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Der US-Journalismus nach dem 11. September 2001 am Beispiel des amerikanischen Fernsehens

Title: Der US-Journalismus nach dem 11. September 2001 am Beispiel des amerikanischen Fernsehens

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Petra Sander (Author)

Communications - Media History
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Als am 11.September 2001 entführte Flugzeuge in das World Trade Center und das Pentagon rasten, stand nicht nur Amerika unter Schock. Auf der ganzen Welt verfolgten Menschen Direkt-Übertragungen der Katastrophen-Bilder. Selten war ein Ereignis derart medial präsent. Nach der ersten Explosion strömten hunderte Fotografen und Kameraleute zum Ort des Geschehens, Journalisten kauften Touristen auf der Straße ihre Videokameras ab. Die zweite Explosion nur 18 Minuten später wurde bereits aus zahlreichen Blickwinkeln abgelichtet. CNN zahlte für die besten Bilder des zweiten Einschlags 50.000 US-Dollar. Kabelsender und Radiostationen, die keine eigene Nachrichtenredaktion hatten, übernahmen die Aufnahmen von CNN oder CBS. Da die großen Fernsehsender und Nachrichtenmagazine in New York ihre Zentralen haben, mussten Notpläne entwickelt werden. So wurden zum Beispiel die Mitarbeiter des Wall Street Journal aus ihrem Gebäude gegenüber dem World Trade Center evakuiert.

Drei Wochen nach den Anschlägen erklärte die US-Regierung den „Krieg gegen den Terrorismus“. Auch in den Medien entwickelte sich eine patriotische Haltung. In vielen Nachrichtenstudios hing die amerikanische Flagge im Hintergrund, manche Moderatoren steckten sich stars-and-stripes-Buttons ans Revers. Mehrere Verordnungen der Regierung zum Schutz der nationalen Sicherheit tangierten auch die Medien in ihrer freien Berichterstattung. So durften nur ausgewählte Journalisten über den Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan berichten. Jeder Beitrag wurde zudem vor der Ausstrahlung vom Verteidigungsministerium überprüft.

In dieser Arbeit möchte ich darstellen, wie sich die Berichterstattung in den US-Medien nach dem 11.September 2001 verändert hat. Dabei werde ich sowohl auf Restriktionen seitens der Regierung, als auch auf die Selbstzensur der Medien und den Interessenwandel in der Gesellschaft eingehen. Zur Verdeutlichung programmatischer Veränderungen beim USamerikanischen Fernsehen stelle ich eine Studie des Project for Excellence in Journalism vor, in der die Morgen- und Abendnachrichten der Sender NBC, CBN und ABC untersucht werden. In Kapitel 5 werden Reaktionen und Veränderungen im Journalismus im Allgemeinen dargestellt und an konkreten Beispielen festgemacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Networks in den Vereinigten Staaten – Ein kurzer Überblick

3. Die Zeit vor den Terroranschlägen

3.1. Die Nachrichten der Networks

3.2. Akzeptanz der Medien in der Öffentlichkeit

3.3. Die Pressefreiheit: Verhältnis zwischen Journalismus und Staat

4. Die Zeit nach den Terroranschlägen

4.1. Die Nachrichten der Networks

4.2. Der Stimmungswandel in der Bevölkerung

4.3. Einschränkung der Pressefreiheit als Folge staatlicher Maßnahmen

5. Die Reaktion der Journalisten

5.1. Selbstzensur und Patriotismus

5.2. Kampf um die Pressefreiheit

6. Fazit / Ausblick

7. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel der Berichterstattung im US-amerikanischen Fernsehen infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, wie staatliche Restriktionen, der gesellschaftliche Interessenwandel sowie eine ausgeprägte Selbstzensur innerhalb der Medien die journalistische Unabhängigkeit und Objektivität maßgeblich beeinflussten.

  • Veränderung der Nachrichtenagenda bei den großen US-Networks (NBC, CBS, ABC).
  • Wechselverhältnis zwischen nationalem Patriotismus und journalistischer Distanz.
  • Staatliche Eingriffe in die Presse- und Informationsfreiheit (z.B. durch Patriot Act).
  • Die Rolle der Medien als Orientierungssystem in gesellschaftlichen Krisenzeiten.
  • Zusammenhang zwischen Medienkonsum und politischem Stimmungsbild in den USA.

Auszug aus dem Buch

Die Zeit nach den Terroranschlägen

„Nach den chaotischen Live-Schaltungen und Berichterstattungen des ersten Tages war nichts mehr wie zuvor“, wurde nach dem 11.September der CNN-Moderator Garrick Utley im Bonner General-Anzeiger zitiert. In den Nachrichtenshows der Sender ABC, CBS und NBC wurden so viele „hard news“ gesendet wie zuletzt vor 30 Jahren, stellte das Project of Excellence in Journalism fest. Die thematische Diät sei plötzlich alten Werten gewichen. Acht von zehn Beiträgen behandelten Regierung, nationale und internationale Angelegenheiten. In den Morgen-Nachrichten lag der Anteil im Juni bei sieben, im Oktober dagegen bei 58 Prozent. Lifestyle wurde fast gar nicht mehr behandelt. Die Berichte gingen von rund 20 auf ein Prozent zurück. Unterhaltungs-Berühmtheiten verschwanden komplett aus den Nachrichtensendungen. Die einzigen Themen neben hard news, für die mehr Zeit verwendet wurde, waren Forschung und Technologie (Anstieg von 4,2 auf 10,9 Prozent). Das Project for Excellence in Journalism führt diese Entwicklung auf das verstärkte Interesse für ABC-Waffen zurück. Die drei Networks unterschieden sich in der Themenwahl untereinander. So hatten die CBS Abendnachrichten auch nach dem 11.September mit 86 Prozent den höchsten Anteil an hard news. Auf ABC lag dieser bei 76 und auf NBC bei 79 Prozent.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unmittelbare Wirkung der Terroranschläge auf die US-Medienlandschaft und definiert die Zielsetzung, den Wandel der Berichterstattung hinsichtlich staatlicher Restriktionen und Selbstzensur zu analysieren.

2. Die Networks in den Vereinigten Staaten – Ein kurzer Überblick: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung und Regulierung der großen privaten US-Fernsehnetworks sowie deren wirtschaftliche Finanzierungsstruktur durch Werbung.

3. Die Zeit vor den Terroranschlägen: Der Abschnitt beschreibt den Fokus auf Lifestyle- und Unterhaltungsformate (Infotainment) vor September 2001, die geringe Glaubwürdigkeit der Medien bei der Bevölkerung und das rechtliche Verhältnis zwischen Staat und Journalismus.

4. Die Zeit nach den Terroranschlägen: Hier wird die massive Rückkehr zu politischer Berichterstattung analysiert, der Stimmungswandel in der Bevölkerung dokumentiert und die zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit durch staatliche Sicherheitsmaßnahmen dargelegt.

5. Die Reaktion der Journalisten: Dieses Kapitel thematisiert die patriotische Haltung der Medien, die praktizierte Selbstzensur gegenüber der Regierung sowie den Widerstand von Journalistenorganisationen zur Wahrung der Pressefreiheit.

6. Fazit / Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Medien ihre Rolle als neutrales Orientierungssystem in der Krise verloren und sich erst zeitversetzt wieder einer kritischen journalistischen Distanz annäherten.

7. Literatur: Das Kapitel listet die verwendeten Quellen, Internetressourcen und empirischen Studien auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

US-Journalismus, 11. September 2001, Nachrichtensender, Berichterstattung, Patriotismus, Selbstzensur, Pressefreiheit, Regierungsrestriktionen, USA, Medienwandel, Fernsehnetworks, Terrorbekämpfung, Informationsfreiheit, hard news, Project for Excellence in Journalism.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Veränderungen des US-amerikanischen Fernsehjournalismus direkt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und untersucht die Interaktion zwischen Medien, Staat und öffentlicher Meinung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Schwerpunkte sind die inhaltliche Neuausrichtung der Nachrichtensendungen, der Konflikt zwischen patriotischem Empfinden und journalistischer Distanz sowie die rechtlichen Einschränkungen der Pressefreiheit durch die US-Regierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie äußere politische Zwänge und ein innerer patriotischer Druck zu einer massiven Veränderung der Nachrichtenqualität und zu einer zeitweiligen Aufgabe der journalistischen Unabhängigkeit führten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Auswertung von Studien, insbesondere der Daten des "Project for Excellence in Journalism", sowie der Analyse von Berichterstattungsmustern und Umfrageergebnissen verschiedener Institute.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Vor- und Nach-Anschlags-Situationen der Networks NBC, CBS und ABC kontrastiert, die Verschärfung von Sicherheitsgesetzen (wie dem Patriot Act) erläutert und die spezifischen Reaktionen von Journalisten auf den staatlichen Druck diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie US-Journalismus, Patriotismus, Selbstzensur, Pressefreiheit und Medienwandel nach dem 11. September beschreiben.

Wie reagierten US-Fernsehsender konkret auf die Forderung nach mehr Patriotismus?

Viele Sender passten ihre Abmoderationen an, zeigten patriotische Symbole und vermieden eine kritische Distanz zur offiziellen Regierungslinie, wobei interne Kontrollmechanismen oder gar der Druck von Werbekunden bei Abweichungen zum Tragen kamen.

Welche Rolle spielte das Project for Excellence in Journalism für diese Untersuchung?

Die Studie des Projekts diente als empirische Basis, um durch den Vergleich von Nachrichteninhalten vor und nach den Anschlägen (insbesondere hinsichtlich "hard news" vs. Lifestyle) den Wandel der Sendeformate quantitativ zu belegen.

Warum wird im Buch von einer "Selbstzensur" der Journalisten gesprochen?

Der Begriff beschreibt den freiwilligen Verzicht von Redaktionen und Moderatoren auf kritische Fragen oder unangenehme Berichterstattung, um den nationalen Konsens nicht zu gefährden und dem empfundenen gesellschaftlichen Druck zu entsprechen.

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Details

Title
Der US-Journalismus nach dem 11. September 2001 am Beispiel des amerikanischen Fernsehens
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Petra Sander (Author)
Publication Year
2003
Pages
35
Catalog Number
V21644
ISBN (eBook)
9783638252126
Language
German
Tags
US-Journalismus September Beispiel Fernsehens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Sander (Author), 2003, Der US-Journalismus nach dem 11. September 2001 am Beispiel des amerikanischen Fernsehens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21644
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