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Einfluss der Bildungsreformen auf die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert

Titel: Einfluss der Bildungsreformen auf die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert

Doktorarbeit / Dissertation , 2013 , 121 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: Radoslaw Lis (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Dissertation sind diejenigen sprachgeschichtlichen Vorgänge berücksichtigt worden, die sich auf schulisches Leben und Schulgeschichte auswirkten. Hierzu gehören zum Beispiel Umstrukturierungen bestehender und Bildung neuer Termini, die sich unmittelbar auf Lehrer, Schüler, Unterrichts- und Schulorganisation bezogen.
Diese Sprachentwicklung wurde am Unterrichtsgeschehen an den verschiedenen Typen des niederen und höheren deutschen Schulwesens dargestellt, wodurch ein lebendiges Bild der die Schule begleitenden Sprachereignisse nachgezeichnet werden konnte, das die Veranschaulichung der Entwicklung und Veränderung des Schulwortschatzes ermöglichte.
Die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert wurde also anhand der vorhandenen Materialien aufgearbeitet und vorwiegend im historischen Kontext diskutiert. Die wichtigsten Veröffentlichungen der Fachleute aus dem 19. Jahrhundert wurden ausgewertet und in ihrer Reichweite für eine umfassende Sprachentwicklung im Sinne einer neuen Situation und Bedarfslage interpretiert.
Die Ergebnisse der Untersuchungen dürften in aller Deutlichkeit gezeigt haben, dass die Schulterminologie wandelbar ist, dass die tragenden Kräfte einer jeden Zeit den entsprechenden Schulwortschatz entwickeln müssen. Ebenso selbstverständlich sollte es aber auch sein, dass neu zu schaffende Schultermini nur Ausprägungen bestimmter geistiger Prinzipien und Haltungen sein können.
Die vorliegende Arbeit ist eine linguistische Abhandlung mit starken Bezügen zur Kulturgeschichte, vor allem zur Bildungsgeschichte. Gerechtfertigt aber dadurch, dass dies, wenn die Geschichte der Sprache nachgezeichnet werden soll, vor dem Hintergrund der allgemeinen historischen, politischen, schul- und sozialgeschichtlichen Entwicklung erfolgen muss. Denn die Sprachgeschichte eines Volkes, richtig verstanden und betrieben, darf keinen bloß antiquarischen oder musealen Charakter tragen – sie muss vielmehr wie in einem Brennspiegel seine geistige, soziale und politische Geschichte erkennen lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

3. Einleitung

3.1. Gegenstand, Eingrenzung und Ziel der Untersuchung

3.2. Stand der Forschung

3.3. Aufbau der Arbeit

4. Geschichtliche Vorbemerkung

4.1. Historische Rahmenbedingungen

4.2. Geschichte des deutschsprachigen Schulsystems im Überblick

4.3. Der Humboldtsche Reformversuch um 1810

4.4. Die Folgen der Schulreform

5. Die Entwicklung der Schulterminologie im 19. Jh.

5.1. Einfluss der Schulreformen auf Lexik

5.2. Schülerbezeichnungen

5.3. Lehrerbezeichnungen

5.4. Schulfächer

5.5. Schulanstalten

5.5.1. Staatliche Anstalten

5.5.2. Privatanstalten

5.5.3. Sonderformen der Schulanstalten

6. Linguistische Tendenzen in der Schulterminologie im 19. Jh.

6.1. Entwicklungen im Wortschatz

6.1.1. Archaismen und Neologismen

6.1.2. Bedeutungswandel

6.1.3. Entlehnungen und Fremdwörter

6.1.4. Zusammensetzungen

7. Schlussbetrachtung

8. Wortregister

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert, mit Fokus auf preußische Verhältnisse, um den Zusammenhang zwischen dem strukturellen Wandel des Schulwesens und der sprachlichen Reproduktion in einer Zeit der zunehmenden Verstaatlichung und Verweltlichung zu analysieren.

  • Lexikologische Analyse von Schüler-, Lehrer-, Fächer- und Schulbezeichnungen.
  • Einfluss politischer, gesellschaftlicher und bildungspolitischer Reformen auf den Schulwortschatz.
  • Linguistische Tendenzen wie Archaisierung, Neologismen und Bedeutungswandel.
  • Rolle von Komposita und Entlehnungen bei der Strukturierung des schulischen Vokabulars.

Auszug aus dem Buch

5.2. Schülerbezeichnungen

Bereits mit der Einführung und Verbreitung des Christentums in den deutschen Staaten wurden die ersten Schulanstalten gegründet. Im gleichen Moment ergab sich selbstverständlich auch der Bedarf, die neu entstandenen Einrichtungen und die damit in Verbindung stehenden Vorgänge und Angelegenheiten mit Namen entsprechend zu charakterisieren. Synonyme Ausdrücke für sie zu finden oder entsprechende Neubildungen zu schaffen, war aber kein einfaches Unterfangen. Aus diesem Grunde holte man die nötigen Benennungen für die neuen schulischen Erscheinungen vor allem aus dem Latein, weil sie in dieser Sprache bereits vorhanden waren und auch das 19. Jahrhundert in hohem Maße beeinflussten.

Wie oben erwähnt, sind ihrem Ursprung nach die allermeisten Schülerbezeichnungen, die in dem folgenden Kapitel beschrieben werden, lateinisch und die meisten davon enden auf -us, -ist oder -ent. Doppeltes Suffix zeigen diejenigen Schülerbenennungen, in denen dem lateinischen Suffix -anus ein einheimisches -er angefügt wird (z. B. Primaner, Sekundaner, Tertianer, Quartaner, Quintaner etc.). Die einheimischen Schülerbezeichnungen sind dagegen vor allem durch Zusammensetzungen mit Schüler, Kind oder Knabe bzw. Junge zustande gekommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung des Autors zur Zielsetzung der Arbeit, die Lehrern und Studierenden als Orientierungshilfe in der Geschichte der Schulterminologie dienen soll.

3. Einleitung: Erläuterung des Untersuchungsgegenstands, der methodischen Herangehensweise und der begrifflichen Eingrenzung auf das preußische Schulwesen des 19. Jahrhunderts.

4. Geschichtliche Vorbemerkung: Überblick über die bildungspolitische und gesellschaftliche Transformation Preußens, geprägt durch den Humboldthschen Reformansatz.

5. Die Entwicklung der Schulterminologie im 19. Jh.: Detaillierte lexikologische Untersuchung der Bezeichnungen für Schüler, Lehrer, Fächer und Schulanstalten.

6. Linguistische Tendenzen in der Schulterminologie im 19. Jh.: Analyse sprachwissenschaftlicher Entwicklungsmechanismen wie Wortschatzwandel, Bedeutungswandel und Wortbildung.

7. Schlussbetrachtung: Synthese der Forschungsergebnisse und Einordnung der Bedeutung des preußischen Vorbilds für die gesamtdeutsche Schulgeschichte.

8. Wortregister: Alphabetisches Verzeichnis der in den Kapiteln 5 und 6 behandelten Schulbegriffe mit Seitenverweisen.

9. Quellen- und Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der Primär- und Sekundärliteratur, die als Grundlage für die Untersuchung dienten.

Schlüsselwörter

Schulterminologie, Schulgeschichte, 19. Jahrhundert, Preußen, Schulwesen, Schulfächer, Schülerbezeichnungen, Lehrerbezeichnungen, Bildungspolitik, Sprachwandel, Neologismen, Historismen, Determinativkomposita, Reformpädagogik, Bildungsbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Dissertation?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung des preußischen Schulwesens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung gliedert sich in die Bereiche Schülerbezeichnungen, Lehrerbezeichnungen, Bezeichnungen für Schulfächer und Schulanstalten sowie linguistische Tendenzen im Wortschatz.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen des Schulwortschatzes aufzuzeigen und die enge Verflechtung zwischen gesellschaftlichen Reformen und sprachlicher Reproduktion im Bildungssektor zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine sprachgeschichtliche und lexikologische Untersuchung durch, gestützt auf eine umfangreiche Quellensammlung aus zeitgenössischen Schulordnungen, ministerialen Erlassen und pädagogischer Publizistik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil (Kapitel 5 und 6) werden die vier Kernkategorien (Schüler, Lehrer, Fächer, Anstalten) lexikologisch aufgeschlüsselt und linguistische Prozesse wie Bedeutungswandel und Wortbildung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulterminologie, 19. Jahrhundert, Preußen, Bildungsgeschichte, Sprachwandel und Determinativkomposita charakterisieren.

Warum wird Preußen als exemplarisch angesehen?

Preußen galt als der mächtigste deutsche Staat, der den Bildungssektor dominierte, als Systemexporteur fungierte und an dessen Standards sich die kleineren deutschen Länder maßgeblich orientierten.

Welche Rolle spielte Wilhelm von Humboldt?

Humboldt leitete als Sektionschef im preußischen Innenministerium maßgebliche Reformen ein, die das humanistische Bildungsideal prägten und einen nachhaltigen Einfluss auf die Strukturierung des Schulwesens ausübten.

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Details

Titel
Einfluss der Bildungsreformen auf die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert
Hochschule
Uniwersytet Warszawski (Universität Warschau)
Note
Sehr gut
Autor
Radoslaw Lis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
121
Katalognummer
V215484
ISBN (eBook)
9783656441847
ISBN (Buch)
9783656443155
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulsystem Humboldt Schulterminologie Abendschule Abiturient Adjunct Adjunctus Adjunkt Algebra alte Sprachen altkatholische Schüler altkatholischer Religionslehrer Altsprachenschule Alumnus Anschauungsunterricht Anstaltsleiter Arithmetik Armenkinder Armenschule Armenschüler Ausbilder auswärtige Schüler Bauernschule Berufsschule Bibellektion Bibellesestunde Bibelunterricht Biologie Bürgergymnasium Bürgerkunde Bürgerlehre Bürgerschule Calligraphie Candidat Cantor Catechismusunterricht Chemie chemischer Unterricht christliche Religionslehre christlicher Religionsunterricht Classe Coetus College Collegium Conrector Cötus Dänisch Decan Dekan Deutsch deutsche Schule deutsche Stunde deutscher Sprachunterricht deutscher Unterricht Deutschstunde Deutschunterricht Director Direktor Dirigent Disciplin Disziplin Dorfschule Dozent Elementarien
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Arbeit zitieren
Radoslaw Lis (Autor:in), 2013, Einfluss der Bildungsreformen auf die Entwicklung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215484
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Leseprobe aus  121  Seiten
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