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Die normativen Grundlagen katholischer Sexualethik

Title: Die normativen Grundlagen katholischer Sexualethik

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 20 Pages , Grade: sehr gut (15 Punkte)

Autor:in: Matthias Gloser (Author)

Theology - Systematic Theology
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Die moralische Beurteilung der menschlichen Sexualität, die über Jahrhunderte recht einheitlich war, fällt heute sehr unterschiedlich aus. Die Urteile weichen, auch wenn es an verschieden Punkten durchaus Gemeinsamkeiten gibt, sehr stark voneinander ab. Sprengkraft haben normative Aussagen zur Homosexualität, sexuellen Kontakten außerhalb der Ehe, künstlicher Empfängnisverhütung und der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen innerhalb der katholischen Kirche.

In dieser Arbeit sollen die Ursachen dieser Differenzen untersucht werden. Dazu sollen die unterschiedlichen normativen Prämissen dargelegt und die Stärken sowie die Probleme der verschieden Argumentationslinien aufgezeigt werden. Ferner werden diese vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Situation diskutiert. Abschließend werden verschieden neuere Lösungsansätze vorgestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Personalität als übergreifende Grundnorm der Sexualethik

3. Die klassischen Argumentationslinien der katholischen Sexualethik

3.1. Die Liebe als zentrales Merkmal moralisch legitimer Beziehungen

3.2. Die teleologische Argumentationslinie

4. Die katholische Sexualmoral im Kontext moderner Lebensentwürfe

5. Die Suche nach vermittelnden Positionen

5.1. Vorschläge zur Veränderung der Kommunikationsstruktur

5.2. Die differenzierte Betrachtung des Sexualverhaltens

5.3. Der Schwerpunkt innerhalb des sexualethischen Diskurses

6. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Divergenz zwischen der offiziellen katholischen Sexualmoral und der heutigen Lebenswirklichkeit. Das primäre Ziel ist die Analyse der zugrunde liegenden normativen Prämissen, das Aufzeigen von Stärken und Problemen klassischer Argumentationslinien sowie die Diskussion moderner Lösungsansätze vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Situationen.

  • Normative Grundlagen der katholischen Sexualethik
  • Spannungsfeld zwischen Lehre und individueller Lebenspraxis
  • Personalität und Instrumentalisierungsverbot als ethische Maßstäbe
  • Kritik an der naturrechtlichen Argumentationslinie
  • Pluralität moderner Lebensentwürfe und Beziehungsmodelle

Auszug aus dem Buch

2. Die Personalität als übergreifende Grundnorm der Sexualethik

Innerhalb der unterschiedlichen normativen Haltungen zur Sexualität gibt es, trotz der stark abweichenden Wertvorstellungen, einen Grundkonsens. Es existiert eine Basisnorm, die sich durch sämtliche Diskurse zieht. Sie kann mit dem Begriff "Personalität" bezeichnet werden. Diese Basisnorm kann grundlegend formuliert folgendermaßen zusammengefasst werden:

In der Sexualität nutzt der Mensch einen anderen Menschen zu Befriedigung eines eigenen Bedürfnisses. Der Sexualpartner ist somit Mittel der Bedürfnisbefriedigung eines anderen Menschen. Die sexuelle Bedürfnisbefriedigung ist in ihrer Grundstruktur jeder anderen Bedürfnisbefriedigung durchaus ähnlich. Es wird ein Objekt benötigt, um das eigene Verlangen zu stillen. Das gilt auch für andere Bedürfnisse. Wenn ein Mensch hungrig ist, benötigt er Nahrung, um dieses Verlangen zu stillen. Wenn er friert oder sich vor Nässe Schützen möchte, benötigt er ebenfalls ein Objekt, dass ihn wärmt oder den Körper vor Regen schützt. Es ist evident, dass die Sexualität innerhalb der menschlichen Bedürfnisbefriedigung einen Sonderfall einnimmt. Denn anders als bei anderen Bedürfnissen wird bei einem sexuellen Bedürfnis ein Objekt benötigt, dass selbst Subjekt ist. Dies gilt für Gegenstände nicht. Sie sind keine Subjekte. Im Umgang mit Gegenständen ist evtl. eine Umweltethik zu beachten, damit ein nachhaltiger Umgang mit der Natur, die der Mensch zur Bedürfnisbefriedigung nutzt, gewährleistet ist. Einen Zwischenstatus nehmen Tiere ein. Da sie Wesen sind, die Schmerz empfinden, ist bei der Nutzung der Tiere darauf zu achten, dass ihnen möglichst wenig Leid zugefügt wird. Der Mensch dagegen empfindet nicht nur Leid, sondern verfolgt eigene Ziele und ist in der Lage sein Handeln moralisch zu reflektieren. Folglich ist die Sexualität ein durchaus heikles Gebiet, weil hier der Mensch nicht gedankenlos mit Menschen umgehen kann, wie mit Gegenständen, sondern den Sexualpartner als Subjekt respektieren muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Problemstellung der Arbeit, die darin besteht, die Ursachen für die Diskrepanz zwischen kirchlicher Sexuallehre und gesellschaftlicher Realität zu untersuchen.

2. Die Personalität als übergreifende Grundnorm der Sexualethik: Führt das Konzept der Personalität und das kantische Instrumentalisierungsverbot als Basisnorm für ethisch legitime Sexualität ein.

3. Die klassischen Argumentationslinien der katholischen Sexualethik: Analysiert die Liebe als zentrales Merkmal der Beziehungsethik und die teleologische Naturrechtsargumentation als spezifisch katholische Position.

4. Die katholische Sexualmoral im Kontext moderner Lebensentwürfe: Diskutiert den Konflikt zwischen der kirchlichen Lehre und der heutigen Vielfalt an Beziehungsformen sowie sozio-ökonomischen Veränderungen.

5. Die Suche nach vermittelnden Positionen: Stellt aktuelle theologische Diskussionsvorschläge vor, um die Kerngehalte der Lehre verständlicher zu vermitteln und die Anforderungen an den Menschen neu zu gewichten.

6. Konklusion: Fasst zusammen, dass das traditionelle Naturrechtsargument aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Entstehung von Sexualpräferenzen an Plausibilität verloren hat.

Schlüsselwörter

Sexualethik, Katholische Theologie, Personalität, Instrumentalisierungsverbot, Naturrecht, Konsensmoral, Liebe und Verantwortung, Ehe, Lebensentwürfe, Sexualmoral, Beziehungsmodelle, Christliche Ethik, Fortpflanzung, Anthropologie, Moraltheologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die normativen Grundlagen der katholischen Sexualethik und beleuchtet die Spannungen, die durch den gesellschaftlichen Wandel und moderne Lebensentwürfe entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Personalität als Grundnorm, die klassische Argumentation mittels Naturrecht, die Bedeutung der Ehe sowie die Frage nach der Vermittelbarkeit kirchlicher Lehren in einer pluralistischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die Differenzen zwischen kirchlicher Lehre und Lebenspraxis darzulegen und neuere theologische Lösungsansätze zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Analyse theologischer und philosophischer Texte sowie eine Reflexion normativer Argumentationslinien im Kontext gesellschaftlicher Gegebenheiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Basisnorm der Personalität, den klassischen Argumentationssträngen der katholischen Lehre, der Konfrontation mit modernen Lebensstilen sowie verschiedenen Vorschlägen zur inhaltlichen und kommunikativen Neuausrichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Sexualethik, Personalität, Naturrecht, katholische Sexualmoral und der Wandel familiärer Lebensformen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Konsensmoral" und der traditionellen katholischen Lehre?

Die Konsensmoral fokussiert auf die freiwillige Zustimmung der Subjekte als notwendige Bedingung, während die katholische Tradition zusätzlich objektive Zwecke wie die Fortpflanzung und den Sakramentscharakter der Ehe als normativ erachtet.

Welche Rolle spielt die "Liebe" in der Argumentation der Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet, wie die "Liebe" als tugendethischer Ansatz zwar einen Dreh- und Angelpunkt der christlichen Lehre darstellt, jedoch in der offiziellen katholischen Sexualmoral hinter die Kriterien der Ehe und Zeugungsoffenheit zurücktritt.

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Details

Title
Die normativen Grundlagen katholischer Sexualethik
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Probleme der Bioethik
Grade
sehr gut (15 Punkte)
Author
Matthias Gloser (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V214975
ISBN (eBook)
9783656428428
Language
German
Tags
grundlagen sexualethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Gloser (Author), 2011, Die normativen Grundlagen katholischer Sexualethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214975
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