleichende Mikroanalyse durchführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung von Habermas' Handlungsorientierungen (teleologisch, normengeleitet, dramaturgisch) und Webers Typologie des sozialen Handelns (zweckrational, wertrational, affektuell, traditional).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen kommunikatives Handeln, soziale Rationalität, Handlungskoordinierung, Zweckrationalität und die Unterscheidung zwischen system- und lebensweltlichen Aspekten.
Wie unterscheidet sich Habermas' Ansatz von dem Webers?
Während Weber primär handlungstheoretisch die sinnhafte Orientierung einzelner Individuen untersucht, zielt Habermas auf die universalen Verständigungsstrukturen ab, die idealerweise zu herrschaftsfreien Einigungen führen.
Was ist das Besondere am dramaturgischen Handeln?
Im Gegensatz zu den anderen Typen richtet das dramaturgische Handeln den Blick auf die Selbstrepräsentation des Akteurs vor einem Publikum, wobei der Geltungsanspruch der Wahrhaftigkeit im Vordergrund steht.
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- Julia Steinbichl (Author), 2013, Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns in Abgrenzung zu Max Webers Theorie sozialen Handelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214930