Feuerbachs Position im Universalienproblem


Facharbeit (Schule), 2013
8 Seiten, Note: 14 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Feuerbach - Ein Überblick

3. Das Universalienproblem

4. Der Nominalismus und Feuerbach

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Zuge des Halbjahresprogramms "Die Frage nach Gott - Schöpfungsglaube und Naturwissenschaft" wurden im Religionskurs einzelnen Themen als Gruppenpräsentation vorgestellt. Während des Vortrags über den neuzeitlichen Atheismus von Ludwig Andreas Feuerbach kamen einige seiner Ideen bekannt vor. Konkret war dies im Besonderen seine Erklärung von der Projektion der positiven Attribute in die Universalie "Gott", wodurch eine Entzweiung des Menschen vorgenommen werde, die jedoch nur im Gedanken und nicht wie von Gläubigen angenommen im Externen real sei. Da ich bereits zuvor eine Hausarbeit im Fach Deutsch über das scholastische Universalienproblem verfasst hatte, interessierte mich die neuzeitlichen Ansätze zu diesem ungelösten philosophischen Problem und ich nahm die Gelegenheit wahr, Feuerbachs Ideen dahingehend zu untersuchen.

Die nachfolgende Untersuchung beginne ich mit einem Überblick über das Leben und Wirken von Ludwig Andreas Feuerbach. Dies soll dann als Grundlage für die Analyse dienen, welche sich mit den unterschiedlichen Positionen beschäftigt. Hierbei soll diejenige Position festgestellt werden, die sich mit den Feurbach'schen Ideen decken könnte. Diese werde ich noch weiter ausführen und mit den erarbeiteten Gedanken abgleichen. Abschließend fasse ich die Untersuchungsergebnisse zusammen, um die Frage nach der möglichen Position Feuerbachs hinreichend zu klären.

2. Feuerbach - Ein Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ludwig Andreas Feuerbach, ein deutscher Philosoph und Anthropologe, wurde am 28.7.1804 in Landshut[1] geboren. Seinem Vater, Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775-1833), ein hoch angesehener Jurist, ist es zuzuschreiben, dass der junge Feuerbach schon früh im Kreis der gelehrten Geistesgrößen verkehrte. 1923 begann er in Heidelberg ein Theologiestudium, nachdem er sich bereits in der Oberprima intensiv mit der Theologie beschäftigt hatte. Durch den Umgang mit Carl Daub, einem Freund des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), interessierte er sich zunehmend für die Philosophie und wechselte 1824 sein Studienfach. Nach der anfänglichen Begeisterung für Hegel sträubte sich Feuerbach gegen die "spekulative Philosophie" Hegels, da dieser das zu sagen glaubte, was Gott vor der Schöpfung gedacht habe. 1828 begann Feurbach als unbesoldeter Privatdozent zu lehren. Dies währte jedoch nicht allzu lange, da die Veröffentlichung seines religionskritischen Werkes Gedanken über Tod und Unsterblichkeit juristisch verfolgt und verboten wurden. Auf der Suche nach Alternativen veröffentlichte er in den darauffolgenden Jahren philosophische Dissertationen. 1841 veröffentlichte er seine Religionskritik Das Wesen des Christentums, was ihn schlagartig berühmt werden ließ. Seine Hauptaussage war, dass Gott - selbst der christliche Gott - nicht mehr als menschliche Projektion sei. Somit sei der Mensch Schöpfer Gottes, dieser also nur eine Folge des anthropologischen Materialismus. Der Mensch projiziere seine Ideale, Wünsche und positiven Attribute auf Gott, wodurch es zu einer Entzweiung des Menschen komme. Gott existiere so nicht eigenständig sondern nur in der menschlichen Vorstellung. Feuerbach definiert ad hoc: Das göttliche Wesen ist nichts anderes als das menschliche Wesen.[2] Durch diese Beweisführung kommt er zu dem Schluss, dass es eine intelligente Schöpfungskraft, also einen Gott, nicht geben kann. Da jedoch das eine das andere nicht eindeutig ausschließt ist dies ein oft vorgehaltener logischer Fehler. In den Folgejahren wurde er auch im Ausland berühmt, da sich die Übersetzung vom Wesen des Christentums verbreiteten. Am 13.9.1872 starb er in Rechenberg[3].

Deckblatt zu Das Wesen des Christentu ms[4]

3. Das Universalienproblem

Diese Kontroverse beschäftigt sich mit der Frage, ob den Universalien eine ontologische Existenz beigemessen wird, oder ob es lediglich um Begriffe die der Vereinfachung dienen handelt. Der Begriff der Universalien leitet sich vom lat. Universalia, die Allgemeinbegriffe, ab.[5] Diese Streitfrage taucht bereits in den Lehren Platons' und Aristoteles' auf und fand ihren Höhepunkt im Mittelalter als Thema der Scholastik[6] und reicht bis in die Gegenwart[7]. Die wesentlichen Positionen sind der Universalienrealismus, wie er zum Beispiel von Anselm von Canterbury vertreten wurde, und der Nominalismus, wie ihn Wilhelm von Ockham vertrat . Der von der Kirche eingeführte Realismus versuchte scholastisch darzulegen, dass die Einzeldinge aus den Universalien erwachsen, ihnen also eine göttliche Vernunft zugrunde liegt (ante rem). Im Gegensatz dazu waren die Vertreter des Nominalismus der Auffassung, dass es sich bei den Universalien um von den Dingen losgelöste Begrifflichkeiten handele (post rem), kurz, um bloße Laute (flatus vocis, dt. Hauch der Stimme)[8].

Aufgrund der Aufarbeitung der Feuerbach'schen Religionskritik liegt es nahe, dass sich seine Ansichten eher mit denen des Nominalismus als denen des Realismus decken. Aus diesem Grund werde ich bei der weiteren Untersuchung und Vergleich den Universalienrealismus unberücksichtigt lassen.

[...]


[1] Landshut, eine kreisfreie Stadt im Südosten Bayerns

[2] http://www.atheodoc.com/buch-9/diskurs-751/

[3] Rechenberg, eine Stadt bei Nürnberg, Bayern

[4] Grafik entnommen von http://www.atheodoc.com/buch-9/diskurs-751/

[5] Hoffmeister, Johannes: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Darmstadt 1995. S.631

[6] Definition im Duden: auf die antike Philosophie gestützte, christliche Dogmen verarbeitende Philosophie und Theologie des Mittelalters (etwa 9.–14. Jahrhundert)

[7] Vgl. Schütrumpf, Florian: Der Universalienstreit, Facharbeit im Grundkurs Deutsch. Bad Hersfeld 2012. S.3

[8] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Feuerbachs Position im Universalienproblem
Hochschule
Modellschule Obersberg
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2013
Seiten
8
Katalognummer
V215682
ISBN (eBook)
9783656444282
ISBN (Buch)
9783656444596
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Universalienproblem, Universalienstreit, Ludwig Andreas Feuerbach, Feuerbach, Scholastik, Universalie, Universalien, Gott, Religion, Atheismus, Anthropologie, Philosophie, Nominalismus, Theologie
Arbeit zitieren
Florian Schütrumpf (Autor), 2013, Feuerbachs Position im Universalienproblem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215682

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