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Die Ikone als geistige Offenbarung. Die umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij

Titel: Die Ikone als geistige Offenbarung. Die umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marita Kriesel (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Die vorliegende Arbeit handelt über die Ikone in der russisch-orthodoxen Kirche. Neben der geschichtlichen Abhandlung der Ikone, werden die orthodoxen Ikonen sowie die römisch-katholischen Andachtsbilder auf der Basis von Florenskijs Werken und dem Beltings verglichen. Das Ergebnis der Arbeit soll auf die Einzigartigkeit der Ikone hinweisen und dem Laien die umgekehrte Perspektive näherbringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begrifflichkeit Ikone

2.1. Historischer Entstehungskontext

2.2. Bilderstreit

3. Die Umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theologischen und ästhetischen Unterschiede zwischen der orthodoxen Ikone und dem abendländischen Tafelbild. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die "umgekehrte Perspektive" als Ausdruck einer theozentrischen Weltanschauung zur geistigen Offenbarung beitragen kann und inwiefern sie sich von der naturalistischen Zentralperspektive der westlichen Kunst abgrenzt.

  • Theologische und historische Einordnung des Ikonenbegriffs
  • Analyse des byzantinischen Bilderstreits und seiner Folgen
  • Pavel Florenskijs Theorie der umgekehrten Perspektive
  • Vergleich von theozentrischem und anthropozentrischem Weltbild
  • Die Ikone als "Fenster zur Ewigkeit" versus das realistische Tafelbild

Auszug aus dem Buch

3. Die Umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij

„Die Perspektive ist ein Verfahren, welches mit Notwendigkeit aus einer Weltanschauung hervorgehen musste, in welcher irgendeine Subjektivität als die wahre Grundlage einer halbrealen Vorstellung von den Dingen fungiert, der Realität selbst verlustig gegangen.“

Pavel Florenskij, Wissenschaftler und Theologe, verdeutlicht mit diesem Zitat aus seinem Werk „Die umgekehrte Perspektive“, dass die Anhänger der römisch-katholischen Kirche im Zeitalter des Naturalismus künstlerische Unwahrheiten verbreiteten und somit nicht mit der Wirklichkeit in Berührung kommen konnten, wie es die orthodoxen Christen taten. Sie berücksichtigten keinesfalls den in der Ostkirche verbreiteten Kanon der Ikonenmalerei und vernachlässigten somit das für Florenskij fundierte Wissen der geistigen Welt.

Des Weiteren stellt sich hier nun auch die Frage, was der Philosoph unter Wirklichkeit versteht, wenn er von subjektiven Einstellungen zum Bildverständnis spricht. Wird das Bildverständnis von einem zeitlichen Wandel geleitet oder ist es der strenge Kanon der Orthodoxie, der das Heiligenbild vor den subjektiven Wahrnehmungsmechanismen bewahrt? Florenskij, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Analyse der Heiligenbilder widmete, beabsichtigte die Perspektiven der Theologie völlig neu zu definieren. Seines Ermessens dekretiert der Glaube das Weltverständnis und den damit einhergehenden Kult um die Ikone.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der orthodoxen Ikonenmalerei ein und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Unterschiede zwischen dem ostkirchlichen Kultbild und dem westlichen Tafelbild mittels der Thesen von Pavel Florenskij zu beleuchten.

2. Die Begrifflichkeit Ikone: Hier wird der griechische Ursprung des Ikonenbegriffs erläutert und die Ikone als heiliger Gegenstand definiert, der das Transzendente im Immanenten offenbart.

2.1. Historischer Entstehungskontext: Dieser Abschnitt beschreibt die Wurzeln der Ikonenmalerei in der antiken Sepulkralkunst und zeigt die Entwicklung vom Totenporträt hin zur christlichen Heiligenikone auf.

2.2. Bilderstreit: Das Kapitel behandelt die theologische Auseinandersetzung zwischen Ikonoklasten und Ikonodulen über die Zulässigkeit der bildlichen Darstellung des Göttlichen.

3. Die Umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij: Dieses Kapitel analysiert Florenskijs Kritik an der Zentralperspektive und stellt dar, warum die umgekehrte Perspektive für die orthodoxe Theologie eine notwendige Form der geistigen Offenbarung darstellt.

4. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont erneut die fundamentale Differenz zwischen dem theozentrischen Verständnis der Ikone und dem anthropozentrischen Realismus der westlichen Kunst.

Schlüsselwörter

Ikone, umgekehrte Perspektive, Pavel Florenskij, orthodoxe Kirche, Bilderstreit, Theozentrismus, Zentralperspektive, Kultbild, Transzendenz, christliche Ikonographie, Heiligenbild, byzantinische Kunst, Andachtsbild, Andrej Rubljow, Gottes Ebenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und ästhetischen Unterschiede zwischen orthodoxen Ikonen und westlichen Tafelbildern, wobei der Fokus auf der theologischen Begründung der Darstellungsformen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bildtheologie, der historischen Entwicklung des Bilderkultes, dem byzantinischen Bilderstreit und der Bedeutung der Perspektive in der religiösen Kunst.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, inwiefern die umgekehrte Perspektive eine eigenständige Form der geistigen Offenbarung darstellt und wie sie sich philosophisch von der westlichen Zentralperspektive abgrenzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die sich primär auf die Thesen von Pavel Florenskij sowie die kunsthistorischen Untersuchungen von Hans Belting und Konrad Onasch stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition der Ikone, ihre historische Herleitung aus der Totenverehrung, die Analyse des Bilderstreits und eine vertiefte Untersuchung der umgekehrten Perspektive als theozentrisches Mittel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ikone, umgekehrte Perspektive, Florenskij, Theozentrismus, Bilderstreit und Transzendenz.

Inwiefern beeinflusst der Bilderstreit das heutige Verständnis der Ikone?

Der Bilderstreit etablierte das Dogma der Ikone als "Fenster zur Ewigkeit", welches nicht als bloßes ästhetisches Objekt, sondern als wirkmächtige Verbindung zwischen dem Betenden und dem Göttlichen verstanden wird.

Warum lehnt Florenskij die Zentralperspektive ab?

Florenskij betrachtet die Zentralperspektive als Ausdruck eines anthropozentrischen Weltbildes, das die Realität verfälscht, anstatt die geistige Wahrheit abzubilden, wie es die umgekehrte Perspektive tut.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ikone als geistige Offenbarung. Die umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Slawistik)
Veranstaltung
Das Kultbild in der orthodoxen Kirche
Note
1,3
Autor
Marita Kriesel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V215182
ISBN (eBook)
9783656431954
ISBN (Buch)
9783656435716
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ikone russisch umgekehrte Perspektive Florenskij Belting Fischer Onasch Andachtsbild Bilderstreit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marita Kriesel (Autor:in), 2013, Die Ikone als geistige Offenbarung. Die umgekehrte Perspektive nach Pavel Florenskij, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215182
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Leseprobe aus  16  Seiten
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