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„Political correctness“. Euphemismen, Rassismus und Sprache der Politik

Titel: „Political correctness“. Euphemismen, Rassismus und Sprache der Politik

Hausarbeit , 2013 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Erica Ricci (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor einigen Jahren behauptet der nigerianische Schriftsteller Wole Soyinka, der 1986 den Nobelpreis für Literatur bekam, während eines literarischen Festivals in Neapel über Political Correctness: „Wir sind nahe an einem Jahrtausend von Wörtern, die von ihrem Kontext abgezogen sind, ohne Risiken, ohne Beleidigungen, ohne Nuancen, ohne Geschichte: eine menschliche neutralisierte Kommunikation“.
[...] Obwohl das Thema der political correctness ein sehr breites Thema ist, werde ich in diesen Abschnitten einen Eindruck davon zu geben versuchen, wie die Sprache der neuen Tendenz folgt, politically correct zu sein. Meine Analyse betrifft vor allem die englische Sprache und die amerikanische Gesellschaft, wo die polical correctness geboren ist und sich entwickelt hat. Erstens werde ich mich mit der Definition von political correctness und seiner Stellung in der heutzutage Gesellschaft beschäftigen. Ich analysiere insbesondere einige Wörter, um besser zu verstehen, was heute die Debatte über political correctness bedeutet. Ich habe mich entschieden, von „Euphemismen“ zu sprechen, obwohl dieses Wort nicht ganz neutral ist, weil ich finde, dass das Wort ‚Euphemismus‘ das richtige Bild ist, um eine immer stärker grassierende Tendenz, sich politically „incorrect“ zu erklären, um sich sprachlichen Entscheidungen, die für heuchlerisch gehalten werden, entgegenzusetzen. Danach werde ich über George Orwell und seine Idee von politischer Sprache sprechen: sowohl sein Essay Politics and the English Language (1946) als auch sein Roman 1984 (Nineteen Eighty-Four) (1948) stellen eine beachtliche Analyse von Euphemismen und des Gebrauchs der Sprache von Institutionen vor, auch wenn diese Werke vor der Debatte über political correctness geschrieben wurden.
Zum Schluss werde ich im letzten Paragraph auf den linguistischen Rassismus, auf seine Bedeutung, und darauf, wie Wörter und Gedanken in der Konzeption des ‚Anderen‘ miteinander verbunden sind, eingehen. In diesem Abschnitt werde ich mich auf die amerikanische Gesellschaft und besonders auf die Afroamerikaner konzentrieren, obwohl das Phänomen in vielen anderen Kontexten analysierbar ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist “politically correct”?

2.1 Die Euphemismen

3. George Orwell und die Sprache der Politik

4. Der linguistische Rassismus

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der „Political Correctness“ (PC) und dessen Auswirkungen auf die zeitgenössische Sprache, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen sprachlicher Sensibilität und heuchlerischer Verschleierung liegt. Ziel ist es, die ideologische Instrumentalisierung von Sprache aufzuzeigen und die Verbindung zwischen politischer Macht, Denkkontrolle und linguistischen Strategien anhand US-amerikanischer Beispiele und der Romantheorie von George Orwell zu analysieren.

  • Die Definition und gesellschaftliche Genese von „Political Correctness“.
  • Die Analyse von Euphemismen als Instrumente der sprachlichen Verdunkelung.
  • George Orwells Analyse totalitärer Sprachstrukturen und der „Neusprech“.
  • Die linguistische Manifestation von Rassismus und dessen Entwicklung.
  • Die Macht der Sprache bei der Konstruktion und Kontrolle gesellschaftlicher Identitäten.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Euphemismen

Eine der bedeutendsten Einführungen der politically (und auch seinen Entartungen) ist das Dokument The Power of Language der Manchester Polizei, das geschrieben wurde, um den Gebrauch von Stereotypen und beleidigenden Ausdrücken von britischen Sicherheitskräften zu verhindern oder wenigsten zu verringern. Der Vorsatz ist lobenswert, aber die Analyse der Sprache wird oft übertrieben und es werden quasi surrealistische Ausdrücke benutzt.

Betrachten wir einige Beispiele über zur Behinderung: die Idee ist ein positives Bild von Menschen mit körperlicher Behinderung zu vermitteln. Es ist der Mangel an angemessener Infrastrukturen, und nicht die körperliche Einschränkung der Menschen, der behindert macht. Daher gelten Wörter wie cretin (Idiot), spastic (Spastiker), cripple (Krüppel), Mongol (Mongole), deformed (verformt, verwachsen) heute als Beleidigungen und man muss sie beseitigen: zum Beispiel soll man nicht mongoloid sagen, sondern person with Down Syndrome (Person mit Down-Syndrom). Trotzdem geht das Dokument der Manchester Polizei vielleicht zu weit und spezifiziert auch die Artikel und die Präpositionen. Man kann nicht den bestimmten Artikel benutzen: wenn wir „the disabled, the blind, the deaf“ sagen, nehmen wir den Invaliden ihre Individualität und Menschlichkeit und kategorisieren sie aufgrund eines körperlichen Fehler, als hätten sie nur diesen gemeinsamen Fehler. Außerdem ist with (mit) die einzige zulässige Präposition, die eine Krankheit mit einer Person verbinden kann; deshalb sollte man sagen: a person with a heart condition (eine Person mit einem Herzleiden): wenn man person with einer Krankheit voranstellt, humanisiert man den Behinderte. Ausdrücke wie suffering from (leiden an) und afflicted with (leidend an) würden beleidigend sein, weil sie die able-bodied, die gesunden Menschen, dazu bewegen, die Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu bemitleiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Distanz zwischen Sprache und Wirklichkeit und führt in die Analyse der „Political Correctness“ als Phänomen ein, das insbesondere im US-amerikanischen Kontext eine neue Form der ideologischen Kommunikation darstellt.

2. Was ist “politically correct”?: Dieses Kapitel definiert PC als soziale Haltung und Argumentationslinie, die ihren Ursprung in US-amerikanischen Minderheitendiskursen hat und sich heute in einem Spannungsfeld zwischen linkem Minderheitenschutz und konservativer Kritik an „linguistischer Ökologie“ bewegt.

2.1 Die Euphemismen: Hier wird am Beispiel des Sprachgebrauchs der Manchester Polizei kritisch analysiert, wie Euphemismen dazu führen können, dass die Sprache der Realität entfremdet wird, indem sie bei dem Versuch, Diskriminierung zu vermeiden, ins Surreale abgleitet.

3. George Orwell und die Sprache der Politik: Das Kapitel verknüpft Orwells Essayistik und seinen Roman 1984 mit der gegenwärtigen Debatte und zeigt auf, wie ein totalitäres System Sprache zur Kontrolle des menschlichen Denkens manipuliert.

4. Der linguistische Rassismus: Es wird untersucht, wie Rassismus sprachlich transformiert wird und welche Rolle die Wiederaneignung von diskriminierenden Begriffen wie „nigger“ in der afroamerikanischen Community spielt.

Schluss: Das Fazit fasst die Untersuchung der Sprache als Instrument der Macht zusammen und plädiert für einen bewussten und kritischen Umgang mit Begriffen in unserer Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Political Correctness, Euphemismus, George Orwell, Neusprech, Linguistik, Rassismus, Identitätspolitik, Sprache und Macht, Diskriminierung, Propaganda, linguistische Ökologie, 1984, soziale Kontrolle, Wortwahl, Sprachkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der „Political Correctness“ und deren Einfluss auf die Sprachkultur, wobei sie besonders die Mechanismen untersucht, wie Sprache zur Steuerung von Gedanken und zur Wahrnehmungslenkung eingesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von PC, die Rolle von Euphemismen, die totalitäre Sprachmanipulation im Werk von George Orwell und die soziolinguistische Entwicklung von rassistisch konnotierten Begriffen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen sprachlicher Inklusion und der heuchlerischen Verschleierung von Realitäten aufzudecken, um ein Bewusstsein für die Macht der Sprache in politischen und sozialen Kontexten zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf literarischer und soziolinguistischer Textanalyse basiert, inklusive der Einbeziehung zeitgenössischer Dokumente und der theoretischen Grundlagen von George Orwell.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung von PC, die Untersuchung sprachlicher Verschleierungstaktiken (Euphemismen), die Analyse von Orwells „Neusprech“ zur Denkkontrolle und eine Untersuchung der linguistischen Rassismus-Debatte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Political Correctness, Euphemismus, Sprache und Macht, George Orwell, linguistischer Rassismus und Identitätspolitik.

Wie unterscheidet die Arbeit den „Neusprech“ von Orwells Dystopie von heutigen PC-Tendenzen?

Während Orwells „Neusprech“ ein fiktives totalitäres Instrument zur vollständigen Auslöschung von Gedanken darstellt, analysiert die Autorin heutige PC-Tendenzen als eine, teils heuchlerisch empfundene, linguistische Regulierung im realen gesellschaftlichen Diskurs.

Welche Rolle spielt das Wort „nigger“ in der Untersuchung?

Das Wort dient als zentrales Fallbeispiel für die semantische Inversion und die Debatte um die Wiederaneignung von ursprünglich als Beleidigung genutzten Begriffen innerhalb der betroffenen afroamerikanischen Gemeinschaft.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„Political correctness“. Euphemismen, Rassismus und Sprache der Politik
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,3
Autor
Erica Ricci (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V215213
ISBN (eBook)
9783656431671
ISBN (Buch)
9783656437567
Sprache
Deutsch
Schlagworte
political correctness politically correct PC Euphemismen Politik Sprache der Politik George Orwell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Erica Ricci (Autor:in), 2013, „Political correctness“. Euphemismen, Rassismus und Sprache der Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215213
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Leseprobe aus  17  Seiten
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