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Diskursethik nach Apel und Habermas

Differenzen und Problematiken der Theorien

Titel: Diskursethik nach Apel und Habermas

Hausarbeit , 2013 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Carolin Haas (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die meisten aktuellen moralischen Probleme wurden in den vergangenen Jahren vornehmend positiv betrachtet und haben nun ungeahnte Bedrohungspotentiale entwickelt. Neuartige, makroethische Probleme wie beispielsweise weltweite technische Innovationen, die Möglichkeiten wie einer In-vitro-Fertilisation oder Abtreibung neu eröffnen, ebenso wie Bereiche der Umweltethik, sprengen die Lösungskapazität traditioneller Moralvorstellungen. Zudem lassen anonyme Massengesellschaften, wie sie heutzutage in Städten vorzufinden sind, keine Instinkt geleitete Ethik mehr zu. Infolgedessen bedürfen diese Problematiken einer neuen ethischen, vernunftgebundenen Klärung .
An dieser Stelle kommt die Diskursethik zum Tragen, die auf eine gleichberechtigte, vernunftgebundene Diskussion von Normen mit einem einvernehmlichen Ergebnis aller Beteiligter zielt . Mit ihrer Hilfe und der konsequenten Befolgung ihrer von Habermas und Apel auferlegten Regeln soll eine Neuformulierung von Normen ermöglicht werden, die für jeden einzelnen Beteiligten akzeptabel ist. Insbesondere in Ethikkommissionen oder politischen Gremien ist die Umsetzung der diskurethischen Prinzipien angesichts der Brisanz der oben aufgeführten globalen Probleme sinnvoll.

Trotz der Aktualität und Dringlichkeit einer Neudefinition bzw. der Notwendigkeit einer Diskussion über moralische Tatbestände, verteidigen die Begründer der Diskursethik teilweise kontroverse Ansichten sowohl für die praktische Umsetzung als auch für die inhaltlichen Aspekte. Fraglich ist demnach, welche konkreten Unterschiede die Theorien aufweisen und welche möglichen Probleme hieraus resultieren können.
Da der kategorische Imperativ nach Kant nicht unerheblich für die Diskursethik ist, wird dieser zunächst im Hinblick auf dessen Bedeutung für die Diskursethik kurz erläutert, um anschließend die allgemeinen Inhalte der Diskursethik aufzugreifen. Im weiteren Verlauf werden die markantesten Differenzen der Theorien aufgezeigt und im Hinblick auf ihre jeweiligen Vor- und Nachteile verglichen. Ziel dieser Arbeit soll nach einer intensiven Abwägung eine Abschätzung darüber sein, wie schwer die jeweiligen Problematiken wiegen und, wenn möglich, welche der beiden Theorien naheliegender bzw. praktikabler ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Einordnung in den Seminarkontext

1.2. Aktualität der Diskursethik im globalen Kontext

1.3. Fragestellung

2. Bedeutung des kategorischen Imperativs nach Kant für die Diskursethik

3. Erläuterungen zur Diskursethik

3.1. Intention und Regeln für praktische Diskurse

3.2. Die Theorie nach Habermas im Vergleich zur Theorie Apels

3.3. Teil B der Diskursethik

3.3.1. Apels Rechtfertigung zu seiner Ergänzung und Habermas Kritik

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Differenzen und praktischen Problematiken innerhalb der Diskursethik von Karl-Otto Apel und Jürgen Habermas. Ziel ist es, die kontroversen Ansichten der beiden Philosophen, insbesondere im Hinblick auf die Konsensfindung und die Anwendbarkeit ihrer Theorien, kritisch zu beleuchten und zu bewerten, welche Theorie im Kontext moderner moralischer Herausforderungen als praktikabler einzustufen ist.

  • Vergleich des kategorischen Imperativs nach Kant als Basis für die Diskursethik
  • Analyse der diskursethischen Grundbedingungen und Regeln
  • Kontrastierung der Habermaschen Theorie gegenüber dem Ansatz von Apel
  • Untersuchung von Apels "Teil B" der Diskursethik und der damit verbundenen Kritik
  • Bewertung der Realitätsnähe und Praktikabilität der beiden Theorien

Auszug aus dem Buch

3.1. Intention und Regeln für praktische Diskurse

In der Diskursethik gibt es drei Geltungsansprüche, nämlich Wahrheit, Wahrhaftigkeit (d.h. ob die Aussagen des Redners mit seiner Meinung kongruent sind) und Richtigkeit22. Der Geltungsanspruch der Wahrheit ist mit dem Gedanken des Universalisierungsprinzips deckungsgleich, da Wahrheit hier ebenfalls im universellen Sinne verstanden werden muss und somit eine intersubjektive Gültigkeit fordert. Ein Tatbestand ist folglich nicht nur wahr für ein Individuum, sondern automatisch wahr für alle23. Da Normen die Tatbestände der Diskursethik repräsentieren, resultiert hieraus das Bestreben nach normativer Richtigkeit sowie Allgemeingültigkeit von Normen24.

Um dieser Idealvorstellung zu entsprechen, müssen ideale Bedingungen für den Diskurs vorherrschen, welche sowohl die gleichberechtigte Teilnahme, die Öffentlichkeit des Zuganges, die Wahrhaftigkeit der Teilnehmer als auch die Zwanglosigkeit der Stellungnahme25 sowie Gewaltlosigkeit und Offenheit für eine argumentative Verständigung umfassen26. Ohne die Erfüllung ausnahmslos aller Bedingungen kann – so Habermas – keine ernsthafte Argumentation stattfinden27.

Die gleichberechtigte Teilnahme impliziert, dass keine Expertenkommission vorliegt, sondern jeder berechtigt ist einen Diskurs über ein für ihn relevantes Argument zu eröffnen bzw. in die Diskussion einzubringen 28 . Dies beinhaltet ebenfalls, dass niemand von dem Diskurs ausgeschlossen werden darf und folglich jeder Zugang zu dem Diskurs hat29. Zudem fordert die Bedingung weiterhin die wechselseitige Anerkennung der Diskursteilnehmer als gleichberechtigt und fördert das Bewusstsein darüber, dass jeder Einzelne in gleicher Weise für den Ausgang der Diskussion mitverantwortlich ist30.

Die Bedingung der Zwanglosigkeit zielt auf eine Herrschaftsfreiheit, wodurch einzig der Zwang des besseren Argumentes zum Zuge kommt 31 und eine unparteiliche, rein argumentative Willensbildung ermöglicht wird32.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ethik ein, verortet die Diskursethik in einem globalen Kontext und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Bedeutung des kategorischen Imperativs nach Kant für die Diskursethik: Hier wird dargelegt, wie Kants kategorischer Imperativ die theoretische Grundlage für die Entwicklung der Diskursethik bildet.

3. Erläuterungen zur Diskursethik: Dieses Hauptkapitel analysiert die allgemeinen Regeln der Diskursethik sowie die spezifischen Differenzen zwischen den Ansätzen von Habermas und Apel, insbesondere im Hinblick auf Apels ergänzenden "Teil B".

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schlussfolgert, inwiefern die Theorie von Apel im Vergleich zu Habermas als praktikabler einzustufen ist.

Schlüsselwörter

Diskursethik, Karl-Otto Apel, Jürgen Habermas, Kategorischer Imperativ, Moral, Konsensfindung, Universalisierungsprinzip, praktische Diskurse, Normenbegründung, Teil B, Menschenrechte, Wahrheit, Gerechtigkeit, Letztbegründung, Fallibilismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diskursethik und untersucht die theoretischen Differenzen sowie die Anwendungsproblematik der Theorien von Karl-Otto Apel und Jürgen Habermas.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem kantischen Einfluss auf die Diskursethik, den idealen Bedingungen für Diskurse und der Kontroverse um die zweistufige Diskursethik von Apel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den konkreten Unterschieden zwischen den Theorien von Apel und Habermas und bewertet deren jeweilige Vor- und Nachteile sowie ihre Praktikabilität.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, um die Theorien gegenüberzustellen und anhand von philosophischen Argumenten und Kritikpunkten zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erläutert zunächst die Bezüge zu Kant, definiert die Regeln für Diskurse und arbeitet die tiefgreifenden Unterschiede in der Konzeption der Konsensfindung und der Theoriebildung der beiden Begründer heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Diskursethik, Universalisierungsprinzip, Konsensfindung, Normenbegründung, Fallibilismus und Menschenrechte.

Warum wird Apels "Teil B" der Diskursethik als besonders diskussionswürdig erachtet?

Dieser Teil ist umstritten, da Apel damit versucht, der Fehlbarkeit menschlichen Handelns in der Realität Rechnung zu tragen, was von Habermas als Abweichung von der Idealität der Diskursethik kritisiert wird.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Habermas von der Apels hinsichtlich des "guten Willens"?

Während Apel mit seinem Ansatz die Situationsbezogenheit und den guten Willen bei der Handlungsentscheidung betont, orientiert sich Habermas strikter an objektiven, idealen Bedingungen für Diskurse.

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Details

Titel
Diskursethik nach Apel und Habermas
Untertitel
Differenzen und Problematiken der Theorien
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Geschichte der Ethik
Note
1,0
Autor
Carolin Haas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V215553
ISBN (eBook)
9783656439226
ISBN (Buch)
9783656439998
Sprache
Deutsch
Schlagworte
diskursethik apel habermas differenzen problematiken theorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Haas (Autor:in), 2013, Diskursethik nach Apel und Habermas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215553
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Leseprobe aus  15  Seiten
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