Die Azteken gründeten auf einer Insel im Texcoco-See ihre Hauptstadt Tenochtitlán. Je nach Literatur schwankt das Gründungsdatum von 1321 (Sommerhoff, 209) bis 1345 (Gormsen, 1994, 76). Die Stadt war durch ein Achsenkreuz in vier regelmäßige Viertel geteilt. Auch die Zahl der Einwohner ist nicht einheitlich belegt. So soll Tenochtitlán mit dem benachbarten Tlatelolco zusammen kurz vor der spanischen Eroberung von 60.000 Einwohner (Gormsen, 1994, 76) bis zu 200.000 Einwohner (Feldbauer u.a., 281; Sommerhoff, 189; Dahmann, 227) gehabt haben. Nach welcher Zahl man sich auch richten mag, die Stadt war im Vergleich mit den meisten europäischen Hauptstädten damals schon eine ausgesprochene Großstadt.
Inhaltsverzeichnis
1. Eine Stadt im Wandel - Von Tenochtitlán zu Mexiko City
2. Soziale Stadtstruktur und Stadtentwicklung:
2.1. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Oberschichtvierteln
2.2. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Mittelschichtviertel
2.3. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Unterschichtvierteln
2.4. Viertel des „sozialen“ und der Niedrigkosten-Wohnungsbaus
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung von Mexiko-Stadt von der aztekischen Gründung bis zur modernen Megastadt sowie die damit einhergehende sozialräumliche Gliederung der verschiedenen Wohnstandorte der Bevölkerungsschichten.
- Historische Evolution: Vom aztekischen Tenochtitlán zur kolonialen und modernen Megastadt
- Sozialräumliche Modelle: Ring-, zellen- und sektorenförmige Stadtstrukturen
- Segregation: Entstehung und Verlagerung von Ober-, Mittel- und Unterschichtvierteln
- Informeller Sektor: Marginalviertel und Prozesse der Landnahme
- Wohnungspolitik: Öffentlicher Wohnungsbau und städtische Upgrading-Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
Die gegenwärtige sozialräumliche Grundstruktur: das ringförmige, zellenförmige und sektorenförmige Muster und die 2 Achsen des sozialen Gefälles
Die sozialräumliche Grundstruktur ist in Mexiko City wie in ganz Lateinamerika durch drei Ordnungsprinzipien gekennzeichnet: ringförmige, sektorale und zellenförmige Strukturen. Die ringförmige Struktur im Bereich der Innenstadt hat sich in Mexiko City wie in vielen anderen lateinamerikanischen Städten heute nach und nach aufgelöst. Da allerdings die historische Substanz nach wie vor hauptsächlich diesem Muster folgt, befinden sich in einigen Innenstadtrandbereichen und deren Übergangsgebieten in Richtung Stadtrand innerstädtische Elendsgürtel. In Mexiko City zeigt sich das als Gürtel punktförmiger Hüttensiedlungen – ciudades pérdidas – der die Altstadt umgibt. Zahlen aus den 1970er Jahren geben an, dass derzeit ca. 100.000 Menschen dort lebten.
Das punktförmige Auftreten solcher Siedlungen weist bereits zellenförmige Strukturen auf. Stärker als am Innenstadtrandbereich treten solche Zellenmuster an den Rändern der Stadt auf. Hier finden sich informelle Hüttensiedlungen, Anlagen des sozialen Wohnungsbaus und Oberschichtviertel, welche nicht selten in unmittelbarer Nachbarschaft liegen.
Die sektorale Struktur wird vor allem durch Industriezonen, Eisenbahnlinien, Hauptverkehrsstraßen und die bevorzugten Ausbreitungsrichtungen der gehobenen Wohnviertel geprägt. Die Wohnstandorte der Oberschicht verlaufen häufig entlang der Boulevard- und Prachtstraßen. (Sommerhoff, 206f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine Stadt im Wandel - Von Tenochtitlán zu Mexiko City: Dieses Kapitel erläutert die städtebauliche Genese von der aztekischen Gründung über die Kolonialzeit bis hin zum Urbanisierungsschub und der Transformation zur Megastadt im 20. Jahrhundert.
2. Soziale Stadtstruktur und Stadtentwicklung:: Dieser Abschnitt analysiert die räumliche Anordnung der Bevölkerungsgruppen und die sozioökonomische Differenzierung innerhalb der Stadtgebietsstrukturen.
2.1. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Oberschichtvierteln: Hier wird der historische Standortwechsel der Oberschicht vom Zentrum hin zu prestigeträchtigen Villenvierteln am Stadtrand untersucht.
2.2. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Mittelschichtviertel: Das Kapitel betrachtet die unterrepräsentierte Wohnsituation der Mittelschicht, die zwischen den Vierteln der Ober- und Unterschicht variiert.
2.3. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Unterschichtvierteln: Dieser Teil beschreibt die Ausbreitung der traditionellen Unterschichtviertel und die Entstehung marginaler Siedlungen infolge der Stadtentwicklung.
2.4. Viertel des „sozialen“ und der Niedrigkosten-Wohnungsbaus: Das Kapitel evaluiert staatliche Wohnungsbauprogramme sowie Upgrading-Maßnahmen und deren begrenzte Wirksamkeit für die ärmeren Bevölkerungsschichten.
Schlüsselwörter
Mexiko City, Megastadt, Stadtentwicklung, Sozialstruktur, Segregation, Oberschichtviertel, Mittelschichtviertel, Unterschichtviertel, Marginalviertel, Ciudades pérdidas, Informeller Sektor, Sozialer Wohnungsbau, Urbanisierung, Landnahme, Flächenwachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der geografischen und sozialen Entwicklung von Mexiko-Stadt und analysiert, wie sich unterschiedliche Bevölkerungsschichten räumlich in der wachsenden Megastadt verteilen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die historische Stadtexpansion, die sozialräumliche Gliederung durch Ring-, Sektor- und Zellenmuster sowie die Dynamik zwischen formellem und informellem Wohnungsbau.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Transformationsprozess von einer kolonialen Hauptstadt zu einer Megastadt nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sich die Wohnstandorte der verschiedenen sozialen Klassen über die Jahrzehnte verlagert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine geographische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Publikationen, dem Studium von Stadtentwicklungsmodellen und der Auswertung von Kartenmaterial basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese der Stadt und eine detaillierte Betrachtung der Wohnviertel, unterteilt nach sozialen Kriterien wie Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht und staatlich gefördertem Wohnungsbau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Megastadt, Segregation, Marginalviertel, informeller Sektor und sozialräumliche Grundstruktur.
Warum haben sich die Wohnmuster der Oberschicht so stark vom Zentrum an den Stadtrand verlagert?
Diese Verlagerung resultierte aus der zunehmenden kommerziellen Nutzung des historischen Zentrums, steigenden Umweltbelastungen und dem Wunsch der Oberschicht nach räumlicher Distanz zu den unteren Sozialschichten, begünstigt durch die Entwicklung neuer Verkehrsachsen.
Welche Rolle spielt die informelle Besiedlung für das Wachstum der Stadt?
Die informelle Besiedlung ist ein wesentlicher Faktor für das massive Flächenwachstum, da ein Großteil der Bevölkerung aufgrund mangelnder finanzieller Möglichkeiten oder fehlender Anrechte auf dem regulären Markt keinen Zugang zu angemessenem Wohnraum findet.
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- Manuela Raser (Author), 2003, Die Entwicklung von Mexiko City zur Megastadt und die Betrachtung einzelner Wohnstandorte unterschiedlicher Bevölkerungsschichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21613