Nonresponseforschung. Die Möglichkeiten im Rahmen des Datenschutzes


Hausarbeit, 2011

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Datenschutz in der Nonresponseforschung
2.1 Grundsätzliches zum Datenschutz in der BRD
2.2 Methoden der Xonresponseforsehung aus der Perspektive des Daten­schutzes
2.2.1 Vergleich von Aggregatstatistiken mit Stichprobenergebnissen
2.2.2 Individueller Abgleich mit Zensusdaten
2.2.3 Individueller Abgleich mit Sampling-Frame-Daten
2.2.4 Vergleich von Daten ehemaliger Panelteilnehmer
2.2.5 Extrapolation auf Grundlage der Schwierigkeit des Interviews
2.2.6 Interviewerschätzungen
2.2.7 Angegebene Verweigerungs- und Teilnahmegründe
2.2.8 Angaben konvertierter Verweigerer

3 Schlussbemerkungen

Literatur

1 Einleitung

Wie in jedem Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschung, so ist auch im Be­reich der Xonresponseforsehung die Beachtung und Kenntnis geltender Vorgaben zur Wahrung des Datenschutzes unerlässlich, Angesichts des besonderen Forschungsge­genstandes, nämlich jenen Personen, die sieh Befragungen verweigern, kann davon ausgegangen werden, dass hier ganz besondere Sorgfalt hinsichtlich des Datenschut­zes zu wahren ist. Denn fragwürdige Methoden könnten dazu beitragen, das öffent­liche Bild von sozialwissenschaftlicher Forschung unnötig zu schädigen, so wie sieh beispielsweise sogenannte Telemarketingstrategien, wie Werbeanrufe und ähnliches, negativ auf die Akzeptanz telefonischer Befragungen zu Forschungszwecken auswirken.

Diese Arbeit wird einen Überblick darüber bieten, was der Xonresponseforsehung im Rahmen des Datenschutzes in der BRD möglich beziehungsweise nicht möglich ist. Dazu werden nach einem kurzen einführenden Exkurs zu den Grundsätzen des Datenschutzes einige gängige methodische Ansätze daraufhin evaluiert, ob und wie sie mit den Prinzipien des Datenschutzes kollidieren,

2 Datenschutz in der Nonresponseforschung

Bevor konkrete Forschungsmethoden daraufhin diskutiert werden können, ob sie be­denklich hinsichtlich datenschutzrechtlicher Aspekte sind, muss erläutert werden, welche fundamentalen Gedanken hinter den Bestimmungen des Datenschutzes ste­hen und welche grundlegenden Prinzipien zu beachten sind. Erst im Anschluss an diese Ausführungen werden einige methodische Forschungspraktiken anhand der dar­gelegten Datenschutzgrundsätze untersucht und bewertet.

2.1 Grundsätzliches zum Datenschutz in der BRD

Die Gesetze zum Datenschutz können als vermittelndes Element zwischen zwei un­veräußerlichen Grundrechten verstanden werden: Zum einen gilt in Deutschland die Freiheit der Forschung, die unter anderem besagt, dass Methoden und Themen von Forscherinnen und Forschern jeweils frei gewählt werden können, ohne dass der Staat hierbei Zensur ausüben darf (Häder 2009, S. 5). Zum anderen gilt der Grundsatz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und daraus abgeleitet, dass jeder Mensch das Recht hat, selbst zu bestimmen, ob seine persönlichen Daten erhoben werden, oder nicht. Dies wird als Prinzip der informationellen Selbstbestimmung be­zeichnet und bedeutet, dass Daten von natürlichen Personen nur mit ihrem Einver­ständnis erhoben und verarbeitet werden dürfen, es sei denn, gesetzliche Regelungen besagen etwas anderes (Häder 2009, S. 5f),

Diese beiden Grundrechte können einander durchaus in die Quere kommen, denn besonders für die Sozialwissensehaften ist es unerlässlich, Daten von und über Per­sonen zu erheben. Um dies zu ermöglichen, bietet das Datensehutzreeht einige Rah- menriehtlinien, die festlegen, wie Forsehungsfreiheit und Persönliehkeitsreehte mit­einander vereinbar sind:

Erste Orientierung bietet das Prinzip der Verhältnismäßigkeit, das besagt, dass so­wohl das Recht auf freie Forschung, als auch das Recht auf informationeile Selbstbe­stimmung so weit wie möglich gewährleistet werden soll, ohne dass eines der Grund­rechte gravierend missachtet wird. Dazu muss seitens der Forscherinnen und For­scher abgewägt werden, ob für das Erreichen des Forsehungsziels eine Erhebung und damit ein Eindringen in die Privatsphäre der zu befragenden Personen überhaupt notwendig ist. Wenn dies der Fall ist, so muss auch das gesamte Forsehungsdesign verhältnismäßig gestaltet werden. Dies erfordert unter anderem eine angemessene Wahl der Kontaktzeiten und einen möglichst kurzen Fragebogen. Andererseits muss auch aus der Perspektive der befragten Personen abgewägt werden, ob eine konkrete Befragung, oder auch nur die Herstellung eines Kontaktes mit dem Zweck einer Be­fragung, tatsächlich einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Persönliehkeitsreehte darstellt. So ist die in Deutschland gängige Rechtsauffassung beispielsweise, dass telefonische Anrufe zum Zweck wissenschaftlicher Befragungen oder auch Marktfor­schung durchaus legitim und erträglich sind, schließlich ist es ja möglich innerhalb weniger Sekunden zum Ausdruck zu bringen, ob man teilnehmen möchte, oder nicht. Eine unverhältnismäßige Belastung stellt dies also grundsätzlich nicht dar (Häder 2009, S. 6, 32f),

Weiterhin gilt es das Prinzip der Datenvermeidung und Datensparsamkeit anzuwenden, Dieses besagt nicht nur, dass personenbezogene Daten nach Möglichkeit zu anonymisieren oder pseudonymisieren sind, sondern legt auch fest, dass personenbezogene Daten nicht auf Vorrat erhoben werden dürfen, sondern im Gegenteil immer an konkrete Forschungsvorhaben geknüpft werden müssen (Deutscher Bun­destag 1978, § 3a BDSG), Auch hier gilt wieder, dass das Forschungsdesign jeweils so angelegt werden muss, dass es den formulierten Ansprüchen hinsichtlich der Da­tensparsamkeit genügt (Häder 2009, S, 8),

Unter personenbezogenen Daten werden „Einzelangaben über persönliche, oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person“ (Deut­scher Bundestag 1978, § 3 BDSG) verstanden. Das bedeutet also, dass personenbe­zogene Daten immer dann vorliegen, wenn Angaben einem Menschen unmittelbar oder auch mittelbar eindeutig zugeordnet werden können. Im sozialwissenschaftlichen Forschungsprozess kann dies unter anderem durch Kontaktprotokolle und Iden­tifikationsnummern auf Fragebögen möglich sein (Häder 2009, S, 6f),

2.2 Methoden der Nonresponseforschung aus der Perspektive des Datenschutzes

Einen komprimierten Überblick über gängige Forschungsmethoden zu den Ursa­chen von Nonresponse bietet Rainer Schnell in Nonresponse in Bevölkerungsumfra­gen : Ausmaß, Entwicklung und Ursachen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Nonresponseforschung. Die Möglichkeiten im Rahmen des Datenschutzes
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Seminar: Nonresponse
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V215924
ISBN (eBook)
9783656448952
Dateigröße
731 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nonresponseforschung, möglichkeiten, rahmen, datenschutzes
Arbeit zitieren
Boris Reinecke (Autor), 2011, Nonresponseforschung. Die Möglichkeiten im Rahmen des Datenschutzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215924

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