Nguoi Rung. Der vietnamesische Affenmensch

Mit Zeichnungen von Shuhei Tamura


Fachbuch, 2013
60 Seiten

Leseprobe

Vorwort

Viele Tierarten sind noch unentdeckt

Ein geheimnisvoller „Waldmensch“ oder „Wilder Mensch“, dessen Aussehen von Augenzeugen sehr unterschiedlich beschrieben wurde, soll in Urwäldern von Vietnam, Kambodscha und Laos existieren. Weil er angeblich das Feuer beherrscht, wird er von Kryptozoologen als überlebender prähistorischer Frühmensch betrachtet. Dieses rätselhafte Geschöpf steht im Mittelpunkt des Taschenbuches „Nguoi Rung. Der vietnamesische Affenmensch“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.

Probst ist weder Kryptozoologe, noch glaubt er an die Existenz von Affenmenschen, die überlebende Frühmenschen oder Urmenschen wären. Aber er kann nicht ausschließen, dass in abgelegenen Gegenden der Erde noch bisher unbekannte Affen oder Menschenaffen ein verborgenes Dasein führen. Denn von 1900 bis heute sind erstaunlich viele große Tiere erstmals entdeckt und wissenschaftlich beschrieben worden. Darunter befinden sich auch Primaten wie der Berggorilla (1902), der Kaiserschnurrbarttamarin (1907), der Bonobo (1929), der Goldene Bambuslemur (1986), der Goldkronen-Sifaka oder Tattersall-Sifaka (1988), das Schwarzkopflöwenäffchen (1990) und der Burmesische Stumpfnasenaffe (2010).

Das Taschenbuch „Nguoi Rung. Der vietnamesische Affenmensch“ enthält eigens hierfür angefertigte Zeichnungen des japanischen Künstlers Shuhei Tamura. Dieser hat dankenswerterweise oft prähistorische Raubkatzen für Werke des deutschen Autors Ernst Probst gezeichnet.

Nach Ansicht von Kryptozoologen, die weltweit nach verborgenen Tierarten (Kryptiden) suchen, leben auf der Erde noch zahlreiche unbekannte Spezies, die ihrer Entdeckung harren. Bisher sind auf unserem „blauen Planeten“ etwa 1,5 Millionen Tierarten bekannt. Manche Wissenschaftler vermuten, dass mehr als 15 Millionen Tierarten noch unentdeckt bzw. unbeschrieben sind.

Der verhältnismäßig junge Forschungszweig der Kryptozoologie wurde von dem belgischen Zoologen Bernard Heuvelmans (1916–2001) um 1950 benannt und gegründet. Er sammelte Tausende von Berichten, Legenden, Sagen, Geschichten und Indizien verborgener Tiere und prägte durch seine Fleißarbeit die Kryptozoologie nachhaltig.

Als Zweige der Kryptozoologie gelten die Dracontologie, die sich mit den Wasserkryptiden befasst, die Hominologie, die sich mit Affenmenschen beschäftigt, und die Mythologische Kryptozoologie, welche die Entstehungsgeschichte von Fabelwesen erforscht. Der Begriff Hominologie wurde 1973 durch den russischen Wissenschaftler Dmitri Bayanow eingeführt. In der Folgezeit haben Kryptozoologen verschiedene Untergliederungen der Hominologie vorgeschlagen.

Die Kryptozoologie bewegt sich teilweise zwischen seriöser Wissenschaft und Phantastik. Kryptozoologen wollen nicht glauben, dass unser Planet schon sämtliche zoologischen

Geheimnisse preisgegeben hat, obwohl Satelliten regelmäßig die ganze Erdoberfläche überwachen. Nach ihrer Ansicht bleibt das, was unter dem Kronendach tropischer Regenwälder oder in den Tiefen der Ozeane existiert, selbst modernster Spionage-Technik verborgen.

Kryptozoologen zufolge gibt es auf der Erde noch erstaunlich viele bisher unbekannte Tierarten zu entdecken. Auf allen fünf Erdteilen – so glauben sie – leben beispielsweise große Affenmenschen. Die bekanntesten von ihnen sind „Yeti“ im Himalaja, „Bigfoot“ in Nordamerika, „Orang Pendek“ auf Sumatra und „Alma“ in der Mongolei. Als Affenmenschen gelten auch „Chuchunaa“ in Ostsibirien, „Nguoi Rung“ in Vietnam, „De-Loys-Affe“ in Südamerika, „Skunk Ape“ in Florida, „Yeren“ in China und „Yowie“ in Australien.

Affenmenschen nennt man – laut „Wikipedia“ –„affen-ähnliche“, das heißt nicht mit allen Merkmalen der Art Homo sapiens ausgestattete Vertreter der „Echten Menschen“ (Hominiden). Sie gehören zu den bekanntesten Landkryptiden.

Nguoi Rung

Der „vietnamesische Yeti“

Urwälder in Vietnam, Kambodscha und Laos sollen die Heimat des Affenmenschen „Nguoi Rung“ („Waldmensch“ oder „Wilder Mensch“) sein. Über diesen „vietnamesischen Yeti“, der auch „Batutut“ oder „Ujit“ genannt wird, liegen sehr unterschiedliche Berichte von Augenzeugen vor: Mal ist „Nguoi Rung“ sehr groß, mal sehr klein, mal trägt er ein graues Körperfell, mal ein braunes oder schwarzes, mal wird er einzeln, mal als Gruppe gesichtet. Aber immer geht er aufrecht.

Die erste Sichtung von „Nguoi Rung“ soll in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1947 in einem Urwald der Provinz Kontum im ehemaligen Indochina (heute Vietnam) geglückt

sein. Dort schreckte die Spitze einer Kolonne von 20 Franzosen und Einheimischen, die so leise wie möglich einen Nachtmarsch durch den Urwald unternahm, ein seltsames Lebewesen auf. Dieser „wilde Mensch“ schrie oder grunzte, als er die Kolonne erblickte. Über diese merkwürdige Begegnung berichtete später der französische Soldat Jules Harrois.

Einem mit grauen Haaren bedeckten Affenmenschen, der körperlich wie ein Orang-Utan aussah, sollen Männer einer vietnamesischen Pioniereinheit 1950 im Urwald unweit der Gebirgskette Chu Bia begegnet sein. Dies berichtete später Ngo Hoang, der damals als bewaffneter Agent des Ministeriums für Propaganda im feindlichen Hinterland von Dac Lac gearbeitet hatte. Weil die Soldaten strikte Anweisung hatten, nicht zu schießen, konnte das Geschöpf entkommen.

Die Kameraden von Ngo Hoang erzählten, der Affenmensch sei sehr schnell gerannt, so schnell wie es nur ein Waldtier könne. Zuvor hatten die Pioniere bereits Fußabdrücke entdeckt, die anderthalb mal so groß wie diejenigen eines Menschen gewesen sein sollen.

„Nguoi Rung“ wurde während des Vietnamkrieges in den 1960-er und 1970-er Jahren von vietnamesischen Vietcong-Kämpfern sowie nordvietnamesischen und amerikanischen Soldaten gesichtet. Es kursieren zudem Berichte, wonach US-Soldaten einen „wilden Mann“ erschossen haben sollen, was aber als sehr unwahrscheinlich gilt.

Im bergigen Dschungel von Vietnam hatte eine aus sechs US-Soldaten der „101st Airborne Division“ bestehende Patrouille eine unerwartete Begegnung. Während die Männer angestrengt Ausschau nach feindlichen Vietcong-Kämpfern hielten, schüttelten sich in etwa vier Meter Entfernung plötzlich stark Äste von Büschen. Statt eines oder mehrerer Vietcong bot sich der Patrouille nach eigener Aussage ein ungewöhnlicher Anblick. Sie sahen eine etwa 1,50 Meter große Kreatur mit länglichem Kopf, tiefliegenden dunklen Augen, kräftigem Oberkörper, breiten Schultern, langen, dicken und muskulösen Armen sowie rotbraunen, verfilzten Haaren, die

den Körper und die Gliedmaßen bedeckten. Dieser „wilde Mensch“ sah die Männer böse an, bevor er sein Interesse an ihnen verlor und verschwand. Nachzulesen ist diese Begegnung in dem Buch „Very Crazy G.I. – Strange but True Stories of the Vietnam War“ (2001) des US-Veteranen Kregg P. J. Jorgenson, der ab 1969 in Vietnam gedient hatte.

Unglaublich klingt, was ein Mann aus dem vietnamesischen Volk der M’Nong vor etwa einem halben Jahrhundert erlebt haben soll. Dieser Mann aus einem Bergdorf ging unweit des Lac Yang Tao Pass in den Urwald und war danach spurlos verschwunden. In seinem Heimatdorf glaubte man bald, er habe sich verirrt und sei nicht mehr am Leben. Doch nach drei Jahren kehrte der Vermisste plötzlich eines Tages völlig nackt und mit langen Haaren wieder in seinem Dorf auf.

[...]

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten

Details

Titel
Nguoi Rung. Der vietnamesische Affenmensch
Untertitel
Mit Zeichnungen von Shuhei Tamura
Autor
Jahr
2013
Seiten
60
Katalognummer
V215518
ISBN (eBook)
9783656439349
ISBN (Buch)
9783656439684
Dateigröße
4942 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Nguoi Rung, Affenmenschen, Affenmensch, Vietnam, Ernst Probst, Shuhei tamura, Kryptozoologie
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2013, Nguoi Rung. Der vietnamesische Affenmensch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215518

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