Diese Arbeit trägt zwei unterschiedliche Titel, bei denen der zweite für den ersten grundlegend ist. Ich habe mich deshalb für den zweiten Titel entschieden: “Bewegte Dekonstruktion. Wie der Körper durch die modernen Strategien entsteht und zum Instrument ihrer Dekonstruktion werden kann.”, denn sich gleich - wie ursprünglich vorgesehen - der Bearbeitung des anderen zuzuwenden, würde bedeuten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.
Zu dieser Einsicht bin ich jedoch erst durch die Beschäftigung mit den angesprochenen Themen gelangt. Der zunächst gewählte Titel würde voraussetzen, daß bereits ein Entwurf der ‘Bewegten Dekonstruktion’ vorliegt, der die ihn verbindenden Elemente - die Dekonstruktion nach Jaques Derrida und die Möglichkeiten der Sprachen des Körpers - sorgfältig untersucht und behutsam zusammenführt, nachdem er zuvor die Möglichkeit dieser Zusammensetzung gezeigt hat. Ein solcher Entwurf lag jedoch nicht vor. Hinzu kommt, daß die implizite These, daß der Körper durch die modernen Strategien entstanden sei, zunächst erklärt und belegt werden muß.
Erst wenn ein Entwurf, der diese Fragen beleuchtet, erarbeitet worden ist, ist es möglich, sich den unterschiedlichen Möglichkeiten, die er eröffnet, eingehender zuzuwenden.
Die vorliegende Diplomarbeit ist nun also die Ermöglichung meines ursprünglichen Vorhabens, moderne pädagogische Texte auf das in ihnen angesprochene Verhältnis zum Körper zu analysieren und sie anschließend zur ‘Bewegten Dekonstruktion’ freizugeben.
Beides fundiert zu leisten, war mir aufgrund der zeitlichen Begrenzung einer Diplomarbeit nicht möglich. Und so soll hier ausführlich und behutsam eine Grundlage geschaffen werden, die unterschiedliche Möglichkeiten eröffnet.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- I. DIE MODERNE.
- I.1. DIE STRATEGIEN DER MODERNE...
- 1.1.1. "Moderne und Ambivalenz".
- 1.1.2. Schluß.
- I.2. DIE 'UNTERIRDISCHE GESCHICHTE' .……………….…………...
- 1.2.1. Ausgangspunkt: Die moderne 'Haßliebe gegen den Körper'
- 1.2.2. Der Formierung des Körpers zum 'Marsch in die Moderne'.
- 1.2.3. Schluß.
- II. TANZGESCHICHTE.
- II.1. WISSENSWERTES ÜBER DEN TANZ IM ALLGEMEINEN.
- II.1.1. Die Kennzeichen der Modernität und des 'modernen Tanzes'.
- II.1.2. Allgemeine Probleme der Tanzwissenschaft..
- II.1.3. Tanzgeschichte.
- II.2. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES MODERNEN TANZES.
- II.2.1. Das Merkmal der Zufälligkeit....
- II.2.2. Die Anfänge.........
- II.2.3. Die Entstehung des 'Ausdruckstanzes' in Deutschland und des 'modern dance' in den USA...
- II.2.4. Die Rolle des 'Ausdruckstanzes' im Dritten Reich...
- II.2.5. Entwicklung des Tanzes nach dem zweiten Weltkrieg bis heute.
- II.3. SCHLUẞ......
- III. DEKONSTRUKTION
- III.1. BEJAHUNGEN....
- III.2. DAS 'KONZEPT' DERRIDAS
- III.2.1. Dekonstruktion - eine Operation von Innen.
- III.2.2. Différance - \"eine glückliche Wendung Derridas\"..
- III.2.3. Dekonstruktion
- III. 3. BEJAHUNGEN.....
- IV. BEWEGTE DEKONSTRUKTION ………………………..
- IV.1. ZUSAMMENHANG UND SCHNITTPUNKTE
- VI.1.1. Zusammenhänge.
- IV.1.2. Schnittstellen.....
- IV.2. EIN ENTWURF DER ‘BEWEGTEN DEKONSTRUKTION”.
- IV.2.1. 'Bewegte Dekonstruktion' als Prozeß
- IV.2.2. 'Bewegte Dekonstruktion' als Aufführung
- IV.3. ENDE UND ANFANG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Dekonstruktion von modernen pädagogischen Texten im Hinblick auf die Darstellung und Bedeutung des Körpers. Die Arbeit untersucht, wie der Körper durch moderne Strategien entsteht und gleichzeitig zum Instrument ihrer Dekonstruktion werden kann. Sie analysiert den Zusammenhang zwischen dem Körper, dem Tanz und der Dekonstruktionstheorie von Jacques Derrida.
- Die moderne Konstruktion des Körpers
- Die Dekonstruktion moderner pädagogischer Texte
- Der Körper als Text und Zeichen
- Die Rolle des Tanzes in der Dekonstruktion
- Die Entwicklung der 'Bewegten Dekonstruktion' als Prozess und Aufführung
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Das erste Kapitel untersucht die Strategien der Moderne und die “Haßliebe gegen den Körper” in der “Dialektik der Aufklärung”. Es beleuchtet den historischen Wandel vom Leib zum Körper und untersucht die Folgen der Geometrisierung des Menschen in der Renaissance. Das zweite Kapitel widmet sich der Tanzgeschichte und analysiert die Kennzeichen der Modernität und des "modernen Tanzes". Es beleuchtet die Probleme der Tanzwissenschaft, die Geschichte des Balletts und die Entstehung des Ausdruckstanzes und des "modern dance".
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Dekonstruktionstheorie von Jacques Derrida. Es erläutert das Konzept der "Différance" und die Dekonstruktion als Operation von Innen. Das vierte Kapitel verbindet die zuvor präsentierten Theorien und stellt die 'Bewegte Dekonstruktion' als Prozess und Aufführung vor. Es untersucht den Körper als Text und Zeichen und analysiert die Dekonstruktion auf der Ebene von Denken und Körperbewegungen.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit beleuchtet die Themen Moderne, Dekonstruktion, Körper, Tanz, Jacques Derrida, 'Bewegte Dekonstruktion', moderne pädagogische Texte, Ausdruckstanz, 'modern dance', Differenz, Zeichen, Text, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff "Bewegte Dekonstruktion"?
Es ist ein Entwurf, der die Dekonstruktionstheorie von Jacques Derrida mit den Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers und des Tanzes verbindet.
Wie entstand der Körper laut den Strategien der Moderne?
Die Arbeit belegt die These, dass der moderne Körper durch Disziplinierung und Geometrisierung geformt wurde, was oft zu einer "Haßliebe gegen den Körper" führte.
Welche Rolle spielt der Tanz in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit analysiert die Tanzgeschichte, insbesondere den Ausdruckstanz, als eine Form, in der der Körper als Text und Instrument der Dekonstruktion fungiert.
Wie nutzt die Arbeit das Konzept von Jacques Derrida?
Sie nutzt Derridas Konzepte wie die "Différance", um pädagogische Texte und Körperbewegungen auf ihre verborgenen Machtstrukturen hin zu untersuchen.
Was ist das Ziel der 'Bewegten Dekonstruktion' als Aufführung?
Das Ziel ist es, den Körper als Zeichen zu begreifen und durch Bewegung festgefahrene moderne Denkmuster und pädagogische Normen aufzubrechen.
- Arbeit zitieren
- Marion Tamme (Autor:in), 1997, Bewegte Dekonstruktion - Der Körper wie er durch die Strategien der Moderne entstanden ist und zum Instrument ihrer Dekonstruktion werden kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21759