Sehenden Auges ins Verderben? Rom und die Schlacht bei Cannae


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013
31 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1.0. Einleitung

2.0. Hauptteil
2.1. Forschungsstand
2.2. Quellenkritik
2.3. Die Schlacht von Cannae und die Gründe der römischen Niederlage
2.3.1. Verlauf der Schlacht
2.3.2. Aufbau der römischen Armee
2.3.3. Politische Faktoren
2.3.4. Strategische Faktoren
2.3.5. Taktische Faktoren
2.3.6. Militärische Faktoren
2.3.7. Andere Faktoren

3.0. Schluss

4.0. Literaturverzeichnis

1.0. Einleitung

Als Hannibals Heer im Jahr 218 v. Chr. die Alpen überquert hatte, und die erschöpften Soldaten ihre Blicke über die Weite der Poebene schweifen liessen, muss ihnen die Mühsal ihrer historischen Tat anzusehen gewesen sein. Von den ursprünglich knapp 50 000 Soldaten[1] und 37 Kriegselefanten[2] waren laut Polybios nur noch die Hälfte[3] übrig.[4] Doch die Überlebenden hatten ihre Zähigkeit im Kampf gegen rebellische Bergvölker, eisiges Wetter und unwegsames Gelände unter Beweis gestellt, und sollten in der Folge harte Gegner für ihre Feinde werden.[5] Bei den nun folgenden Schlachten zeichnete sich die Überlegenheit von Hannibals Armee schon ab. Die Schlacht beim Fluss Trebia im Jahr 218 v. Chr. endete mit einer römischen Niederlage, da Hannibal schon hier mit ungewöhnlichen Taktiken kämpfte. Die Niederlage schockierte die Römer, während sie Hannibal neue Verbündete zutrieb.[6] Im Jahr 217 v. Chr. schlugen die Karthager dann eine weitere zahlenmässig überlegene römische Armee bei der Schlacht am Trasimenischen See.

Nach einer Zeitphase in der die Römer auf eine Art Kleinkrieg gegen die Karthager setzten, beschloss der römische Senat, ermutigt durch einige kleinere Siege, Hannibal schliesslich zur Entscheidungsschlacht zu stellen. Und so standen sich Anfang August nahe der süditalienischen Siedlung Cannae die zwei grössten Armeen gegenüber die je auf italienischem Boden versammelt worden waren. Der Rest ist Geschichte. Die römische Armee wurde vernichtend geschlagen, und 70 000 römische Soldaten und Bundesgenossen sollen laut Polybios Darstellung[7] den Tod gefunden haben. Da aus den Überlebenden aber später zwei Legionen gebildet wurden, kann man von weniger Toten ausgehen.[8] Lazenby stuft hier Livius Zahlen von ca. 50 000 toten Römern und Bundesgenossen als verlässlicher ein.[9]

In dieser Arbeit möchte ich nun den Gründen der römischen Niederlage nachgehen. Dazu gebe ich zur Orientierung zuerst einen Überblick über den Ablauf der Schlacht und die Organisation der römischen Armee. Danach werde ich erforschen welche verschiedenen Faktoren auf Seiten der Römer und ihrer Bundesgenossen zur Niederlage beigetragen haben. Sind die Römer zu grosse Risiken eingegangen, haben sie den Gegner unterschätzt, oder lag es an der Organisation der Armee? Welchen Anteil hatten politische, taktische und strategische (Fehl)entscheidungen? Waren diese Fehler absehbar, gingen die Römer also sehenden Auges in ihr Verderben?

Bei der Beantwortung dieser Fragen werde ich aus Platzgründen grösstenteils auf die römische Seite eingehen, und dem Anteil der Karthager am Ausgang der Schlacht weniger Platz einräumen. Zudem werde ich den wahrscheinlich hauptsächlichen Grund von Hannibals Sieg, nämlich sein geniales taktisches Können, nur am Rande streifen. Da sein taktisches Konzept der Kesselschlacht schon Gegenstand vieler Untersuchungen war, konzentriere ich mich in dieser Arbeit auf die bisher vernachlässigten und weniger untersuchten Aspekte. Aus all diesen Untersuchungen soll sich schlussendlich ergeben, weshalb die Römer mit ihrer zahlenmässig weit überlegenen Armee so vernichtend geschlagen wurden.

2.0. Hauptteil

2.1. Forschungsstand

Goldworthys Buch „Cannae“ bietet einen guten Einstieg in das Thema. Die anschaulichen Karten illustrieren die taktischen Manöver während der Schlacht hervorragend. Die Diskussion der Lage des Schlachtfeldes ist einleuchtend, und seine Platzierung überzeugend. Allerdings kommt der Autor etwas zu schnell zu den Ereignissen der Schlacht, und geht weniger auf den Kontext und die politischen Hintergründe ein. Goldsworthy relativiert wie Daly die von den antiken Historikern überlieferten Zahlen, und gibt genauere Einschätzungen ab. Daly liefert in seinem umfangreichen Buch noch weitere neue Erkenntnisse. Er weist auf Ungenauigkeiten bei Polybios hin, welche durch politische Vorurteile und Vereinfachung des Schlachtgeschehens entstanden.[10] Dalys Buch behandelt das Thema zudem unter mehr Gesichtspunkten als das von Goldsworthy, dies bringt aber mit sich, dass manche Themen, wie beispielsweise die Intentionen der Feldherren, zu knapp abgehandelt werden. Goldsworthy gibt hier mehr Einsichten.[11] Beide stimmen in der Ansicht überein, dass Rom acht Legionen aufgestellt hat. Damit folgen sie Polybios Überlieferung, wie sie das trotz einer gewissen gesunden Skepsis während des Grossteils ihrer Arbeiten tun.

O’Connell’s „Ghosts of Cannae“ ist eine zeitlich sehr weit gefächerte Analyse der Schlacht von Cannae, in welcher der Autor nahezu die Hälfte des Buches auf die Vorgeschichte der Schlacht eingeht. Auch wenn O'Connell manchmal übertrieben informell schreibt, ist seine Herangehensweise, nämlich die Schlacht im Sinne von Keegan[12] unter Berücksichtigung der Psychologie der Kämpfer zu untersuchen, aufschlussreich. McCall’s Buch über die römische Kavallerie ist ein wichtiger und seltener Beitrag zum Verständnis der desaströsen Leistung, welche diese in der Schlacht zeigte. McCall berücksichtigt ebenfalls die Psychologie der Kämpfenden und geht auf die Moral der römischen Reiterei ein, welche er als der karthagischen ebenbürtig bezeichnet. Seine Erläuterung der Auswirkungen von Taktikfehlern, wie beispielsweise dem abgesessenen Kämpfen der römischen Reiter, hilft ein besseres Verständnis dafür zu schaffen wieso die römische und alliierte Reiterei so rasch überwältigt werden konnte.[13]

2.2. Quellenkritik

Polybios war ein griechischer Historiker, welcher seinen Bericht über die Schlacht von Cannae in der Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. verfasste.[14] Er schrieb für ein grösstenteils griechisches Publikum, welchem er die Gründe für Roms Aufstieg zur Weltmacht nahebringen wollte.[15] Goldsworthy schätzt Polybios Bericht „Römische Geschichte“ als die beste Quelle ein, da sie auch durchaus kritisch auf die Römer eingeht. Allerdings weist er darauf hin, dass Polybios ein Vertrauter von Scipio Aemilianus war, welcher wiederum ein Nachfahre des bei Cannae gefallenen Kommandanten Paullus war. Dies mag seine Geschichtsschreibung beeinträchtigt haben, eventuell auch in Hinblick auf die Rolle die er Varro zuschrieb.[16] Polybios hat nach eigenen Angaben auch Augenzeugen des Krieges befragt.[17] Daly geht allerdings auch davon aus, dass Polybios vermutlich nur wenig militärische Erfahrung sammeln konnte, was seine Schilderungen von militärischen Aspekten beeinträchtigt haben könnte. Allerdings hatte er sich ausführlich mit militärischen Schriften auseinandergesetzt, was dieses Manko wieder etwas ausgleicht.[18] Daly schreibt weiterhin, dass Schlachtberichte von antiken Autoren generell mit grosser Zurückhaltung zu behandeln seien, da selbst bei Befragung von Schlachtteilnehmern diese im Getümmel unmöglich einen Überblick über das ganze Schlachtgeschehen gehabt haben können.[19]

Polybios Quelle war vermutlich der römische Senator Fabius Pictor, welcher bei der Schlacht am Trasimenischen See anwesend war.[20] Ausserdem soll er sich auf Cincus Alimentus gestützt haben, einen römischen Politiker und Soldaten, der angeblich von Hannibal gefangen genommen wurde, und zu diesem eine Verbindung aufgebaut habe.[21] Die nahezu vogelperspektivische Beschreibung der Schlacht und der karthagische Plan könnten Polybios entweder von einem Geschichtsschreiber Hannibals, oder aber von einem gefangenen karthagischen Offizier zugetragen worden sein. Daly schreibt jedoch, dass diese Schilderung eher den karthagischen Plan als den realen Ablauf der Schlacht darstellt. Da sich Polybios zudem als pragmatischen Historiker sieht, welcher mit seinen Berichten auch zur Schulung zukünftiger Entscheidungsträger beitragen wollte, kann man annehmen, dass sein Bericht das Chaos der Schlacht zugunsten eines klareren Verständnisses simplifiziert.[22] Zudem soll er laut Daly die Schlacht als desaströser gezeichnet haben als sie in Wirklichkeit war, um so Roms Erstarken in den folgenden Jahren überhöht darstellen zu können.[23] So sollen seine Gefallenenzahlen höher gewesen sein als es bezogen auf die teilnehmenden römischen Soldaten überhaupt möglich gewesen wäre.[24]

Livius, eine weitere wichtige Quelle über den Zweiten Punischen Krieg, war ein römischer Geschichtsschreiber. Er lebte und schrieb zur Zeit des Augustus um Jesus Geburt herum.[25] Von Livius Bericht „Geschichte Roms von den Anfängen der Stadt“ ist Goldsworthy weniger angetan. Er beschreibt ihn zwar als packend und gut geschrieben, jedoch auch als weniger hinterfragend als den von Polybios. Hilfreich bei Livius, und im Gegensatz zu Polybios breiter behandelt, sind jedoch die Beschreibungen der römischen Politik und der Wahlen.[26] Doch auch O’Connell schreibt, dass sich Livius Geschichtsschreibung besser lese als sie aufschlussreich sei.[27] Livius wurde ca. anderthalb Jahrhunderte nach der Schlacht geboren. Er kannte vermutlich Polybios Bericht, soll sich jedoch auf eine andere Quelle, nämlich auf die des römischen Historikers Lucius Coelius Antipater, gestützt haben. Dieser allerdings verwendete wie auch Polybios die Quelle des Fabius Pictor.[28] Livius hatte noch weniger militärische Erfahrung als Polybios, da er sein Leben vollständig dem Schreiben widmete. Deshalb gilt seine Schilderung von militärischen Begebenheiten als weniger aussagekräftig als jene von Polybios. Er stellt den Senat als wichtig heraus, und gibt eher den Heerführern die Schuld an der Niederlage, weshalb er von Daly als voreingenommen betrachtet wird. Besonders Varro wird von ihm nahezu als Alleinschuldiger an der Niederlage dargestellt, während die römischen Soldaten von seiner Kritik ausgenommen sind.[29] Livius schreibt sehr anschaulich und dramatisch, was einerseits zu Ungenauigkeiten in der historischen Schilderung führt, andererseits aber einen guten Einblick in das Innere der Schlacht ermöglicht. Polybios hingegen stellt eher die grossen taktischen Begebenheiten dar.[30] Nach Droysens bekannter Definition sind beide Quellen als Tradition einzustufen, da sie von beiden Historikern bewusst für die Nachwelt verfasst wurden.

2.3. Die Schlacht von Cannae und die Gründe der römischen Niederlage

2.3.1. Verlauf der Schlacht

Zur Orientierung des Lesers stelle ich hier kurz den Verlauf der Schlacht basierend auf den Schilderungen von Polybios dar. Als Illustration verwende ich hier eine vereinfachte Darstellung der Phasen der Schlacht.[31] Nach Polybios Schilderung kann man davon ausgehen, dass das Schlachtfeld zwischen dem damaligen Verlauf des Flusses Aufidus und den Anhöhen der Siedlung von Cannae lag.[32] Dies scheint plausibel zu sein, da es sich bei dem Gelände um eine relativ ebene Fläche handelt, und der Fluss sowie die Hügel bei Cannae vor Flankenangriffen schützen.[33] Laut Polybios liess Varro die Römer und ihre Bundesgenossen, zusammen 86 000 Mann,[34] bei Sonnenaufgang aufmarschieren, und mit der Front nach Süden aufstellen. Die römische Reiterei stellte er an den rechten Flügel, links davon das tief gestaffelte Fussvolk, und daran anschliessend die alliierte Reiterei auf der linken Seite. Vor dem Heer wurden die leichtbewaffneten Plänkler postiert. Hannibal hingegen stellte die punische Infanterie so auf „dass sich eine halbmondförmige Krümmung ergab, und die Linie durch die Verlängerung, die diese Krümmung mit sich brachte, entsprechend dünner wurde.“[35] (1 Fase).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schematischer Ablauf der Schlacht von Cannae, (Römische Truppen und Bundesgenossen in Blau, Söldner und Bundesgenossen der Karthager in Rot).

Die römischen Truppen trafen nun zu Beginn der Schlacht auf diese unkonventionell aufgestellte Infanteriereihe der Karthager, und konzentrierten ihre Angriffe zwangsläufig auf diese Spitze. Die karthagische Schlachtreihe wurde durch die Überlegenheit der Römer bald eingedrückt und durchbrochen. Doch damit gingen die Römer Hannibal in die Falle: Sie „liefen nach der Mitte, der Stelle wo die Feinde wichen, zusammen und gerieten so weit nach vorn, dass die schwerbewaffneten Libyer ihnen auf beiden Seiten in der Flanke zu stehen kamen.“[36] Währenddessen legte die auf dem karthagischen rechten Flügel aufgestellte numidische Kavallerie die der römischen Alliierten lahm, während Hasdrubal auf der linken Seite die unterlegene römische Kavallerie in die Flucht schlug und vernichtete (2 Fase). Danach kam er der rechten Flanke zu Hilfe, und schlug dadurch auch die Kavallerie der römischen Bundesgenossen in die Flucht.[37] Während die Numidier diese verfolgten, wandte sich Hasdrubal der römischen Infanterie zu, und fiel ihr in den Rücken (3 Fase). Die Römer waren nun grösstenteils umzingelt, und wurden niedergemacht (Fase Finale). Polybios schreibt, dass sich „vom Fussvolk (…) nur etwa dreitausend in die umliegenden Städte“ retten konnten, 70 000 Römer und Bundesgenossen sollen insgesamt gefallen sein.[38] Livius schreibt von knapp 50 000 Toten.[39]

2.3.2. Aufbau der römischen Armee

Die Römer hatten kein stehendes Heer aus Berufssoldaten, sondern behalfen sich mit Milizen, welche im Bedarfsfall aufgestellt wurden. Die Miliz bestand aus römischen Bürgern, davon die meisten Bauern, welche für ihre Ausrüstung selbst aufkommen mussten. Sie konnten für bis zu sechzehn Jahre Dienst verpflichtet werden konnten, im Kriegsfall gar für 20 Jahre.[40] Die beste Beschreibung des römischen Militärsystems dieser Zeit stammt von Polybios, aus der Hälfte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. Die Historiker sind sich uneins ob nach Cannae eine grosse Heeresreform stattgefunden hat, deshalb geht Goldsworthy davon aus, dass Polybios Beschreibung sich auf das Militärsystem zur Zeit der Schlacht von Cannae beziehen lässt.[41] Die Offiziersränge rekrutierten sich aus gewählten Magistraten, und Senatoren bekleideten neben ihrer politischen Rolle oft auch noch eine militärische Funktion. Dies erklärt wieso in Cannae so viele Senatoren ihr Leben liessen. Die Konsuln waren laut Goldsworthy weniger ausgebildete Strategen, als vielmehr Autodidakten, welche sich ihr militärisches Wissen durch den Dienst in der Armee erwarben.[42]

Nach Polybios Schilderung bestand die römische Legion aus Reiterei, schwerer Infanterie und leichtgerüsteten Plänklern, den veliten.[43] Sie zählte 4200 Fusssoldaten, und wurde im Krisenfall, wie bei Cannae geschehen, auf 5000 Mann aufgestockt.[44] Die römische Standardarmee bestand aus zwei Legionen und wurde von einem Konsul geführt. Unterstützt wurde sie von italienischen Verbündeten, welche in alae (lat. für Flügel) eingeteilt waren. Diese stellten sich aus etwa gleich viel Männern wie eine Legion zusammen, allerdings war die Reiterei dreimal zahlreicher als in einer Legion.[45]

Die römischen Soldaten waren mit einem ca. 60 cm langen Kurzschwert, dem gladius hispaniensis, ausgestattet. Dieses konnte sowohl zum Hieb wie auch zum Stich eingesetzt werden, wobei es bei letzterem effektiver und im Falle einer Penetration fast immer tödlich war. Die geringe Länge hatte den Vorteil dass nicht allzu viel Platz zum Ausholen benötigt wurde, allerdings musste der Legionär so auch nahe an seinen Gegner herankommen, und war in der Rückzugsbewegung nach einem Schlag sehr verletzlich. Hinzu kam ein ovaler Sperrholzschild namens scutum, ca. 1,20 m lang und 60 cm breit. Auch wurde ein Speer, der sogenannte pilum mitgetragen. Der pilum war 1,20 m lang und hatte eine lange metallene Spitze, welche so gebaut war, dass sie beim Eindringen in den Schild abbrach.[46] Versuche mit Rekonstruktionen zeigten, dass der geworfene Speer aus naher Entfernung mühelos einen Schild damaliger Bauart durchdringen konnte.[47] Wenn nun noch eine Kettenrüstung wie bei der schweren Infanterie hinzukam, wog der Legionär durch seine Ausrüstung ca. 40 Kilo mehr.[48] Ausserdem trugen die römischen Infanteristen Eisenhelme, welche auf einem keltischen Modell aufbauten. Koon beschreibt dass dieser Helm die Ohren überdeckte. Die damit einhergehende Verringerung des Hörvermögens soll nach seiner Meinung das Kampfverhalten beeinträchtigt haben, da akustische Signale nun nicht mehr so gut wahrgenommen werden konnten.[49]

Das römische Militärsystem baute sich strikt hierarchisch auf, beginnend mit den centurionen, von denen es 60 pro Legion gab. Ein Manipel hatte zwei centuria, ausgestattet mit jeweils einem centurio, welchem als Quartiermeister noch ein optio unterstand.[50] Die Kavallerie war in zehn Squadronen unterteilt, von denen jede drei Offiziere namens decurionen hatte.[51] Eine Legion bestand im Normalfall aus sechshundert triarii, 1200 hastati, 1200 principes und 1200 velites. Die velites waren die jüngsten und ärmsten Soldaten, ausgerüstet mit Speer, Schwert und einem kleinen Schild. Sie waren zwischen den Manipeln aufgeteilt und führten meist die erste Angriffswelle, das Geplänkel durch.[52] Die hastati waren hierbei die jüngsten schweren Infanteristen. Sie wurden in der Front aufgestellt und waren ausgestattet „mit einem Schwert, einem Wurfspeer einem kleinen Schild, parma genannt“.[53] Die principes waren Männer mittleren Alters, ähnlich ausgestattet wie die hastati, und wurden in der zweiten Reihe aufgestellt. Danach kamen die ältesten Soldaten, die triarii, welche statt einem pilum eine Lanze trugen.[54]

[...]


[1] Polyb., 3, 33.

[2] Ebd., 3, 42.

[3] Ebd., 3, 60.

[4] Vermutlich waren es aber mehr, da beide Quellen Hannibals Armee bei Cannae auf 50 000 Mann schätzten (Polyb., 3, 114; Liv., 22, 46).

[5] Liv., 21, 35.

[6] Goldsworthy, Adrian: Cannae. London 2001, S. 33.

[7] Polyb., 3, 117.

[8] Daly, George: Cannae. The experience of battle in the Second Punic War. London 2002, S. 45.

[9] Liv., 22, 49.

[10] Rich, J.T.: Rezension über George Daly, The experience of battle in the Second Punic War (London 2002) und Adrian Goldsworthy, Cannae (London 2001). In: The Journal of Roman Studies, 95 (2005), S. 248-249, hier S. 249.

[11] Ebd., S. 249.

[12] Keegan, J. The mask of command. London 1987.

[13] Sabin, Philip. Rezension über McCall, J. B., The cavalry of the Roman Republic: Cavalry combat and elite reputations in the Middle and Late Republic (London and New York 2002). In: The Journal of Roman Studies, 94 (2004), S. 235-236, hier S. 236.

[14] Daly, Cannae, 2002, S. 17.

[15] Goldsworthy, Cannae, 2001, S. 14.

[16] Ebd., S. 14.

[17] Polyb., 3, 48.

[18] Daly, Cannae, 2002, S. 18.

[19] Ebd., S. 20.

[20] Ebd., S. 20.

[21] O`Connell, Robert L.: The ghosts of Cannae. Hannibal and the darkest hour of the Roman republic. New York 2010, S. 7.

[22] Daly, Cannae, 2001, S. 21.

[23] Ebd., S. 23.

[24] O`Connell, The ghosts, 2010, S. 7.

[25] Goldsworthy, Cannae, 2001, S. 15.

[26] Ebd., S. 15.

[27] O`Connell, The ghosts, 2010, S. 8.

[28] Daly, Cannae, 2001, S. 23.

[29] Ebd., S. 24.

[30] Ebd., S. 25.

[31] Langanke, Hartmut: Die Schlacht bei Cannae 216 v.Chr. Hartmut Langanke. 22.01.2013. <http://langankehome.de/serie_Hannibal/Hannibal_set.htm> [23. April 2013].

[32] Polyb., 3, 113.

[33] Goldsworthy, Cannae, 2001, S. 88.

[34] Polyb., 3, 113.

[35] Polyb., 3, 113.

[36] Ebd., 3, 115.

[37] Polyb., 3, 116.

[38] Ebd., 3, 117.

[39] Liv., 22, 49.

[40] Polyb., 6, 19.

[41] Goldsworthy, Cannae, 2001, S. 43.

[42] Ebd., S. 47.

[43] Polyb., 6, 21.

[44] Ebd., 6, 20.

[45] Polyb., 6, 26.

[46] Ebd., 6, 22-23.

[47] O`Connell, The ghosts, 2010, S. 44.

[48] Ebd., S. 46.

[49] Koon, Sam: Infantry combat in Livy`s battle narratives. Oxford 2010, S. 13.

[50] Polyb., 6, 24.

[51] Ebd., 6, 25.

[52] Polyb., 6, 21.

[53] Ebd., 6, 22.

[54] Ebd., 6, 23.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Sehenden Auges ins Verderben? Rom und die Schlacht bei Cannae
Hochschule
Universität Basel
Veranstaltung
Die punischen Kriege
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V215141
ISBN (eBook)
9783656432081
ISBN (Buch)
9783656439172
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cannae, Rom, Schlacht, Polybios, Livius, Hannibal, Karthago, Punischer Krieg, Infanterie, Kavallerie, Reiterei, O`Connell, Goldsworthy, Daly, Niederlage, Militärgeschichte, Konsul, Taktik, Massaker, Blutbad, Gescchichte, Antike, Alte Geschichte, Latein, Römische Republik
Arbeit zitieren
MA Urs Endhardt (Autor), 2013, Sehenden Auges ins Verderben? Rom und die Schlacht bei Cannae, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215141

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