Liturgie der byzantinischen Kirche: ein kurzer Überblick


Referat (Ausarbeitung), 2001

9 Seiten, Note: Keine Benotung


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Verschiedene Formen der Liturgie
a) Der Ursprung der Namen der verschiedenen Liturgien
b) Die Chrysostomus-Liturgie

2. Aufbau der Liturgie
a) Wortgottesdienst
b) Eucharistie

3. Sprache und Gesang im Gottesdienst

4. Gewänder, Geräte und Gefäße

Literaturverzeichnis

1. Verschiedene Formen der Liturgie

Die Liturgie der Ostkirche ist prunkvoller, symbolreicher und fülliger in den Gebärden als die im Vergleich nüchterne Eucharistiefeier der Romkirche. Und so gibt es aber auch in der orthodoxen Kirche verschiedene Liturgieformen, von denen wir uns besonders eine näher anschauen wollen.

a) Der Ursprung der Namen der verschiedenen Liturgien

Die Liturgienamen (Chrysostomosliturgie) kommen von der jeweiligen Anaphora[1]. In den den orientalischen Liturgien ist die Anaphora zunächst die Oblatio, also die Darbringung der Opfergaben, innerhalb der eucharistischen Feier. Danach kommen die Texte für die Oblatio. Sie bildet den Hauptteil der Messe mit den Höhepunkten der Wandlung und der Kommunion.

b) Die Chrysostomus-Liturgie

Der Heilige Johannes Chrysostomus kam 354 oder 344 in Antiochien zur Welt und empfing 372 die Heilige Taufe. Er lebte als Mönch und Einsiedler, bis er schwer erkrankte und das Eremitenleben aufgeben musste. Im Jahre 386 empfing er von Bischof Meletios von Antiochien die Priesterweihe und 398 wurde er zum Nachfolger des verstorbenen Patriachen von Konstantinopel ernannt. Seine Absetzung im Jahre 403 erfolgte auf der sogenannten „Eichensynode“, weil er sich immer mehr gegen die Prunksucht am Kaiserhof aussprach. Johannes Chysostomus starb am 14. September 407 und wurde zunächst in der Apostelkirche in Konstantinopel beigesetzt. Um das Jahr 1200 erfüllte man seinen größten Wunsch, indem man seine Gebeine in der Chorkapelle des Peterdomes zu Rom beiführte, ganz in der Nähe des Apostels Petrus.[2]

Die Anaphora des heiligen Johannes Chrysostomos hatte in Byzanz vor dem 11. Jahrhundert keine Rolle gespielt, weil damals die Liturgie überwiegend nach der Basileiosanaphora gefeiert wurde. Daher ist es auch schwer, einen historischen Zusammenhang zwischen Chrysostomos und seiner Anaphora aufzustellen[3]. Der einzige Hinweis steht in einem Vatikanischen Babrberini-Codex aus dem 8. Jahrhundert, auf dem der Name Chrysostomos nur beim Katechumengebet aufgeführt wird. Das Katechumengebet ist das „Proskomidiegebet“ nach dem großen Einzug. Dass die Anaphora tatsächlich von Johannes Chrysostomos stammt, hat letztendlich A. Jacob bewiesen, der seit 1963 wichtige Indizien dazu gesammelt hat. So sieht er es als „chrysostomisch[4] “an, dass der Beginn der Ordnung mit dem Katechumengebet datiert wird und dadurch auch mehr Priestergebete gefordert wurde. Diese Priestergebete wurde auch für die basilianischen Texte gewählt und bekamen den Namen Chrysostomos. Durch einen direkten Vergleich durch G. Wagner kann gesagt werden, „daß wichtige Charakteristika der ein bereits älteres Erbe gestaltenden Formulierung der Chrysostomosanaphora auf die Zeit und das Gedankengut des Heiligen zurückgehen und am ehesten im Sinne seiner Verfasserschaft bzw. Redaktionstätigkeit gedeutet werden können[5] “.

2. Aufbau der Liturgie

Es ist schwer Merkmale der römisch - katholischen Eucharistiefeier in einer orthodoxen Kirche zu finden. Für einen europäischen Besucher ist diese Form von Liturgie außergewöhnlich feierlich. Die Liturgie der orthodoxen Kirche besteht aus drei Teilen:

1. Die Vorbereitungsgebete, auch Proskomidie genannt, vor der Ikonostase
2. Der Wortgottesdienst: wichtig sind die Lesungen, besonders die Apostelgeschichten und das Evangelium
3. Der Eucharistische Gottesdienst: der Höhepunkt ist die Wandlung der Gaben von Brot und Wein und die anschließende Kommunion.

In der christlichen Kirche, im Osten sowie auch im Westen, sind diese drei Teile miteinander verknüpft. So ist der Aufbau der Liturgie in diesen Punkten identisch.

Die apostolische Tradition wurde in der orthodoxen Liturgiefeier besonders bewahrt, jedoch ergaben sich auch Sonderentwicklungen, welche im Aufbau der Liturgiefeier zum Ausdruck kommen.

[...]


[1] Hans-Joachim Schulz, Die byzantinische Liturgie, Trier 1980, Seite 18

[2] Schauber und Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1993, Seite 635

[3] Die byzantinische Liturgie, Seite 24

[4] ebd. Seite 28*

[5] ebd. Seite 30*

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Liturgie der byzantinischen Kirche: ein kurzer Überblick
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau  (Religionspädagogik)
Veranstaltung
Studienfahrt nach Griechenland
Note
Keine Benotung
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V21567
ISBN (eBook)
9783638251501
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liturgie, Kirche, Studienfahrt, Griechenland
Arbeit zitieren
Thomas Zeitler (Autor), 2001, Liturgie der byzantinischen Kirche: ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21567

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