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Das Valencianische, seine Sonderstellung und die damit verbundene Sprachdebatte

Titel: Das Valencianische, seine Sonderstellung und die damit verbundene Sprachdebatte

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 45 Seiten

Autor:in: Elisabeth Anderhof (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Spanier ist jeder, der keine Möglichkeit hat etwas anderes zu sein“, dieser zynische und zugleich äußerst aussagekräftige Kommentar des ehemaligen Ministerpräsidenten und Historikers Cánovas del Castillo kritisiert die regionalen Autonomiebestrebungen in Spanien.
Die ständig anwachsenden Forderungen nach Autonomie des Baskenlandes, Galiziens und Kataloniens sowie Valencias stellen nach wie vor einen Kernpunkt der politischen Themen dar, mit denen sich die parlamentarische Erbmonarchie Spanien befassen muss. Diese autonomen Gemeinschaften streben nach mehr Freiheit und Mitspracherecht in eigenen politischen Angelegenheiten und ferner nach Anerkennung der eigenen Regionalsprachen als offizielle Amtssprachen.
Die Folgen dieses Verhaltens sind zum Einen inländische Zersplitterung aus sprachlicher Sicht sowie ein ansteigender Konkurrenzgedanke untereinander. Laut Salvador Giner, dem Präsidenten des IEC (Institute d´Estudis Catalans) ist „el secesionismo es darle la puntilla a la lengua“, dem weitaus schwerwiegendere Problemen folgen können.
Auch die Europäische Union, in der das Königreich Spanien seit 1986 ein amtierendes Mitglied ist, hat sich mit dieser Problematik befasst. Am fünften November 1992 gab die EU ihre Definition für den Begriff Regional- und Minderheitensprachen bekannt:
„Regional or minority languages means languages are traditionally used within a given territory of a State by nationals of that State who form a group numerically smaller than the rest of the State’s population; and different from the official language(s) of that State”
Demnach handelt es sich hierbei um eine von einer Minderheit in einem Staatsgebiet gebrauchte Sprache, die sich von der Amtssprache unterscheidet und weder ein Dialekt, noch die Sprache von Zuwanderern ist. Während die Charta nicht zwischen Minderheiten- und Regionalsprachen differenziert, ist eine Unterscheidung aus wissenschaftlicher Sicht durchaus möglich. Regionalsprachen richten sich nach der regionalen Verbreitung, wohingegen Minderheitensprachen eher ethnisch bestimmt, dennoch gibt es häufig Überschneidungen.
Es ist nachvollziehbar, dass diese schwammige Begriffsbestimmung Unstimmigkeiten mit sich bringt. Huelgas bzw. auf Katalanisch vagas stehen in bestimmten spanischen Gebieten beinahe täglich auf dem Programm und beeinflussen das Leben der spanischen Bevölkerung stark.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenswertes über die Comunitat Valenciana

2.1 Geographische Einordnung

2.2 Kultur Valencias

2.2.1 Sehenswürdigkeiten der Comunitat Valenciana

2.2.2 Festlichkeiten und Feiertage in der Comunitat Valenciana

2.2.3 Geschichtliche Hintergründe der Comunitat Valenciana

2.3 Rechtliche Grundlagen

2.3.1 Die spanische Verfassung

2.3.2 Bedeutung des Autonomiestatuts

2.3.3 Das Autonomiestatut der Comunitat Valenciana

3. Das Valencianische

3.1 Sprachliche Unterschiede zwischen Valencianisch und Kastilisch

3.2 Sprachliche Unterschiede zwischen Valencianisch und Katalanisch

3.3 Theorien zum Ursprung des Valencianischen

3.4 Maßnahmen zur Konservierung des Valencianischen

4. Der valencianische Sprachkonflikt

4.1 Der sprachliche Sezessionismus

4.2 Der valencianische Antikatalanismus

4.3 Der Pankatalanismus

4.4 Kritische Aspekte der sprachlichen Auseinandersetzung

4.5 Aktuelle Sachlage

5. Studienprojekt-Umfrage

5.1 Auswertung der Fragebögen

5.1.1 Beurteilung der Frage nach Zugehörigkeitsempfinden

5.1.2 Beurteilung der Frage nach Sprachfähigkeiten

5.1.3 Beurteilung der Frage nach eigener Einschätzung des Sprachkonflikts

5.2 Schlussfolgerungen aus Umfrageergebnissen

5.3 Kulturwissenschaftliche Betrachtung

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Sprachsituation in der Comunitat Valenciana, wobei der Fokus auf dem Identitätskonflikt zwischen dem Valencianischen als eigenständiger Sprache und der Einordnung als Varietät des Katalanischen liegt. Ziel ist es, die Motive für diese sprachpolitische Debatte unter Berücksichtigung historischer, rechtlicher und soziologischer Aspekte zu analysieren und mittels eines eigenen Studienprojekts die Einstellungen der lokalen Bevölkerung zu erfassen.

  • Historische Entwicklung und rechtlicher Status der Comunitat Valenciana
  • Linguistische Analyse der Unterschiede zwischen Valencianisch, Kastilisch und Katalanisch
  • Die Dynamik des valencianischen Sprachkonflikts und gegensätzliche politische Positionen
  • Empirische Auswertung zur Sprachidentität und Sprachpraxis in Valencia

Auszug aus dem Buch

3.1 Sprachliche Unterschiede zwischen Valencianisch und Kastilisch

Die Mehrheit der Studenten in Spanien zieht die asignaturas in Kastilisch den assignaturas auf Valencianisch vor. Gründe hierfür liegen mitunter darin, dass zwischen dem Valencianischen und dem Kastilischen gravierende Unterschiede in Wort und Schrift herrschen. Das Valencianische weist mehrere Vokale im Vergleich zum Kastilischen auf und es existieren unterschiedliche Verbendungen. Wörter im Feminin-Plural zeichnen sich im Valencianischen durch eine Nachsilbe auf „-es“ aus, die kastilische Norm schreibt eine Wortendung auf „-as“ vor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die regionalen Autonomiebestrebungen in Spanien und führt in die Thematik der Sprachdebatte sowie der Definition von Minderheitensprachen ein.

2. Wissenswertes über die Comunitat Valenciana: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die geographischen, kulturellen und historischen Gegebenheiten sowie die rechtlichen Grundlagen der Region.

3. Das Valencianische: Hier werden die sprachlichen Merkmale des Valencianischen, sein Ursprung sowie Maßnahmen zu seiner Konservierung detailliert beschrieben.

4. Der valencianische Sprachkonflikt: Das Kapitel analysiert die verschiedenen politischen Strömungen, wie Sezessionismus, Antikatalanismus und Pankatalanismus, die den Sprachkonflikt prägen.

5. Studienprojekt-Umfrage: Diese Sektion präsentiert die Durchführung und Auswertung eines Umfrageprojekts, das die Einstellungen der Bevölkerung zur eigenen Sprache und zum Sprachkonflikt untersucht.

6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten des Valencianischen im Spannungsfeld zwischen Regionalismus und nationaler Einheit.

Schlüsselwörter

Valencianisch, Katalanisch, Sprachkonflikt, Comunitat Valenciana, Autonomiestatut, Sprachidentität, Sezessionismus, Antikatalanismus, Pankatalanismus, Sprachpraxis, Kulturwissenschaft, Soziolinguistik, Minderheitensprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die sprachliche Sonderstellung der Comunitat Valenciana und den damit verbundenen gesellschaftspolitischen Konflikt darüber, ob das Valencianische eine eigenständige Sprache ist oder eine Varietät des Katalanischen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Region, dem linguistischen Vergleich der beteiligten Sprachen, der rechtlichen Verankerung der Autonomie und der Analyse soziopolitischer Strömungen wie dem Blaverismo oder Pankatalanismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe für die sprachliche Identitätsdebatte zu verstehen und durch eine empirische Umfrage aufzuzeigen, wie die Bevölkerung in Valencia ihre sprachliche Identität im Alltag wahrnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der theoretische Teil basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse. Der praktische Teil umfasst eine empirische Studie, bei der etwa 200 Personen in Valencia und Alcoi zu ihren Sprachgewohnheiten und Einstellungen befragt wurden.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Im Hauptteil werden neben der rechtlichen Autonomie vor allem die linguistischen Differenzierungskriterien, die konträren politischen Standpunkte zum Sprachstatus sowie die Ergebnisse der eigenen Umfrage zur Sprachpraxis behandelt.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Wesentliche Begriffe sind Valencianisch, Katalanisch, Sprachkonflikt, Identität, Autonomie und Soziolinguistik.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Valencianischen und Katalanischen eine so große Rolle für die Betroffenen?

Für viele Valencianer ist die Sprache ein zentrales Identitätsmerkmal und ein Schutzschild gegen eine als "katalanisch" empfundene Assimilation, weshalb die politische und emotionale Aufladung der Debatte sehr hoch ist.

Welche Erkenntnisse lieferte die Umfrage zur Rolle der jüngeren Generation?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die jüngere Generation in der Debatte deutlich unvoreingenommener und pragmatischer agiert, was eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung des Sprachklimas in der Region spielen könnte.

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Details

Titel
Das Valencianische, seine Sonderstellung und die damit verbundene Sprachdebatte
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Spanische Sprachwissenschaft
Autor
Elisabeth Anderhof (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
45
Katalognummer
V215137
ISBN (eBook)
9783656431589
ISBN (Buch)
9783656436225
Sprache
Deutsch
Schlagworte
valencianische sonderstellung sprachdebatte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Anderhof (Autor:in), 2013, Das Valencianische, seine Sonderstellung und die damit verbundene Sprachdebatte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215137
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Leseprobe aus  45  Seiten
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