Die Botschaft der Engel zwischen Zeit und Ewigkeit

Umsetzung des Themas im Kindergarten/Hort


Hausarbeit, 2013

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Theorieteil:
1. Einleitung
2. Die Botschaft der Engel
3. Engel als Lebensbegleiter in existentiell bedeutsamen Momenten

Praxisteil:
1. Wie sieht dein Engel aus? – Engel malen
2. Der Engeltag
3. Engelslichter
4. Der Engelsweg
5. Engel als Begleiter
6. Engel sichtbar machen
7. Engelsbilder
8. Engelgeschichten
9. Engelcomic
10. Engel singen hören
11. Schlusswort

Wo zwanzig Teufel sind, da sind auch hundert Engel; wenn das nicht so wäre, dann wären wir schon längst zugrunde gegangen.[1]

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Botschaft der Engel zwischen Zeit und Ewigkeit. In ihrem ersten, theoretischen Teil wird der Engelbegriff näher erklärt und das Auftreten dieser in vielen Religionen der Welt belegt. Anschließend wird an zahlreichen Beispielen gezeigt, welche Engelbotschaften sich aus dem Alten- und Neuem Testament herauslesen lassen und ihre Relevanz für das menschliche Leben herausgestellt. Engel begleiten uns in vielen bedeutsamen Momenten unseres Lebens und geben uns das Gefühl, nie alleine gelassen zu werden. Was mit diesem unsichtbaren Schutzmantel, den sie über die Menschen ausbreiten gemeint ist, wird Gegenstand des 3. Kapitels dieser Arbeit sein.

Im zweiten, praktischen Teil der Arbeit wird der Frage nachgegangen: „Wie stellen sich die Kinder Engel vor, bzw. welche Assoziationen sie mit der Engelfigur verknüpfen?“ Es sollen Überlegungen dazu angestellt werden, „Wie man den Kindern Zugang zum Thema Engel eröffnen kann“? Wie kann ich dieses Thema als Eltern oder als ErzieherInn in der Arbeit mit Kindern erfolgreich umsetzen?“ Die Ideen dazu werden im Verlauf der Arbeit vorgestellt.

2. Die Botschaft der Engel

Der Name „Engel“ (lat. angelus) heißt der Abgesandte des Herren. Seine Aufgabe besteht darin, den Menschen Gottes Botschaften zu überbringen.[2] Auf diese Weise haben Engel eine Mittlerfunktion, da sie zwischen Himmel und Erde im Auftrag Gottes agieren. Sie sind dem Gott, dem Schöpfer der Himmel und Erde streng unterordnet und führen seinen Willen aus.

Die Engelgestalten sind in allen drei monotheistischen Religionen: dem Christentum, Judentum und Islam präsent, wodurch sie die Möglichkeit eines interreligiösen Dialogs eröffnen.[3] Die Vorstellung der Engel, wurde im früheren Christentum stark durch das Judentum geprägt. Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass das Christentum aus dem Judentum hervorgegangen ist und mit ihm die zentrale Figur, des Jesus von Nazareth teil. In den Schriften des Alten Testaments werden Engel als unsichtbare Wesen, die mit Flügel ausgestattet sind, dargestellt. In der frühchristlichen Kunst dagegen herrschen bildliche Darstellungen von Engel als Jünglinge ohne Flügel vor. Entsprechen ihrer Rangordnung und ihrem Aufgabenbereich werden Engel im Christentum in neun Chöre eingeteilt.[4] In der Bibel tauchen die Engel immer dann auf, wenn sie den Menschen etwas Wichtiges mitzuteilen haben bzw. wenn sich diese in existenzieller Not befinden. Ihre sich aus der heiligen Texten ergebende Botschaften, lassen sich an folgenden Beispielen veranschaulichen.

Eine grundlegende Botschaft, die uns im Alten Testament mit Hilfe einer Engelfigur vermittelt wird, bedeutet, dass alle Menschen in Gefahren sich unter Gottes Schutz befinden: „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest (Psalm 91, 11-12).

Im Alten Testament sendet Gott den Engel Raphael aus, um Tobias und Sara Heil auszusprechen. Das flehende Gebet von den beiden findet Gehör bei dem barmherzigen Gott, so dass sich ihre Geschichte schließlich zum Guten wendet. Bereits an dem Namen Raphael (aus dem hebräischem rapha'el –Gott heilt) wird seine Funktion als eines Engels der Heilung erkennbar. Als der lebensmüde Prophet Elija in der Wüste eine Krisensituation durchlebt, erscheint ihm ein Engel des Herren, der ihn durch „Brot und Wasser“ stärkt: „ […] Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich. Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb“. (1 Kön, 19,7-9). Der Engel schenkt dem Elija somit die neue Kraft und stärkt ihn zum Weiterleben.

Die himmlischen Boten sind ebenso in Evangelien des Neuen Testaments reichlich vertreten. Der Erzengel Gabriel z.B. verkündigt der Maria die frohe Botschaft über Geburt Jesu: „Fürchte dich nicht! Der Herr ist mit dir!“(Lk. I, 26-38). Übersetzt man den Namen Gottes aus Altem Testament (Jahwe) so bedeutet dieser: „ich bin der, der für euch da ist.“ Die Botschaft, die dahinter steckt, bedeutet, dass wir keine Angst in unserem Leben haben sollen, denn Gott ist immer bei uns. Der Engel, welche in Josefs Traum erscheint, fungiert ebenfalls als Beschützer der Heiligen Familie. Er befielt Josef zusammen mit Maria und dem kleinen Jesu nach Ägypten zu fliehen, um das Kind dem Zugriff des Herods zu entziehen: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten (Mat.2, 13-14).

An Ostern erscheint den Frauen ein Engel an dem leeren Grab von Jesu und beauftragt sie, das, was sie gesehen haben seinen Jüngern zu berichten: „Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von Toten Auferstanden.“ (Mat.28, 5-7). Auch bei der Himmelfahrt von Jesu kommen zwei Engel vom Himmel herab und trösten seine Jüngern mit der Aussicht auf die Wiederkunft ihres Herren: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmelhingehen sehen.“(Apg. 1, 11).

Aus dem Brief an Hebräer wird deutlich, dass Engel unbemerkt auch Gast in unserem Haus sein können: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt“ (Hebräer 13,2). Die Botschaft, die man daraus ablesen kann, ist ein Aufruf, unser Herz Gott zu öffnen und nach seinen Geboten zu leben. Denn Gott schickt seine Helfer oft auf die Erde hinaus, um die Menschen zum Umkehr zu bewegen. Diese Botschaft kommt genauso in Lukasevangelium zur Sprache, wo sich die Engel über jeden umkehrbereiten Sünder freuen: „Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engel Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.“ (Lk.15, 10).

Die Engel können auch Menschen in verzweifelten Situationen Mut machen. So verlieren die Männer, die mit Paulus auf der Schiffsreise sind und von heftigem Sturm erwischt werden die letzte Hoffnung auf Rettung. Da tritt der Paulus in ihre Mitte und sagt: „Doch jetzt ermahne ich euch: Verliert nicht den Mut! Niemand von euch wird sein Leben verlieren, nur das Schiff wird untergehen. Denn in dieser Nacht ist ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, zu mir gekommen und hat gesagt: Früchte dich nicht, Paulus! Du musst vor den Kaiser treten. Und Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir fahren. Habt also Mut, Männer! Denn ich vertraue auf Gott, dass es so kommen wird, wie mir gesagt worden ist. Wir müssen allerdings an einer Insel stranden.“ (Apg. 27, 21ff).

Wie an den Beispielen aus der heiligen Schrift verdeutlicht, bezeugen die Engelgestalten Gottes Wirken auf der Erde. Sie sind als Ausdruck seiner Allgegenwart, Allmächtigkeit und seiner vielfältigen Zuwendung zur Welt zu verstehen. Denn in diesem überirdischem Wesen begegnet dem Menschen kein anderer als Gott selbst. Die Engel, Gottes Boten überbrücken nicht allein die Raumsphäre zwischen Himmel und Erde, sondern auch die Sphäre zwischen Zeit und Ewigkeit. Denn sie sind von Genesis bis zur Apokalypse ununterbrochen gegenwärtig.[5] Der Engel an der Kathedrale von Chartres, welcher in seinen Händen eine Sonnenuhr hält, bringt den Aspekt der Zeit und Ewigkeit prägnant zum Ausdruck (Vgl. das Bild im Anhang). Während menschliches Leben unaufhörlich voranschreitet und vergänglich ist, ist Gott ewig, unendlich.

Bezeichnend für diese geheimnisvollen Wesen ist ihr plötzliches Auftreten, und unbemerktes Verschwinden, nachdem sie ihre Mission ausgeführt haben. Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu erkennen, dass Gott, wo es immer Not gibt als erster die Initiative ergreift. Er sendet den Menschen seine Diener, streckt auf diese Weise zu ihnen seine Hand aus dem Himmel entgegen. Immer da, wo die Engel auftauchen, da berühren sich Himmel und Erde.

Obwohl Engel unsichtbare Lichtwesen sind und empirisch nicht nachgewiesen werden können, ist dies doch kein hinreichender Grund, um ihre Existenz zu leugnen. Denn diese ist durch nichts anderes gewährleistet als durch ihre unauflösliche Verbindung mit Gott.[6] Man muss nicht an die Engel glauben oder sie anbeten, sondern sich ihrer Rolle als Vermittler des christlichen Glaubens bewusst werden: „Gott liebt uns, und er steht uns in jedem Moment unseres Lebens zur Seite.“ Insofern sind Engel als der Inbegriff von Gottes Nähe und seiner Zuwendung zu dem Menschen anzusehen.

3. Engel als Lebensbegleiter in existentiell bedeutsamen Momenten

Gott hat jedem Menschen bei der Geburt einen Schutzengel zugeteilt, der ihn durch das Leben führt, und ihn behütet, egal was passiert. Gleich einem Schirm, breitet der Engel seine Flügel aus, damit sich der Mensch darunter bergen kann. Diese Überzeugung bringt der fromme Beter im Psalm 34 zum Ausdruck, indem er sagt: „Der Engel des Herrn umschirmt die, die ihn fürchten und ehren und er befreit sie.“ (Psalm 34,8). Er steht seinem Schützling immer zur Verfügung, jederzeit bereit, einzugreifen, wenn seine Hilfe benötigt wird.

Diese „guten Geister“, sind nach dem Theologe, Anselm Grün, in unserem Leben sehr wichtig, weil sie unser Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit stillen. In einer Radiosendung, in der es um die Frage geht, Warum Engelfiguren so hohe Verkaufsquoten im säkularisiertem Deutschland erzielen?, erklärt Grün dieses Phänomen folgendermaßen. Der moderne Mensch gebraucht ein Schutzwesen, einen heimlichen Retter, der ihn vor jedem Unglück bewahren könnte. Zum anderem sehnt er sich in dieser gebrochenen Welt danach, ein Stück der Transzendenz auf der Erde erfahrbar zu machen.[7]

[...]


[1] Luther: Predigt am Michelstag . In: Weimarer Ausgabe 40 II, 512, 26-27.

[2] Vgl. dazu: Johann Ev. Hafner: Damit Gott Gott sein kann. Engel im Christentum. In: Eulenfisch. Limburger Magazin für Religion und Bildung. S.6.

[3] Vgl. Wolff: Die Wiederkehr der Engel. Boten zwischen New Age, Dichtung und Theologie. S. 29.

[4] Vgl. Dazu den Beitrag von Johann Ev. Hafner. Damit Gott Gott sein kann. In: Eulenfisch, S.9. Der Autor entwirft seine Darstellung der Engelshierarchie in Anlehnung an Dionysius Aeropagita (um 500). Er teilt die Diener Gottes in 3. Triaden, also 9. Chöre auf. Die erste Triade, bilden die himmlischen Berater. Dazu gehören folgende 3 Engelchöre: die Seraphime (die sechsflügigen Engel der Liebe, des Lichts und Feuers)), Cherubime (die Wissenspender) und die Throne. Die zweite Triade besteht aus Engel die als himmlische Verwalter gelten. Diese Gruppe angehören: die Herrschaften, die Mächte (vermitteln Energie an Naturkräfte), und die Gewalten (sorgen dafür, dass die Pläne der göttlichen Vorsehung ungehindert ausgeführt werden). Die dritte Triade sind Engel, die als himmlische Boten dienen. Hier sind zu nennen: Die Fürstentümer, die Erzengel (sie überbringen den Menschen göttliche Botschaften und Verkündigungen), und die Schutzengel (stehen den Menschen am nächsten und spenden Erleuchtung und Weisheit).

[5] Vgl. Wolff: Die Wiederkehr der Engel, S.29

[6] Vgl. dazu Pressemitteilung zum Jubilläumsjahr der St. Michaels Kirche in Hildesheim „Engel sind eine theologische Kalamität“ auf der Internetsete:http://evlka.de/michaelis2010/content.php?contentTypeID=1142

[7] Siehe dazu auf der folgende Internetseite: http://www.dradio.de/dkultur/sendunhen/religionen/793469 die Sendung von Nicole C. Merz:: Zwischen Ramsch und Rettungsanker. Verkaufsschlager Engel.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Botschaft der Engel zwischen Zeit und Ewigkeit
Untertitel
Umsetzung des Themas im Kindergarten/Hort
Veranstaltung
Religionspädagogik
Note
2
Autoren
Jahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V215829
ISBN (eBook)
9783656444220
ISBN (Buch)
9783656444473
Dateigröße
1512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
botschaft, engel, zeit, ewigkeit, umsetzung, themas, kindergarten/hort
Arbeit zitieren
M.A. Renata Paluch-Kompalla (Autor)Stefanie Hauptmann (Autor), 2013, Die Botschaft der Engel zwischen Zeit und Ewigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215829

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