[...] Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung der „Eurokrise“. Es werden Gründe der Krise aufgezeigt und die Lage der betroffenen Staaten beschrieben. Auch die oben genannten getroffenen und geplanten Rettungsmaßnahmen werden genauer dokumentiert. Weiterhin werden Meinungen und weitere Vorschläge von Forschungsinstituten, Banken und internationalen Organisationen zur Eurokrise vorgestellt.
Die derzeitige „Eurokrise“ ist ein aktuelles Thema.
Die europäische Gemeinschaftswährung ist angeschlagen und die hohen Schulden einiger EU-Länder geben den Anschein, dass die Währung Euro in Gefahr ist. Somit wird die Frage gestellt, ob diese Strategien ausreichend sind, um die Krise zu bewältigen oder, ob vielleicht einige Länder aus der Euro-Zone austreten sollten oder die Währung Euro insgesamt vielleicht zum Scheitern verurteilt ist.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER WEG DES EURO
2.1. DIE EUROPÄISCHE WÄHRUNGSUNION (EWU)
2.2. WARUM EINE EINHEITLICHE WÄHRUNG?
2.3. STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT (SWP)
3. DIE „EUROKRISE“ – WIE ALLES BEGANN
3.1. GRÜNDE DER KRISE
3.2. KRISENSTAATEN IM ÜBERBLICK
3.2.1. GRIECHENLAND
3.2.2. IRLAND
3.2.3. PORTUGAL
3.2.4. ITALIEN
3.2.5. SPANIEN
3.2.6. ZYPERN
4. MAßNAHMEN GEGEN DIE KRISE
4.1. EU RETTUNGSMAßNAHME „EURO-RETTUNGSSCHIRM“
4.1.1. 1. GRIECHENLAND-HILFSPAKET
4.1.2. PROBLEM: NICHTBEISTANDSKLAUSEL
4.1.3. EUROPÄISCHE FINANZSTABILISIERUNGSFAZILITÄT (EFSF)
4.1.4. EUROPÄISCHER STABILITÄTSMECHANISMUS (ESM)
4.1.5. FISKALPAKT
4.1.6. SCHULDENSCHNITT FÜR GRIECHENLAND
4.1.7. EUROPÄISCHE BANKENUNION
4.2. MAßNAHMEN DER KRISENLÄNDER
4.2.1. GRIECHENLAND
4.2.2. IRLAND
4.2.3. PORTUGAL
4.2.4. ITALIEN
4.2.5. SPANIEN
4.2.6. ZYPERN
5. MEINUNGEN UND WEITERE VORSCHLÄGE ZUR „EUROKRISE“
5.1.1. HARALD LANGENFELD, VORSTAND DER SPARKASSE LEIPZIG
5.1.2. HINRICH HOLM, VORSTAND DER NORDDEUTSCHEN LANDESBANK
5.1.3. HANS-WERNER SINN, CHEF DES INSTITUTS FÜR WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
5.1.4. IWF
5.1.5. MARIO DRAGHI, CHEF DER EZB
5.1.6. JENS WEIDMANN, PRÄSIDENT DER DEUTSCHEN BUNDESBANK
6. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse der Entstehung der sogenannten „Eurokrise“ und der damit verbundenen Staatsschuldenkrise innerhalb der Euro-Zone. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern die getroffenen Rettungsmaßnahmen, wie der Euro-Rettungsschirm oder der Fiskalpakt, sowie die von den betroffenen Staaten eingeleiteten Sparprogramme geeignet sind, die Krise nachhaltig zu bewältigen oder eine Stabilität des Euros zu gewährleisten.
- Historische Entwicklung der europäischen Währungsunion und Entstehung des Euro.
- Ursachenanalyse der Staatsschuldenkrise in den betroffenen Ländern (Griechenland, Irland, Portugal, Italien, Spanien, Zypern).
- Detaillierte Dokumentation und Funktionsweise der EU-Rettungsmechanismen (EFSF, ESM, Fiskalpakt).
- Zusammenstellung von Expertenmeinungen zur Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Gründe der Krise
Für die Entstehung der „Eurokrise“ kann es gewiss viele Gründe geben. Wer oder was ist an der derzeitigen „Eurokrise“ schuld? Haben die verschuldeten Staaten vielleicht falsch gewirtschaftet und gaben mehr Geld aus als sie hatten? Haben sie das Geld falsch angelegt? Ist der Kapitalismus, die Staatspolitik oder das Finanzsystem schuld? Wo ist das Geld der Staaten geblieben? Oder ist vielleicht sogar die Einführung des Euro schuld an dieser Misere?
Der Grund der „Eurokrise“ wirft viele Fragen auf. Hierzu zum Beispiel die Theorie des Herrn Max Otte, Ökonom, Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre und Leiter des 2003 von ihm gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung (IFVE). Er verweist darauf, dass es sich bei der derzeitigen „Eurokrise“ nicht um eine solche Krise in dem Sinne handelt, sondern um eine Bankenkrise. Im Herbst 2008 erlebte die Weltwirtschaft eine erschütternde Finanzkrise, wobei es schien, dass das Geld- und Bankensystem völlig zusammenbrechen würde. Durch rasch geschnürte staatliche Rettungsprogramme wurde dies aber „vorläufig“ verhindert.
Nach diesem Schrecken wäre eine Reform des Finanzsektors notwendig wesen, doch dies fand nicht statt. Folglich ging es in der Finanzwirtschaft weiter wie bisher. Die zivile Weltmacht besteht aus einer Finanzoligarchie, d. h. aus Investmentbanken, Hedgefonds, Schattenbanken, Ratingagenturen und weiteren Akteuren. Dabei sind diese unregulierten Finanzmärkte höchst gefährlich, da Spekulation die Realwirtschaft massiv schädigen kann. Ein Staat gibt z. B. Anleihen aus, wobei sie Investmentbanken beraten, zu welchen Konditionen ein solches Wertpapier angelegt werden kann. Die Bank bringt also Anbieter (z.B. Investmentgesellschaften) und Nachfrager (Staat) zusammen und kassiert dafür eine Provision. Diese Investmentgesellschaften investieren dann das Vermögen des Staates in Wertpapiere oder Anlageobjekte. Leider passiert es oft, dass diese Investmentgesellschaften mit diesem geliehenen Geld arbeiten, d. h. riskante Wetten eingehen oder an der Börse spekulieren. Sie „verzocken“ sozusagen das Geld Ihrer Anleger. Somit sind die Banken auf die Zahlungen der Anleger angewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Begrifflichkeiten und Definition der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone sowie Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. DER WEG DES EURO: Geschichtlicher Rückblick auf die Entstehung der Währungsunion, die Einführung des Euro sowie die Bedeutung des Stabilitäts- und Wachstumspakts.
3. DIE „EUROKRISE“ – WIE ALLES BEGANN: Untersuchung der Ursachen für die Krise und Überblick über die betroffenen Staaten wie Griechenland, Irland und Spanien.
4. MAßNAHMEN GEGEN DIE KRISE: Detaillierte Beschreibung der europäischen Rettungsschirme (EFSF, ESM), des Fiskalpakts und der nationalen Sparmaßnahmen der Krisenländer.
5. MEINUNGEN UND WEITERE VORSCHLÄGE ZUR „EUROKRISE“: Zusammenfassung von Expertenmeinungen und Ansichten von Institutionen zur Bewältigung der Finanzproblematik.
6. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Kritische Reflexion der bisherigen Entwicklungen und Ausblick auf die zukünftige Stabilität der Gemeinschaftswährung.
Schlüsselwörter
Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Europäische Währungsunion, EFSF, ESM, Fiskalpakt, Sparmaßnahmen, Haushaltsdisziplin, Bankenunion, Eurobonds, Griechenland, Finanzmärkte, Schuldenschnitt, Euro-Zone, Stabilitäts- und Wachstumspakt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ursachen und die Entwicklung der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone ab dem Jahr 2009 und analysiert die politischen sowie wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der europäischen Währungsunion, den spezifischen Problemlagen der Krisenstaaten sowie einer detaillierten Erläuterung der verschiedenen Rettungsschirme und Verträge.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Es soll untersucht werden, warum die Krise entstand, welche Maßnahmen zur Stabilisierung ergriffen wurden und ob diese Instrumente ausreichen, um die Krise langfristig zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Daten und Expertenmeinungen zu den Themen Finanzen und Wirtschaftspolitik zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Ursachen der Krise, die Situation der einzelnen Krisenstaaten als auch die Funktionsweise von EFSF, ESM, Fiskalpakt und Schuldenschnitten erläutert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Eurokrise, Rettungsschirm, Fiskalpakt, Haushaltsdisziplin und Staatsschulden sind zentral für das Verständnis der in der Arbeit diskutierten Inhalte.
Warum wird die Krise nicht primär als Eurokrise, sondern als Staatsschuldenkrise bezeichnet?
Wie im Text angeführt, ist die Bezeichnung „Eurokrise“ fachlich ungenau, da nicht die Währung Euro selbst in der Krise steckt, sondern einzelne EU-Staaten mit massiven Staatsschulden kämpfen.
Welche Rolle spielt Deutschland im Kontext des ESM?
Deutschland trägt als wirtschaftsstärkstes Land eine hohe Verantwortung und übernimmt erhebliche Garantieanteile innerhalb des ESM, was zu verfassungsrechtlichen Debatten und Klagen führte.
Welche Funktion hat der Fiskalpakt?
Der Fiskalpakt dient dazu, die Haushaltsdisziplin in den Mitgliedstaaten durch strengere Regeln und eine automatische Überwachung zu erhöhen, um zukünftige Schuldenkrisen zu verhindern.
Wie stehen die interviewten Experten zum Schuldenschnitt für Griechenland?
Die Meinungen variieren: Einige sehen darin eine notwendige Entlastung, während Experten wie Hans-Werner Sinn die Wirksamkeit hinterfragen und sogar einen Austritt als einzige Lösungsmöglichkeit in Betracht ziehen.
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- Ramona Tischmeyer (Author), 2012, "Eurokrise": Stabilisierung des Euro, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215770