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Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“.

Detlev Spinell und Herr Klöterjahn.

Titel: Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“.

Essay , 2012 , 5 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Fabian Rink (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Erzähler in Thomas Manns Novelle Tristan gibt nicht nur den Décadent Spinell sondern auch seinen vitalen Gegenspieler Klöterjahn vielfach der Lächerlichkeit preis. Welche Auswirkungen dies für das Verhältnis des Lesers zu den Figuren bzw. den von ihnen repräsentierten Positionen hat, und was Mann mit dieser Erzählstrategie bezwecken will versucht der vorliegende Essay zu erörtern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Detlev Spinell und Herr Klöterjahn. Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“.

Zielsetzung & Themen

Der Essay untersucht die ironische Erzählstrategie in Thomas Manns Novelle „Tristan“ und deren Auswirkungen auf das Leserurteil gegenüber den Protagonisten. Dabei wird analysiert, wie durch die Distanzierung von den Figuren der vermeintliche Antagonismus zwischen Künstlertum und Bürgerlichkeit dekonstruiert und eine kritische Reflexion des Lesers angeregt wird.

  • Analyse der heterodiegetischen und auktorialen Erzählinstanz
  • Charakterisierung von Detlev Spinell als Décadence-Künstler
  • Darstellung des Herrn Klöterjahn als Repräsentant der bürgerlichen Sphäre
  • Einsatz ironischer Stilmittel zur Distanzierung des Lesers
  • Kritik am „l'art pour l'art“-Prinzip in der Literatur der Jahrhundertwende

Auszug aus dem Buch

Detlev Spinell und Herr Klöterjahn. Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“.

Der Erzähler in Thomas Manns Novelle Tristan gibt nicht nur den Décadent Spinell sondern auch seinen vitalen Gegenspieler Klöterjahn vielfach der Lächerlichkeit preis. Welche Auswirkungen dies für das Verhältnis des Lesers zu den Figuren bzw. den von ihnen repräsentierten Positionen hat, und was Mann mit dieser Erzählstrategie bezwecken will versucht der vorliegende Essay zu erörtern.

Zunächst ist also der Frage nachzugehen, welche Auswirkungen die Erzählinstanz auf das Verhältnis des Lesers zu den Figuren hat. Hierfür muss der Erzähler zunächst selbst untersucht und seine Haltung zu Spinell und Klöterjahn ermittelt werden. Es handelt sich um einen heterodiegetischen, explizit dargestellten Erzähler in einer auktorialen Erzählsituation. Dies wird bei der direkten Leseransprache besonders auffällig. Zu Beginn von Kapitel VI richtet die Erzählinstanz folgende Frage an das imaginierte Publikum: „Waren wir schon so weit, daß Herr Klöterjahn in die Heimat zurückgekehrt war (T, S. 220)?“ Überdies kann man den Erzähler als einen ironischen charakterisieren, was für die Erzählstrategie von großer Bedeutung ist und worauf später noch detaillierter einzugehen ist.

Welche Informationen dem Leser zuteilwerden, wird von einem allwissenden Erzähler ausgewählt. Wie beeinflusst er also damit das Verhältnis zu den Protagonisten Spinell und Klöterjahn? Betrachtet man die Art, wie dem Leser der Schriftsteller Spinell dargestellt wird, so lässt sich konstatieren, dass der Erzähler diesen dadurch der Lächerlichkeit preisgibt, indem er seine Existenz als Künstler ad absurdum führt. Schon zu Beginn der Erzählung führt der Erzähler an, dass Spinell in Einfried „dem Herrgott die Tage stiehlt… (T, S. 211).“ Er unterstellt ihm also schlichte Faulheit, wohingegen Spinell selbst seinen Aufenthalt auf die inspirierende Einrichtung des Sanatoriums zurückführt. Dass dies den Schriftsteller aber keineswegs zur Arbeit motiviert, verrät der Erzähler im Folgenden: „[…] er [Spinell] gebrauchte sehr gern das Wort ‚arbeiten‘ für seine zweifelhaften Tätigkeiten (T, S. 232).“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Detlev Spinell und Herr Klöterjahn. Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“.: Der Text analysiert die ironische Darstellung der Protagonisten durch den auktorialen Erzähler und arbeitet heraus, wie diese Distanzierung zur kritischen Hinterfragung der Gegensätze von Kunst und bürgerlichem Leben führt.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Tristan, Erzählstrategie, Ironie, Décadence, Künstlertum, Bürgerlichkeit, Auktorialer Erzähler, Literatur der Jahrhundertwende, Detlev Spinell, Herr Klöterjahn, l'art pour l'art, Distanzierung, Literaturanalyse, Novelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Erzählweise in Thomas Manns Novelle „Tristan“ und untersucht, wie der Erzähler durch Ironie eine kritische Distanz zwischen dem Leser und den beiden Hauptfiguren schafft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung der Sphäre der Kunst vom bürgerlichen Leben sowie die Dekonstruktion des Künstlertums innerhalb der Décadence-Literatur.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Thomas Mann durch seine ironische Erzählhaltung den Leser dazu anregen möchte, den scheinbaren Antagonismus zwischen Kunst und Bürgerlichkeit zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Essay angewendet?

Der Autor nutzt eine textanalytische Vorgehensweise, indem er die Erzählinstanz, die Charakterisierungen der Figuren und die stilistischen Mittel der Novelle im Kontext literaturwissenschaftlicher Interpretationen untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Erzählinstanz und die ironische Charakterisierung von Spinell und Klöterjahn analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der symbolischen Bedeutung beider Figuren im Kontext der Décadence.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Ironisierung“, „Décadence“, „Erzählstrategie“, „Künstlertum“ und „bürgerliche Sphäre“ geprägt.

Warum ist die Distanzierung des Lesers laut dem Autor so wichtig?

Die Distanzierung verhindert, dass sich der Leser unkritisch mit den Figuren identifiziert, und macht die Figuren zu Karikaturen, die eine Reflexion über ihre jeweiligen Weltanschauungen ermöglichen.

Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung in „Tristan“ von anderen Werken Thomas Manns?

Der Autor weist darauf hin, dass in anderen Werken wie „Tonio Kröger“ die Künstlerschaft ernstzunehmender vertreten wird, während sie in „Tristan“ bewusst ironisiert und entlarvt wird.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“.
Untertitel
Detlev Spinell und Herr Klöterjahn.
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Deutsches Seminar - Abteilung für Neuere Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Proseminar: Thomas Manns Erzählungen
Note
2,0
Autor
Fabian Rink (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
5
Katalognummer
V215952
ISBN (eBook)
9783656451112
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Mann Tristan Kunst Leben Ironie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Rink (Autor:in), 2012, Zur Ironisierung von Kunst und Leben in Thomas Manns „Tristan“., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215952
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Leseprobe aus  5  Seiten
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