Workflowmanagementsysteme spielen heutzutage nicht nur wegen der immer höheren Integration in ERP (Enterprise Resource Planning) Systeme wie SAP eine wichtige Rolle, vielmehr führen umfangreiche Geschäftsrestrukturierungsmaßnahmen zur Senkung der Kosten der jeweiligen Unternehmensprozesse zu der Notwendigkeit, Prozesse beschreiben zu können. Durch die Beschreibungen werden Prozesse transparenter und es kann versucht werden, sie zu optimieren und standardisieren. Das Business Process (Re- )Engineering versucht, diese Ideen umzusetzen. Ein Workflow beschreibt dabei die Aktivitäten von Geschäftsvorfällen auf der konzeptuellen Ebene, dies ist die Basis für das Optimieren und analysieren. Dabei haben sich verschiedene Systeme und Techniken entwickelt, die sowohl in Produktivbetrieb die einzelnen Arbeitsprozesse unterstützen, als auch bei der Planung und der Optimierung von diesen Prozessen helfen. Diese Arbeit soll einen speziellen Aspekt von Arbeitsprozessen untersuchen, nämlich immer wiederkehrende Muster in den Prozessen, die in Standards zur Modellierung als auch in Softwareprodukten abgebildet werden können: die sogenannten Workflow Patterns.
Inhaltsverzeichnis
1. Einfuhrung und Motivation
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Definitionen
1.3 Zielsetzung von Workflowmanagement
1.4 Kritik an aktuellen Systemen
2. Workflow Patterns
2.1 Kurzubersicht Workflow Patterns
2.1.1 Pattern 1: Sequenz
2.1.2 Pattern 2: Paralleler Split
2.1.3 Pattern 3: Synchronisation
2.1.4 Pattern 4: Exklusive Wahl
2.1.5 Pattern 5: Einfacher Merge
2.1.6 Pattern 6: Multi-Choice
2.1.7 Pattern 7: Synchronisierender Merge
2.1.8 Pattern 8:Multi-Merge
2.1.9 Pattern 9: Diskriminator
2.1.10 Pattern 10: Arbitr¨are Kreise
2.1.11 Pattern 11:Implizite Terminierung
2.1.12 Pattern 12: Multiple Instanzen ohne Synchronisierung
2.1.13 Pattern 13: Multiple Instanzen mit a Priori Design Time Knowledge
2.1.14 Pattern 14: Multiple Instanzen mit a Priori Runtime Knowledge
2.1.15 Pattern 15: Multiple Instanzen ohne a Priori Runtime Knowledge
2.1.16 Pattern 16: Deferred Choice
2.1.17 Pattern 17: Interleaved Paralleles Routing
2.1.18 Pattern 18: Meilenstein
2.1.19 Pattern 19: Abbruch einer Aktivit¨at
2.1.20 Pattern 20: Abbruch eines Falles
2.2 Wozu Workflow-Patterns?
3. Anwendung
3.1 UML zur Modellierung von Gesch¨aftsprozessen
3.1.1 Evaluation
3.1.2 Fazit
3.2 KMDL 1.0
3.2.1 Evaluation
3.2.2 Fazit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Workflow-Muster (Workflow Patterns) als Kategorisierungswerkzeug für Workflowmanagementsysteme zu untersuchen und deren Anwendbarkeit in Modellierungssprachen wie UML und KMDL zu bewerten.
- Grundlagen und Definitionen des Workflowmanagements
- Einführung in die 20 zentralen Workflow Patterns
- Analyse von UML 2.0 hinsichtlich der Abbildung dieser Muster
- Evaluation der KMDL 1.0 für wissensintensive Geschäftsprozesse
- Diskussion zur Bedeutung von Mustern in modernen IT-Umgebungen
Auszug aus dem Buch
2.1.4 Pattern 4: Exklusive Wahl
Ein Knoten in einem Workflow-Prozess, an dem einer von mehreren Pfaden gewählt wird.
Synonyme: XOR-Split, switch, selection.
Beispiel: Wenn der Mitarbeiter für den Kaffeeautomaten lediglich 60 Cent hat, steht er vor der Wahl entweder einen Kakao für 60 Cent zu kaufen oder aber einen Kaffee, wenn er etwas trinken will.
Typ: Basiskontrollflussmuster
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einfuhrung und Motivation: Vermittelt grundlegende Begriffe des Workflowmanagements und motiviert die Notwendigkeit einer vergleichenden Analyse durch Workflow-Muster.
2. Workflow Patterns: Stellt die 20 von van der Aalst et al. definierten Workflow-Muster vor und erläutert deren Kategorisierung.
3. Anwendung: Analysiert exemplarisch die Eignung von UML und KMDL zur Modellierung dieser Muster in verschiedenen Prozesskontexten.
4. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die zukünftige Relevanz von Workflow-Mustern in ERP- und Wissensmanagement-Systemen.
Schlüsselwörter
Workflowmanagement, Workflow Patterns, Prozessmodellierung, Geschäftsprozesse, UML, KMDL, Kontrollfluss, Wissensmanagement, Workflowmanagementsysteme, Standardisierung, Prozessanalyse, Modellierungssprachen, Workflow Engines.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht wiederkehrende Muster in Geschäftsprozessen, sogenannte Workflow Patterns, und analysiert, wie diese in bestehenden Modellierungssprachen abgebildet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernpunkten gehören die Definition von Workflows, die systematische Darstellung von 20 Workflow Patterns sowie die praktische Evaluation von UML und KMDL als Modellierungstools.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Workflow-Muster als Standard zur Kategorisierung und Vergleichbarkeit von Workflowmanagementsystemen und Prozesssprachen nutzbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, die bestehende Konzepte zusammenführt und durch eine beispielhafte Evaluation mittels UML und KMDL in der Praxis erprobt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der 20 Workflow-Muster und die anschließende kritische Prüfung der UML-Diagrammtypen sowie der KMDL 1.0 zur Abbildung dieser Muster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Workflowmanagement, Workflow Patterns, Prozessmodellierung, Geschäftsprozesse, UML, KMDL, Kontrollfluss und Wissensmanagement.
Warum schneidet KMDL bei der Analyse der Workflow-Muster schlechter ab als UML?
Die KMDL ist auf wissensintensive Prozesse spezialisiert und legt den Fokus auf Wissensflüsse statt auf den klassischen Kontrollfluss, wodurch viele der rein kontrollflussorientierten Muster nicht direkt abbildbar sind.
Welche Bedeutung haben Workflow-Muster für die heutige ERP-Landschaft?
Trotz des Trends zur Integration in ERP-Systeme bleiben Workflow-Muster ein wichtiges Instrument, um die Qualität von Prozessanalysen zu verbessern und eine formale Vergleichbarkeit von Lösungen zu ermöglichen.
- Quote paper
- Mathias Uslar (Author), 2004, Workflow Patterns - ein Überblick und Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21661