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„Missionsfreiheit“ als Menschenrecht

Title: „Missionsfreiheit“ als Menschenrecht

Seminar Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: MA Markus Scholze (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights
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Immer wieder erreichen uns Meldungen wo es mit Mission bzw. Proselytismus zu Konflikten kommt. Diese Konflikte mögen rein religiöser, sozialer, politischer oder rechtlicher Natur sein. In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit dem Thema Mission und Religionsfreiheit. Es geht vor allem um die Frage, ist die Missionierung verschiedenster Religionsgemeinschaften ein Recht das die Religionsfreiheit gewährt oder schränkt die öffentliche Missionierung anders religiöse oder denkende Menschen in ihrer Religions- bzw. Glaubensfreiheit vielleicht sogar ein?
Hier liegt nun ein Versuch vor, Mission und Proselytismus zu definieren und anhand von Beispielen zu zeigen, wie die Praxis der Missionstätigkeit und das Recht diese in Freiheit auszuüben aussieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Mission - Glaubenswerbung

2. Proselytismus und Religionsfreiheit

3. Missionsfreiheit als Menschenrecht

4. Die Freiheit der Mission in muslimischen Ländern

4.1. Iran

4.2. Afghanistan

4.3. Syrien

4.4. Somalia

4.5. Ägypten

4.6. Saudi-Arabien

5. Fallbeispiele

5.1. Marokko

5.2. Jemen

5.3. Griechenland

5.4. Schweiz

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem missionarischen Selbstverständnis verschiedener Religionen und dem grundlegenden Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Dabei wird analysiert, ob Missionierung als geschütztes Recht im Rahmen internationaler Menschenrechtskonventionen gilt oder ob staatliche Restriktionen, insbesondere in muslimisch geprägten Ländern und durch europäische Gerichtsurteile, eine Einschränkung rechtfertigen.

  • Definition und Abgrenzung von Mission und negativem Proselytismus.
  • Analyse der menschenrechtlichen Verankerung der Religionsfreiheit in internationalen Abkommen (AEMR, IPBPR, EMRK).
  • Darstellung der schwierigen Situation von Missionaren in verschiedenen muslimischen Staaten.
  • Untersuchung konkreter Fallbeispiele zur rechtlichen und politischen Behandlung von Missionstätigkeit.

Auszug aus dem Buch

3. Missionsfreiheit als Menschenrecht

Wir beschäftigen uns in diesem Kapitel mit der Frage, ob Mission ein Recht ist, dass die Religionsfreiheit im Rahmen der Menschenrechtserklärungen gewährt? Dazu wollen wir die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte und die Europäischen Menschenrechtskonvention über die Religionsfreiheit genauer unter die Lupe nehmen.

Die Religionsfreiheit ist in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (AEMR) verankert, wo es heißt: „Jeder Mensch hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden.“

In den UNO-Menschenrechtskonventionen wurde die Religionsfreiheit in Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) in einem völkerrechtlichen Text verankert, der folgendermaßen lautet: „(1) Jedermann hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Recht umfasst die Freiheit, eine Religion oder eine Weltanschauung eigener Wahl zu haben oder anzunehmen, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Beachtung religiöser Bräuche, Ausübung und Unterricht zu bekunden. (2) Niemand darf einem Zwang ausgesetzt werden, der seine Freiheit, eine Religion oder eine Weltanschauung seiner Wahl zu haben oder anzunehmen, beeinträchtigen würde. (3) Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekunden, darf nur den gesetzlich vorgesehenen Einschränkungen unterworfen werden, die zum Schutz der öffentlichen Sicherheit, Ordnung, Gesundheit, Sittlichkeit oder der Grundrechte und -freiheiten anderer erforderlich sind. (4) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Freiheit der Eltern und gegebenenfalls des Vormunds oder Pflegers zu achten, die religiöse und sittliche Erziehung ihrer Kinder in Übereinstimmung mit ihren eigenen Überzeugungen sicherzustellen.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Konfliktpotenziale zwischen Missionierung und Religionsfreiheit und skizziert das Ziel der Arbeit, die Praxis und rechtliche Dimension dieser Thematik zu definieren.

1. Mission - Glaubenswerbung: Dieses Kapitel erläutert das missionarische Selbstverständnis von Kirchen und Religionen sowie die daraus resultierenden interreligiösen Konflikte und den Absolutheitsanspruch des Islams.

2. Proselytismus und Religionsfreiheit: Hier wird der Begriff des negativen Proselytismus definiert und die Grenze zwischen zulässiger Glaubenswerbung und unzulässiger Nötigung unter menschenrechtlichen Aspekten diskutiert.

3. Missionsfreiheit als Menschenrecht: Dieses Kapitel untersucht die Verankerung der Religionsfreiheit in internationalen Verträgen wie der AEMR und der EMRK und leitet daraus die implizite Freiheit zur Mission ab.

4. Die Freiheit der Mission in muslimischen Ländern: Der Abschnitt bietet einen Überblick über die oft restriktive Handhabung von Missionstätigkeit in Ländern wie dem Iran, Afghanistan, Syrien, Somalia, Ägypten und Saudi-Arabien.

5. Fallbeispiele: Anhand von Ereignissen in Marokko, dem Jemen, Griechenland und der Schweiz werden die praktischen Auswirkungen von Religions- und Arbeitsrecht auf die Missionstätigkeit veranschaulicht.

6. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der Anerkennung der Missionsfreiheit in der EMRK keine einheitlichen Standards existieren und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine wichtige Schutzfunktion wahrnimmt.

Schlüsselwörter

Religionsfreiheit, Mission, Proselytismus, Menschenrechte, EMRK, Islam, Konversion, Glaubenswerbung, Internationale Verträge, Missionsverbot, Rechtsgeschichte, Diskriminierung, Religionsausübung, Rechtskonflikte, Internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen dem missionarischen Anspruch von Glaubensgemeinschaften und dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Mission und Proselytismus, die völkerrechtliche Basis der Religionsfreiheit sowie deren praktische Umsetzung in muslimisch geprägten Ländern und europäischen Staaten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Missionierung ein durch die Religionsfreiheit geschütztes Recht darstellt oder ob staatliche Einschränkungen, beispielsweise bei unlauteren Mitteln, rechtlich zulässig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und analysierende Arbeit, die auf der Auswertung von Menschenrechtskonventionen, Berichten von Behörden und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Grundlagen in internationalen Verträgen, die schwierige Lage von Missionaren in spezifischen islamischen Staaten sowie Fallbeispiele aus verschiedenen Ländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Religionsfreiheit, Mission, Proselytismus, EMRK, Konversion und Menschenrechte.

Wie unterscheidet sich "Mission" von "Proselytismus" in der Arbeit?

Während Mission als grundlegende Glaubensverkündigung verstanden wird, bezeichnet Proselytismus im negativen Sinne die Anwendung von Zwang, Betrug oder Ausnutzung von Notlagen, um einen Glaubensübertritt zu erzwingen.

Welche Rolle spielt der Fall „Kokkinakis gegen Griechenland“ für das Thema?

Dieser Fall ist zentral, da er zeigt, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zwischen zulässiger Bekehrung und verbotenem Proselytismus differenziert und die Religionsfreiheit auch gegenüber nationalen Urteilen schützt.

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Details

Title
„Missionsfreiheit“ als Menschenrecht
College
University of Graz  (Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen)
Grade
2
Author
MA Markus Scholze (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V215679
ISBN (eBook)
9783656441045
ISBN (Book)
9783656442745
Language
German
Tags
Religionsfreiheit Menschenrechte Glaubenswerbung Mission Proselytismus Kokkinakis gegen Griechenland Mormonen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Markus Scholze (Author), 2011, „Missionsfreiheit“ als Menschenrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215679
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