Gruppenarbeit im Unternehmen


Hausarbeit, 2000
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Geschichtliche Entwicklung der Gruppen- bzw. Teamforschung

III. Was ist Gruppenarbeit
1. Begriff
2. Merkmale von Gruppenarbeit
3. Ziele der Gruppenarbeit
4. Chancen und Risiken von Gruppenarbeit aus Arbeitnehmersicht
Chancen
Risiken

IV. Typen von Gruppenarbeit
1. Temporäre Gruppen
a) Die Lernstatt
b) Die Werkstattzirkel
c) Qualitätszirkel
d) Arbeitsteams
e) Spitzenteams
2. Dauerhafte Arbeitsgruppen
a) Teilautonome Arbeitsgruppen
b) Tayloristische Arbeitsgruppen

V. Einführung von Gruppenarbeit
1. Komplettbearbeitung
2. Selbstkoordination
3. Integration ins Gesamtunternehmen
4. Führung mit Zielen
5. Arbeitsmittel und Räume
6. Arbeitszeit
7. Entgelt

VI. Fazit

VII. Literaturauswahl

I. Einleitung

Wir sind alle Teammitglieder. Auch wenn nicht das Team die formale Grundstruktur unseres beruflichen Alltags ist. Vom Sportverein über den Elternbeirat bis hin zu „Task forces“ und „ Führungskreisen“ machen wir unsere Teamerfahrung. Wir wissen, was Gruppenarbeit ist, aber nicht, wie man sie bildet. Wir wissen, dass Gruppenarbeit zu überragenden Leistungen führt, aber nicht, wie wir sicherstellen können, dass diese Leistungen tatsächlich zustande kommen. Wir wissen, dass die erfolgreichsten und leistungsfähigsten Organisationen aller intensiv Arbeitsgruppen einsetzen, aber wir haben lange nicht verstanden, dass eben diese Gruppenarbeit die Schlüsselkomponente der überlegenen Leistung ist. Und schließlich wissen wir, dass Gruppenarbeit etwas leisten kann, aber nicht, was sie leisten muss.

Diese Einsichten und die konkreten Schlussfolgerungen daraus sind nicht am grünen Tisch entstanden. Sie stammen auch nicht überwiegend aus der persönlichen Erfahrung verschiedener Autoren.

II. Geschichtliche Entwicklung der Gruppen- bzw. Teamforschung

Die Geschichte begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit den bekannten Hawthorne-Studien im Zentrum der arbeitswissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Bis dahin war der Arbeitsalltag durch strenge tayloristische Strukturen geprägt. Sämtliche Arbeitsgestaltungsmaßnahmen bezogen sich auf physikalishe Veränderungen, wie z. B. die Verbesserung der Lichtintensität. In den Hawthorne-Untersuchungen, durchgeführt von 1927 bis 1932 in den Hawthorne-Werken der Western Electric Company, wurden die Auswirkungen verbesserter Umweltbedingungen auf Arbeitsleistung, Verwalten und Gesundheit untersucht. Das Ergebnis war die Verbesserung der Arbeitsleistungen bei jeder Veränderung der Umweltbedingungen. Die Leistungssteigerung blieb sogar bestehen als die verbesserten Rahmenbedingungen wieder rückgängig gemacht wurden.

Für diese Ergebnisse wurden die veränderten sozialen Beziehungen, unter denen die Versuchspersonen während der Testphase arbeiteten, verantwortlich gemacht. (Roethlisberger § Dickson, 1939). Darüber hinaus wurden in diesen Untersuchungen erste gruppendynamische Ergebnisse deutlich. So beobachteten Roethlisberger und Dickson, dass die Gruppenleistung durch gemeinsame soziale Normen beeinflusst wird. Die überraschende Ergebnisse zogen vielfältige Forderungen nach sich ( Human-Relations-Bewegung, Soziotechnischer Ansatz, etc...).

Gruppenarbeit gibt es seit Hunderten von Jahren. Sie war Thema ungezählter Bücher und wird in vielen Ländern und Kulturen gepriesen. Die meisten Leuten glauben zu wissen, wie Arbeitsgruppen arbeiten und welche Vorteile sie bieten.Viele haben selbst Team-Erfahrungen gesammelt, von denen einige lohnend und andere Zeitverschwendung waren. Anfangs dachte man, Manager und andere Entscheidungsträger könnten Arbeitsgruppen zum Funktionieren bringen, wenn sie nur begriffen, warum Gruppenarbeit die Leistung steigert. Man musste zur Kenntnis nehmen, dass die Sache nicht so einfach ist. Es wurde gedacht, dass man im großen und ganzen verstünde, was „Gruppenarbeit“ von „Arbeit“ unterscheidet, und daher lediglich eine klare Definition der Begriffe brauchte, um Gruppenarbeit bestmöglich nutzen zu können.

Der Sinn von Gruppenarbeit bedeutet noch viel mehr, als man je erwartet hatte und das will ich in der folgenden Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über Gruppen- und Teamarbeit kurz darstellen.

III. Was ist Gruppenarbeit

Gruppenarbeit ist von Teamarbeit (eher lockere Zusammenschlüsse einzelner Beschäftigter), von Problemlösungsgruppen ( Lösung eines speziellen Problems außerhalb des normalen Arbeitsablaufes) und von Projektteams (zeitlich begrenzte, zumeist abteilungsübergreifende Arbeitszusammenhänge mit einem Projektauftrag) abzugrenzen.

Im betrieblichen Alltag wird der Teambegriff allerdings oft im Sinne von teilautonomen Arbeitsgruppen verwandt.

1. Begriff

Es gibt unterschiedliche Definitionen von Gruppenarbeit:

- In einem eingeschränkten Sinne spricht man von Gruppenarbeit, wenn die tägliche Arbeit in festen Gruppen verrichtet wird und die Gruppenmitglieder eine komplexere Arbeitsaufgabe gemeinsam bewältigen.
- Von Arbeitsgestaltern, die die Rolle der Beschäftigten stärker hervorheben, sowie von gewerkschaftlicher Seite werden darüber hinaus die Prinzipien von Selbstregulation und Selbstbestimmung der Beschäftigten betont.

So spricht eine Arbeitshilfe der IG Metall 1992 von „qualifizierter Gruppenarbeit“ und definiert diese so: „ Arbeitsgruppen sind als selbstregulierende Organisationseinheiten zu verstehen, die im Rahmen ihres Arbeitsauftrages die Planung, Steuerung, Durchführung, Koordinierung und Kontrolle über Tätigkeit selbstverantwortlich ausüben“. Dies bedeutet, dass Planungs-, Dispositions- und Kontrollaufgaben bisher übergeordneter Stellen in die Gruppen verlagert werden. Ebenso verlangt diese Definition, dass Gruppenarbeit – wo immer machbar und sinnvoll- durch indirekte Tätigkeiten wie Qualitätssicherung oder Instandhaltung angereichert wird.

Die Erkenntnisse der modernen Unternehmensführung bestätigen, dass Gruppenarbeit nicht nur Vorteile für flexible Arbeitsformen bringt, sondern zusätzlich positive Zeichen für die Motivation der Mitarbeiter setzt.

Die Voraussetzungen für eine Unternehmenskultur mit Gruppenkonzepten, wie Qualitätszirkel, Workshops, Arbeitsgruppen und Problemlösungsgruppen, schlicht von Teamarbeit, sind ein stabiles Umfeld und eine infakte Managementstruktur. In Gruppen arbeiten Menschen zusammen, die alle besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten besitzen. Ich spreche von der Wissenstiefe, dem Spezialwissen und von der Wissensbreite, dem Allgemeinwissen. Diese kreativen Ressourcen eines einzelnen liegen vielfach am Arbeitsplatz brach und werden aufgrund konventioneller Arbeitsweise nicht genutzt.

In einer Gruppenarbeit helfen und ergänzen sich die Mitglieder gegenseitig und nutzen ein viel größeres Feld an Wissen und praktischen Fähigkeiten.

2. Merkmale von Gruppenarbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gruppen- und teamorientierte Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Personen gemeinsam die Aufgaben übernehmen, ein Produkt, Teilprodukt oder einen Prozess vollständig zu bearbeiten. Dabei werden die Arbeitsprozesse von der Gruppen weitgehend gesteuert. Mit den Prozessen verbundene Planungs-, Entscheidungs- und Prüfungsaufgaben werden in die Gruppe integriert. Gruppenarbeit prägt sich je nach zu erledigender Aufgabe unterschiedlich aus. Beispiel für Gruppenarbeit aus Produktionsunternehmen ist die Erstellung eines Produktes oder Teilproduktes im Fertigungs- oder Montagebereich eines Unternehmens durch die Gruppe. Dabei bedient die Gruppe verschiedene Maschinen und plant selbst die Abarbeitung der eingegangenen Aufträge.

Gruppenarbeit beruht weitgehend auf der Selbstkoordination einer Anzahl von Personen im Rahmen eines vorgegebenes Budgets oder Produktionsprogramms. Das heißt, dass die Gruppe insgesamt für die Ergebnisse eines umfassenden Arbeitsprozesses verantwortlich ist und die Einzelaufgaben innerhalb dieses vorgegebenen Prozesses untereinander aufteilt. Im Unterschied zu Geschäftssegmenten und Profit-Centern können sie in aller Regel nicht über die Ziele ihres Arbeitseinsatz es entscheiden und haben nur sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten auf die Form der übergreifenden Arbeitsorganisation. Fragen des Produktprogramms und der Produktmenge, aber auch der übergreifenden Produktqualität liegen jenseits ihrer Verantwortung. Arbeitsgruppen haben in der Regel keine Budgetverantwortung und nur sehr geringen Einfluss auf Investitionsprogramm, Finanzplan, Gewinnverteilung und Gewinnverwendung. Wenn eine Gruppe für bestimmte Produkte und Dienstleistungen den gesamten Geschäftsprozess vom Kundenauftrag bis zur Anlieferung oder Leistungserstellung abwickelt, kann es sinnvoll sein, dass Gruppen auch Funktionen von Prozesslinien, Segmenten oder sogar Profit – Centern übernehmen. Die Gruppen sind dann auch für Fragen des Produktionsprogramm und der Produktionsmenge zuständig und bekommen eine eigene Budgetverantwortung übertragen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Gruppenarbeit im Unternehmen
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg  (FB Betriebswirtschaft)
Veranstaltung
Personalwirtschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2000
Seiten
18
Katalognummer
V2181
ISBN (eBook)
9783638113335
ISBN (Buch)
9783638805919
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gruppenarbeit, Unternehmen, Personalwirtschaft
Arbeit zitieren
Mariya Beleva (Autor), 2000, Gruppenarbeit im Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2181

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