[...] Die Bestimmungen
enthalten „quantitative Grenzwerte, die in einem jeweils durch Landesrecht verordneten
Anerkennungsverfahren zur Anwendung kommen und für die Ein- und Höherstufung im
hierarchischen System deutscher Heilbäder und Kurorte angewandt werden.“3 Neben diesen
prädikatisierten Heilbädern und Kurorten gibt es etwa 1400 Luftkurorte und eine unbekannte
Zahl an Erholungsorten.4 Die traditionellen Kurorte befinden sich jedoch seit mehreren Jahren in einer wirtschaftlichen
Krise. Demographische Zwänge, unabhängig davon welche Regierung an der Macht ist,
führen dazu, dass die Verantwortung für die eigene Gesundheit immer mehr auf den einzelnen
Menschen übergeht. Somit wird das staatlich gelenkte Gesundheitswesen in Heilanstalten wie
Kurorten und Kliniken zunehmend ergänzt durch ein privatwirtschaftlich finanziertes und
organisiertes Gesundheitsangebot. Dieses Angebot hat vor allem den Charakter der
Freiwilligkeit, der Freude am eigenen Körper und seiner Gesundheit, aber auch den Charakter
modischer Strömungen im Bereich von Therapie und Freizeitgestaltung. Schlagworte wie
Wellness, Fitness und Beauty gewinnen in diesem Zusammenhang immer mehr an
Bedeutung. Dieses Marksegment wird wohl auch in der Zukunft weiter wachsen und nicht nur
von den traditionellen Kurorten ausgeschöpft werden. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass
einzelne Hotels, neu errichtete Kurorte und prospektiv konzipierte Leistungsträger mit
Angeboten in den Markt dringen, die sich an ganz neue Zielgruppen richten. 5 Ziel dieser Arbeit ist es, die neuen Formen des Gesundheitstourismus darzustellen und dabei
Chancen und Risiken für traditionelle Kurorte herauszuarbeiten.
In Kapitel 2 wird daher zuerst der Begriff „Kur“ näher erläutert sowie die Auswirkungen der
Gesundheitsreformen auf die wirtschaftliche Situation der Kurbetriebe. Im 3. Teil der Arbeit
wird der Gesundheitstourismus in bezug auf Anbieter, Nachfrager und Marktpotential
dargelegt. Im abschließenden 4. Kapitel werden dann die Erkenntnisse aus dem 3. Teil auf die
Situation in den Heilbädern und Kurorten übertragen.
3 Stadtfeld, F.: Europäische Kurorte, 1993, S. 60.
4 Vgl.: Wilms -Kegel, H.: Heilbäder und Kurorte in Zahlen 1999, in: Heilbad und Kurort, 10/00, S. 238.
5 Vgl.: Illing, K.-T.: Der Neue Gesundheitstourismus, 1999, Vorwort.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Kur
- Begriffsbestimmung
- Formen der Kur
- Ambulante Vorsorge- oder Rehabilitationskur
- Stationäre Vorsorge- oder Rehabilitationskur
- Mütterkuren und Mutter-Kind-Kuren
- Kompaktkur
- Das Kurwesen in Zahlen
- Gesundheitsreformen
- Auswirkungen der Gesundheitsreformen
- Gesundheitstourismus
- Begriffsbestimmung
- Gesundheitstourismus in Deutschland
- Dienstleister im Gesundheitstourismus
- Hotellerie
- Schönheitsfarmen und vergleichbare Unternehmen
- Bäder mit Gesundheitsanspruch
- Gesundheitszentren mit therapeutischer Spezialisierung
- Reiseveranstalter
- Zielgruppen im Gesundheitstourismus
- Konsequenzen für touristische Gesundheitsanbieter
- Der Kurort der Zukunft
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit den neuen Formen des Gesundheitstourismus und analysiert Chancen und Risiken für traditionelle Kurorte. Sie beleuchtet die Entwicklung des Kurwesens im Kontext der Gesundheitsreformen und die wachsende Bedeutung des Gesundheitstourismus.
- Begriffsbestimmung und Entwicklung der Kur
- Auswirkungen der Gesundheitsreformen auf das Kurwesen
- Definition und Entwicklung des Gesundheitstourismus
- Anbieter und Zielgruppen im Gesundheitstourismus
- Zukünftige Entwicklung von Kurorten im Wandel
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2: Die Kur
Dieses Kapitel erklärt den Begriff "Kur" und seine Bedeutung im Gesundheitswesen. Es stellt die verschiedenen Formen der Kur vor, von der ambulanten Vorsorge- oder Rehabilitationskur bis zur stationären Mutter-Kind-Kur. Außerdem wird die Bedeutung des Kurwesens in Zahlen beleuchtet und die Auswirkungen der Gesundheitsreformen auf die wirtschaftliche Situation der Kurbetriebe diskutiert.
Kapitel 3: Gesundheitstourismus
Kapitel 3 widmet sich dem Thema des Gesundheitstourismus. Es definiert den Begriff und beleuchtet die Entwicklung des Gesundheitstourismus in Deutschland. Die Kapitel analysiert die verschiedenen Dienstleister und Zielgruppen im Gesundheitstourismus und untersucht die Folgen für touristische Gesundheitsanbieter.
Kapitel 4: Der Kurort der Zukunft
Der letzte Abschnitt der Arbeit analysiert die Erkenntnisse aus Kapitel 3 und überträgt sie auf die Situation in den Heilbädern und Kurorten. Es werden mögliche Herausforderungen und Chancen für traditionelle Kurorte im Kontext des Gesundheitstourismus beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Kurwesen, Gesundheitstourismus, traditionelle Kurorte, Gesundheitsreformen, Anbieter im Gesundheitstourismus, Zielgruppen im Gesundheitstourismus, Chancen und Risiken, Zukunft des Kurwesens.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Kur und Wellness?
Eine Kur ist eine medizinisch notwendige Maßnahme zur Vorsorge oder Rehabilitation, oft staatlich gelenkt. Wellness hingegen ist ein privat finanziertes Angebot, das auf Freiwilligkeit, Genuss und allgemeinem Wohlbefinden basiert.
Wie haben die Gesundheitsreformen das Kurwesen beeinflusst?
Die Reformen führten zu drastischen Kürzungen bei den Genehmigungen von Kuren, was viele traditionelle Kurorte in eine wirtschaftliche Krise stürzte und sie zwang, neue Geschäftsfelder zu suchen.
Was versteht man unter Gesundheitstourismus?
Gesundheitstourismus umfasst alle Reisen, bei denen die Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit im Vordergrund steht, von medizinischen Behandlungen bis hin zu Fitness- und Entspannungsurlauben.
Welche Chancen bietet der Trend zu Wellness für traditionelle Kurorte?
Kurorte können ihre medizinische Kompetenz mit modernen Wellness-Angeboten kombinieren, um neue, zahlungskräftige Zielgruppen anzusprechen, die präventiv in ihre Gesundheit investieren.
Welche Risiken bestehen für Heilbäder im Wettbewerb?
Das Risiko liegt darin, den Anschluss an moderne Lifestyle-Trends zu verlieren oder von spezialisierten Wellness-Hotels und neuen, prospektiv konzipierten Anbietern verdrängt zu werden.
- Quote paper
- Simone Nitsche (Author), 2001, Alternativen zur klassischen Kur - Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21656