“Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.”
Sokrates (griechischer Philosoph, 470- 399 v. Chr.)
(http://www.wartbergschule.de/themen/think.htm)
So sah Sokrates damals die Jugend aber auch heutzutage hört man solche, oder ähnliche Sätze über unsere Jugend. Die Jugendzeit ist wohl der aufregendste Abschnitt unsres Lebens, geprägt durch viele Veränderungen. Die Jugendlichen werden von ihren Eltern und anderen Erwachsenen oft als schwierig empfunden, weil sie unabhängig und selbstständig sein wollen. Es ist schließlich auch nicht einfach kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen zu sein.
Da ich mein Praktikum im AWO Kinder- und Jugendclub “Crazy” absolviere, stellten sich für mich die Fragen: Warum kommen die Jugendlichen in den Club? Welche Aufgaben und Ziele verfolgt die Arbeit im Jugendclub?
Um diese und andere Fragen zu beantworten, möchte ich mich in der folgenden Studienarbeit mit den Merkmalen der Jugendphase und der Bedeutung der Jugendarbeit in Jugendclubs auseinander setzten. Dabei werde ich zuerst auf die Merkmale, Besonderheiten und die sozialen Anforderungen der Jugendphase eingehen und heutige Problemlagen der Jugendlichen darstellen, um dann auf die Bedeutung, Ziel- und Aufgabenstellung der Jugendclubarbeit schließen zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Die Jugendphase
1. Definition des Begriffs Jugendphase
1.1 Soziologische Definition
1.2 Einteilung der Jugendphase
1.3 Gesetzliche Anhaltspunkte
2. Merkmale der Jugendphase
2.1 Körperliche Entwicklung
2.2 Psychosoziale Entwicklung
2.2.1 Herausbildung sexueller Identität
2.2.2 Ambivalenz
2.2.3 Ich-Identität
2.2.4 Ablösung von den Eltern
3. Soziale Anforderung an den Jugendlichen
3.1 Bereich: Ausbildung/ Beruf
3.2 Aufbau sozialer Beziehungen
3.3 Freizeitbereich und Konsum
3.4 Politik, Normen und Werte
4. Probleme der heutigen Jugend
II. Bedeutung, Aufgaben und Ziele des Jugendclubs
5. Definition: Fremd- initiierter Jugendclub
6. Bedeutung und Funktion des Jugendclubs
7. Aufgaben des Jugendclubs
8. Ziele der Arbeit im Jugendclub
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und sozialen Merkmale der Jugendphase sowie deren Auswirkungen auf die Lebenswelt heutiger Jugendlicher. Ziel ist es, die Relevanz der offenen Jugendarbeit in Jugendclubs aufzuzeigen und zu analysieren, wie solche Einrichtungen zur Lebensbewältigung und Identitätsbildung der Heranwachsenden beitragen können.
- Theoretische Grundlagen und Merkmale der Jugendphase
- Soziale Anforderungen und Problemlagen im Jugendalter
- Definition und Funktion des fremd-initiierten Jugendclubs
- Aufgaben und Zielstellungen der pädagogischen Arbeit im Jugendclub
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Ich-Identität
Im Vordergrund der psycho-sozialen Entwicklung in der Jugend steht der Aufbau der Ich-Identität. Während der Jugendliche bestrebt ist eine eigene Persönlichkeit aufzubauen, die so genannte Individuation, muss es ihm gelingen sich an die bestehende Gesellschaft anzupassen - Integration. Hierbei kommt es mitunter zu Spannungen oder sogar Krisen, wenn die eigenen Vorstellungen nicht mit denen der Gesellschaft übereinstimmen. Die Individuation ist die Entwicklung zu einer eigenen einzigartigen Persönlichkeit mit unverwechselbaren kognitiven, motivalen, sprachlichen, moralischen und sozialen Merkmalen und Kompetenzen. Sie impliziert das subjektive Erleben. Voraussetzungen für die Individuation sind die Selbstwahrnehmung und die Selbstreflexion, das ermöglicht dem Jugendlichen ein Selbst - und Fremdbild von sich zu entwickeln. All diese Faktoren sind Grundlagen der personalen Identität. Das Herausbilden der eigenen Persönlichkeit steht oft im Widerspruch zur Integration des Jugendlichen in die Gesellschaft. Sich in die Gesellschaft zu integrieren heißt, sich an deren Normen, Werte, Verhaltensstandards und Anforderungen anzupassen und eigenverantwortlich soziale Rollen zu übernehmen. Durch Sozialisation erlangt der Jugendliche die soziale Identität, die gemeinsam mit der personalen Identität, die Ich-Identität bildet. (vgl. Hurrelmann 2001, S. 74)
Zusammenfassung der Kapitel
I. Die Jugendphase: Dieses Kapitel erläutert soziologische und psychologische Grundlagen des Jugendalters, einschließlich körperlicher Entwicklung und Identitätssuche.
1. Definition des Begriffs Jugendphase: Hier wird die Jugend als eigenständige Lebensphase definiert, die über biologische und soziale Merkmale sowie gesetzliche Kriterien abgegrenzt wird.
2. Merkmale der Jugendphase: Das Kapitel beschreibt die akzelerierten körperlichen Prozesse und die psychischen Herausforderungen wie die Entwicklung einer sexuellen Identität und Ambivalenz.
3. Soziale Anforderung an den Jugendlichen: Hier werden die Erwartungen an den Jugendlichen in den Bereichen Ausbildung, Beruf, soziale Beziehungen und Konsum thematisiert.
4. Probleme der heutigen Jugend: Das Kapitel analysiert aktuelle Schwierigkeiten wie Jugendarbeitslosigkeit und den Verlust von Zeitperspektiven durch gesellschaftliche Veränderungen.
II. Bedeutung, Aufgaben und Ziele des Jugendclubs: Dies bildet den praktischen Teil, der Jugendclubs als notwendige Unterstützungsinstanz im Sozialisationsprozess verortet.
5. Definition: Fremd- initiierter Jugendclub: Hier wird die organisierte Freizeiteinrichtung durch die Fachdefinition nach J. Schilling begrifflich gefasst.
6. Bedeutung und Funktion des Jugendclubs: Das Kapitel veranschaulicht anhand von Bedürfniskategorien (physisch, psychisch, geistig), warum Jugendclubs für junge Menschen wichtig sind.
7. Aufgaben des Jugendclubs: Hier werden die pädagogischen Aufträge, wie die Förderung von Geselligkeit und die Vermeidung von Benachteiligung, anhand des KJHG dargestellt.
8. Ziele der Arbeit im Jugendclub: Das Kapitel schließt mit einer Darstellung der angestrebten sozialen Kompetenzen und Bewältigungsstrategien ab, illustriert am Beispiel des Clubs „Crazy“.
Schlüsselwörter
Jugendphase, Jugendclub, Sozialisation, Identitätsbildung, Individuation, Integration, Offene Jugendarbeit, Lebensbewältigung, Adoleszenz, Soziale Kompetenz, Fremd-initiierter Jugendclub, Peer-group, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen des Jugendalters und untersucht, wie Jugendclubs als pädagogische Einrichtungen diese Phase unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit gliedert sich in die theoretische Betrachtung der Jugendphase, die Analyse aktueller jugendlicher Lebenslagen und die konzeptionelle Arbeit im Jugendclub.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Beitrag der Jugendclubarbeit zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur erfolgreichen Lebensbewältigung der Jugendlichen darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Theorien sowie auf praxisbezogenen Erfahrungen der Verfasserin im Jugendclub „Crazy“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der Jugendphase, den Entwicklungsaufgaben, den Problemlagen durch gesellschaftliche Umbrüche und der Rolle des Jugendclubs als Freizeiteinrichtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Identitätsbildung, Sozialisation, Offene Jugendarbeit, Individuation und soziale Integration.
Wie unterscheidet sich der Begriff der „Individuation“ von der „Integration“?
Individuation beschreibt die Entwicklung zur einzigartigen Persönlichkeit, während Integration den Prozess der Anpassung an gesellschaftliche Normen und Rollen meint; beides zusammen bildet die Ich-Identität.
Welche Rolle spielt die Arbeitslosigkeit für die heutige Jugend laut dem Text?
Arbeitslosigkeit verzögert die Ablösung vom Elternhaus, führt zu finanzieller Abhängigkeit, sozialer Ausgrenzung und beeinträchtigt das Selbstwertgefühl sowie die Zeitperspektive der Jugendlichen massiv.
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- Doreen Hunger (Author), 2003, Die Jugendphase und Aufgaben des Jugendclubs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21697