Sowohl professionelle Investoren, als auch Privatanleger zeigen in den letzten Jahren verstärktes Interesse an der Investition in Rohstoffe. Dies ist unter anderem auf verstärkte Nachfrage und damit verbundene Preissteigerungen, sowie die allgemeine Lage an den Finanzmärkten zurückzuführen. Es gilt Variablen, die die Preisbewegung von Rohstoffaktien beeinflussen, zu identifizieren. Deshalb steht folgende Fragestellung im Zentrum dieser Arbeit: Welches sind die Determinanten von Commodity Stocks?
Das Ziel dieser Arbeit ist es, unter Verwendung von Regressionsmodellen Einflussfaktoren von Commodity Stocks zu ermitteln. Es werden Öl-, Gold- und Kupferunternehmen untersucht.
Folgende Hypothesen werden überprüft: (1) Die rohstoffspezifischen, unabhängigen Variablen haben die größte Varianzerklärungskraft von allen vier analysierten Einflusskategorien während der untersuchten Zeitperiode. (2) Es ist möglich, ein rohstoffübergreifendes Modell zu entwickeln, das geeignet ist, die Preisentwicklung von Rohstoffaktien zu bestimmen.
Im Rahmen dieser Arbeit werden Aktienbewertungsmethoden, Rohstoffpreisbildung, Bewertungsverfahren für Rohstoffunternehmen und bereits durchgeführte Studien zu Einflussfaktoren auf Commodity Stocks betrachtet. Mögliche Einflussfaktoren auf Rohstoffaktien werden daraus abgeleitet. Die identifizierten Einflussvariablen repräsentieren die Kategorien rohstoffspezifisch (Rohstoffpreis, Forward des Rohstoffpreises, Volatilität des Rohstoffpreises), firmenspezifisch (Operating Profit/Sales, EV/EBITDA, Net Debt/Equity, Handelsvolumen je Aktie in USD), makroökonomisch (Rendite des dreimonatigen US Treasury Bills und der zehnjährigen US-Staatsanleihe, reales BIP der Welt, US PMI, verschiedene Arbeitslosenquoten, diverse Wechselkurse zum USD) und Marktbewegung (MSCI World).
In einem nächsten Abschnitt wird für die einzelnen Rohstoffe eine Panelregression berechnet, um ein allgemeingültiges Modell aufzustellen. Es wird ein aggregiertes Modell je Rohstoff ausgewiesen. Aus diesen aggregierten Modellen wird ein rohstoffübergreifendes Modell entwickelt. Dieses wird auf Robustheit getestet. So wird die analysierte Zeitperiode unter anderem in eine Vorkrisen- (2001 bis 2006) und eine Nachkrisenperiode (2009 bis 2012) unterteilt. Die signifikanten Variablen werden theoretisch begründet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in den Themenbereich
1.2 Problemstellung
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Abgrenzung
1.5 Überblick über die Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Vorgehensweise bei der Literaturrecherche
2.2 Begriffsdefinitionen
2.2.1 Commodity
2.2.2 Commodity Stocks
2.2.3 Öl
2.2.4 Gold
2.2.5 Kupfer
2.3 Bewertungstheorien
2.3.1 Theorien zur Aktienbewertung
2.3.2 Theorien zur Rohstoffpreisbildung
2.3.3 Theorien zur Rohstoffunternehmensbewertung
2.4 Studien zur Identifikation von Einflussfaktoren auf Rohstoffaktien
2.5 Zusammenfassung der Literaturrecherche
3. Conceptual Model
3.1 Rohstoffwahl
3.2 Firmenwahl
3.3 Identifizierte Determinanten
3.3.1 Unternehmensspezifische Variablen
3.3.2 Rohstoffspezifische Variablen
3.3.3 Makroökonomische Variablen
3.3.4 Variable für die Marktbewegung
3.4 Zusammenfassung der Variablen
4. Methodik
4.1 Wissenschaftliche Grundperspektive
4.2 Begründung des quantitativen Vorgehens
4.3 Theoretische Grundlagen der Regressionsanalyse
4.3.1 Theorie zur Regressionsanalyse
4.3.2 Mögliche Problematiken bei der Regressionsanalyse
4.4 Datensammlung
4.5 Datenbereinigung
4.5.1 Diverse Bereinigungen
4.5.2 Multikollinearitätsbereinigung
4.6 Regressionsmodell
4.7 Theorie zur Modellverifizierung
5. Determinanten von Commodity Stocks
5.1 Übersicht zum Datenmaterial
5.1.1 Deskriptive Statistik der rohstoffspezifischen Variablen
5.1.2 Deskriptive Statistik der Rohstoffunternehmen
5.1.3 Deskriptive Statistik der Makrovariablen
5.1.4 Deskriptive Statistik der Marktbewegung
5.2 Panelregression
5.2.1 Verschiedene Modelle
5.2.2 Modellverifizierung
5.2.3 Zusammenfassung und theoretische Begründung der signifikanten Variablen
6. Schlussfolgerungen
6.1 Beantwortung der Forschungsfrage
6.1.1 Schlussfolgerungen für Ölunternehmen
6.1.2 Schlussfolgerungen für Goldunternehmen
6.1.3 Schlussfolgerungen für Kupferunternehmen
6.1.4 Schlussfolgerungen für das rohstoffübergreifende Modell
6.2 Ausblick
6.2.1 Weitere mögliche erklärende Variablen für Rohstoffaktien
6.2.2 Weitere mögliche erklärende Variablen spezifisch für Ölunternehmen
6.2.3 Weitere mögliche erklärende Variablen spezifisch für Goldaktien
6.2.4 Weitere mögliche erklärende Variablen spezifisch für Kupferaktien
6.3 Kritische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, unter Verwendung von Regressionsmodellen die Einflussfaktoren auf "Commodity Stocks" (börsennotierte Rohstoffunternehmen aus den Branchen Öl, Gold und Kupfer) zu ermitteln und zu quantifizieren, um ein besseres Verständnis ihrer Preisentwicklung zu erlangen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: "Welches sind die Determinanten von Commodity Stocks?"
- Analyse rohstoffspezifischer Faktoren (Spot-Preis, Volatilität, Forward)
- Untersuchung firmenspezifischer Kennzahlen (Profitabilität, Verschuldung, Handelsvolumen)
- Einbezug makroökonomischer Einflussgrößen (Zinssätze, BIP, PMI, Arbeitslosenquoten)
- Berücksichtigung der allgemeinen Marktbewegung mittels MSCI World
- Entwicklung eines aggregierten, rohstoffübergreifenden Modells
Auszug aus dem Buch
Hotelling’s Rule
Das Grundmodell für die Preisbildung von nicht erneuerbaren Ressourcen wurde 1931 von Professor Harold Hotelling in der Untersuchung „The Economics of Exhaustible Ressources“ entwickelt. Die Akzeptanz des Modells ist darauf zurückzuführen, dass es Rückschlüsse zu Zeit, Preis und Quantität unter Annahme der Profitmaximierung zulässt (Gaitan, Tol & Yetkiner, 2004, S. 2).
Die aufgeführte Grafik illustriert die erwähnten Zusammenhänge. Der fortlaufende Abbau des Rohstoffs führt zu einem kontinuierlichen Anstieg des Preisniveaus. Dieser Preisanstieg ist auf die Erschöpfbarkeit des Rohstoffes zurückzuführen. Durch höhere Preise reduziert sich die Nachfrage. Dieser Prozess endet, wenn der Umstieg auf ein Substitutionsprodukt wirtschaftlich attraktiv wird. Der Preis, ab dem Substitutionsprodukte günstiger sind als der bis anhin verwendete, nicht erneuerbare Rohstoff, wird als „Backstop-Price“ bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt gilt der Rohstoff als ökonomisch erschöpft, auch wenn noch Vorkommen in der Natur bestehen. Der geltende Marktzinssatz, technologische Entwicklungen und Explorationserfolge beeinflussen die Abbaugeschwindigkeit und den Zeitpunkt der ökonomischen Erschöpfung. Der Zinssatz hat einen direkten Einfluss auf die Abbaugeschwindigkeit und die Produktionsmenge. Erfolgreiche Explorationen erhöhen die bekannten Reserven und führen deshalb zu einer Preissenkung. Technologische Innovationen können zur Erschliessung von bisher nicht abbaubaren Vorkommen oder zur Laufzeitverlängerung von bestehenden Reservoiren führen (Hotelling, 1931, S. 137-175).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit und grenzt das Untersuchungsgebiet ab.
2. Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe, Bewertungstheorien für Aktien und Rohstoffunternehmen sowie der bisherige Stand der Forschung zu Einflussfaktoren auf Rohstoffaktien dargelegt.
3. Conceptual Model: Dieses Kapitel begründet die Rohstoff- und Firmenwahl, identifiziert die relevanten Determinanten und fasst diese in einem theoretischen Modell zusammen.
4. Methodik: Hier werden die wissenschaftliche Perspektive, das quantitative Vorgehen sowie die Details der Datensammlung, Bereinigung und des Regressionsmodells beschrieben.
5. Determinanten von Commodity Stocks: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Untersuchung, analysiert das Datenmaterial und stellt die Ergebnisse der Panelregressionen für die einzelnen Branchen sowie das Gesamtmodell dar.
6. Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit der Beantwortung der Forschungsfrage, einem Ausblick auf weitere mögliche erklärende Variablen und einer kritischen Reflexion ab.
Schlüsselwörter
Commodity Stocks, Rohstoffaktien, Panelregression, Öl, Gold, Kupfer, Aktienbewertung, Rohstoffpreisbildung, Makroökonomie, Regressionsanalyse, Marktbewegung, Volatilität, Investmentnachfrage, Ressourcenerschöpfung, Determinanten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, welche die Kursentwicklung von börsennotierten Unternehmen in der Rohstoffindustrie (speziell Öl, Gold und Kupfer) beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Aktienbewertung von Rohstoffunternehmen, die Preisbildungsmechanismen von Rohstoffen sowie den Einfluss makroökonomischer und unternehmensspezifischer Kennzahlen auf die Aktienrenditen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Identifizierung und Quantifizierung der "Determinanten von Commodity Stocks", um zu verstehen, inwieweit Rohstoffaktien die Wertentwicklung der zugrunde liegenden Basiswerte abbilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine quantitative Methode, konkret die Panelregression, um Zeitreihen- und Querschnittsdaten über den Zeitraum von 2000 bis 2012 statistisch zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Aktien- und Rohstoffbewertung, die Auswahl der Unternehmen und Variablen, die methodische Vorgehensweise bei der Regressionsanalyse sowie die empirische Auswertung der Daten für die drei Rohstoffbranchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Rohstoffaktien, Determinanten, Panelregression, Volatilität, Rohstoffpreis und Marktbewegung.
Warum wird zwischen Öl-, Gold- und Kupferunternehmen differenziert?
Die Analyse zeigt, dass die Nachfragestrukturen (z.B. industrielle Nachfrage bei Kupfer vs. Investment- und Schmucknachfrage bei Gold) unterschiedlich sind, weshalb auch die Einflussfaktoren auf die jeweiligen Aktienkurse variieren.
Welche Rolle spielt die Finanzkrise 2008 in den Modellen?
Die Autoren verwenden einen "Krisendummy" für das Jahr 2008, um die massiven Kurseinbrüche an den Weltbörsen als exogene Schocks statistisch zu berücksichtigen.
Was ist die Schlussfolgerung zum rohstoffübergreifenden Modell?
Das entwickelte Modell zeigt, dass neben dem Rohstoffpreis auch makroökonomische Faktoren wie Zinsänderungen und allgemeine Marktbewegungen (MSCI World) signifikante Erklärungsfaktoren für die Performance von Rohstoffaktien über alle Branchen hinweg sind.
- Quote paper
- Julian Engelfried (Author), Fabian Krütli (Author), Marc Schreier (Author), 2013, Determinanten von Commodity Stocks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215273