Was macht den Bond zum Bond?


Seminararbeit, 2002

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. James Bond in Ian Flemings Büchern

3. Die Bond – Darsteller
3.1 Der Ur-Bond: Sean Connery
3.2 Ein kurzes Zwischenspiel: George Lazenby
3.3 Der „britische“ Bond: Roger Moore
3.4 Der Lückenbüßer: Timothy Dalton
3.5 Der Roman-Bond: Pierce Brosnan

4. Die Filmgestalt James Bond im Wandel der Zeit

5. Fazit: Was macht den Bond zum Bond?

1. Einleitung

Albert Broccoli und Harry Salzmann fingen 1961 an, eine Romanfigur von 1961 zu verfilmen, mit der Ian Fleming schon Weltruhm erlangt hatte. Im Laufe von 40 Jahren und 19 Filmen haben fünf Schauspieler den berühmtesten Agenten der Welt auf der Leinwand dargestellt, und alle wurden als James Bond von den Zuschauern wahrgenommen. Diese Arbeit will die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Romanfigur einerseits und der Filmfigur andererseits sowie in den verschiedenen Interpretationen der Schauspielern aufzeigen, und gleichzeitig ein Erklärungsversuch sein, wieso es sich um eine einzige Gestalt handelt.

Dazu werde ich mich auf Auszüge aus den Romanen und Paratexte zu den Filmen, Biographien der Schauspieler sowie auf Literatur zum Thema Gender- Forschung stützen. Literatur zu diesem speziellen Thema habe ich während meiner Recherche nicht gefunden.

2. James Bond in Ian Flemings Romanen

In der Zeit, als Ian Fleming beginnt, seine berühmtesten Romane zu veröffentlichen, ist das britische Reich gerade im Zerfall begriffen, die Kolonien verlangen ihre Unabhängigkeit. Großbritannien verliert seinen Status als Weltmacht, und genau in dieser Zeit erschafft Fleming einen Helden, der das Selbstbewußtsein der Briten wieder stärkt: James Bond. Er, ein Brite, ein Einzelgänger, muss immer wieder eingreifen um die Welt vor allem Übel zu beschützen.

Die wenigen Einzelheiten über die Lebensgeschichte erfährt der Leser aus dem Roman „You Only Live Twice“, aus einem fingierten Nachruf, die M, Bonds Vorgesetzter, in der „Times“ veröffentlicht[1].

Bond ist der Sohn eines schottischen Vater, und einer Schweizer Mutter. Der diplomatischen Karriere seines Vaters und den daraus folgenden Auslandsaufenthalten verdankt James Bond seine exzellenten Deutsch und Französischkenntnisse. Im Alter von elf Jahren verliert er seine Eltern bei einem Bergunfall und James bleibt in der Obhut einer Tante, die ihn im Alter von dreizehn Jahren aus Eton nach Fettes, der alten Schule seines Vaters, versetzten muß.

1941, mit neunzehn Jahren, tritt er in die Armee ein, wo er zu Ende des Krieges den Rang eines Commanders bekleidet; nach Ende des Krieges tritt er in den MI6 ein. Da verleiht man ihm auch die berühmteste Nummer der Welt: 007, die Doppelnull ist ein Zeichen, dass er die Lizenz zum Töten besitzt.

Sein genaues Alter ist nicht bekannt, man schätzt ihn auf Mitte bis Ende Dreissig. Dafür kennt sein Gegenspieler aus „From Russia With Love“[2], General Nikitin, seine körperlichen Merkmale um so besser : 1,83 m, 76 kg, blaue Augen und schwarze Haare, ein athletisches Äußeres. Eine 7 Zentimeter langen Narbe im Gesicht taucht bald auf seiner rechten[3], bald auf seiner linken[4] Wange auf.

Auch die Stärken und Schwächen seines Helden hat Ian Fleming auf diesen Seiten zusammengefaßt: Bond ist ein exzellenter Schütze, Boxer, Messerwerfer, seine Schwächen sind der Alkohol, den er aber nicht im Übermaß zu sich nimmt, und die Frauen. Diese sind alle von ihm hingerissen, obwohl er immer verschlossen, gefährlich, ja fast roh zu sein scheint[5]. Bond selbst ist ständig bemüht, dieser Versuchung nicht zu erliegen, und hat nie Sex[6].

Nur eine Frau kann sein Herz wirklich erobern, Teresa „Tracy“ Draco, Contesa de Vincenzo[7], doch Fleming läßt sie kurz nach der Hochzeit sterben, um Bonds Image als einsamer Wolf nicht zu gefährden.

Ian Flemings Held erfüllt seine Aufgabe im Dienste Ihrer Majestät, stets treu und loyal, uneigennützig. Selbst seine Feinde müssen dies anerkennen: „Not thought to accept bribes[8] “ sagt ein Bericht des russischen Geheimdienstes über ihn aus.

James Bond ist, vor allem in den ersten Romanen, eine typische Gestalt des Kalten Krieges, „ein einsamer Wolf“[9], der dank seines Status operieren kann, ohne das labile Gleichgewicht zwischen den Weltmächten zu stören. Er ist sehr britisch in seiner Art zu handeln, ‚gentlemanlike‘ und ‚fair-playing‘, kein kalter Killer, sondern ein Agent, der auch töten muss, um seine Mission zu erfüllen[10].

Fleming selbst hat seinen Helden, der ihm zu Weltruhm und großen Reichtum verhalf, nie ganz ernst genommen: „If one has a grain of intelligence it is difficult to be going serious about a character like James Bond“[11].

3. Die Bond – Darsteller

Nach einigen mißglückten Versuchen, Ian Flemings Romane zu verfilmen, erwerben die Produzenten Albert „Cubby“ Broccoli und Harry Saltzman die Filmrechte und bringen James Bond auf die Leinwand. Im Laufe der letzten 40 Jahren haben sie fünf Schauspieler dazu verpflichtet, die Rolle des berühmtesten aller Geheimagenten zu spielen, und jeder hat auch einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit mit eingebracht.

3.1 Der Ur – Bond: Sean Connery

Der Erste, der die Ehre hatte, James Bond auf der Leinwand zu verkörpern, war der Schotte Sean Thomas Connery. Trotzdem er als Schauspieler nur wenig bekannt war, setzte sich gegen etablierte Schauspieler wie Cary Grant und Roger Moore durch, und auch Ian Fleming war mit Broccolis Wahl nicht zufrieden[12]. Doch der Erfolg beim Publikum gab dem Produzenten recht. Wie kein anderer seiner Nachfolger prägte er diese Gestalt, er wird von den Bond Fans als der ‘Ur – Bond’ betrachtet.

Nach fünf Filmen ist er es müde, andauernd mit Bond identifiziert zu werden und verkündet, dass er nie wieder in die Rolle schlüpfen will, doch er wird sein Wort zweimal brechen: für „Diamonds Are Forever“ und „Never Say Never Again“ (die Idee zu dem Titel gehörte seiner Frau Michelle, sie spielt darauf an, das Sean Connery immer wieder gesagt hatte, die Rolle nie wieder übernehmen zu wollen).

3.2 Ein kurzes Zwischenspiel: George Lazenby

Nachdem Sean Connery schon während den Dreharbeiten zu „You Only Live Twice“ bekanntgegeben hatte, dass dies sein letzter Bond - Film sein wird, beginnt eine fieberhafte Suche nach einem neuen Darsteller. Ausgewählt wurde der Australier George Lazenby von den Bond - Fans, die darüber abstimmen durften, wer Connerys Nachfolge antreten durfte. Ausschlaggebend dafür war die Ähnlichkeit mit seinem Vorgänger sowie seine Fähigkeit, Kampfszenen realistisch darzustellen[13].

[...]


[1] Vgl. Last, 2002 : James Bond Obituary

[2] Vgl. Fleming, 1972: From Russia With Love, S. 58

[3] Vgl. Fleming, 1972: From Russia, With Love, S. 58

[4] Vgl. Fleming, 1972: The Spy Who Loved Me, S. 136

[5] Vgl. Fleming, 1972: The Spy Who Loved Me, S. 144

[6] Vgl. Miller, 2001: James Bond’s Penis S. 246

[7] Vgl. Last, 2001: James Bond Obituary

[8] Fleming, 1972: From Russia, With Love, S. 58

[9] Fleming, 1972: From Russia, With Love, S. 56

[10] The Politics of James Bond, S. 105

[11] Lycett, 1995: „Ian Fleming“ zitiert in Chapman, 2000 „Licence to thrill“, S. 2

[12] Vgl. Last, 2002: Sean Connery Biography

[13] Vgl. Last, 2002: George Lazenby

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Was macht den Bond zum Bond?
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Theater-, Film- und Fernsehwisenschaft)
Veranstaltung
James-Bond-Lektüren
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V21673
ISBN (eBook)
9783638252348
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Darstellungen von James Bond und warum er trotzdem als eine einheitliche Gestalt wahrgenommen wird
Schlagworte
Bond, James-Bond-Lektüren, james bond
Arbeit zitieren
Hilke Dahinten (Autor), 2002, Was macht den Bond zum Bond?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21673

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