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Der evangelische Religionsunterricht der Volksschule ab 1850

Sachanalyse und Unterrichtsvorschläge

Titel: Der evangelische Religionsunterricht der Volksschule ab 1850

Unterrichtsentwurf , 2010 , 27 Seiten , Note: bestanden

Autor:in: M.A. Christopher Knapp (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches waren die deutschsprachigen Staaten des 19. Jahrhunderts unter Modernisierungszwang geraten. Viele von ihnen waren nach 1806 nur noch verarmte Vasallenstaaten des Frankreichs von Napoleon I, und die Reste mittelalterlicher Ständeordnung und einer auf Landwirtschaft beruhenden Ökonomie ließ die Staaten in dem sich auf die industrielle Revolution vorbereitenden Europa weiter zurückfallen. Der Ausweg waren massive soziale Reformen; neben Reformation von Verwaltung und Militär wurde vor allen Dingen die Neugestaltung des Bildungswesens Kernpunkt des von der Großmacht Preußen begonnen deutschen „social engineering“ im 19. Jahrhundert.
Nach den Ideen der von der Aufklärung beeinflussten Reformer sollte eine rationale(re) Allgemeinbildung nun den Weg zu Chancengleichheit und ethischer Verbesserung aller öffnen, während ihre am protestantischen Pietismus orientierten Allierten mit den Schulreformen eine Verbesserung der christlichen Moral wie des ökonomischen Schicksals der verarmten Bevölkerung verbanden. Allzu liberale Vorstellungen der Reformer wurden allerdings rasch durch konservative Kräfte eingedämmt, und während andauernde Reformbemühungen vor allem für höhere Schulen schnell Wirkung zeigten, änderten sich die Verhältnisse in den Volks- bzw. Elementarschulen erst mit - mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs einhergehenden - weiteren Reformen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
Thema der Arbeit. Vor diesem Hintergrund soll in der vorliegenden Arbeit der evangelische Religionsunterricht an deutschen Volksschulen in seiner Entwicklung ab 1850 untersucht und eine Verwendung des Themas für den Unterricht diskutiert und erstellt werden. Zuerst soll dazu eine Einführung in Geschichte und Struktur der Volksschule im 19. Jahrhundert und ihre Stellung zwischen Staat und Kirche sowie die Entwicklung des protestantischen Religionsunterrichts (2) gegeben werden. Im darauf folgenden Abschnitt (3) sollen die für die Schulreform wesentlichen Ministerialerlässe, die sogenannten „Stiehlschen Regulative“ von 1854 und die „Allgemeine Bestimmungen“ von 1872, bezüglich ihrer Bedeutung gerade für den Religionsunterricht vorgestellt und analysiert werden. Daran schließt sich eine inhaltliche Analyse eines zu dieser Zeit verbreiteten Religionsbuches an. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der evangelische Religionsunterricht in der Volksschule ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

2.1 Exkurs: Die Schule zwischen Staat und Kirche

2.2 Strukturen und Entwicklung der deutschen Volksschule im 19. Jahrhundert

2.3 Geschichte des evangelischen Religionsunterrichts

3. Vorstellung und Analyse von Zeitdokumenten

3.1 Die Stiehlschen Regulative

3.2 Die “Allgemeinen Bestimmungen” von 1872

3.3 Die „Erste Wahrheitsmilch“ - ein elementarer Katechismus

4. Verwendung in der Unterrichtspraxis: Unterrichtseinheit Schule früher

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des evangelischen Religionsunterrichts an deutschen Volksschulen ab 1850. Ziel ist es, die didaktischen Veränderungen durch staatliche Reformen sowie die Unterrichtspraxis dieser Zeit zu analysieren und Möglichkeiten für eine schülerorientierte Umsetzung des Themas im Sachunterricht der Grundschule aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung des evangelischen Religionsunterrichts im 19. Jahrhundert
  • Analyse staatlicher Reformdokumente wie der Stiehlschen Regulative und der „Allgemeinen Bestimmungen“
  • Untersuchung historischer Lehrwerke am Beispiel des Katechismus „Erste Wahrheitsmilch“
  • Didaktische Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema „Schule früher“
  • Reflexion über Lernmethoden und den Vergleich zwischen historischem und modernem Unterricht

Auszug aus dem Buch

3.3 „Die erste Wahrheitsmilch“ – ein elementarer Katechismus

Allgemeines. Als Beispiel für einen für diese Zeit typischen11 und - wegen seiner Form bzw. der dahinter stehenden Didaktik, Anschaulichkeit und Zugänglichkeit durch Wiederveröffentlichung (in Freudenberg 2005) - auch für den Unterricht gut verwendbaren pietistischen (Minimal- ) Katechismus soll im folgenden die „Erste Wahrheitsmilch für Säuglinge am Alter und Verstand“ des reformierten Theologen Friedrich Adolf Lampe untersucht werden. Lampe galt als einer der prominentesten Theologen seiner Zeit; er wurde 1683 in Bremen geboren und von reformierten pietistischen Theologen ausgebildet. Später lehrte er in Utrecht – wo er eine ganze theologische Richtung begründete - und verfasste auch zahlreiche exegetische, dogmatische und katechistische Schriften (Freudenberg 2005: XVII-XIX). Die broschürenartige „Wahrheitsmilch“ wurde das erste Mal 1717 verlegt, dann aber bis 1867 immer wieder neu aufgelegt; das Buch erfreute sich bis in das späte 19. Jahrhundert großer Beliebtheit und war auch Bestandteil verschiedener regionaler Schulbuchverordnungen (Freudenberg 2005: XVII-XVIX). Gedacht war es als Grundlage des ersten Katechismusunterrichts in Haus und Volksschule und wurde meist zusammen mit - einer den Stoff vertiefenden - weiteren Schrift Lampes, der „Einleitung zu dem Geheimniß des Gnadenbundes, der nach der vernünftigen Milch des Worts Gottes begierenden Jugend zum Nutzen“, gedruckt (Freudenberg 2005: XVIII).

Analyse. In der hier verwendeten Ausgabe hat das Buch 12 Seiten; die zugrundeliegende Ausgabe war 8,5 auf 15 cm groß und enthielt laut dem Vorwort des Verlegers einige orthographische Fehler (Freudenberg 2005: XIX). 150 nicht numerierte kurze Fragen sind zweizeilig, mit ebenso knappen Antworten und ohne weitere Textgliederung abgedruckt; ihre Kürze und Prägnanz dürfte für ein sprechchorartiges Lernen durch Wiederholen in einer Klasse konzipiert worden sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Modernisierungszwang der deutschsprachigen Staaten im 19. Jahrhundert und begründet die Konzentration auf die preußische Schulgeschichte als zentralen Ausgangspunkt der Arbeit.

2. Der evangelische Religionsunterricht in der Volksschule ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel zeichnet das komplexe Spannungsfeld zwischen Kirche und Staat nach und erläutert, wie sich die Strukturen der Volksschule und der Religionsunterricht unter dem Einfluss politischer und gesellschaftlicher Reformen wandelten.

3. Vorstellung und Analyse von Zeitdokumenten: Hier werden die Stiehlschen Regulative, die „Allgemeinen Bestimmungen“ von 1872 sowie der Katechismus „Erste Wahrheitsmilch“ als zentrale Quellen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die damalige Unterrichtspraxis analysiert.

4. Verwendung in der Unterrichtspraxis: Unterrichtseinheit Schule früher: Das letzte Kapitel überträgt die historischen Erkenntnisse in die heutige Zeit und stellt einen konkreten Unterrichtsentwurf vor, der Schülern durch den Vergleich mit früheren Schulformen ein Verständnis für Lernprozesse und historische Entwicklungen ermöglichen soll.

Schlüsselwörter

Religionsunterricht, 19. Jahrhundert, Volksschule, Stiehlsche Regulative, Allgemeine Bestimmungen, Katechismus, Erste Wahrheitsmilch, Friedrich Adolf Lampe, Schulreform, Preußen, Schulgeschichte, Sachunterricht, Didaktik, Bildungsgeschichte, Unterrichtspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des evangelischen Religionsunterrichts in preußischen Volksschulen während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und deren Relevanz für den heutigen Sachunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die staatliche Schulpolitik, die Rolle der Kirche im Bildungswesen, die Veränderung der Unterrichtsinhalte und Lehrmethoden sowie die Umsetzung dieser Themen in einer modernen Unterrichtseinheit für Grundschüler.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die historische Untersuchung des Religionsunterrichts und die Ableitung eines didaktischen Konzepts, um das Thema „Schule früher“ schülerorientiert und kritisch in den heutigen Grundschulunterricht zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Ministerialerlässe, Schulverordnungen und historische Lehrmaterialien (insb. Katechismen) untersucht und in den geschichtlichen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Schule, die Bedeutung der Stiehlschen Regulative und der „Allgemeinen Bestimmungen“ sowie die inhaltliche Struktur des Katechismus „Erste Wahrheitsmilch“ als Anschauungsobjekt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Religionsunterricht, Schulreform, Preußen, Katechismus, Didaktik und Schulentwicklung charakterisiert.

Warum wurde die „Erste Wahrheitsmilch“ für die Analyse ausgewählt?

Dieser Katechismus wurde gewählt, weil er als typisches, weit verbreitetes Lehrmittel der Zeit diente, eine klare Struktur aufweist und sich aufgrund seiner kurzen, prägnanten Form exzellent als historisches Anschauungsobjekt für Unterrichtszwecke eignet.

Wie sieht der vorgeschlagene Unterrichtsentwurf konkret aus?

Der Entwurf sieht eine offene Unterrichtsform mit Lernstationen vor, an denen Schüler durch den Vergleich von damaligen und heutigen Schulbedingungen (z.B. Klassenregeln, Unterrichtsmaterialien, Zeitpläne) ihre eigene Lernfähigkeit reflektieren sollen.

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Details

Titel
Der evangelische Religionsunterricht der Volksschule ab 1850
Untertitel
Sachanalyse und Unterrichtsvorschläge
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau  (Ev. Theologie)
Note
bestanden
Autor
M.A. Christopher Knapp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V215014
ISBN (eBook)
9783656428299
ISBN (Buch)
9783656438557
Sprache
Deutsch
Schlagworte
religionsunterricht volksschule sachanalyse unterrichtsvorschläge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Christopher Knapp (Autor:in), 2010, Der evangelische Religionsunterricht der Volksschule ab 1850, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215014
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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