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Partizipation der pflegerischen Profession an den Verkammerungsbestrebungen in Deutschland

Empirische Erhebung in einer Fachklinik für Rehabilitation in Thüringen

Titel: Partizipation der pflegerischen Profession an den Verkammerungsbestrebungen in Deutschland

Masterarbeit , 2013 , 133 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Martin Schlie (Autor:in)

VWL - Gesundheitsökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verkammerungsbestrebungen der beruflichen Pflege in Deutschland rücken durch die aktuellen politischen Entwicklungen zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit.

In Schleswig-Holstein ist im Jahr 2012 beschlossen worden, eine Pflegekammer zu gründen, in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sind Umfragen unter den beruflich Pflegenden durchgeführt worden. Das Ergebnis der Umfragen: Die professionellen Pflegekräfte befürworten die Gründung von Pflegekammern auf Landesebene.

Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Berufsgruppe an den politischen Entwicklungen im Sinne der Theorie der politischen Partizipation beteiligt wird. Die Ziele dieser Arbeit sind der Nachweis, aus welchem Grund die professionell Pflegenden der Gründung einer Pflegekammer zustimmen und wie diese Zustimmung in den Rahmen der Professionalisierung der Pflege in Deutschland eingeordnet werden kann.

Nach einer kurzen Darstellung der Professionalisierung der beruflichen Pflege in Deutschland werden die bestehenden Heilberufekammern im deutschen Gesundheitssystem vorgestellt. Es folgt eine Differenzierung zwischen berufs- und wirtschaftsständischen Kammern und die Darstellung der Problematik einer Pflichtmitgliedschaft in einer Körperschaft des öffentlichen Rechts sowie die Darstellung der Aufgaben, Inhalte und Ziele bestehender Heilberufekammern.

Im Weiteren werden die rechtlichen Grundlagen und Definition einer Pflegekammer beschrieben, ein Überblick über internationale Regulierungen der Pflegeberufe und eine mögliche Regulierung der beruflichen Pflege in Deutschland gegeben. Argumente für und gegen die Gründung von Pflegekammern in Deutschland werden anhand der aktuellen Diskussion in der Fachöffentlichkeit nachgezeichnet.

Nach der Darstellung des empirischen Verfahrens einschließlich der Konzeptspezifikation und Fragebogenentwicklung werden im Weiteren die Ergebnisse der schriftlichen Befragung dargestellt.

Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der gesundheitsökonomischen Perspektive. Das Selbstverwaltungsprinzip und die berufliche Regulierung der Heilberufe, also das autoritäre Korporatismusmodell, sollten aus Sicht des Autors verändert werden. Es scheint geboten, Pflegekammern als Körperschaft des öffentlichen Rechts übergangsweise einzurichten. Jedoch ist das gesamte System der Heilberufekammern zu überdenken, denn der vorrangige Auftrag an die berufsständischen Kammern kann vom Markt wesentlich effizienter gelöst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG IN DAS THEMA

1.1 GESUNDHEITSÖKONOMISCHER HINTERGRUND

1.2 PROFESSIONALISIERUNG DER BERUFLICHEN PFLEGE IN DEUTSCHLAND

1.3 ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG

2 HEILBERUFEKAMMERN IN DEUTSCHLAND

2.1 DEFINITION UND RECHTLICHE GRUNDLAGEN VON KAMMERN IM DEUTSCHEN GESUNDHEITSSYSTEM

2.1.1 Historische Entstehung von Kammern in Deutschland

2.1.2 Definition der Begrifflichkeit Heilberuf

2.2 FORMEN VON KAMMERN

2.2.1 Differenzierung zwischen wirtschaftsständischen und berufsständischen Kammern

2.2.2 Berufsständische Kammern

2.2.3 Pflichtmitgliedschaft in berufsständischen Kammern

2.3 HEILBERUFEKAMMERN IM DEUTSCHEN GESUNDHEITSWESEN

2.3.1 Die Heilberufekammern der Ärzte

2.3.2 Die Heilberufekammern der Apotheker

2.3.3 Die Heilberufekammern der Psychotherapeuten

2.3.4 Die Heilberufekammern der Zahnärzte

3 VERKAMMERUNGSBESTREBUNGEN DER BERUFLICHEN PFLEGE IN DEUTSCHLAND

3.1 DEFINITION UND RECHTLICHE GRUNDLAGEN

3.2 AUFGABEN UND ZIELE VON NURSING COUNCILS UND BOARDS OF NURSING

3.3 MÖGLICHE AUFGABEN UND ZIELE DEUTSCHER PFLEGEKAMMERN

3.3.1 Abgrenzung einer Pflegekammer zu berufsständischen Organisationen und Gewerkschaften

3.3.2 Bestehende berufliche Regulierungen der Pflegeberufe auf Länderebene

3.3.3 Mögliche Ziele und Aufgaben deutscher Pflegekammern

3.4 ARGUMENTE FÜR UND GEGEN DIE GRÜNDUNG VON PFLEGEKAMMERN

3.4.1 Argumente für die Gründung von Pflegekammern

3.4.2 Argumente gegen die Gründung von Pflegekammern

4 EMPIRISCHES VERFAHREN UND METHODISCHES VORGEHEN

4.1 ZIELSETZUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG

4.2 THEORIEBILDUNG

4.3 KONZEPTSPEZIFIKATION

4.4 FORSCHUNGSDESIGN UND STICHPROBE

4.5 OPERATIONALISIERUNG UND FRAGEBOGENKONSTRUKTION

4.5.1 Operationalisierung und Entwicklung des Fragebogens

4.5.2 Pretest des Fragebogens

4.6 DATENERHEBUNG

5 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE

5.1 GÜTEKRITERIEN

5.1.1 Reliabilität

5.1.2 Validität

5.1.3 Objektivität

5.2 ERGEBNISDARSTELLUNG DER EINZELNEN ITEMS

5.2.1 Aktuelle Situation der Pflege in Deutschland

5.2.2 Aufgaben und Inhalte des Pflegeberufes

5.2.3 Professionalisierung in der Pflege

5.2.4 Zustimmung zur Einrichtung einer Pflegekammer vor Information der Befragten

5.2.5 Bewertung der Aufgaben und Ziele einer Pflegekammer

5.2.6 Zustimmung zur Einrichtung einer Pflegekammer nach Information der Befragten

5.2.7 Demografischer Teil

5.2.8 Freie Antworten der „letzten Seite“

5.3 ERGEBNISDARSTELLUNG DER BIVARIATEN ANALYSEN

5.3.1 Vergleich zwischen Zustimmung zu einer Pflegekammer und Professionalisierung in der Pflege

5.3.2 Vergleich zwischen der Zustimmung zu einer Pflegekammer vor und nach Information der Befragten sowie nach Aufgaben, Inhalte und Zielen von Pflegekammern

5.3.3 Vergleich zwischen der Zustimmung zu einer Pflegekammer nach Information der Befragten sowie ausgewählten demografischen Daten

6 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND AUSBLICK

6.1 METHODENKRITIK

6.2 DARSTELLUNG AUSGEWÄHLTER ERGEBNISSE

6.3 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGE UND HYPOTHESENBEWERTUNG

6.4 AUSBLICK UNTER GESUNDHEITSÖKONOMISCHEN GESICHTSPUNKTEN

Zielsetzung & Themen

Die Masterthesis untersucht explorativ den Willen und die politische Partizipation der Pflegebasis hinsichtlich der Gründung von Pflegekammern in Deutschland. Ziel ist es, anhand einer empirischen Befragung in einer Fachklinik für Rehabilitation in Thüringen zu klären, ob die Berufsgruppe die Einrichtung einer Pflegekammer befürwortet und wie dieses Bestreben mit dem Professionalisierungsprozess der Pflege korreliert.

  • Politische Partizipation und Autonomiebestrebungen in der beruflichen Pflege
  • Vergleich zwischen angloamerikanischen Modellen (Nursing Councils) und deutschen Diskussionen
  • Analyse der Akzeptanz von Pflichtmitgliedschaft und berufsständischer Selbstverwaltung
  • Empirische Erhebung zu Einstellungen, Informationsgrad und Zustimmungswerten
  • Gesundheitsökonomische Bewertung der institutionellen Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

1.1 Gesundheitsökonomischer Hintergrund

Schleswig-Holstein gründet Pflegekammer! So titelte das Deutsche Ärzteblatt in seiner Ausgabe vom 12. November 2012. Die regierende Koalition des Bundeslands Schleswig-Holstein hat in der Sitzung des Sozialausschusses des Landtags vom 08.11.2012 beschlossen, eine Pflegekammer einzurichten. Die SPD Schleswig-Holstein verfolgt die Absicht einer besseren Interessensvertretung der Pflegenden durch eine Pflegekammer und als Konsequenz die Steigerung der Versorgungsqualität für die Pflegebedürftigen (Pauls, 2012). Ziel ist die Implementierung einer berufsständischen Vertretung für die Profession Pflege. Die Einrichtung von Pflegekammern ist jedoch zwischen verschiedensten Interessengruppen hochumstritten. Um Bedenken und juristische Klagen gegen die Einrichtung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) auszuschließen, ist eine repräsentative Umfrage unter den beruflich Pflegenden in Schleswig-Holstein geplant (Gaede, 2013). Die Entscheidung für oder gegen eine Pflegekammer hängt damit stark von der positiven Einstellung der beruflichen Pflege ab. Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein will jedoch unabhängig von Befragungsergebnissen an der Gründung einer Pflegekammer festhalten. In anderen Bundesländern sind ähnliche Initiativen gegenüber der Verkammerung von Pflegeberufen zu beobachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG IN DAS THEMA: Erläutert den gesundheitsökonomischen Kontext der Pflegekammer-Debatte und leitet die Forschungsfrage sowie das Ziel der Untersuchung ab.

2 HEILBERUFEKAMMERN IN DEUTSCHLAND: Beschreibt die historische Entwicklung und die rechtlichen Rahmenbedingungen existierender Heilberufekammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts.

3 VERKAMMERUNGSBESTREBUNGEN DER BERUFLICHEN PFLEGE IN DEUTSCHLAND: Analysiert internationale Vorbilder, die rechtliche Zulässigkeit für Pflegeberufe sowie die Argumente von Befürwortern und Gegnern.

4 EMPIRISCHES VERFAHREN UND METHODISCHES VORGEHEN: Stellt das Forschungsdesign der schriftlichen Befragung, die Stichprobenauswahl und die Konstruktion des Fragebogens detailliert dar.

5 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentiert die univariaten Ergebnisse der Befragung sowie bivariat analysierte Zusammenhänge zwischen Professionalisierung und Zustimmung zur Verkammerung.

6 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND AUSBLICK: Diskutiert die methodische Validität der Arbeit und bewertet die Verkammerungsbestrebungen aus gesundheitsökonomischer Perspektive.

Schlüsselwörter

Pflegekammer, Verkammerung, Berufsständische Selbstverwaltung, Politische Partizipation, Professionalisierung, Pflegeberuf, Heilberufe, Gesundheitsökonomie, Pflichtmitgliedschaft, Arbeitnehmerinteressen, Empirische Erhebung, Versorgungsqualität, Berufsordnung, Interessenvertretung, Pflegebasis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den aktuellen Bestrebungen zur Gründung von Pflegekammern in Deutschland und untersucht die Einstellung der beruflich Pflegenden dazu.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die professionelle Autonomie der Pflege, die rechtliche Konstruktion von Kammern, die politische Partizipation der Berufsgruppe und deren Einstellung zu Standards in der Pflege.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Klärung der Forschungsfrage: "Partizipieren die pflegerischen Berufe an den Verkammerungsbestrebungen in Deutschland?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine explorative, quantitative schriftliche Befragung (Vollerhebung) in einer Fachklinik für Rehabilitation in Thüringen durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, dem Vergleich internationaler Modelle sowie der detaillierten statistischen Auswertung der Fragebogendaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Pflegekammer", "Professionalisierung", "Berufsständische Selbstverwaltung" und "Politische Partizipation" geprägt.

Welchen Einfluss hat die Information der Befragten auf das Ergebnis?

Die Studie zeigt, dass die Zustimmung zur Gründung einer Pflegekammer nach einer kurzen Information über Aufgaben, Inhalte und Ziele bei den Befragten signifikant steigt.

Welche Rolle spielen die bestehenden Berufsverbände und Gewerkschaften?

Der Autor thematisiert die Konkurrenz bzw. Ergänzung durch bestehende Gewerkschaften wie ver.di und analysiert deren Vorbehalte gegen eine zusätzliche Kammerstruktur.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Partizipation der pflegerischen Profession an den Verkammerungsbestrebungen in Deutschland
Untertitel
Empirische Erhebung in einer Fachklinik für Rehabilitation in Thüringen
Hochschule
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen
Note
1,7
Autor
Martin Schlie (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
133
Katalognummer
V215912
ISBN (eBook)
9783656457787
ISBN (Buch)
9783656459248
Sprache
Deutsch
Schlagworte
partizipation profession verkammerungsbestrebungen deutschland empirische erhebung fachklinik rehabilitation thüringen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Schlie (Autor:in), 2013, Partizipation der pflegerischen Profession an den Verkammerungsbestrebungen in Deutschland , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215912
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