Aussagen mittelalterlicher Novellistik und Mären


Hausarbeit, 2012
9 Seiten, Note: 2,9

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe “Das Häslein”
2.1. Verwandschaft “Das Häslein” und “Der Sperber”

3.Erzählformat der Märe “Das Häslein”

4. Abgrenzung im Vergleich zu anderen Mären.

5. Handlung, Aussage und Systematik

6. Auswertung

1. Einleitung

Die Mären des Mittelalters haben oftmals einen schwankhaften Charakter (mittelhochseutsch:.swanc).

Derbe Obszönitäten, sexuelle Anspielungen und Handlungen sowie splatterartige Sequenzen inklusive abgehackter Gliedmaßen oder lebendig Begrabener bilden die Regel der mittelalterlichen Erzählweise.

Die Frage nach dem Sinn oder der Aussage einer Märe, die über den reinen Unterhaltungs- und Schwankcharakter einer Geschichte hinaus geht, soll im Folgenden behandelt werden. Klaus Grubmüller gibt in der Interpretation der Märe “Der Stricker” an, diese Märe sei “um psychologische Wahrheit wenig bemüht, ausgerichtet auf die Vermittlung grundlegender Einsichten in normgerechtes Verhalten.”

Zeil dieses Essays ist es diese Vermittlung näher zu bestimmen, insbesondere hinsichtlich der Märe “Das Häslein”.

Nach Inhaltsangabe der Märe “Das Häslein” wird das Erzählformat sowie die Frage nach der Ausage (Koda) der Märe behandelt und in Vergleich zu anderen Mären gesetzt.

Aschliessend soll versucht werden, die Mären in thematische Komplexe einzuteilen und voneinander abzugrenzen.

Geprüft werden soll auch, ob Mären mit ählichem Handlungsverlauf (Wie “Das Häslein” und “Der Sperber “) in der Aussage ebenso ähnlich sind und daher der gleichen Kategorie zugeordnet werden können.

2. Inhaltsangabe “Das Häslein”

Ein rechtschaffender Ritter reitet zur Jagd aus, einer seiner Hunde erlegt ein Häslein und der Ritter beschliesst, dieses Häslein einem Mädchen, die er seit einiger Zeit verehrt, zum Geschenk zu machen.

Das Mädchen freut sich über das Geschenk des Ritters und bietet ihm einen Tauschhandel an: Der Ritter möge doch als Dank für das Geschenk die Minne des Mädchens nehmen.

Der Ritter lässt sich nicht lange bitten und vollzieht den Beischlaf mit dem bis dahin jungfräulich- unschuldigem Mädchen.

Anschliessend reitet der Ritter von dannen und das Mädchen begibt sich nach Hause. Völlig freimütig erzählt sie der Mutter von dem Ritter, dem Geschenk und der Tatsache, das sie dem Ritter Ihre Minne higegeben hat. Die Mutter reagiert entsetzt, da sie nun fürchtet, ihre Tochter würde als Hure (“Kebse”) in Verruf geraten und zerkratzt ihrer Tochter das Gesicht.

Die Tochter ist ihrerseits betroffen und will um ihrer Mutter und um ihrer Unschud willen den passierten Beischlaf mit dem Ritter wieder rückgängig machen. Zu diesem Zweck erwartet sie den Ritter zu gegebener Stunde an einem den beiden vertrauten Ort, schleisslich erscheint der Ritter und das Mächen bittet ihn darum, sie nochmals zu begatten, damit sie ihre Minne zurückerhielte.

Der Ritter läst sich ncht lange bitten und vollzieht noch einmal den Liebesakt mit ihr, ohne sie darüber aufzuklären, das das Mädchen die einmal genommene Unschuld nicht zurückerhält indem sie noch einmal den Beischlaf vollzieht.

Die Jahre gehen ins Land, der Ritter hat zwischenzeitlich eine andere, neue Frau gefunden und beabsichtigt, diese zu heiraten. Als die Hochzeit festgesetzt ist, lädt der Ritter das Mädchen schliesslich auch zur Hochezeit ein. Das Mädchen erscheint zur Hochzeit und der Ritter macht sich vor dem vesammelten höfischen Publikum über sie lustig. Er erzählt, das Mädchen habe sich von ihm die Unschuld nehmen lassen, eben das ihr Mutter erzählt und, als die Mutter geschockt reagierte, ihn wieder darum gebten, den Liebesakt zu vollziehen um Ihre Minne zurück zu erhalten.

Der Adel quittert die Berichterstattug des Ritters mit Gelächter, die neue Frau des Ritters sagt, das Mädchen sei aber wahrlich dumm, solche Dinge ihrer Mutter zu erzählen, schlieslich aber sie es mit dem Pfaffen oft getrieben und es wäre ihr nicht in den Sinn gekommen, das ihrer armen Mutter zu erzählen.

Der Ritter ist entsetzt über die Worte seiner neuen Frau, da er geglaubt hat, er würde eine keusche Jungfrau heiraten und beschliesst schlussendlich, zu dem Mädchen, dem er das Häslein geschenkt hat, zurückzukehren und die neue Frau zu verlassen.

2.1. Verwandschaft “Das Häslein” und “Der Sperber”

Die Märe “Das Häslein” weist eine nahe Verwandschaft zu der Märe “Der Sperber “ auf, die Geschichte ist grundsätzlich eine ähnliche, es handelt sich in “Der Sperber” eben um anderes Personal, andere Charaktere und ein anderes Tier, das verschenkt wird.

Die Geschichte endet beim “Sperber” allerdings ohne ein Heirat und ohne die Behandlung des Aspekts der Treue und des “Es kommt, wie

es kommen muss” - dem Epimytion des “Häslein”, sodaß der “Sperber” lediglich die Geschichte der verkauften. bzw. verschenkten Minne erzählt, ohne den Treueaspekt aufzugreifen, der gegen Ende der Märe “Das Häslein” erzählt wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Aussagen mittelalterlicher Novellistik und Mären
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,9
Autor
Jahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V215877
ISBN (eBook)
9783656448730
ISBN (Buch)
9783656449867
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter, Märe, Mären, Novellistik, Mediävistik, Mediavistik
Arbeit zitieren
Christian Köller (Autor), 2012, Aussagen mittelalterlicher Novellistik und Mären, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215877

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