This study analyses the spatial expansion in bicycle tourism due to the innovation of electric bicycles (e-bikes) in German-speaking countries. Until recently cycling destinations were mainly limited to flatter regions. This study’s objective is to evaluate whether the advent of electric bicycles expands the spatial potential for (electric) cycle tourism in any topographic setting. By means of an online survey of e-bike rental companies and expert interviews with the regional project coordinators, this study compares supply and demand of three sample destinations with different landscape types: the Tauber River valley region and the southern Black Forest Mittelgebirge in Germany as well as the Schladming-Dachstein alpine region in Austria. The results show that most tourists used the e-bike offers spontaneously and chose the destination by other motivations. However, the study also shows that many of these tourists would not consider a bike tour on a normal bicycle. Thus, for many tourists e-bikes hold the potential to extend the radius of the actively usable tourist areas in mountainous destinations. Although all sample regions record a slowly growing demand of e-bike users, the outcome did not quite meet most tourism service provider’s expectations. Therefore, it is concluded that unless mountainous destinations intensively commit themselves to (e )bike tourism, this innovation will not bring a revolutionary change in the spatial diffusion of cycling destinations. Most e-bike offers will likely remain a supplementary service; however, it is premature to form definitive conclusions at this early stage.
Furthermore, another online-sample of 139 e-bike tourists shows a shift of the favoured landscape types from almost exclusively flat cycle destinations towards the windy coasts, the low mountain ranges and (at a lower level) alpine destinations.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung und Thesen
1.4 Allgemeine Methodik
1.5 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Diffusion der Innovation E-Bike im Tourismussektor
2.1.1 Geographische Innovations- und Diffusionsforschung
2.1.2 Einordnung in die eigene Thematik
2.2 Fahrradtouristische Grundlagen
2.2.1 Entwicklung des Fahrradtourismus
2.2.2 Typisierung von Fahrradfahrern
2.2.3 Bewertungskonzept für den Schwierigkeitsgrad von Radwegen
2.2.4 Destinationswahl
2.3 Das Elektrofahrrad und dessen Nutzung im Alltag
2.3.1 Begrifflichkeiten
2.3.2 Reichweite
2.3.3 Marktsituation von Elektrofahrrädern
2.3.4 Motive für die Benutzung eines E-Bikes
2.3.5 Nutzungsgelegenheit
2.3.6 Soziodemographisches Profil von E-Bike-Nutzern
2.4 Das E-Bike in der Tourismuswirtschaft
2.4.1 Nutzen und Ziele von Elektrofahrrädern für Tourismusdestinationen
2.4.2 Touristische E-Bike-Infrastruktur
2.4.3 Die touristische Nachfrage
2.4.4 Motive für die touristische E-Bike-Nutzung
2.4.5 Typologisierung von E-Bike-Touristen
2.4.6 Soziodemographische Merkmale von E-Bike-Touristen
2.4.7 Destinationswahl
3 Empirischer Teil
3.1 Die Untersuchungsgebiete
3.1.1 Liebliches Taubertal
3.1.2 Naturpark Südschwarzwald
3.1.3 Dachstein-Region
3.1.4 Die Untersuchungsgebiete im Vergleich
3.2 Konzeption und Methodik
3.2.1 Auswahl der Erhebungsmethoden
3.2.2 Online-Befragung: E-Bike-Verleiher
3.2.3 Experteninterviews
3.2.4 Online-Befragung: E-Bike-Urlauber
3.2.5 Teilnehmende Beobachtung
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Online-Befragung der E-Bike-Verleiher
3.3.2 Experteninterviews
3.3.3 Online-Befragung von E-Bike-Urlaubern
3.4 Methodenkritik
4 Synthese
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht aus raumwissenschaftlicher Sicht, inwiefern die Innovation E-Bike dazu beiträgt, neue fahrradtouristische Aktionsräume in Gebieten mit bewegter Topographie zu erschließen, die zuvor für den Fahrradtourismus eher unattraktiv waren. Ziel ist es, den Status quo zu erfassen, Erfolgsfaktoren für E-Bike-Konzepte zu identifizieren und die zukünftige touristische Entwicklung dieses neuen Angebots einzuschätzen.
- Diffusion der Innovation E-Bike im Tourismussektor
- Entwicklung und aktueller Stand des Fahrradtourismus
- Vergleichende Analyse der drei Untersuchungsgebiete (Liebliches Taubertal, Naturpark Südschwarzwald, Dachstein-Region)
- Empirische Untersuchung von Angebots- und Nachfrageseite mittels Online-Befragungen und Experteninterviews
- Identifikation von Potenzialen und Hindernissen für den E-Bike-Tourismus
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Geographische Innovations- und Diffusionsforschung
Die Geographie ist nur eine von vielen wissenschaftlichen Disziplinen, welche in der Tradition der Diffusionsforschung mitwirkte. 1995 betrug der Anteil geographischer Diffusionsstudien mit 160 Veröffentlichungen nur 4 % (ROGERS, 2003, S. 90).
Das heutige gemeine Begriffsverständnis von „Innovation“ entspricht am ehesten des von SCHUMPETER in die Wirtschaftswissenschaften eingeführten Begriffsverständnis, welcher Innovation erstmalig als „die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung, nicht allein ihre[r] Erfindung“ beschreibt (vgl. SCHUMPETER, 1911/1987, S. 110f.). Zeitlich parallel wurde der ursprünglich aus der Botanik stammende Begriff in der ersten Hälfte des 20. Jh. von der Anthropologie, Ethnologie und Soziologie verwendet und bezeichnete die Ausbreitung kulturellen Fortschritts (BORCHERDT, 1961, S. 13). Die auf diesen Auffassungen aufbauende, moderne geographische Innovationsforschung beginnt mit der Dissertation des schwedischen Geographen HÄGERSTRAND (1952), welcher die Ausbreitung von Innovationen am Beispiel des Automobils und des Radios in der ehemaligen schwedischen Provinz Schonen untersuchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Forschungsstand sowie Definition der zentralen Forschungsfrage und Methodik.
2 Theoretischer Teil: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Innovations- und Diffusionsforschung, der allgemeinen Entwicklung des Fahrradtourismus sowie der Rolle des E-Bikes als Produktinnovation.
3 Empirischer Teil: Vorstellung der drei ausgewählten Untersuchungsgebiete, Erläuterung des Forschungsdesigns und detaillierte Präsentation der Ergebnisse aus den Online-Befragungen und Experteninterviews.
4 Synthese: Zusammenführende Interpretation der Ergebnisse, Überprüfung der eingangs aufgestellten Thesen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des E-Bike-Tourismus.
Schlüsselwörter
E-Bike, Elektrofahrrad, Fahrradtourismus, Tourismusdestinationen, Innovationsforschung, Diffusionsforschung, Aktionsraum, Topographie, Mittelgebirge, Hochgebirge, Pedelec, Tourismusmarkt, touristische Infrastruktur, Empirische Sozialforschung, Erfolgsfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel im Fahrradtourismus, der durch die Einführung von E-Bikes als Innovation ausgelöst wird, insbesondere im Hinblick auf die Erschließung neuer Aktionsräume.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Sie befasst sich mit der geographischen Innovationsforschung, den Grundlagen des Fahrradtourismus, der Technik und Marktsituation von Elektrofahrrädern sowie deren konkreter Anwendung in touristischen Destinationen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die bisherige Limitierung des Fahrradtourismus auf weitestgehend flache Topographien durch die Innovation E-Bike aufgehoben wird und ob dadurch auch bewegte Landschaftstypen wie Mittel- und Hochgebirge als Aktionsräume erschlossen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es wird ein Methodenpluralismus angewandt: Eine Kombination aus Literaturrecherche, einer Online-Befragung von E-Bike-Verleihern, Experteninterviews mit Tourismus-Koordinatoren sowie eine ergänzende Online-Befragung von E-Bike-Urlaubern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Innovationsdiffusion und einen empirischen Teil, in dem drei spezifische Beispielregionen (Liebliches Taubertal, Südschwarzwald, Dachstein-Region) detailliert analysiert und verglichen werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören E-Bike, Innovationsforschung, Radtourismus, Topographie, Destinationswahl und touristische Infrastruktur.
Wie unterscheidet sich der E-Bike-Tourismus im Südschwarzwald von dem im Taubertal?
Im Taubertal liegt der Fokus primär auf Akkuladestationen in einer flussgeprägten Region, während der Südschwarzwald als Mittelgebirgsregion ein kombiniertes Netzwerk aus Lade- und Wechselstationen bietet, um die stärkere Topographie zu bewältigen.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zum Nutzerverhalten von E-Bike-Touristen?
Die Studie zeigt, dass E-Bike-Touristen tendenziell „Genussradler“ sind, denen das Erlebnis wichtiger als sportliche Höchstleistungen ist, und dass das E-Bike insbesondere für „Nicht-Radfahrer“ den Zugang zu neuen, auch steileren Regionen ermöglicht.
Wie bewerten die Tourismusdestinationen den wirtschaftlichen Erfolg des E-Bike-Angebots?
Die Einschätzungen sind gemischt; während einige Destinationen von einem stetigen Anstieg berichten, sehen viele das E-Bike-Angebot eher als ein langfristiges Zusatzangebot zur Profilierung der Region denn als unmittelbaren Umsatzbringer mit hohen Zuwachsraten bei den Touristenzahlen.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Matthias Breuer (Autor:in), 2013, Gegenwärtiger Wandel im Fahrradtourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215719