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Multikulturalismus - strukturelle und ideengeschichtliche Ursprünge

Titel: Multikulturalismus - strukturelle und ideengeschichtliche Ursprünge

Seminararbeit , 1999 , 17 Seiten , Note: 1,9

Autor:in: Olaf Kunde (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Multikulturalimus ist in den letzten 10 Jahren zu einem Schlagwort geworden und zunehmend für Furore gesorgt hat. Meistens im Sinne einer Forderung scheint der Begriff im Zusammenhang mit dem Tatbestand der anwachsenden Migration in der ganzen Welt ( besonders nach den USA und Europa ) nach Antworten zu suchen. Die jüngste Diskussion wurde vorwiegend in den USA geführt, obwohl die ideengeschichtlichen Wurzeln eigentlich aus Europa stammen. Der Multikulturalismus stellt sich als ein verwirrendes Phänomen dar. Jeder versteht etwas anderes unter diesem Begriff und seiner Bedeutungeinheit. Er widersetzt sich herkömmlichen Zuordnungen und Mustern, er gehört weder der Rechten noch der Linken. Daher habe ich versucht Licht ins Dunkle zu bringen und bestehende Unkenntnis aufzulösen, indem ich bewußt an den Wurzeln, den Anfängen dieses Denkens ansetze.
Die inhaltliche Strukturierung der Arbeit gestaltet sich wie folgend. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Begriffsgeschichte und mit der Frage, wie es zum jüngsten Ausbruch der Multikulturalismus-Debatte in den Vereinigten Staaten kam. Anschließend untersuche ich die ideengeschichtlichen Ursprünge dieses Denkens anhand eines Essays von Charles Taylor, der das Bedürfnis nach Anerkennung mit dem Multikulturalismus in Verbindung setzt. Er versteht es verschiedene ideengeschichtliche, philosophische und politische Komponenten in
Einklang zu bringen und er stellt sich den aktuellen Fragen der Zeit: der Gleichbehandlung der Individuen bei Achtung ihrer kulturellen und ethnischen Identität in den liberalen Demokratien. In den nachfolgenden Abschnitten konzentriere ich mich ganz auf die Politik des Multikulturalismus in den USA, um nicht den Rahmen der Ausarbeitung zu sprengen. Die demographischen und wirtschaftlichen Ursachen, die politischen Umsetzungen der Theorie und aktuellen Auseinandersetzungen, die Repräsentanten und Schauplätze der Debatte werden Gegenstand der Untersuchung sein. Im Abschnitt 4.1. wird die Kontroverse an den Universitäten am Beispiel des Curriculums dargestellt. Abschließend werden Chancen und Risiken des Multikulturalismus diskutiert und mit Europa und Deutschland in Zusammenhang gebracht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsgeschichte

2. Ideengeschichtliches

2.1. Universalismus vs. Politik der Differenz

3. Soziale und wirtschaftliche Ursachen des Multikulturalismus

4. Die Multikulturalismus-Debatte in den USA

4.1. Die Kontroversen an den amerikanischen Colleges und Universitäten

5. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Licht in das komplexe Phänomen des Multikulturalismus zu bringen, indem sie dessen strukturelle und ideengeschichtliche Ursprünge untersucht und die Debatte in den Vereinigten Staaten analysiert.

  • Die historische Entwicklung des Begriffs Multikulturalismus.
  • Ideengeschichtliche Grundlagen im Kontext von Anerkennung und Identität.
  • Soziale und ökonomische Triebkräfte der aktuellen Migrationsdiskurse.
  • Die Bedeutung der Debatte für Bildungseinrichtungen und Curricula.
  • Übertragbarkeit amerikanischer Erfahrungen auf den europäischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2. Ideengeschichtliches

Das Bedürfnis nach Anerkennung ist für Taylor eines der Triebkräfte für emanzipatorische Bewegungen in der Geschichte der Menschheit. Die Forderung nach Anerkennung wird heute aus den verschiedensten Richtungen gestellt, im Namen von Minderheiten oder benachteiligten sozialen und ethnischen Gruppen, im Feminismus und im Zusammenhang mit der Politik des Multikulturalismus. Unsere Identität wird teilweise bestimmt von der Anerkennung oder Nicht-Anerkennung, so daß eine Gruppe von Menschen eine wirkliche Deformation ihrer selbst erleiden kann, wenn die Gesellschaft ein einschränkendes, minderwertiges und verächtliches Abbild von ihnen wiedergibt. Es ist eine Form von Unterdrückung, welche die Verachtung des eigenen Selbst nach sich zieht. Die Identität, ergo das Selbstverständnis des Menschen, nimmt Schaden, denn Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Wie kommt es, daß uns die Wechselbeziehung von Anerkennung und Identität so geläufig erscheint ? Woher stammen die Ursprünge dieses Denkens? Wer hat die geistigen Grundpfeiler für dieses moralische Gedankengebäude in das menschliche Bewußtsein eingepflanzt? Welcher Wertewandel hat sich im Laufe der Geschichte vollzogen?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unschärfe des Begriffs Multikulturalismus und skizziert das methodische Vorgehen bei der Untersuchung seiner theoretischen Wurzeln und praktischen Ausprägungen.

1. Begriffsgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet die Herkunft des Begriffs nach und analysiert seine Entwicklung von einem kanadischen Lehnwort hin zum zentralen Streitpunkt der US-amerikanischen Bildungsdebatte.

2. Ideengeschichtliches: Es wird die philosophische Dimension von Identität und Anerkennung untersucht, insbesondere durch den Bezug auf Charles Taylor und den Wandel von Begriffen wie Ehre hin zur modernen Würde.

2.1. Universalismus vs. Politik der Differenz: Das Kapitel kontrastiert den universellen Anspruch auf Gleichheit mit dem Bestreben, kulturelle Besonderheiten und Identitäten explizit anzuerkennen und zu schützen.

3. Soziale und wirtschaftliche Ursachen des Multikulturalismus: Hier werden die ökonomischen Folgen von Globalisierung, Arbeitsmigration und dem strukturellen Wandel in den USA als treibende Kräfte der aktuellen Debatte identifiziert.

4. Die Multikulturalismus-Debatte in den USA: Dieses Kapitel beleuchtet den Multikulturalismus als innenpolitisches Sozialisationsprogramm und die Rolle der Identitätspolitik gegenüber assimilierten Integrationsmodellen.

4.1. Die Kontroversen an den amerikanischen Colleges und Universitäten: Die Analyse konzentriert sich auf den Kampf um Lehrpläne (Curricula) und Kanon-Revisionen als Stellvertreterkrieg zwischen Essentialisten und Dekonstruktivisten.

5. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Übertragbarkeit amerikanischer Erfahrungen auf Europa und Deutschland unter Berücksichtigung von demographischem Wandel und Staatsbürgerrecht.

Schlüsselwörter

Multikulturalismus, Identität, Anerkennung, USA, Migration, Globalisierung, Politik der Differenz, Universalismus, Curriculum, Bildung, Integration, Assimilation, Kommunitarismus, Ideengeschichte, Diversität.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit analysiert die strukturellen und ideengeschichtlichen Wurzeln des Multikulturalismus sowie dessen aktuelle Bedeutung als politisches und gesellschaftliches Phänomen, vor allem in den USA.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Begriffsgeschichte, philosophische Konzepte der Identität, die ökonomischen Ursachen von Migration sowie die Debatten im Bildungsbereich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das verwirrende Phänomen des Multikulturalismus zu entmystifizieren, indem die Wurzeln dieses Denkens freigelegt und auf ihre heutige Gültigkeit hin überprüft werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche und politikwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf philosophischen Essays (wie denen von Charles Taylor) und sozioökonomischen Daten basiert.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Debatte zwischen Universalismus und Differenz, die wirtschaftlichen Ursachen der Migration sowie den spezifischen Streit um die Revision akademischer Curricula.

Welche Rolle spielt der Begriff der Anerkennung?

Anerkennung wird als menschliches Grundbedürfnis und als entscheidende Komponente für die Identitätsbildung in liberalen Demokratien verstanden.

Wie bewertet der Autor die Situation an amerikanischen Universitäten?

Der Autor beschreibt die Situation als erbitterten Stellvertreterkrieg, in dem die Definition der kulturellen Identität und die Zusammensetzung des Wissenskanons zentral verhandelt werden.

Warum ist der Vergleich mit Europa von Bedeutung?

Der Autor argumentiert, dass Europa und Deutschland aus den amerikanischen Erfahrungen lernen können, warnt jedoch vor einer bloßen Kopie, da die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wie etwa das Staatsbürgerrecht, sehr verschieden sind.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Multikulturalismus - strukturelle und ideengeschichtliche Ursprünge
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Zwischen Universalismus und Angloamerikanismus - Die Einwanderungspolitik der USA
Note
1,9
Autor
Olaf Kunde (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V21571
ISBN (eBook)
9783638251549
ISBN (Buch)
9783638938242
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Multikulturalismus Ursprünge Zwischen Universalismus Angloamerikanismus Einwanderungspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Olaf Kunde (Autor:in), 1999, Multikulturalismus - strukturelle und ideengeschichtliche Ursprünge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21571
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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