Ist es nicht der Werteverfall, den uns die Öffentlichkeit als Grund für Beziehungsunfähigkeit und mangelnde Bereitschaft für langfristige Partnerschaften der heutigen Jugend suggerieren möchte?
Kennen wir nicht alle die oberflächlichen Aussagen unserer Gesellschaft, die Jugend möchte keine Verantwortung auf sich nehmen und sich nicht durch Beziehungen langfristig binden?
Welche Faktoren sind es aber, die einen Einfluss auf die Wertvorstellungen und zukünftigen Familien- und Partnerschaftsvorstellungen der Jugendlichen haben?
In der 15. Shell Jugendstudie 2006 (Deutschland) wurde unter anderem diese Thematik eingehend behandelt und im Bezug auf das Wertesystem und Religiosität der Jugend eine zentrale Feststellung hervorgehoben.
„Religiosität spielt im Wertesystem der Jugend weiterhin nur eine mäßige Rolle, besonders bei den männlichen Jugendlichen. An diesem Befund hat sich seit den 80ern und 90ern auch in den 2000er Jahren nichts geändert.“ (Albert Mathias, Hurrelmann Klaus, u.a.: Jugend 2006. 15.Shell Jugendstudie. Frankfurt am Main. 2006. S.24)
Dennoch soll in dieser vorliegenden Arbeit dieses Thema behandelt werden und Ergebnisse für Österreich liefern, die wahrscheinlich den Deutschen sehr ähnlich sind.
Die vorliegende Seminararbeit präsentiert Ergebnisse aus der Österreichischen Jugend- Wertestudie 2000. Befragt wurden 998 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren.
Ziel und Inhalt dieser Seminararbeit ist die Untersuchung, von welchen Faktoren Partnerschaftsvorstellungen und Werte innerhalb einer Beziehung bzw. Lebensgemeinschaft möglicherweise abhängig sind und welche Vorstellungen Jugendliche von der Aufteilung der alltäglichen Tätigkeiten in einer Partnerschaft haben.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Hypothesen
4. Dimensionen
5. Präsentation der Ergebnisse
5.1. Intrinsische Werte in einer Partnerschaft
5.2. Zukunftsperspektive Partnerschaft
5.3. Traditionelles vs. egalitäres Rollenbild
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Religiosität und demographische Faktoren wie Geschlecht oder Herkunft die Wertvorstellungen und Partnerschaftsideale Jugendlicher beeinflussen. Ziel ist es, durch die Analyse der österreichischen Jugend-Wertestudie 2000 aufzuzeigen, ob ein tatsächlicher Werteverfall in Bezug auf langfristige Bindungen und partnerschaftliche Rollenbilder vorliegt.
- Einfluss von Religiosität auf das partnerschaftliche Wertesystem
- Untersuchung von Zukunftsperspektiven bezüglich Familie und Partnerschaft
- Analyse traditioneller versus egalitärer Rollenbilder bei der Aufgabenverteilung
- Vergleich der Bedeutung intrinsischer Werte nach Geschlecht und Wohnort
- Empirische Überprüfung von Hypothesen mittels statistischer Verfahren
Auszug aus dem Buch
2. Einleitung
Ist es nicht der Werteverfall, den uns die Öffentlichkeit als Grund für Beziehungsunfähigkeit und mangelnde Bereitschaft für langfristige Partnerschaften der heutigen Jugend suggerieren möchte? Kennen wir nicht alle die oberflächlichen Aussagen unserer Gesellschaft, die Jugend möchte keine Verantwortung auf sich nehmen und sich nicht durch Beziehungen langfristig binden?
Welche Faktoren sind es aber, die einen Einfluss auf die Wertvorstellungen und zukünftigen Familien- und Partnerschaftsvorstellungen der Jugendlichen haben?
In der 15. Shell Jugendstudie 2006 (Deutschland) wurde unter anderem diese Thematik eingehend behandelt und im Bezug auf das Wertesystem und Religiosität der Jugend eine zentrale Feststellung hervorgehoben. „Religiosität spielt im Wertesystem der Jugend weiterhin nur eine mäßige Rolle, besonders bei den männlichen Jugendlichen. An diesem Befund hat sich seit den 80ern und 90ern auch in den 2000er Jahren nichts geändert.“ (Albert Mathias, Hurrelmann Klaus, u.a.: Jugend 2006. 15.Shell Jugendstudie. Frankfurt am Main. 2006. S.24)
Dennoch soll in dieser vorliegenden Arbeit dieses Thema behandelt werden und Ergebnisse für Österreich liefern, die wahrscheinlich den Deutschen sehr ähnlich sind. Die vorliegende Seminararbeit präsentiert Ergebnisse aus der Österreichischen Jugend-Wertestudie 2000. Befragt wurden 998 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die gesellschaftliche These eines Werteverfalls bei der Jugend und legt den Fokus auf die Untersuchung religiöser und demographischer Einflussfaktoren auf Partnerschaftsvorstellungen.
3. Hypothesen: In diesem Kapitel werden vier zentrale Hypothesen formuliert, die Zusammenhänge zwischen Religiosität, Geschlecht, Wohnort und partnerschaftlichen Idealen statistisch prüfen sollen.
4. Dimensionen: Hier werden die methodischen Skalen erläutert, insbesondere zur Erfassung von Religiosität, intrinsischen Werten und der Rollenverteilung in Partnerschaften.
5. Präsentation der Ergebnisse: Dieses Kapitel liefert die statistische Auswertung der Kreuztabellen und Korrelationen zu intrinsischen Werten, Zukunftsperspektiven und Rollenbildern.
6. Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass Religiosität nur einen geringen Einfluss auf partnerschaftliche Werte hat und die heutige Jugend durchaus bereit ist, langfristige Verantwortung zu übernehmen.
Schlüsselwörter
Religiosität, Jugend, Partnerschaft, Wertvorstellungen, Rollenbild, Österreichische Jugend-Wertestudie, Familie, Beziehungsfähigkeit, Demographie, Geschlechterrollen, Intrinsische Werte, Statistische Analyse, Zukunftsperspektive, Lebensgemeinschaft, Jugendstudie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Religiosität sowie demographischen Faktoren auf die partnerschaftlichen Werte und Zukunftsvorstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Österreich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen intrinsische Werte in Partnerschaften, die Zukunftsperspektiven hinsichtlich Familienplanung sowie die Ausprägung von traditionellen versus egalitären Rollenbildern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, ob Religiosität und Herkunft die Art und Weise beeinflussen, wie junge Menschen ihre Partnerschaften gestalten und welche Bedeutung sie familiären Werten beimessen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Daten der „Österreichischen Jugend-Wertestudie 2000“ und wendet standardisierte statistische Verfahren wie Kreuztabellen, Chi-Quadrat-Tests und Korrelationsanalysen an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse zu den aufgestellten Hypothesen, unterteilt in die Bereiche Werte-Stellenwert, Zukunftsperspektive und die Verteilung täglicher Aufgaben in einer Partnerschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Religiosität, partnerschaftliche Rollenbilder, Jugendforschung, familiäre Verantwortung und statistische Signifikanz.
Konnte die Hypothese eines traditionelleren Rollenbildes bei gläubigen Jugendlichen bestätigt werden?
Nein, die statistischen Tests konnten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der religiösen Erziehung und dem Rollenverständnis bei der Aufgabenverteilung in einer Partnerschaft nachweisen.
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei den untersuchten Werten?
Es zeigt sich, dass intrinsische Werte wie Treue und gegenseitiges Verstehen für weibliche Befragte eine tendenziell höhere Bedeutung haben als für männliche Teilnehmer.
Welche Bedeutung haben Großstadt- versus Landregionen für die untersuchten Ideale?
Es lässt sich eine leichte Tendenz erkennen, dass Jugendliche vom Land stärker zu intrinsischen Werten neigen, während in größeren Städten ein etwas egalitäreres Rollenverständnis vorzufinden ist.
Wie bewertet der Autor die Bereitschaft der Jugend zur langfristigen Bindung?
Die Studie widerlegt das Klischee einer reinen „Spaßgesellschaft“ und stellt fest, dass die befragte Jugend durchaus bereit ist, langfristige Verantwortung in Partnerschaft und Familie zu übernehmen.
- Arbeit zitieren
- MA Markus Scholze (Autor:in), 2008, Religiosität und Partnerschaft der heutigen Jugend, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215860