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Ausgewählte Geschlechtsunterschiede und ihre Ursachen

Title: Ausgewählte Geschlechtsunterschiede und ihre Ursachen

Seminar Paper , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tobias Mühlberg (Author)

Psychology - Personality Psychology
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Die Schlagworte „Geschlechtsrolle“, „Stereotyp“ und „Geschlechtsunterschiede“ sind vor allem aus der Diskussion um die Gleichberechtigung von Mann und Frau bekannt. Diese Debatte muss als Konsequenz der in der Vergangenheit erfolgten und bis heute anhaltenden Beurteilung der Geschlechter gesehen werden, bei welcher Frauen und feminine Eigenschaften oft negativ beurteilt wurden und immer noch werden:
„Die Männer sind den Frauen überlegen aufgrund der Eigenschaften, in welchen Gott sie überlegen ausgestattet hat.“ (Der Koran)
„Warum kann die Frau nicht etwas ähnlicher sein dem Mann?“ (My Fair Lady)1
Aus diesem Grund überrascht es nicht, wenn in der Forderung nach Gleichberechtigung oft genauso Übertreibung zu finden ist, wie in den traditionellen gesellschaftlichen Ansichten über Geschlechtsrollen. Zwar scheint es offen auf der Hand zu liegen, dass sich Männer und Frauen voneinander unterscheiden, nur welche Unterschiede, von den bekannten körperlichen Merkmalen2 einmal abgesehen, gibt es tatsächlich? Außerdem stellt sich die Frage, ob Geschlechtsunterschiede wirklich bedeuten, dass manche Dinge nur bei Männern vorkommen bzw. ob es Fähigkeiten gibt, die nur Frauen besitzen?
Bereits am Anfang dieser Arbeit muss die Aussage getroffen werden, dass außer den bereits angeführten körperlichen Unterschieden keine weiteren geschlechtsspezifischen Unterschiede, also Merkmale, die nur eines der beiden Geschlechter besitzt, existent sind.
Aus diesem Grund wird in der Differentiellen Psychologie bei der Untersuchung von Geschlechtsunterschieden auf folgende Fragen Wert gelegt: [...]

1 Greenglass, 1982, S. 11
2 Die Geschlechtsmerkmale werden in primäre, sekundäre und tertiäre Geschlechtsmerkmale unterschieden:
Die äußeren und inneren Geschlechtsorgane, z.B. Penis, Hoden und Scheide, sowie deren Anhangdrüsen sind
primäre Geschlechtsmerkmale. Schamhaare, Bart, Stimmlage und Milchdrüsen werden zu den sekundären
Geschlechtsmerkmalen gezählt. Tertiäre Geschlechtsmerkmale sind z.B. Unterschiede in der Körperhöhe, beim
Knochenbau, im Verhalten und im Empfindungsbereich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechtsrollen – Stereotypen

3. Vergleich Intellektueller Fähigkeiten

3.1. Sprachliche Fähigkeiten

3.2. Mathematische Fähigkeiten

3.3. Räumliche Fähigkeiten

4. Vergleich der Aggressivität

5. Biologische Erklärungsansätze für Geschlechtsunterschiede

5.1. Genetische Modelle

5.2. Hormonelle Einflüsse

5.2.1. Postnatale hormonelle Einflüsse

5.2.2. Pränatale hormonelle Einflüsse

5.3. Theorien zur Gehirnhemisphärenspezialisierung

5.3.1. Frühentwicklung der linken Gehirnhälfte bei Mädchen

5.3.2. Schwächere Spezialisierung der Gehirnhälften bei Mädchen

6. Erklärung der Geschlechtsunterschiede mit Sozialisationseinflüssen

6.1. Entwicklungspsychologische Modelle

6.1.1. Die lerntheoretische Sichtweise

6.1.2. Theorie vom Geschlechtsschema

6.2. Trainingsstudien

7. Zusammenfassung unter Würdigung der praktischen Bedeutung der Ergebnisse

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht differenzialpsychologisch die tatsächlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen in psychischen Merkmalen wie Fähigkeiten, Interessen und Persönlichkeitseigenschaften sowie die Faktoren, auf die diese Unterschiede zurückzuführen sind. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Ausmaß existierender Geschlechtsunterschiede und deren Ursprung in biologischen oder soziokulturellen Einflüssen.

  • Analyse von Geschlechtsrollen und Stereotypen
  • Vergleich kognitiver Fähigkeiten (Sprache, Mathematik, Raumvorstellung)
  • Untersuchung biologischer Erklärungsansätze (Genetik, Hormone, Hirnspezialisierung)
  • Betrachtung von Sozialisationseinflüssen und entwicklungspsychologischen Modellen
  • Diskussion der praktischen Bedeutung und der Rolle der individuellen Motivation

Auszug aus dem Buch

3.3. Räumliche Fähigkeiten

Eine Metaanalyse von Linn und Petersen (1985) beschäftigte sich mit Geschlechtsunterschieden bezüglich der räumlichen Fähigkeiten. Dabei wurden die Komponenten räumlicher Fähigkeiten in räumliche Wahrnehmung, mentale Rotation und räumlich bildhaftes Vorstellen dreigeteilt.24

a) Räumliche Wahrnehmung Hierbei wird die Raumvorstellungskraft untersucht. So sitzt beim Rod-and-Frame-Test (Abb. 1) die Versuchsperson auf einem gekipptem Stuhl in einem verdunkelten Raum. Sie sieht einen leuchtenden Rahmen, in dem sich ein leuchtender Stab befindet. Dieser Stab soll nun mit einer Fernbedienung senkrecht zum Boden gestellt werden. 25

b) Mentale Rotation Bei dieser Komponente sollen zwei- oder dreidimensionale Vorgaben oder ihre Teile im Kopf gedreht werden, um die Übereinstimmung mit einem vorgegeben Muster zu prüfen. In Abbildung 2 (a) bzw. (b) wäre also zu prüfen, ob beide Gebilde identisch sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Gleichberechtigung und Definition der zentralen Begriffe unter kritischer Betrachtung körperlicher und psychischer Geschlechtsmerkmale.

2. Geschlechtsrollen – Stereotypen: Erläuterung, wie gesellschaftliche Erwartungen Merkmalszuschreibungen über Geschlechtergrenzen hinweg prägen und als Vorurteile fungieren.

3. Vergleich Intellektueller Fähigkeiten: Differenzierte Analyse kognitiver Leistungsunterschiede mit Fokus auf verbale, mathematische und räumliche Kompetenzen.

4. Vergleich der Aggressivität: Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Aggressivität und deren Abhängigkeit von sozialen Kontexten sowie physischen Faktoren.

5. Biologische Erklärungsansätze für Geschlechtsunterschiede: Darstellung genetischer und hormoneller Einflüsse sowie Theorien zur unterschiedlichen Spezialisierung der Gehirnhälften bei Männern und Frauen.

6. Erklärung der Geschlechtsunterschiede mit Sozialisationseinflüssen: Analyse der Rolle von Erziehung, Umweltfaktoren und Selbstkonzepten bei der Ausbildung geschlechtstypischer Verhaltensweisen.

7. Zusammenfassung unter Würdigung der praktischen Bedeutung der Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Gleichberechtigung unter Berücksichtigung von individueller Motivation und Entwicklungspotenzial.

Schlüsselwörter

Geschlechtsunterschiede, Differenzielle Psychologie, Geschlechtsrollen, Stereotypen, Kognitive Fähigkeiten, Raumvorstellung, Aggressivität, Biologische Erklärungsansätze, Hormonelle Einflüsse, Sozialisation, Geschlechtsschema, Trainingsstudien, Gleichberechtigung, Anlage-Umwelt-Debatte, Verhaltensunterschiede

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung existierender Unterschiede zwischen Männern und Frauen in psychischen Merkmalen, Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich kognitiver Leistungen, der Aggressivität sowie der Diskussion biologischer und sozialisationstheoretischer Ursachen dieser Unterschiede.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Ausmaß realer Geschlechtsunterschiede zu klären und zu prüfen, inwieweit diese durch genetische, hormonelle oder umweltbedingte Faktoren determiniert sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche und die Auswertung zahlreicher Metaanalysen aus der Psychologie, um die empirische Forschungslage zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert verbale, mathematische und räumliche Fähigkeiten sowie verschiedene biologische (Genetik, Hormone, Gehirn) und soziale Erklärungsmodelle für geschlechtstypisches Verhalten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Geschlechtsrollen-Stereotype, Hirnlateralisation, Sozialisationseinflüsse und die Anlage-Umwelt-Debatte bilden die Kernelemente der Argumentation.

Warum sind die Unterschiede in den Testergebnissen oft kleiner als erwartet?

Die Arbeit betont, dass Unterschiede zwischen den Individuen innerhalb eines Geschlechts häufig größer sind als die statistischen Abweichungen der Mittelwerte zwischen den Geschlechtern.

Welche Rolle spielt die Motivation für die Geschlechterrollen?

Die Arbeit hebt hervor, dass neben dem reinen „Können“ auch das „Wollen“ – also die eigene Motivation und Identifikation innerhalb eines Geschlechtsschemas – das Verhalten maßgeblich mitbestimmt.

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Details

Title
Ausgewählte Geschlechtsunterschiede und ihre Ursachen
College
Dresden Technical University  (Institut für Klinische, Diagnostische und Differentielle Psychologie)
Grade
1,3
Author
Tobias Mühlberg (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V21504
ISBN (eBook)
9783638251068
ISBN (Book)
9783656175230
Language
German
Tags
Ausgewählte Geschlechtsunterschiede Ursachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Mühlberg (Author), 2003, Ausgewählte Geschlechtsunterschiede und ihre Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21504
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