Gender im Roman "Die Farbe Lila" von Alice Walker


Hausarbeit, 2013

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Gang der Untersuchung

2. Definitionen
2.1 Der Gender Begriff
2.2 Geschlecht/Sex vs. Gender

3. Erklärungsmodell "Die Farbe Lila"

4. Geschlechtsidentität der Figur "Celie" anhand des 'doing gender'
4.1 Soziale Reproduktion nach Judith Lorber in Bezug auf "Celie"
4.2 Gender-Gleichheit im Roman "Die Farbe Lila"

Zusammenfassung

Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Frauenbewegung der späten 60er und 70er Jahre, die sich in den USA durch die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung, in Deutschland etwas später aus der Studentenbewegung heraus entwickelte, wird von Gender-Theoretikerin Claudia Berger in zwei Phasen eingeteilt (von Braun 2009: S.51.): Zum einen die Phase der Gleichheit, zum anderen die Phase der Differenz. In beiden Fällen waren die Identitätsfragen von zentraler Bedeutung, im speziellen die 'weibliche Identität'. Diese Fragen werden vorherrschend in der vorliegenden Arbeit sein. Als Grundlage dient der Roman 'Die Farbe Lila' von Alice Walker aus dem Jahr 1982.

Alice Walker zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen der afroamerikanischen Literatur und ist zudem politisch aktiv in der Bürgerrechtsbewegung zur Gleichberechtigung der US-amerikanischen Minderheiten. Der Roman dient als Beispiel, anhand dessen der Begriff 'Gender' analysiert werden soll. Die Bearbeitung im kulturwissenschaftlichen Bereich liegt auf der Hand; aufgrund der Universalität von Geschlecht bearbeiten die Gender Studies einen Gegenstandbereich, zu denen kulturelle Äußerungen, wie Ausdrucksformen in Werbungen, Fernsehsendungen und Belletristik etc. gehören. Sowie die Kulturwissenschaft, erweitern und fassen die Gender Studies Kultur als ihren Gegenstand auf (Schößler 2008: S.15.).

Bei den Gender Studies, die sich mit der wissenschaftlichen Analyse der Entstehung der Geschlechterdifferenz auseinandersetzen, liegt der Fokus auf den Fragen nach der Geschlechterhierarchie, das heißt der Ungleichheit der Geschlechter. Und wie sie sich unter verschiedenen soziokulturellen und historischen Bedingungen konstruieren. Vor allem in den Jahren nach der Aufklärung entstanden zahlreiche Theorien des Gleichheitsideals der Geschlechter. Die Diskrepanz der beiden Geschlechter zu erklären und/oder zu begründen, soll nur in Teilen dieser Arbeit geschehen. Die gesamte Genese des Begriffs Gender hier darzustellen, würde über den Rahmen der Hausarbeit hinausgehen. Die Ausarbeitung des Begriffs erfolgt daher im Kontext des Romans und versucht Rückschlüsse für die weitere Forschung zu ziehen.

1.1 Gang der Untersuchung

An dieser Stelle soll kurz der weitere Verlauf der vorliegenden Arbeit skizziert werden. Eine intensive Beschäftigung mit der Thematik der Gender Studies, macht es notwendig, zunächst die Definitionen um den Begriff Gender und der damit verbundenen Unterscheidung zwischen Sex vs. Geschlecht zu verdeutlichen. Auf der theoretischen Grundlage aufbauend, werden die Bezüge zum Roman hergestellt. In einem nächsten Schritt wird die Handlung kurz und prägnant in einem einzelnen Punkt erörtert. Das schafft eine Klarheit und Deutlichkeit der Gender Begrifflichkeiten in der eigentlichen Analyse. Zudem wird die Kenntnis der Handlung für den weiteren Verlauf der Arbeit, vorausgesetzt.

Die Analyseschwerpunkte erschließen sich vor allem aus der Darstellung der Frauen im Roman.

Gender impliziert auch, dass man sein 'Geschlecht' nicht einfach von Natur aus oder nur durch die Erziehung und Sozialisation hat und sich dadurch immer geschlechtstypisch verhalten "muss", sondern dieses Verhalten ist vor allem orientiert am Wissen darüber, wie man sich als 'Mann' oder 'Frau' zu verhalten hat.

Aufgrund dessen ist eine Analyse von Celies Geschlechtsidentität anhand des doing gender in einem weiteren Abschnitt von Nöten.

Judith Lorber führt in ihrer 1999 erschienenen Monografie 'Gender-Paradoxien' die Begriffe Gender und Haushalt zusammen und benennt diese als 'Soziale Reproduktion' der Frau. Diese besteht in dem Erhalt und der Weitergabe des kulturellen Kapitals der Familie an die Kinder, die Pflege der Kranken und die soziale Organisation der Sexualität. In diesem Punkt, wird vertieft, inwiefern das auf Celie zutrifft und wie sie mit dieser Geschlechterrolle umgeht.

In der Schlussfolgerung werden alle Analysen zusammengeführt, um sie auf ihren Wert hin zu überprüfen.

2. Definitionen

In diesem ersten Teil der vorliegenden Untersuchung sollen die wesentlichen Begrifflichkeiten des Gendertheorie erfasst und die Kernelemente verdeutlicht werden. Aufgrund des sehr umfangreichen Fachgebietes bezieht sich diese Problematik auf den Kernbegriff Gender und die für diese Arbeit wichtige Unterscheidung zwischen ,Geschlecht' und ,sex'.

2.1 Der Gender Begriff

Der Begriff Gender bezieht sich auf psychologische, soziale und kulturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern und der Geschlechtsidentität. Diese Dimensionen können die sozialen Rollen, persönliche Eigenschaften, Verhalten, Macht, Einfluss etc. sein und werden den Geschlechtern unterschiedlich zugeschrieben (Schößler 2008: S.15.). Die genannten Aspekte geben darüber Auskunft, was es heißt, in einer Gesellschaft eine Frau oder ein Mann zu sein. Dabei steht die kulturelle Variabilität der an Frauen und Männer gerichteten Verhaltenserwartungen, Eigenschaftszuschreibungen und sozialen Positionierungen sowie eine typische Arbeitsteilung zwischen den jeweiligen Geschlechtern im Mittelpunkt. Der Begriff ist somit Ausdruck der Einsicht, dass Weiblichkeit und Männlichkeit historisch- zeitgebundene Konstruktionen sind.

2.2 Geschlecht/Sex vs. Gender

Das Konstrukt 'Geschlech t' ist definitorisch darzustellen als ein zentrales Gliederungs-und Kategorisierungskonzept einer Gesellschaft. Die Einteilung eines Individuums ist notwendig, um mit Menschen in Interaktion zu treten. Zahlreiche Definitionen verweisen bei dem Begriff ,Geschlecht‘ auf verschiedene wissenschaftliche Bereiche, was ein Indiz dafür ist, dass zum einen die Definition aufgrund der Vielschichtigkeit äußerst prekär ist, und zum anderen lässt es die Vermutung zu, dass die vorherrschende biologische Definition in das Zwei-Geschlechter-Modell von Mann und Frau nicht allein als erklärende Variable ausreicht. Die Geschlechterdifferenz in verschiedenen Gesellschaften, einschließlich ihren implizierten Normen und Stereotypen, wird nicht allein durch das Wissen über Geschlechtsmerkmale ersichtlich (Frey Steffen 2006: S.12.) Der deutsche Begriff 'Geschlecht ' ist in der Geschlechterforschung theoretisch weniger eingebettet als der englisch-amerikanische Parallelbegriff Gender, der Wortstamm ist Lateinischen Ursprungs von dem Wort ,genero‘, abgeleitet vom Stamm genus, was 'erzeugen' bedeutet (Kroll 2002: S.141.).

Sinngemäß benennt es das Erzeugen von Beziehungen, Bedeutungen und Klassifikationen. Der Vorteil des englischen Begriffes wird schnell deutlich: Jenes kann in sex und Gender unterteilt werden. Im deutschen Sprachgebrauch lässt sich jedoch keine existentielle Entsprechung finden. Aus Gründen der Übersetzung verdrängt Gender den deutschen Begriff 'Geschlecht'. Gender ist, wie bereits erläutert, dass soziale Geschlecht, demnach kann eine Unterscheidung in ein biologisches Geschlecht und ein soziales Geschlecht gemacht werden.

Judith Butler, eine US-amerikanische Philosophin und Philologin verweist in ihren renommierten Arbeiten[1] auf die Hinfälligkeit und Problematik der Unterscheidung von sex und Gender, da ihrer Meinung nach ein Widerspruch vorliegt. Demnach müsse Gender sozial konstruiert angesehen werden, wohingegen sex und Sexualität als natürlich gegeben angenommen werden. Sie ist dennoch der Annahme, dass die Persönlichkeit gesellschaftlich erschaffen wird, postuliert aber auch die Schwierigkeit des beliebigen Wechsels zwischen den Identitäten, was zu einem späteren Zeitpunkt näher erörtert wird.

[...]


[1] Wie zum Beispiel: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Gender im Roman "Die Farbe Lila" von Alice Walker
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V215938
ISBN (eBook)
9783656445456
ISBN (Buch)
9783656446385
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gender, roman, farbe, lila, alice, walker
Arbeit zitieren
Jennifer Kästner (Autor), 2013, Gender im Roman "Die Farbe Lila" von Alice Walker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215938

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