Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Sozialen Arbeit, d.h. mit der historischen Entwicklung, den Theorien der Sozialen Arbeit und den verschiedenen Praxisfeldern.
Zunächst werde ich die Entwicklung der Sozialen Arbeit in der Weimarer Republik beschreiben. Dabei gebe ich einen kurzen historischen Überblick und gehe danach über zur Entwicklung der Sozialen Arbeit in dieser Zeit. Der zweite Abschnitt der Arbeit beschäftigt sich mit einer Theorie der Sozialen Arbeit, wobei ich mich für die Hermeneutik entschieden habe und speziell auf die objektive Hermeneutik nach Ulrich Oevermann eingehen werde. Im letzten Abschnitt dieser Arbeit wird ein Praxisfeld der Sozialen Arbeit beschreiben. Ich möchte hier die Offene Kinder- und Jugendarbeit näher beschrieben. Nach einer allgemeinen Beschreibung des Praxisfeldes werde ich speziell auf das Kinder-Kultur-
Café „Camaleón“ in Görlitz eingehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A Soziale Arbeit in der Weimarer Republik
1. Historischer Überblick (1918/19-1933)
2. Die Entwicklung der Sozialen Arbeit
2.1 Die Situation der Bevölkerung
2.2 Die Entwicklung der Profession innerhalb der Wohlfahrtspflege
2.3 Die Verrechtlichung der sozialen Arbeit
2.4 Die Entwicklung der Familienfürsorge
3. Resümee
B Die Hermeneutik
1. Begriffsbestimmung
2. Die objektive Hermeneutik nach Ulrich Oevermann
2.1 Kurzbiografie Ulrich Oevermann
2.2 Methodologie der objektiven Hermeneutik
2.3 Zentrale Begriffe der objektiven Hermeneutik
2.3.1 Latente Sinnstrukturen und objektive Bedeutungsstrukturen
2.3.2 Text und Protokoll
2.3.3 Sequenzanalyse und Fallrekonstruktion
3. Resümee
C Offene Kinder- und Jugendarbeit
1. Begriffsbestimmung
2. Kurzbeschreibung der Tätigkeit
3. Grundprinzipien der offenen Jugendarbeit
3.1 Das Prinzip der Offenheit
3.2 Das Prinzip der Freiwilligkeit
3.3 Das Prinzip der Partizipation
4. Angewandte Methoden
4.1 Einzelfallhilfe
4.2 Gruppenarbeit
4.3 Gemeinwesenarbeit
5. Abgrenzung gegenüber angrenzenden Formen der Sozialen Jugendarbeit
6. Das Kinder-Kultur-Café „Camaleón“ in Görlitz
6.1 Der Aufbau des Vereins
6.2 Leitbild
6.3 Handlungsprinzipien
6.4 Ziele
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit widmet sich den theoretischen und praktischen Grundlagen der Sozialen Arbeit. Ziel ist es, die historische Entwicklung der Profession während der Weimarer Republik zu beleuchten, mit der hermeneutischen Theoriebildung (speziell nach Ulrich Oevermann) vertraut zu machen und die Prinzipien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit am Beispiel einer konkreten Einrichtung zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Sozialen Arbeit in der Weimarer Republik
- Die Methodologie der objektiven Hermeneutik
- Grundlagen und Arbeitsprinzipien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
- Methoden der Sozialen Arbeit (Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit)
- Praxisbeispiel: Das Kinder-Kultur-Café „Camaleón“ in Görlitz
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Latente Sinnstrukturen und objektive Bedeutungsstrukturen
Latente Sinnstrukturen und objektive Bedeutungsstrukturen von Ausdrucksgestalten sind zentraler Gegenstand der Methodologie der objektiven Hermeneutik. Latente Sinnstruktur bezeichnet die Bedeutung einer gesamten Handlungssequenz. Der Begriff objektive Bedeutungsstruktur hingegen zielt wesentlich auf einzelne Interaktionen ab. (vgl. Kraimer, 2008, S. 3)
„Latente Sinnstrukturen und objektive Bedeutungsstrukturen statt subjektiver Dispositionen“ (Oevermann, 2002, S. 1) Die Methodologie orientiert sich an der Entzifferung einer objektiven Bedeutung, die in jeder subjektiven Disposition vorhanden ist bzw. einer Ausdrucksgestalt vorangeht. Erst durch diesen Durchbruch der „Sichtbarmachung des Unsichtbaren“ (Kraimer, 2008, S. 6) kann auch die Struktur der subjektiven Disposition erkennbar werden. (vgl. Kraimer, 2008, S. 5/6)
Die objektive Hermeneutik kommt also zu der wichtigen Erkenntnis, dass jede subjektive Disposition, d.h. jedes Motiv, jede Meinung, Wertorientierung, Vorstellung, Hoffnung etc. methodisch nachweisbar aber nie direkt greifbar ist, sondern immer nur durch eine Ausdrucksgestalt, in der sie sich verkörpern. Eine Disposition lässt sich damit nur richtig aufschlüsseln, wenn man vorangehend die Bedeutung jener Ausdrucksgestalt entziffert hat. Nur so kann man zu einer fundierten Erschließung der Struktur der subjektiven Disposition übergehen. (vgl. Oevermann, 2002, S. 2)
Zusammenfassung der Kapitel
A Soziale Arbeit in der Weimarer Republik: Beleuchtet die Krisenjahre und die Professionalisierung der Fürsorge, inklusive der Verrechtlichung und der Etablierung neuer Berufsfelder.
B Die Hermeneutik: Erläutert die theoretischen Grundlagen des interpretativen Verstehens und fokussiert besonders auf die methodischen Ansätze der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann.
C Offene Kinder- und Jugendarbeit: Definiert die Arbeitsprinzipien, Ziele und Methoden dieses Praxisfeldes und stellt mit dem „Camaleón“ in Görlitz ein konkretes Praxisbeispiel vor.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Weimarer Republik, Wohlfahrtspflege, Familienfürsorge, Hermeneutik, objektive Hermeneutik, Ulrich Oevermann, Sequenzanalyse, Fallrekonstruktion, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Gemeinwesenarbeit, Partizipation, Camaleón, Sozialpädagogik, Jugendhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen und historischen Fundamente der Sozialen Arbeit sowie deren konkrete Anwendung in der modernen Kinder- und Jugendarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Sozialen Arbeit in der Weimarer Republik, die Theorie der objektiven Hermeneutik und die Praxis der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Die Arbeit möchte die Entwicklungslinien der Profession aufzeigen und sowohl wissenschaftliche Interpretationsmethoden als auch moderne Arbeitsprinzipien im Jugendsektor verständlich machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird vor allem die objektive Hermeneutik nach Ulrich Oevermann als theoretisches Analyseverfahren ausführlich vorgestellt und erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist in drei Abschnitte unterteilt: die historische Perspektive (Weimarer Republik), die theoretische Perspektive (Hermeneutik) und die angewandte Praxis (Offene Kinder- und Jugendarbeit).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Weimarer Republik, objektive Hermeneutik, Fallrekonstruktion und Offene Kinder- und Jugendarbeit.
Was ist das Besondere am Kinder-Kultur-Café „Camaleón“?
Es handelt sich um ein Praxisbeispiel für einen gemeinnützigen Verein, der nach den Prinzipien der Partizipation, Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit arbeitet.
Warum wird die Familienfürsorge in der Weimarer Republik als relevant betrachtet?
Weil sie den Grundstein für die heutige, ganzheitliche Sichtweise auf Familien legte und versuchte, Mehrfachbetreuungen durch verschiedene Behörden zu vermeiden.
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- Bachelor of Arts - Soziale Arbeit Monique Mücklisch (Author), 2010, Grundlagen der Sozialen Arbeit. Geschichte, Theorien, Praxisfelder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215186