Die Historikerzunft und ihre Protagonisten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts: Lorenz von Stein


Seminararbeit, 2004

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Herkunft, Biografie, Karriere, individuelle Besonderheiten

3. Wichtigste Werke und deren Bedeutung für die Entwicklung der Geschichtswissenschaft in Deutschland

4. Gab es Aktivitäten/Engagement in der Öffentlichkeit über die wissenschaftliche Arbeit hinaus?

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit soll ein Versuch sein, die wichtigsten Werke und das Leben Lorenz von Steins kompakt darzustellen.

Da sich Lorenz von Steins Werk durch eine enorme Breite auszeichnet, kann man ihn nicht als Fachhistoriker im engeren Sinne sehen. Durch seine zahlreichen Schriften wurde Stein zu einem der Begründer der modernen Staatswissenschaften, was ihn wiederum auch für die Geschichtswissenschaft interessant macht.

Es ist es erstaunlich, wie wenig man über den Wissenschaftler Stein in der heutigen Gesellschaft weiß. Selbst die Literaturrecherche über den ersten Soziologen Deutschlands gestaltet sich zuweilen schwierig. Bis heute ist noch keine Biografie erschienen. Des Weiteren ist sich die Geschichtsschreibung bei einigen Daten und Orten nicht einig.

2. Herkunft, Biografie, Karriere, individuelle Besonderheiten

Lorenz von Stein wurde am 15. November 1815 in Eckernförde im Herzogtum Schleswig geboren. Als Sohn einer Soldatenwitwe und des dänischen Offiziers Lorenz von Wasner wuchs er in beengten Verhältnissen einer Militärerziehungsanstalt auf und besuchte das Gymnasium in Flensburg.

1835 nahm er an der Universität in Kiel sein Jura- und Philosophiestudium auf. 1837 zog es ihn nach Jena. Nach absolviertem Studium ging Stein 1839 vorübergehend nach Dänemark, wo er in der schleswig-holsteinischen Kanzlei in Kopenhagen eine Anstellung erhielt. 1840 promovierte er in Berlin zum Doctor der Rechte.

1841-42 folgten weitere Reisen nach Berlin und Frankreich. Ein Stipendium des dänischen Königs ermöglichte Stein von Oktober 1841 bis März 1843 einen Studienaufenthalt in Paris. Sein mehrjähriger Aufenthalt, um dort die Geschichte des französischen Rechts zu erforschen, brachte ihn in Kontakt zu Vertretern des französischen Sozialismus (Louis Blanc, Etienne Cabet, Louis Reybaud u.a.)

Auf Grund seines Verkehrs mit den Sozialisten entstand 1842 sein erstes wissenschaftliches Werk: „Der Socialismus und Communismus des heutigen Frankreichs. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte“, das zu seinem bedeutendsten Werk werden sollte.

Seit 1843 war er als Dozent in Kiel tätig und wurde dort im Jahre 1846 zum außerordentlichen Professor der Staatswissenschaften ernannt.

In Kiel war Stein 1848 aktiv am Freiheitskampf seiner Heimat Schleswig beteiligt und setzte sich für die Selbstständigkeit der Herzogtümer ein.[1] Im Jahre 1850[2] oder 1852[3], als die dänische Herrschaft in den Herzogtümern wieder hergestellt war, wurde er auf Grund dieses Einsatzes von der dänischen Regierung amtsenthoben.

Nach seiner Amtsenthebung blieb Stein in der Hoffnung eine neue Anstellung an einer anderen Universität zu finden dennoch in Kiel. Um 1854 verlässt er seine Heimat Norddeutschland, um in München vorübergehend in der Redaktion der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ zu arbeiten. Als mit einer fehlgeschlagenen Berufung nach Würzburg die Versuche eine neue Anstellung in Deutschland zu erhalten scheiterten, begab er sich nach Österreich.

Durch Vermittlung des österreichischen Finanzministers Karl Ludwig von Bruck wurde Stein 1855 zum Professor der Nationalökonomie an die Universität Wien berufen. Bis zu seinem Ruhestand – hier ist sich die Geschichtsschreibung uneinig – 1885[4] oder 1888[5] ging er dieser Tätigkeit nach.

Eine Zeit lang arbeitete er an der Universität mit Bruck zusammen, des Weiteren beteiligte er sich bis zu seinem Tod auch selbst im Eisenbahn- und Aktiengesellschaftswesen.

Am 23. September 1890 starb der 75jährige auf seinem Landsitz in Weidlingau bei Wien.

[...]


[1] Siehe dazu auch Kapitel 4 dieser Arbeit.

[2] von Inama-Sternegg, Karl-Theodor: Lorenz von Stein. In: Allgemeine Deutsche Biographie. 35. Band. Hrsg. durch die historische Commission bei der königlichen Akademie der Wissenschaften. Leipzig: Verlag von Dunder & Humblot 1893. S. 661-666.

[3] Franz, Günther: Stein, Lorenz. In: Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. Dritter Band: S-Z. Begründet von Hellmuth Rössler und Günther Franz. 2., völlig neubearbeitete und stark erweiterte Auflage. München: Francke Verlag 1975. S. 2760-2767.

[4] Ebd.

[5] von Inama-Sternegg, Karl-Theodor: Lorenz von Stein. In: Allgemeine Deutsche Biographie. 35. Band. Hrsg. durch die historische Commission bei der königlichen Akademie der Wissenschaften. Leipzig: Verlag von Dunder & Humblot 1893. S. 661-666.

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Details

Titel
Die Historikerzunft und ihre Protagonisten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts: Lorenz von Stein
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Neuere Geschichte II)
Veranstaltung
Grundseminar: Vom Relikt zur Quelle – Bilder und Lieder als Quellen der Geschichtsforschung
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V21641
ISBN (eBook)
9783638252102
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Historikerzunft, Protagonisten, Ende, Jahrhunderts, Lorenz, Stein, Grundseminar, Relikt, Quelle, Bilder, Lieder, Quellen, Geschichtsforschung
Arbeit zitieren
Katrin Reichwein (Autor), 2004, Die Historikerzunft und ihre Protagonisten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts: Lorenz von Stein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21641

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