In der folgenden Arbeit soll daher ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema "Vertrauen in Journalismus" versucht werden. Dazu wird im ersten Teil der Begriff "Vertrauen" abgegrenzt. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich eingehend mit der Messbarkeit von Vertrauen. Dafür werden zunächst unterschiedliche Möglichkeiten erläutert, mithilfe derer die Komplexität des Begriffes mittels Dimensionierung vereinfacht, d.h. messbar gemacht werden kann. Danach werden vier unterschiedliche Instrumente vorgestellt und hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit für die Journalismusforschung kritisch betrachtet wohingegen sich der letzte Teil der Arbeit mit konkreten Ergebnissen der Journalismusforschung im Kontext des Vertrauens beschäftigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Relevanz
2. Der Begriff „Vertrauen“
3. Vertrauen messen
3.1. Dimensionen von Vertrauen
3.2. Instrumente
3.2.1. Die einfache Vertrauensfrage
3.2.2. Kombination Fragen – Experiment
3.2.3. Vertrauensmessung in der Journalismusforschung
3.2.4 Die Kohring-Skala
4. Vertrauen in Journalismus
4.1. Vertrauen in Medien bei Jugendlichen
4.2. Der NFC und das Vertrauen in Journalismus
4.3. Medienabhängigkeit und Vertrauen in Journalismus
4.4 Vertrauen und Persuasion
5. Schlussfolgerungen und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema "Vertrauen in Journalismus". Das primäre Ziel besteht darin, den Begriff des Vertrauens theoretisch abzugrenzen, die methodischen Herausforderungen bei dessen Messung kritisch zu beleuchten und den Einfluss von Vertrauen auf die Mediennutzung und Medienwirkung zu diskutieren.
- Theoretische Konzeption und Definition von Vertrauen in der Wissenschaft
- Kritische Analyse gängiger Messinstrumente für Vertrauen
- Vorstellung der Kohring-Skala zur Operationalisierung im Journalismus
- Einflussfaktoren wie Medienabhängigkeit, Persuasion und Need for Cognition
- Spezifische Untersuchung des Vertrauensverhaltens bei Jugendlichen
Auszug aus dem Buch
3.2.4 Die Kohring-Skala
Trotz der unterschiedlichen Kritikpunkte, die auch dem Ansatz des Faktorenmodells innewohnen, führt Kohring eben jenen weiter, um einer validen Operationalisierung von Vertrauen in Journalismus näher zu kommen. Dazu entwickelt er in mehreren Schritten eine Skala, die im Folgenden vorgestellt werden soll. Dazu soll zunächst noch einmal ein Blick auf die Funktion von Journalismus geworfen werden. Diese beinhaltet das regelmäßige Selektieren und Bereitstellen von Nachrichten und Informationen für der Öffentlichkeit. Die Informationen stellen für das Publikum eine Orientierungshilfe im sozialen Umfeld dar und helfen, ihre Erwartungen in Bezug auf andere soziale Akteure zu justieren (Lee 2011, S. 13).
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Motive für Mediennutzung vielfältig sein können, und nur einige davon in direktem Zusammenhang mit Vertrauen stehen (Tsfati 2003b, S. 253), lässt sich als wesentlicher Bestandteil der Funktion des Journalismus das Selektieren von Informationen herausstellen. Der Rezipient ist weder logistisch und kognitiv in der Lage, aus der Flut an Informationen, die täglich über ihn hineinbricht, das Wesentliche, für ihn Sinnvolle und Nützliche, herauszufiltern. Je geringer zudem die persönliche Erfahrung, die man in Bezug auf ein bestimmtes Thema hat oder haben kann, desto wichtiger ist Vertrauen als Komponente in der Beziehung zwischen Medien und Rezipient (Matthes & Kohring 2005, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Relevanz: Einführung in die Problematik des sinkenden Medienvertrauens und Begründung der Relevanz des Themas für die Kommunikationswissenschaft.
2. Der Begriff „Vertrauen“: Theoretische Herleitung und Definition von Vertrauen als komplexes, disziplinenübergreifendes Konstrukt.
3. Vertrauen messen: Auseinandersetzung mit der Operationalisierung von Vertrauen und der kritischen Prüfung verschiedener Messinstrumente.
4. Vertrauen in Journalismus: Analyse spezifischer Kontexte, darunter das Vertrauen von Jugendlichen, die Rolle der Medienabhängigkeit und psychologische Faktoren.
5. Schlussfolgerungen und Zusammenfassung: Reflexion über den Forschungsstand und Ausblick auf zukünftige theoretische und methodische Notwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Vertrauen, Journalismusforschung, Medienvertrauen, Kohring-Skala, Messinstrumente, Medienabhängigkeit, Need for Cognition, Persuasion, Nachrichtenselektion, Glaubwürdigkeit, Rezipientenforschung, Kommunikationswissenschaft, Operationalisierung, Soziologische Definition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konstrukt des Vertrauens im Kontext des Journalismus, seine theoretische Definition sowie die Möglichkeiten seiner wissenschaftlichen Messung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Abgrenzung von Vertrauen, der Evaluation verschiedener Messmethoden und der Analyse von Faktoren, die das Vertrauensverhältnis zwischen Rezipienten und Medien beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu bieten und zu hinterfragen, wie Vertrauen in Journalismus valide operationalisiert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit existierenden Studien, Skalen und empirischen Modellen der Medienforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Instrumenten (wie die Kohring-Skala) sowie die empirische Untersuchung von Einflussfaktoren wie Medienabhängigkeit und das "Need for Cognition".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Vertrauen, Journalismusforschung, Glaubwürdigkeit, Medienabhängigkeit und die Operationalisierung mittels faktorenanalytischer Ansätze.
Warum ist die einfache Vertrauensfrage oft problematisch?
Kohring und andere Autoren kritisieren den direkten Zugriff auf das latente Konstrukt Vertrauen, da die Frage meist nicht zwischen verschiedenen Dimensionen (wie Vertrauen und Vorsicht) trennt und zu fehlerhaften Messergebnissen führt.
Was unterscheidet die Kohring-Skala von anderen Ansätzen?
Die Kohring-Skala fokussiert auf die Selektivität von Medieninhalten als zentrale Referenz und wurde im Gegensatz zu vielen anderen Ansätzen umfassend validiert.
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- B.A. Julia Hoffmann (Author), 2013, Vertrauen in der Journalismusforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215884